psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Wie Trauern ???

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    11.05.2011
    Beiträge
    7
    Danke
    1
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Wie Trauern ???

    Hallo Community,

    ich habe letzte Woche meinen Vater verloren und im Moment das Gefühl das ich nicht richtig trauern bzw. verarbeiten kann. Alle um mich herum sind am Boden zerstört und total fertig, aber ich empfinde einfach gar keine/kaum Gefühle. Am Todestag habe ich auch viel geweint, gerade als ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Aber an den darauffolgenden Tagen konnte ich einfach nicht weinen, ja ich hatte sogar das Gefühl das es mich kaum berührt. Ich finde das alles sehr bedenklich, da ich Angst habe, seinen Tod nicht richtig verabeiten zu können.

    Was sagt ihr dazu? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht und wie würdet ihr weiter vorgehen ?

    Grüße

  2. #2
    Neuling
    Registriert seit
    29.01.2011
    Beiträge
    61
    Danke
    13
    7 mal in 6 Beiträgen bedankt

    Standard

    hallo yipyip, trauer und die damit verbundene trauerarbeit braucht zeit.
    ich könnte mir vorstellen, dass du momentan auch einfach noch unter schock stehst, ich habe schon in vielen fällen gehört das es teilweise länger dauert bis man das geschehene überhaupt wirklich realisiert hat und der eigentliche verarbeitungs und trauerprozeß überhaupt beginnen kann.
    versuch dich nicht so unter druck zu setzen, ich denke die gefühle kommen früher oder später von ganz alleine.
    lg,sandy

  3. #3
    Neuling
    Registriert seit
    30.08.2010
    Beiträge
    35
    Danke
    0
    2 mal in 2 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo yipyip,

    du sprichst mir absolut aus der Seele, denn mein Vater ist auch vor 4 Jahren gestorben und zunächst ging es mir genau so wie dir jetzt.

    Ich fühlte mich lange wie betäubt und komplett gefühllos. Ich hatte sogar ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich mich dafür schämte, dass mich alles so gleichgültig ließ. Ich hatte auch das seltsame Gefühl, wenn ich ihn in der Leichenhalle gesehen habe, dass das gar nicht mein Vater ist - ich wusste es natürlich, aber ich konnte meine Erinnerung an meinen Vater nicht mit seinem Körper verbinden. Erst am letzten Tag, als ich ihn noch einmal sehen konnte, ging das.

    Ich denke, manche Menschen brauchen einfach länger, um die Situation überhaupt zu begreifen. Denn wenn der Verstorbene erst einige Tage nicht mehr da ist, ist das ja wie Urlaub - erst nach Monaten fällt so richtig auf, dass derjenige fehlt und nicht mehr zurückkommt, und dann hat bei mir auch die Trauer eingesetzt. Es kann auch sein, dass das Gefühlszentrum erstmal eine Weile "abschaltet", damit es nicht völlig überflutet wird und man erst einmal weiter "funktionieren" kann.

    Ich war eben nicht auf Kommando traurig, z.B. am Grab oder auf der Trauerfeier, sondern dann, wenn mein Vater mir wirklich fehlte, weil ich gerade über meine Kindheit nachgedacht hatte oder so.

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!