Hallo,
Ich habe durch Erfahrung gemerkt, dass wenn man sich immer in seiner gewohnten Umgebung befindet, merkt man nicht welche Grenzen man hat. So geht es mir auch mit meiner Schüchternheit. Ich habe da manche Grenze schon hinausgeschoben. Aber nur innerhalb des Gewohnten. Bei neuen Leuten bin ich immer noch zurückhaltend und kann nicht auf sie zugehen.
Vor allem aber letztes Jahr als ich einen Auslandssemester hatte, merkte ich dass ich immer noch so ziemliche Probleme mit Menschen habe. Da war ich gezwungen von sich aus auf andere zuzugehen und sie anzusprechen. Am Anfang hat es ziemlich gut funktioniert und das Problem hat sich gebessert. Aber ich denke es lag daran, dass ich eine andere Sprache sprechen musste. Irgendwie war es deswegen einfacher. Doch als ich mich gewohnt hatte, war ich nach einiger Zeit wieder beim alten. Ich war mit anderen Leuten, aber doch alleine. Und vor allem hatten die nahen Bekanntschaften dort den Eindruck von mir dass ich ein Idiot sei. Das hat mir einer so gesagt. Ich war dauernd betrunken, weil ich sonst mit vielen nicht interagieren konnte, nur mit denen die mir schon vertraut waren. Dass ich Idiot bin, war nicht wegen meines Alkoholkonsum, denn betrunken hat sich zu ziemlich jeder, fast jeden Tag. Aber ich denke der Alkohol hat so einiges an meiner Persönlichkeit geändert damals, oder vielleicht war ich schon immer so.... Jedenfalls als ich zurückgekommen bin habe mich viel ängstlicher gefühlt als vorher. Notgedrungen bin ich in eine WG mit einem anderen Typen eingezogen. Er zwar keine nette Person war und ich mit seinem Verhalten überhaupt nicht klarkam und nach einem Monat ausgezogen bin. Wie ich mich aber ihm gegenüber benommen habe, das war seltsam, aus meiner Sicht. Ich war irgendwie unterwürfig und konnte meine Meinung fast nie sagen.
Überhaupt, wenn ich draußen auf der Straße laufe, ist mir aufgefallen dass ich alle Männer als Bedrohung wahr nehme. Fühle mich irgendwie angegriffen wenn Männer an mir vorbei gehen. Und manchmal spühre ich unangehme Atmosphäre schon alleine weil ich da bin.
So als Folge meiner Probleme ist, dass ich mich nie traue die Menschen anzusprechen, die ich interessant finde. Allgemein weiß ich einfach nicht was ich erzählen soll, oder wie ich mich unterhalten soll. Mit Fremden gerate ich beim Reden ins Stocken. Deswegen bin ich oft lieber zurückhaltend und unauffällig, also selbst uninteressant. Ich spüre immer irgendwelche Ängste die mich davon abhalten. Nur warum? Und wie kann ich sie überwinden?


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