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Thema: Wie soll ich mich verhalten?

  1. #9
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    Es besteht aber immer ein Problem bei Schuldgefühlen:
    Sie bleiben lange, sehr lange.

    Mein Vater sagte mir mal, dass ich daran Schuld wäre, das er trinkt...
    Das sagte er mir vor 2 Jahren, und ich muss ständig daran denken, ob ich nicht vllt. wirklich mitschuldig bin. Ich bin derzeitig 15. Mein Vater versucht mir auch ständig Schuldgefühle zu machen.... Immer bin ich es, dass was mit ihm nicht stimmt. Oder "die Anderen".



    Und mich quält immer das schlechte Gewissen wegen ihrer Krankheit.
    Sie fängt dann auch immer extrem an zu röcheln und japst nach Luft.
    Wundert mich nicht.
    Es ist meines erachtens gleichgültig, wie schwer jemand Krank ist. Basieren auf meinen Beobachtungen, geh ich davon aus, das es eine Überreagtion ist.
    Wenn mich jemand zu tiefst verletzt, und ich weine, kann ich nicht auf aufhöhren, ich beginne zu husten und zu röcheln, und wenn ich versuche mich zu beruhigen auch an zu schluchzen.
    Ähnliches bei meinem Vater.


    Ich gehe davon aus, das es ein Schutzmeachnismus ist. Bestimmt erinnert dich diese Reaktion an die Krankheit deiner Mutter, und gibt dir wieder bedenken.Und die Schuldfrage stellt sich evt. auch wieder....

    Nichts draus machen...

    Aber vllt. können dir andere hier im Forum noch bessere Antworten geben.

  2. #10
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    Hallo Sweatdiabolo,

    ich habe Deine Schilderungen soeben hier gelesen und möchte Dir sagen, dass es mir sehr sehr leid tut, was Du bisher alles ertragen mußtest.
    Deine Mutter hat in meinen Augen als Mutter komplett versagt. Warum? Ganz einfach, sie hat Dich, ihr Kind, nicht geschützt vor dem gewalttätigen Vater und Dir zugemutet, mit einem süchtigen Alkoholiker zusammenzuleben und das, weil ihr wohl Haust etc. wichtiger waren. In meinen Augen ist Deine Mutter auch krank, da kein gesunder Mensch mit einem Alkoholiker zusammenleben würde und sie hat durch ihr bleiben seine Sucht mitunter sogar noch bestärkt und gefördert. Ob Dein Vater zur Besinnung gekommen wäre und sich Hilfe geholt hätte, wenn sie mit Dir ausgezogen wäre, kann ich nicht sagen. Aber da sie geblieben ist, hatte er keinerlei Druck, endlich aufzuwachen und was zu tun.

    Eine Mutter hat Verantwortung und schützt und beschützt normal ihr Kind. Sie hat Dich nicht nur den Schlägen eines Süchtigen ausgesetzt, zusätzlich noch mußtest Du in einem derart gestörten und kranken Umfeld aufwachsen. Das führt aus meiner Sicht auch heute dazu, dass Du versuchst zu entschuldigen, zu verstehen etc. Kinder, die in Alkoholikerfamilien groß werden lernen von klein auf und werden dadurch ebenso wie der Partner des Alkoholikers zu einem Co-Abhängigen (google mal nach dem Wort).

    Dein Mutter versucht noch heute Dich emotional zu erpressen und zu manipulieren ......ich meine es nur gut mit Dir.....will nur Dein Bestes. So versucht Sie Macht und Kontrolle über Dich zu erlangen. Ein ganz fieses Verhalten, was von vielen Eltern so praktiziert wird, um Schuldgefühle zu erzeugen und die Kinder dazu zu bringen, dass sie funktionieren. Sie will die Kontrolle haben. Aber nicht nur das, sie ist auch gemein und böse zu Dir und beleidigt Dich bis ins tiefste Mark. Was würdest Du tun, wenn jemand Fremdes so mit Dir spricht? Ich denke, der wäre ab sofort aus Deinem Leben verschwunden.
    Wie kann Deine Mutter von Liebe sprechen, wenn Sie Dir all das antut, auch heute noch?
    Deine Mutter will nicht hinsehen, nicht hinsehen, was sie alles getan, Dir angetan hat. Sie projeziert auf Dich, damit sie sich besser fühlt.

    Vielleicht würde Dir professionelle Hilfe helfen, Deine Kindheit und das mit Deiner Mutter aufzuarbeiten. Du mußt die Prozesse dahinter verstehen und Du wirst Dich besser fühlen und lernen, dass Du keine Schuld hast. Kein schlechtes Gewissen zu haben ist sicher ein Prozess der dauert. Leider ist das in einem so eingeimpft....ist doch die Mutter u.s.w. dazu kommt ja noch der Wunsch nach einer liebenden und verständnisvollen Mutter, dem man sicher als noch nachhängt, wenn man dies so schmerzlich wie Du missen mußte. Das alles wäre sicher nicht schlecht, wenn es Dir richtig bewußt werden würde; also woher welches Gefühl stammt.
    Du kannst Deine Mutter auch nicht ändern. Das könnte nur sie aber sie wird sich von Dir nie und nimmer was sagen lassen. Sie ist doch die Ältere, Du doch nur das Kind. Die Energie darfst Du Dir sparen und solltest Du einzig und alleine in Dich, Deine Gesundung stecken.

    Du hast selber mehr als genug aufzuarbeiten und das, weil sie es Dir angetan hat. Sie hätte als Mutter Dich beschützen müssen und gehen müssen, nachdem Dein Vater trank und nicht aufhörte. So hat sie Dich 10 Jahre dem ausgesetzt und zugeschaut, wie Du geschlagen wurdest. Sorry, das ist einfach nur pervers und ich finde es schon schrecklich, sowas zu lesen und mir nur vorzustellen. Eine Mutter die ihr Kind liebt, schaut doch da nicht zu und lässt den Kerl gewähren. Ich kann es mir nur so erklären, dass sie auch krank ist, Co-Abhängig sowieso, sonst hätte sie keine 10 J. bei einem Alkoholiker bleiben können. Wer weiß, vielleicht hat sie noch egozentrische Züge an sich, da sie ja so gerne niedermacht. Dadurch fühlt sie sich größer, mächtiger und wer weiß, vielleicht hat sie ihren Mann auch so gedemütigt, wie sie nun Dich demütigt und er hat deshalb angefangen zu trinken. So Frauen wie Deine Mütter wollen herrschen, jeden beherrschen und das um jeden Preis. Wie Du siehst, opfern sie sogar ihre Kinder und wollen diese noch beherrschen, wenn sie erwachsen sind. Ich kann Dir sagen, sie wird nicht aufhören und je älter sie wird, kann es sein, dass es sogar noch schlimmer wird.

    Jetzt hat sie nur noch Dich, sagt sie. Zuvor konnte sie ihren ganzen Unmut und Frust über den kranken Mann loswerden, er war der schuldige und nun ist er nicht mehr da und da bist Du dran. Nun wirst Du fertig gemacht und beleidigt und gedemütig. Sie wird mit sich selber nicht fertig und statt wie ein erwachsener Mensch die Verantwortung für sich selber zu übernehmen geht sie gnadenlos her und zerstört auf diese perfide Art und Weise das Leben der einzigen Tochter. Du bist der Sündenbock, damit sie sich besser fühlen kann. Das steckt dahinter. Das ganze wird maskiert in dem sie Dich emotional erpresst und manipuliert und Dir ein schlechtes Gewissen macht. Dann kommt ein Häppchen Nettigkeit um Dir bei nächster Gelegenheit den Todesstoß zu versetzen in Form von Demütigungen, die ganz ungeheuerlich sind. Halte Dir das bitte mal vor Augen. Höre auf dafür Entschuldigungen zu suchen, denn das ist das, was ein Co-Abhängiger macht, um sich nicht der Realität zu stellen. Die anonymen Alkoholiker haben in ihren Selbsthilfegruppen ein Programm, welches auch für Co-Abhängige anwendbar ist. Vielleicht magst Du mal danach suchen.

    Ich möchte Dir auch das Buch Co-Abhängigkeit - Die Sucht hinter der Sucht von Anne Wilson Schaef empfehlen zu lesen.

    Pass auf Dich auf, schütze Dich und hole Dir Hilfe, um das zu verstehen und Dich zu lösen und vor allen Dingen, dass Du Dein Gewissen frei bekommst.

    Liebe Grüße von
    Thessa
    Geändert von Thessa (21.12.2011 um 19:00 Uhr)

  3. #11
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    Zitat Zitat von Torior Beitrag anzeigen
    Es besteht aber immer ein Problem bei Schuldgefühlen:
    Sie bleiben lange, sehr lange.

    Mein Vater sagte mir mal, dass ich daran Schuld wäre, das er trinkt...
    Das sagte er mir vor 2 Jahren, und ich muss ständig daran denken, ob ich nicht vllt. wirklich mitschuldig bin. Ich bin derzeitig 15. Mein Vater versucht mir auch ständig Schuldgefühle zu machen.... Immer bin ich es, dass was mit ihm nicht stimmt. Oder "die Anderen".





    Hallo Torior,

    lasse Dir bitte bitte nicht einreden, dass Du schuld bist. Es ist schlimm und gemein, was er da mit Dir macht. Es ist falsch, verstehst Du? Falsch!!!!!! Er ist der einzige, der Schuld ist, es ändern kann. Er will nicht und versucht es anderen anzuhängen, um weitermachen zu können. Das machen viele, die so krank sind.
    Belese Dich zu dem Thema, damit Du nicht das annimmst und glaubst, was er Dir da weismachen will.
    Es sind Rechtfertigungen, die er sich selber einredet um nicht handeln zu müssen.

    Es gibt in größeren Städten Selbsthilfegruppen von Alkoholkranken und den Angehörigen. Schaue mal, ob Du da nicht mal wo hingehen kannst od. über die Caritas, das ist kostenlos. Es wäre sicher gut für Dich zu hören und zu lernen, dass Du an dem Problem echt keinerlei Schuld hast.

    LG
    Thessa

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