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Thema: WIE lerne ich denn mich selbst anzunehmen und zu mögen?

  1. #9
    Neuling
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    Hallo und danke erstmal für die vielen Antworten

    mich würde interssieren wie sich das denn äußert dass sich dein leben immer um jemand anderes dreht...
    Nun ja, wenn man annimmt, dass man im "Idealfall" um sich selbst kreist, für sich selbst der wichtigste Punkt im eigenen Leben ist, dann mache ich eben einen anderen Menschen zu diesem Punkt, meinen Freund.

    Wenn dieser jemand in der Nähe ist, versucht man alles, um ihm/ihr zu gefallen und sich von der besten Seite darzustellen. Dazu gehört leider auch, sich zu verbiegen und sich selbst nicht treu zu bleiben. Ist die Person nicht da, kreisen die ganzen Gedanken um sie und wenn sie sich z.B. nicht angemessen meldet, malt man sich aus, dass die Person einen ja gar nicht mag... Das beherrscht dann leider die gesamte Gedankenwelt.
    Jain. Meine Gedanken sind permanent bei dieser Person, ja. Und ich möchte sie am liebsten 24/7 um mich haben. Und ihr das Wichtigste der Welt sein und jeden Wunsch von den Augen abgelesen bekommen. Das klappt aber natürlich nicht so wie ichs mir vorstelle und ich werd durchaus oft biestig, zickig und unfair, wenn diese Person nicht meinen Vorstellungen entsprechend handelt. Von der besten Seite zeige ich mich also ganz sicher nicht immer, im Gegenteil. Dazu hab ich aber noch ne andere Vermutung, in meinem anderen Thread hier im Forum.
    Irgendwo ist auch das aber eine Form der Selbstaufgabe, weil ich weiß, dass ich eigentlich gar nicht so bin, wie ich mich immer verhalte. Und wenige Momente später tuts mir dann auch Leid, dass ich wieder so blöd war, aber davon kann sich mein Freund dann ja auch nix kaufen.

    Das war nicht immer so. Ich hab ne zeitlang "um mich gekreist". Also, ich hab nie sonderlich viel von mir gehalten, aber der Gedanke weniger wert und schlechter als andere und austauschbar zu sein, der war nie so permanent präsent wie die letzten 2-3 Jahre. Und ich hab mich nie von jemand anderem abhängig gemacht, brauchte keine Person um die ich kreisen konnte.
    Das fing vor 2 Jahren an, als ich von zu Hause ausgezogen bin und in der neuen Wohnung allein war.
    Dann hab ich meinen ersten Freund kennengelernt und da fing es alles an. Ich hab Hobbies und alte Freunde vernachlässigt, für mich war nur mein Freund noch wichtig.
    Mit dem war dann 8 Monate später Schluss, weil er gekifft hat und das für mich nicht machbar war. Ich hab gesehn, wie er sich damit schadet und er nicht, mit ansehen konnte ichs nicht, also bin ich gegangen.

    Und mit meinem jetzigen Freund ist es wieder so. Ich kreise um ihn, auch weil ich sonst keine Freunde mehr habe und in dem Ort in dem ich jetzt bin auch nur noch ein paar Monate bleiben werde. Er nimmt keine Drogen, ist ganz anders als mein Exfreund und in dieser Beziehung hab ich auch eingesehen, dass ich klammere und ihn einenge und dass ich mir endlich ein eigenes Leben aufbauen muss, wenn ich ihn nicht mit meinen verzweifelten Versuchen ihn "festzuhalten" erst recht verjagen will.



    Im Moment mache ich eine Psychotherapie und wir fangen gerade damit an, unter Hypnose mein Selbstbild zu verändern. Also im Bewusstsein weiß ich, dass ich nicht so schlecht bin, wie ich unterbewusst überzeugt bin. Ich habe sogar den Eindruck, dass das funktioniert, dass mir das hilft.
    Geändert von xXGreenDreamXx (21.12.2011 um 15:29 Uhr)

  2. #10
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    Hallo

    Zitat Zitat von xXGreenDreamXx Beitrag anzeigen
    Alles in meinen Augen durchaus einleuchtend. Und logisch. Aber irgendwie... Steh ich vor solchen Aussagen und weiß nichts damit anzufangen.
    Für mich ist das Besserwisserei. Eine andere Form der Rechthaberei. Es beruht auf dem Gefühl recht zu haben ohne Überzeugende Argumente.

    Für mich besteht das Leben voller Fehler. Oft wurden mir Fehler vorgeworfen ohne Vorschläge zu machen, wie ich es besser zu machen kann. Fehler kann mir jeder Knallkopf oder Idiot vorwerfen.

    Ich bin einen steinigen Weg gegangen und habe ihn gewonnen. Fehler lösen viele depressive Gefühle aus. Durch das Lernen aus Fehlern sammelst du Kenntnisse & Erfahrungen. Das sind die Stärken des Menschen, was Gefühle wie Erfolgserlebnisse auslöst.

    "Der Fehler ist die Schwäche des Menschen"
    Das Minderwertigkeitsgefühl beruht darauf, weniger als andere zu sein.
    Dadurch, das man auf die Schwächen anderer ausnutzt, glaubt man mehr zu sein. Durch das Lernen aus Fehlern lernte ich auch immer besser mit Fehlern um zu gehen. Dadurch machte ich weniger Fehler und meine depressiven Gefühle wurden geringer.

    Um so mehr Kenntnisse & Erfahrungen du hast, schaffst du das Minderwertigkeitsgefühl zu überwinden.

    Frohe Weihnachten mops

  3. #11
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    Greendream,

    Deine Frage ist sehr gut, trifft genau den Kern. Ich wollte dazu eigentlich früher etwas schreiben.

    Wie nimmt man sich an, wie liebt man sich, wie ist man sein eigener Mittelpunkt?

    Jemand, der es nicht gewohnt ist, sich selbst gern zu haben, wird damit immer Probleme haben.

    Man kann es sich, ganz trivial, eigentlich nur sagen: Ich nehme mich an. Ich hab mich gern so wie ich bin.

    Sprich alle Gedanken die man hat, egal ob gut oder schlecht, nimmt man durch die Bekundung an. Das geht nicht immer, manchmal haßt man sich auch für etwas. Dann könnte der innere Dialog vielleicht gehen: Ok, jetzt hasse ich mich eben. Warum hasse ich mich? (und zu einer Antwort kommen). Darauf könnte man sagen: Das will ich nicht, ich hasse mich zwar grad, aber eigentlich hab ich mich doch gern. Ich weiß wo es herkommt, es ist jetzt so.

    Oder vielleicht denkt man: Ich Idiot, soll mich doch ein Auto überfahren. Manch einer hat solche agressiven Gedanken gegen sich selbst. Dann könnte man das festhalten: Moment, ich habe eben gedacht, daß ich will daß ich überfahren werde. Das will ich nicht, ich will nicht überfahren werden. Also, man widerspricht sich intern. Also, man nimmt es voll zur Kenntnis, und bekundet dann nach innen seinen eigentlichen Willen.

    Es ist im Endeffekt wie Gehirnwäsche. Man denkt sich ganz bewußt, was man will, unter voller Respektierung des Widerstandes.

    Und man kann auch gegen seine Angst, gegen den Zweifel, gegen den Haß die Dinge TUN, die man für sich als richtig sieht: Das kann von einer bestimmten Art und Weise mit anderen Menschen umzugehen, wichtige Entscheidungen zu treffen, mit einer Person ein wichtiges Gespräch zu führen bis hin zu einem Wellnesswochenende alles sein. Daß man also, gegen seine Angst, das tut, was man als richtig und notwendig sieht. Und indem man das tut, nimmt man sich an, nimmt sich wichtig, ist man sein eigener Mittelpunkt.

    Man wird sich dann vielleicht, wenn man das Richtige getan hat oftmals als schlecht und falsch empfinden: Man ist es nicht gewohnt, für sich zu sorgen, gerät dadurch vielleicht in Angst, oder macht irgendwelche dummen Dinge. Das wäre die eigene Angst, die eigene Unsicherheit, die das Gleichgewicht des eigenen Mißerfolges, die bekannte Situation wiederherstellen will. Man kann diese Mißerfolge und Rückschläge nicht vermeiden, man kann auch die ganzen "bösen" Gedanken nicht vermeiden, sie sind eben da. Aber man kann sich selbst, seine Gedanken und seine Taten annehmen - indem man tut, was richtig für einen ist, auch wenn es schwerfällt. Es bleibt ein lebenslanger Weg.

    Jemand, der wenig Selbstvertrauen hat, dem die Dinge schwerfallen, wird es da immer schwerer haben. Man wird vielleicht nie auf das Niveau kommen was man gerne hätte. Dann ist die Unzufriedenheit mit sich vielleicht selbst ein Problem. Dann ginge es vielleicht darum, mit dem zufrieden zu sein was man hat.

  4. #12
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    Hallo


    Zitat Zitat von Darkstar Beitrag anzeigen
    Andererseits: jeder Mensch hat seine hellen als auch dunklen Seiten. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen.
    Daneben hat der Mensch noch eine Schwäche, er begeht Fehler. („Der Mensch hat eine Schwäche er begeht Fehler“ Karl Marx) Schwäche: er löst negative Gefühle, Depressionen aus. Das Vorwerfen von Fehlern führt zu einem Gefühl wie versagt zu haben.
    Das Minderwertigkeitsgefühl bewirkt das Gefühl weniger zu sein. Das Vorwerfen von Fehlern jetzt wieder mehr zu sein als der andere.

    Da kann sich ja nichts Stabiles entwickeln
    Vor allem: nichts Eigenes - und darum geht es ja letztendlich. In sich selbst ruhen können, auch wenn nicht alles so "perfekt" ist
    „Aus Fehlern lerne ICH. Plötzlich bekam ich mit der Angst zu tun“ Die Überwindung der Angst gab mir eine neue Selbstsicherheit und ein bisschen Stolz vor denen die vor dem Fehler weg rennen. Durch das Lernen aus den Fehler sammelst du neue „Kenntnisse & Erfahrungen“, die Stärke des Menschen, und bekommst du ein neues Selbstwertgefühl was dir Stabilität gibt.

    (Die Erwartungen/Forderungen anderer sind da nicht so ganz relevant: letztendlich muss ich mich ja in meiner eigenen Haut wohlfühlen können - die Anderen müssen ja nicht jeden Tag in ihr leben )
    Du orientierst dich an den anderen. Die anderen orientieren sich an dir. Sie manipulieren dich dahin wo sie dich brauchen, um auf dich herab zu sehen und damit mehr zu sein als du. Mit dem Sammeln von deinen eigenen „Kenntnissen und Erfahrungen“ lässt du dich nach und nach immer weniger für doof verkaufen.


    Es geht auch darum, sich auf das eigene Fühlen wieder einlassen zu können: unvoreingenommen und unzensiert.
    Gefühle sind leicht beeinflussbar, was dich verunsichert. Das kleine Mädchen stand vom Mittagstisch auf. Kurz darauf kam es herein und zeigte es Papa den Topf. Papa „Fein, dann können wir ja die Windeln weglassen.“ Warum ging es zu Papa. Es hat das Gefühl von Papa beim Lernen mehr unterstützt zu werden als von Mama. Finde heraus, wer dich beim lernen unterstützt und wer dich Ausnutzt um zu glauben mehr zu sein. „Die Kommunikation dient zum Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen“ Dies verlangt die Kenntnisse und Erfahrungen anderer Menschen zu achten und respektieren, was den Vergleich mit anderen Menschen aufhebt. Das sind Menschen, die alle Menschen gleich behandeln. Du hast das Gefühl für ernst und voll genommen zu werden.
    .

    Selbstwert ...
    Jeder Mensch hat einen "Wert": jeder Mensch ist wertvoll - von Hause aus und ohne dass dies an irgendeine Vorbedingung geknüpft wäre.
    Selbstwert: Worauf orientiert er sich, auf den Vergleich mit anderen oder auf „Kenntnisse & Erfahrungen?“
    „Du musst ...“ … „Hast du … ?“ Das du brav folgst wie der dressierte Hund. Sind deine Kenntnisse, Erfahrungen, Gefühle oder Meinungen überhaupt gefragt? Du musst ist für mich fast so, über den Kopf entscheiden. Du hast doch einen Kopf zum Denken oder nicht? Höre dich um und finde heraus, wer dir die besten Antworten gegeben hat. Bei wem hast du das beste Gefühl für voll und ernst genommen zu werden. Wenn du Menschen suchst, wo du das Gefühl hast, geachtet und respektiert zu werden, trägt deinem Glück und deiner Weiterentwicklung bei.

    Gruß mops

  5. #13
    Neuling
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    Hallo Greendream!
    Das ist jetzt zwar keine nützliche Antwort von mir, da ich das gleiche Problem habe und bisher keine Lösung aber: genau das das frag ich mich auch immer, deine Formulierung spricht mir aus der Seele. Danke!

  6. #14
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    Hallo Greendream,

    ich habe nicht dasselbe, aber doch ein ähnliches Problem. Und zumindest was die Dezentrierung von einem Menschen angeht, kenn ich inzwischen so manche Tricks.
    Zum Einen hilft es mir, wenn ich mir vor Augen halte, was ich selbst gerne mache/ was mir selbst Spaß macht/ womit ich mich ohne auf diese eine Person angewiesen zu sein verwöhnen kann. Es gibt viele Dinge, wie lesen, baden, joggen, Aerobik/Fitness, malen und fotographieren, gärtnern,... für die man überhaupt gar niemanden braucht.
    Und zum Anderen tut es gut wenn man für andere Dinge, die von Natur aus schwierig sind, nur mindestens zu zweit zubewerkstelligen oder einfach alleine auch keinen Sinn/Spaß machen wie ein Hochbett bauen, tanzen, wandern, Fahrradtouren oder jetzt eben Ski- und Schlittenfahren, Gesellschaftsspiele, Massagen, Schwimmbad, Bad Minton, musizieren, zusammen kochen, usw. sich einfach umschaut, welche andren Menschen, Freunde, Familie, sich noch anbieten. So ist man zumindest nicht mehr so stark auf diese eine Person fixiert und tut dieser etwas Gutes, indem man nicht mehr so klammert und entlastet und sich selbst, weil man nicht mehr so hohe Erwartungen an den anderen hat und damit nicht mehr so schnell enttäuscht werden kann.
    Zusätzlich pflegt man alte, gute Freundschaften und öffnet sich für neue Freundschaften und Kontakte.
    Außerdem lernt man einmal gleichzeitig sich zu überlegen, was man selbst gerne mag, gut kann oder können möchte und was man eigentlich gar nicht mag( und vllt nur dieser Person zu Liebe tut). ich glaube das ist schon ein Schritt um sich anzunehmen und ein Liebesbeweis an sich, dass man versucht sich selbst glücklich zu machen und zwar allein bzw. unäbhängig von einer bestimmten Person.
    Zusätzlich könnte man sich abends immer überlegen, wie oft und wodurch man geschafft hat, sich gut zu fühlen und das irgendwie festhält. In der Grundschule arbeitet man mit Smilie-Belohnungssystemen :-D aber ich glaube ein gewöhnliches Tagebuch hilft auch.

    Ich habe hier im Forum auch zwei Buchtipps aufgegabelt:
    1) Goldmann, Irene: Liebe dich selbst, sonst liebt dich keiner. Ein neues Selbstwertgefühl für Frauen.
    und 2) muss ich nachreichen, liegt gerade irgendwo... in meinem Chaos
    ich selbst konnte damit nichts anfangen, weil beide eben gerade von Menschen geschrieben wurden, die selbst jahrelang unter Depressionen, Panickattacken, Minderwertigkeitskomplexen litten. Aber da es bei dir gerade umgekehrt zu sein scheint, dass du mit Ratschlägen von Menschen, die deine Probleme nicht teil(t)en, nicht umgehen kannst, hilfen dir die Bücher vielleich SEHR, SEHR, SEHR :-D

    Ich habe versucht den anderen Titel bei Amazon zu finden und habe mal wieder festgestellt, dass es tausende dieser Art gibt. ...schau einfach mal selbst. :-)
    Der Titel, den ich mir jetzt nach dieser Recherche neu bestellt habe: Potreck-Rose, Friederike: Selbstzuwendung, Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen. Psychotherapeutische Interventionen zum Aufbau von Selbstwertgefühl. Leben Lernen 16.
    Das eigentlcih gesuchte Buch heißt schlicht: So lerne ich mcih selbst zu lieben :-) von Sabine Standenat
    Geändert von Rosine (21.01.2012 um 06:21 Uhr) Grund: Buchtitel

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