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Thema: Wie mit Waschzwang der neuen Freundin umgehen?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Wie mit Waschzwang der neuen Freundin umgehen?

    Neue Freundin, hatte bereits stationäre Therapie hinter sich.
    Beim darauffolgenden Auslandsaufenthalt musste sie auch ohne Handschuhe mit scharfem Reiniger Toiletten und Bäder putzen. Später in einer Küche.
    Ohne diese Arbeit hätte sie ja auch nicht leben können. War jedenfalls nicht so schlimm. Hat dort ihre SSRI abgesetzt und wieder angefangen sich zu "waschen". Eigentlich habe ich sie aber auch schon vorher "waschen" sehen.
    Ich habe dafür kaum Verständnis. Mir scheint dieses Verhalten als Grund zu dienen nichts zu machen. Habe ihr angeboten bei mir zu arbeiten.
    Jetzt wohnt sie bei mir, bringt sich aber nicht ein.
    2 Aufforderungen zwei kleine Tätigkeiten in meiner Firma zu verrichten hat sie abgelehnt.
    1te Begründung, sie sei nicht meine Putze.
    2te Begründung, kann sie mir jetzt nicht sagen... später, jetzt nicht... usw.
    Die zweite Sache war einfach einiges umräumen. Das hatte sie aber vorher schon mal gemacht.

    Als sie einmal von mir wollte das ich mir die Hände wasche, habe ich nicht mit mir diskutieren lassen.
    Ich sagte "ich besorge dir kein Heroin" das kannst du bei mir vergessen.
    Das hat sie denn begriffen und geweint weil ihr voriger Partner ihr alles durchgehen lies.

    Mich stört es jedenfalls, das sie sich nicht einbringt.
    Sie wohnt mietfrei und von Harz 4 und ist nicht bereit mir zu helfen.
    Das ärgert mich richtig.

    Ich bitte daher um Tipps wie ich damit umgehen kann.
    Und wie ich ihr Grenzen setze.
    Ich hätte schon das Wasser abgedreht wenn es ginge.

  2. #2
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Weswegen war sie in Therapie?


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

  3. #3
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    ich denke wegen dem waschzwang.
    ich frag sie noch mal, sie behauptet immer sehr ehrlich zu sein.

  4. #4
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Wäre wichtig zu wissen.


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  5. #5
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    waschzwang.
    hat angst vor giften.

  6. #6
    Schreiberling Avatar von Schatten
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    Hallo HerrBert.

    Im Grunde machst Du das richtig.
    Du lässt Dich nicht reinziehen und setzt ihr klare Grenzen.
    Tiefenpsychologisch deutet man Zwänge gerne als die Beseitigung von Impulsen, die nicht ertragen werden können.
    Da Du sehr klar und strukturiert zu sein scheinst, aber auch eigenwillig könntest Du ihr damit vielleicht sogar die Sicherheit und Struktur geben, die sie braucht, allerdings scheinen ihre Zwänge recht eskaliert zu sein.

    Interessant könnte sein, sie noch mal nach dem zweiten Grund zu fragen, der scheint ihr ja bewusst zu sein, aber irgendwas hindert sie, ihn auszusprechen.
    Vielleicht ist der ziemlich verworren. Wenn das so ist und Du dem vielleicht auftretenden ersten Impuls widerstehst, ihr zu sagen, dass das kein Grund und vollkommen verrückt ist (falls Du es so empfindest), könntest Du ihr durch ein dennoch ehrliches und klares Feedback sogar schaffen, ihr Ängste zu nehmen und ihr langsame Schritte in eine realistischere Welt zu ermöglichen.

    Zu weit solltest Du Dich aber nicht in die Therapeutenrolle drängen (lassen), das kann nur schief gehen.

    Gruß,

    Schatten

  7. #7
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    Hallo Schatten,

    vielen dank für deine Antwort.
    Ich geb mal wieder was ich verstanden habe.
    Bei der genaueren Recherche zu dem Begriff Impulsen ist, mir und mindestens einer anderen Person, aufgefallen.
    Zitat: "oder es handelt sich um unausgereifte Persönlichkeiten."
    Ich vermute denn mal, dass es sich nicht um einen Impuls aus aktueller Ursache handelt.

    Jetzt fallen mir meine Gedanken aus der Zeit vor ihrem Auslandsaufenthalt wieder ein.
    Sie muss sich ausleben und Erfüllung und Befriedigung in ihrem Leben finden,
    in dem sie etwas macht was ihr gefällt. Etwas was sie sich ausgesucht hat.
    Das ist schwierig dachte ich mir damals. Sie trägt die Nase hoch und träumt etwas realitätsfern.

    Du schreibst: ..., sie noch mal nach dem zweiten Grund zu fragen,...
    Ich denke du meinst ihre Angst vor Giften.
    Das ist ihrer Aussage nach ganz plötzlich bei ihrem Studium aufgetreten.
    Die Ausbilderin hätte etwas als besonders gefährlich beschrieben.
    Darüber haben wir schon mehrmals gesprochen.
    Ich sagte beim ersten mal, wenn es da nicht ausgebrochen wäre, wäre es später ausgebrochen (also auch wenn sie dieses Zitat: "verfluchte Studium nie gemacht hätte").
    Der Behandler während der stationären Therapie hätte das gleiche gesagt.
    Später einmal sagte ich wenn es so giftig gewesen wäre, wäre es nicht in einem Ausbildungslabor, oder sie bekäme erst mit einer 1A Vita eine Zugangsgenehmigung in einen Sicherheitsbereich.
    Sie meinte noch es gäbe da einen Stoff (vielleicht der erwähnte?) vor dem sie ganz besonders Angst hat. Welchen sagt sie mir aber nicht, sagte sie gleich.
    Angst vor Krebst spielt da wohl auch noch eine Rolle.

    Aber wie gesagt, ich hatte dem keine so große Beachtung geschenkt,
    weil ich meinte dass das sowieso nicht die Ursache ist.

    Du schreibst ich solle besser nicht etwas sagen wie "vollkommen Verrückt".
    Also ihre Gefühle nicht verurteilen, und meine Einschätzung sachlich wiedergeben?

    Gruß HerrBert

  8. #8
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo,

    Abgrenzung - gegenüber der Krankheit, aber nicht der Person oder dem Menschen (das wäre dann Ausgrenzung)
    Abgrenzung gegenüber der Krankheit im Sinne von: es nicht zuzulassen, dass Du, schleichend, in die Muster und Strukturen der Krankheit hineingezogen wirst, sie "übernimmst", und ihr dadurch zusätzlichen Raum zur Entfaltung gibst - das wäre sonst ein Stützen und es fördern.

    Feed back hilft und ist wichtig, auch das Setzen von klaren Grenzen - es aber wertend zu machen (und dann auch vielleicht noch ausschließlich an den eigenen Maßstäben gemessen), wird es nur noch verstärken, weil es zu reinen Abwehrreaktionen führt und Deiner Freundin den Weg verbauen könnte, sich mit diesen Dingen wirklich offen auseinanderzusetzen.
    Eine Krankheit formt das Denken und Fühlen; sie hat eine eigene Logik und Zwangsläufigkeiten, die für den Betroffenen ebenso real und folgerichtig sind, wie es Deine eigenen Vorstellungen für Dich sind.

    Es ist für einen Nichtbetroffenen sehr schwer, sich in diese Welt hineinversetzen zu können und ein Verständnis für diese Prozesse, die da am Wirken sind, zu entwickeln. Gerade weil dort die eigenen Maßstäbe und Erfahrungen (und damit das eigene "Weltbild") nicht mehr greifen können, kann es zu leicht passieren, dass das, was man als "richtige Reaktion" empfindet (die es aus der eigenen Perspektive ja durchaus auch sein mag), genau das Gegenteil von dem auslöst, was man erreichen will.

    Wie Schatten es geschrieben hat: es sind damit oft auch tief verwurzelte (für Außenstehende dann auch irrationale) Ängste verbunden. Sie ungewollt zu verstärken, weil man sich, über die Krankheit, auch gleich als Mensch abgewertet fühlt, löst sie nicht auf.

    Zitat Zitat von Schatten
    Zu weit solltest Du Dich aber nicht in die Therapeutenrolle drängen (lassen), das kann nur schief gehen.


    Es geht um Grenzen. Nicht nur die Deiner Freundin, sondern auch um Deine eigenen.
    Dein Eingangspost las sich nach dem eines "Machers", der alles im Griff, alles unter Kontrolle hat und es gewohnt ist, dass sich die Probleme pragmatisch und logisch lösen lassen - alle. Und in seinem Sinne.
    Du hast Deine konkreten Vorstellungen, wie etwas sein sollte und wie es zu erreichen ist - und das ziehst Du dann konsequent durch?
    Im Geschäftsleben mag das in weiten Teilen auch angebracht sein, aber auch da wirst Du in aller Regel die Position Deines Gegenübers mit in Dein Vorgehen einfließen lassen müssen. Vieles wird auch unterschwellig und sicher nicht immer bewusst (habs lange genug mitbekommen) über Druck und Macht "geregelt".
    Wenn es um die menschliche Psyche geht, führt dieser Weg aber sehr leicht in die Irre.

    Du liest Dich sehr bestimmend, sehr dominant
    Trifft das zu?

    Wenn dem so wäre, wie würde sich das auf jemanden auswirken, der selbst schwankend ist, unsicher, an sich selbst zweifelnd - suchend: nach der eigenen Position im Leben und dem eigenen "Wert"?


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