Vor neun jahren habe ich eine wunderschöne und intelligente Frau kennengelernt. Alles war wunderbar. Wir haben sehr schnell geheiratet und ein Kind bekommen.
In dieser Situation ist man verliebt und sieht daher über vieles hinweck. Ind da gibt es von beiden seiten ja auch die idee, das kriegen wir auch noch hin. Womit man ohne es sich richtig klar zu sein eigentlich meint: Ich kriege dich auch noch so wie ich dich haben will. Aber das muss man sich schnell abschminken, was aber gar nicht so schlimm ist, weil es da oft nur um die kleineren unstimmigkeiten geht.
Aber es gab eine Sache, die mir sofort auffiel, die ich aber nicht auf mich bezog. Meine Frau ist für meine Begriffe extrem streitsüchtig:
Wenn sie auf der Straße eine blöde Bemerkung hört startet sie sofort einen „Gegenangriff“ sie geht sofort auf die „unverschämte Person“ zu während sie diese aufs übelste beschimpft. Das macht sie so lange bis diese Person sich zurückzieht. Je nachdem ob diese Person Wiederworte gibt dauert das eine Minute oder eine Viertelstunde.
Im Anschluss erfasst sie eine lang anhaltende Euphorie. Sie wiederholt immer wieder bestimmte Details wie sie diese „unverschämte Person“ fertiggemacht habe.
Wenn ich eine Person nicht kenne und ein Streit mir keine Vorteile bringt kann ich verbale Entgleisungen leicht ignorieren. Fremde Menschen zu beschimpfen würde mir nicht im Traum einfallen.
Daher sind mir solche Situationen sehr peinlich. Früher versuchte ich sie zu bewegen den Konflikt so bald wie möglich zu verlassen, heute halte ich mich einfach im Hintergrund. Das bringt mir dann den Vorwurf ein sie nicht zu unterstützen.
Die anschließende Selbstbeweihräucherung empfinde ich dann nur noch als widerlich. Aber ich denke so trainiert sie verbale Auseinandersetzungen.
Zuerst dachte ich O-O- die sollte man nicht zum Feind haben, da habe ich es als ihr Freund aber viel besser getroffen. Wie gesagt ich hätte es besser wissen sollen, aber durch die rosarote brille sehen Sachen anders aus. Und natürlich kam es so wie es kommen musste erst selten dann immer öfter richtete und richtet sich diese Aggression gegen mich.
Sie ist für meine Begriffe extrem ehrgeizig:
Erst spät, als sie in einem Architekturbüro gearbeitet hat und direkt im Management eingestiegen ist, habe ich verstanden, das diese Streitsucht in ihrem Bedürfnis nach Dominanz begründet.
Sie ist zum Beispiel sehr stolz darauf in der Schule in mehreren Klassen vom Lehrer zur „Klassensprecherin“ befördert worden, wodurch sie die Macht über ihre Klasse hatte und unaufmerksame Schüler bestrafen durfte
Hierarchien sind für mich weitgehend irrelevant. Bedeutung misst sich für mich in Kompetenz. Ich möchte natürlich Erfolg haben und aufsteigen, aber nicht durch Tricks und Seilschaften, sondern durch Kompetenz.
Daher verwende ich wenig Zeit auf eine wie auch immer geartete Hierarchie und arbeite sachbezogen. Gleichzeitig ist mein Respekt gegen über Hierarchien begrenzt, eine strittige Aussage muss begründet werden egal wer sie gemacht hat.
Sie hält es für vollkommen normal andere für ihr angetanes Unrecht zu bestrafen
Sie verschweigt ihre Bedürfnisse
Sie hält sich selbst für Bedürfnislos wird aber ärgerlich, wenn ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden
dadurch wird sie für mich unberechenbar
Sie wirft mir vor selbstsüchtig zu sein, weil ich meine Bedürfnisse formuliere, die sie dann aber ignoriert.
Sie formuliert keine Bedürfnisse die auf verschiedene weisen erfüllt werden können sondern Befehle, die nur auf ihre Art erfüllt werden können.
Sie sieht diese Befehle als rein sachlich begründet an, wodurch ein nicht erfüllen ihrer wünsche einen schlechten Vater aus mir macht.
Fragen nach Gründen ihrer Wünsche und Vorschläge das selbe Ziel durch andere Wege zu erreiche Ignoriert sie vollständig.
Wenn sie auf Änderungswünsche eingehen würde müsste sie zugeben, dass nicht nur sachliche Zwänge sondern auch ihre Wünsche darin zu finden sind.
Ich vermute, ihre liebe zu asketischem verhalten ist in ihrer quasi puritanischen Erziehung zu suchen.
Sie beleidigt mich und denkt sich nichts dabei
Sie wiederholt immer wieder Sachen von denen sie weiß, dass ich sie nicht mag.
Wenn ich sage dies tue mir weh, und sie frage warum sie das macht, meint sie, es sei ja die Wahrheit, und ich könne ihr doch nicht die Wahrheit verbieten.
Einer Sachdiskussion die für sie schlecht verläuft bricht sie ab
wird unsachlich und wechselt das Thema
Sie schimpft und versucht die Situation zu eskalieren
Ich vermute, wenn sie sich sachlich nicht durchsetzen kann empfindet sie meine Argumente als Bedrohung und sieht keinen Unterschied zwischen sachlichen und beleidigenden Aussagen. Sie wird ja von beiden unter Druck gesetzt. Dann kann sie auch beleidigend werden.
Sie schweigt
vor allen wenn ich mich nicht provozieren lasse.
Am Anfang hat mich das schweigen an meisten provoziert.
Sie wechselt zwischen Eskalation und Schweigen
Sie kennt keine Aussprache und keinen Kompromiss
Ein schwebender Streit bereitet mir geradezu körperliche Schmerzen. Daher habe ich immer versucht jeden Streit durch eine Aussprache vor dem zu Bett gehen zu beenden.
Ein schwebender Streit konnte mir den Schlaf rauben.
Überall funktioniert das, mit Bekannten und Kollegen kann ich selten auftretenden Streit innerhalb von wenigen Stunden beenden.
Seit wir verheiratet sind kam es zu gar keinen Aussprachen zwischen uns mehr. Sie ist sauer und redet einen Tag bis eine Woche nicht mehr mit mir. Dann lebt man irgendwie weiter.
Ich habe oft versucht eine Aussprache zu starten. Ich habe den Streit für ein paar Minute unterbrochen und bin dann bewusst ruhig in ein Gespräch gegangen. Ich sagte dass ich unglücklich mit der Situation sei und den Streit nun gerne beenden wolle. Dann begann ich indem ich einen meiner Fehler eingestanden habe. Ich erwartete, dass sie nun ihrerseits einen ihrer Fehler einräumte, aber das Gegenteil geschah, sie zählte nun meine weiteren Fehler auf.
Daraufhin brach ich den Versuch einer Aussprache ab und dies ging direkt in eine Streit über in dessen Verlauf ich die Ihr gegenüber gemachten Eingeständnisse zurück-genommen habe.
Vielleicht ist sie durch die Zurücknahme meines Eingeständnisses der Meinung, es sei von vorneherein nicht erst gemeint gewesen. Dass würde die Möglichkeit einer Aussprache weiter einschränken.
Einen von mir vorgeschlagenen Kompromiss wertet sie grundsätzlich als Ihr von mir aufgezwungene Zumutung.
Sie hat sich in den 9 Jahren erst ein einziges Mal entschuldigt.
Ich binn vollständig Fertig mit den Nerven.
Habe gerade das Buch "Worte als Waffe" gefunden und kann mich (obwohl Mann) in den Muster fast 1:1 widerfinden.
Trennen wäre wohl das einzig wahre. Aber was wird dann aus meinem Sohn. Bisher ist sie eine im wesentlichen gute Mutter, aber mit wachsender Unabhängigkeit wird sie ihn als Bedrohung empfinden und wie mich behandeln. Schon jetzt kommt es zunehmend häufiger zum Streit bei dem er sich weinent auf den Klo einschließt und sie ihn zwingt die Tür zu öffnen um ihn dann weiter zu beschimpfen.


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