psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 13

Thema: Wie überwinde ich einen unüberwindbaren Gedanken

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    26.08.2011
    Beiträge
    12
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Wie überwinde ich einen unüberwindbaren Gedanken

    Ich weiss nicht ob dies die Richtige Forensektion ist, zu Problemen mit/wegen den Eltern habe ich (interessanter weise) keine untersektion gefunden.

    Ein kurzer Umriss, ich bin mit dem Verhalten meiner Eltern mir gegenüber und während des herranwachsens nicht zufrieden und kreide ihnen an, mir sehr viele Dinge nicht mit auf den Weg gegeben zu haben die mir heute im Leben fehlen.

    Das Problem ist, meine Eltern erkennen dies nicht an und sie übernehmen dafür keine Verantwortung. Also rein emotional. Das ich nun für mich selbst verantwortlich bin ist mir klar.
    Es geht mir hier auch einfach nur um das Schuldeingeständnis, nicht etwa etwas verpasstes nachzuholen.

    Denn das Problem ist, es wurmt mich ungemein das ich dafür keine Gerechtigkeit bekomme.
    Das sie zumindest einsehen das sie für die Dinge die bei mir so schief laufen massgeblich mitverantwortlich sind und sie mir auch nicht sagen: "Ja, es tut uns leid wir haben grosse Fehler gemacht".

    Stattdessen schieben sie mir die Schuld in die Schuhe und werfen mir vor das ich ja mit allen mitteln gegen sie gearbeitet hätte als kleines Kind. Was im prinzip eine erzieherische Bankrotterklärung ist und sie sich damit ja selbst beweisen das sie versagt haben. Dennoch wehren sie sich gegen diese Sichtweise mit Händen und Füssen.

    Die Frage ist nun: Wie kann ich diesen Gräuel gegenüber meinen Eltern überwinden?
    Bzw. Genugtuung bekommen.
    So wie es scheint werde ich diese Genugtuung nicht von meinen Eltern bekommen. Also werde ich einen anderen Weg gehen müssen um mit mir selber ins reine zu kommen.

    Ich bin da leider sehr radikal und denke das geht nur ganz oder garnicht.

    Ein Gedanke wäre aus Protest den Kontakt abzubrechen. Aber das kann ich meinem Vater eigentlich nicht antun.
    Auf der anderen Seite denke ich mir, ich muss das tun bevor sie tot sind. (Mein vater ist fast 70)
    Oder jemand schafft es wirklich mich davon zu überzeugen das meine Eltern ja überhaupt keine Schuld haben, was ich aber eigentlich für unmöglich halte.

    Gibt es da vielleicht Mittel und wege. Mein Gefühl sagt mir nein, aber das bin ja nur ich.

  2. #2
    Sandsturm
    Gast

    Standard

    Worum geht es denn konkret?

    Was haben sie Dir nicht beigebracht oder wovor haben sie Dich nicht geschützt?

    Niemand kennt Dich, niemand kennt Deine Eltern.

    Wie alt bist Du?

    Haben sie Dich zu alt bekommen, hätte ich deswegen schon einen Groll.

    Ansonsten kannst Du Dich weiter als Opfer Deiner Eltern sehen oder Dich verabschieden von ihnen, denn das was Du hören willst, werden sie Dir nicht sagen.

    Könntest auch Therapie machen, um an Deine Wut zu kommen.

  3. #3
    Verleger Avatar von Darkstar
    Registriert seit
    02.10.2009
    Ort
    in der kulturellen Diaspora
    Beiträge
    2.532
    Danke
    1.768
    1.112 mal in 642 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo,

    es ist immer noch die gleiche Thematik wie in Deinem ersten Thread?
    Es wurden dort mehrfach Hinweise und Denkansätze gegeben, mit denen Du Dich aus Deiner Opferrolle herausbewegen könntest - wie stehst Du eigentlich mit den paar Monaten Abstand zu dem dort Geschriebenen?

    Es geht mir hier auch einfach nur um das Schuldeingeständnis ...
    Bzw. Genugtuung bekommen.
    So wie es scheint werde ich diese Genugtuung nicht von meinen Eltern bekommen.
    Oder jemand schafft es wirklich mich davon zu überzeugen das meine Eltern ja überhaupt keine Schuld haben, was ich aber eigentlich für unmöglich halte.
    Wenn Du es also von vornherein für unmöglich ansiehst, aus Deinem Schulddenken herauszukommen: was soll dann noch Neues geschrieben werden?

    Selbst wenn sie ihre "Schuld" eingestehen würde: es würde sich absolut nichts verändern für Dich.
    Mit der "Genugtuung" und der eigenen "Schuldbefreiung" bist Du dann immer noch keinen Schritt weiter - auch dann müsstest Du anfangen, Dein Leben in die eigenen Hände zu nehmen und selbst die Verantwortung für Dich zu tragen.
    Beides hast Du bisher nicht geschafft und beides käme auch nach einem mea culpa nicht vom Himmel gefallen.

    Warum also nicht gleich damit anfangen, statt weiter endlos Zeit für etwas zu verschwenden, das Du gar nicht beeinflussen kannst?
    Irgendwann wird sowas auch mal zur unbewussten Ausrede: ich fange erst dann an etwas zu unternehmen, wenn X und Y dieses oder jenes endlich gemacht haben ...
    Wenn sie es nicht machen und Du dann ewig weiter auf der Stelle trittst - willst Du ihnen auch dafür die Schuld zuweisen?

    Welches Ziel ist momentan wichtiger und größer für Dich: das Schuldeingeständnis Deiner Eltern zu erhalten - oder aus Deiner Malaise herauszufinden?

    Du bist 26 Jahre alt - wie lange willst Du noch warten?


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

  4. #4
    Neuling
    Registriert seit
    26.08.2011
    Beiträge
    12
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich trage die Verantwortung für mein leben und niemand sonst.
    Ich arbeite in zwei Nebenjobs, studiere, betreibe ein Ehrenamt und kriege grundlegende Sachen wie Zimmer Aufräumen und Zähneputzen nicht hin.
    Nur um mal dieses Image abzuschütteln ich wär ein absoluter faulpelz der gerne möchte das jemand anderes sein leben für ihn lebt.
    Zumindest erschleicht sich mir der Eindruck das dieses bild von mir hier existiert.

    Ich merke das es mir einen unglaublichen Gräuel erzeugt, so wie ich es geschrieben habe. Ich denke das dieser Gräuel teil eines grösseren Problems ist, das mit der Scheidung meiner Eltern bzw. mit meiner Stiefmutter zusammen hängt.
    Die Frage ist nun, wie beseitige ich dieses Gefühl?

    Es ist vielmehr so das ich nach mehreren Sitzungen NLP und einer neu angefangenen Verhaltestherapie feststellen muss das ich auf einen Trotzpunkt stosse wenn ich versuche ein normales Verhalten zu etablieren.
    Wie ein kleines Kind das bockig ist.
    Darum denke ich das eben das Schuldeingeständnis meiner Eltern so wichtig ist, weil es die wut lindern würde.
    Diese wut auf meine Eltern ist ja noch viel weitreichender.
    Gerade auf meine Stiefmutter.
    Ich könnte Romane verfassen über diese Frau.
    Darum ist das für mich ein immens wichtiger Punkt.
    Und das krieg ich sicher nicht unter den mentalen teppich gekehrt wenn ich endlich anfange mein Zimmer aufzuräumen. Das halte ich, wie bereits geschrieben für Symptombekämpfung.

  5. #5
    Schreiberling Avatar von Schatten
    Registriert seit
    10.10.2010
    Ort
    Unweit des Flusses, aber nicht nahe am Wasser.
    Beiträge
    410
    Danke
    16
    140 mal in 87 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo gehtdichnixan.

    Du bist da einfach in einem Machtkampf, der Dir nichts bringt.
    Was hast Du denn davon, wenn Du Deinen Eltern Deine Genugtuung abtrotzen würdest, was wäre gewonnen?
    Dein Zimmer würdest Du immer noch nicht aufräumen, wofür Du längst verantwortlich bist. Entweder Du machst es oder Du lässt es, aber es nicht zu machen und Deiner Stiefmutter dafür an die Karre schiffen zu wollen, ist in meinen Augen einfach, Verzeihung, ziemlich dämlich.

    Du willst ja jetzt auch nur trotzig Deinen Dickkopf durchsetzen, wenn Du das bleiben lassen könntest, hättest Du das Thema wieder bei Dir, da, wo es auch hingehört.

    Das nur, um Darkstars Ansicht, der in meinen Augen hier Recht hat, zu unterstreichen.

    Gruß,

    Schatten

  6. #6
    Neuling
    Registriert seit
    26.08.2011
    Beiträge
    12
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von Schatten Beitrag anzeigen
    Du bist da einfach in einem Machtkampf, der Dir nichts bringt.
    Was hast Du denn davon, wenn Du Deinen Eltern Deine Genugtuung abtrotzen würdest, was wäre gewonnen?
    Das ist kein Machtkampf, aber bringen tut es mir nichts, das ist richtig. Nur leider verschwindet es durch diese Weisheit nicht wie von selbst.
    Gewonnen wäre, ich hätte Gerechtigkeit und dieses Gefühl von Ungerechtigkeit würde mich nichtmehr verzehren. Das liegt mir auf dem Herzen und das möchte ich gerne da weg haben.

    Zitat Zitat von Schatten Beitrag anzeigen
    Du willst ja jetzt auch nur trotzig Deinen Dickkopf durchsetzen, wenn Du das bleiben lassen könntest, hättest Du das Thema wieder bei Dir, da, wo es auch hingehört.
    Und wie brech ich aus diesem Teufelskreis aus?
    Damit sind wir ja schonwieder bei meiner Ursprungsfrage.
    Wie überwinde ich diesen Gedanken und dieses Gefühl von ungerechtigkeit.
    Ich hab es ja schon ausprobiert, versucht alles richtig zu machen. Und doch lande ich stets wieder da wo ich vorher schonmal war. Das gefühl bleibt vorhanden. Darum denke ich ja auch das ich dieses Gefühl irgendwie auflösen muss.

    Ausserdem geht es mir nicht darum Rache zu üben sondern einfach um Gerechtigkeit. Meiner Stiefmutter ans Bein pissen will ich auch nicht. Das ist auch nicht meine intention wenn es um das Schuldeingeständnis geht.
    Schade das man hier mit ausschlussverfahren die Legitimität der Frage herrausschnitzen muss.


    Im übrigen empfinde ich es ebenso als Ungerecht, zu meinen man könne die Probleme eines Fremden anhand von ein paar zeilen Text in voller gänze erfassen, um sich so herrauszunehmen das hier niedere Beweggründe die Ursache für eine Frage sind, die darum nicht beantwortet werden muss, und stattdessen der Fragesteller an sich in Frage gestellt wird.

    Versucht mir doch einfach mal ganz trocken die Ausgangsfrage zu beantworten. Wie blende ich erfolgreich so ein Gefühl aus.
    Bisher musste ich mich in solchen Situationen immer von der Quelle der Ungerechtigkeit distanzieren um damit klar zu kommen. Das habe ich bereits zweimal erfolgreich getschafft. Bei meinen Eltern kann ich das nicht.

  7. #7
    Schreiberling
    Registriert seit
    12.10.2011
    Beiträge
    491
    Danke
    79
    83 mal in 71 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo gehtdichnixan

    Auch ich kenne das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, falsch interpretiert worden zu sein oder dass mir einfach negative Absichten unterstellt wurden. Das nagt am Selbstwertgefühl, man will rehabilitiert werden, hat möglicherweise sein Gesicht verloren, wurde beschämt oä.

    Ich stimme Dir zu, dass das Gefühl der Ungerechtigkeit verzehrend sein kann. Nahrung bekommt es durch die wiederholte Erinnerung/Aufrechterhaltung an diese Gedanken. So lange wir die Ungerechtigkeit nicht berichtigt wissen, leiden wir unter diesem Missstand. Meine Antwort darauf lautet "Verzeihung". So lange ich nicht verzeihen kann, halte ich am "Band" (Verbindung) zu diesen Ereignissen fest - und spüre die damit "verbundenen" Schmerzen - umso intensiver, je stärker ich mich diesen Gedanken zuwende.

    Beantwortet das ein wenig Deine Ursprungsfrage?

    Bei genauerem Hinsehen finden sich dann die Ursprünge der Ungerechtigkeit häufig im Elternhaus, - und oft wieder in deren Kindheit. Ich bin zur Überzeugung gekommen, dass ich die Handlungshoheit habe, einen Cut zu machen. (so gut es mir möglich ist - oder mir professionelle Hilfe zu suchen). Den Eltern ist es idR unbewusst, wurde automatisiert - möglicherweise stecken sie in einem Sumpf aus Abwehr vor der schmerzhaften Hinwendung auf ihren Anteil.

    PS: Könntest Du Dir vorstellen, dass jede Frage, die gestellt wird, auch eine Aussage/Information über den Fragestellenden beinhaltet? Eine Frage stellt doch in gewissem Sinne Neugier und/oder Interesse der fragenden Person dar. Diese entspringen doch auch der Motivation, bestimmte Informationen oder Wissen zu erwerben.
    LG
    ------------------------------------------------------------------------------------

    "Du bist nicht das, was du denkst, dass du bist; sondern was du denkst, das bist du." (Marc Aurel)
    "Es ist durchaus nicht dasselbe, die Wahrheit über sich zu wissen oder sie von anderen hören zu müssen" (Aldous Huxley)

  8. #8
    Schreiberling
    Registriert seit
    14.05.2010
    Beiträge
    533
    Danke
    45
    203 mal in 129 Beiträgen bedankt

    Standard

    du kannst einen unüberwindlichen gedanken nicht überwinden, jedenfalls so lange nicht, wie du ihn als unüberwindlich empfindest. erst wenn du anfängst, dich mit ihm anzufreunden, werden sich dinge ändern.

    ich hab früher ähnliche probleme gehabt. ich konnte nicht verzeihen, dass meine eltern fehler gemacht haben und ich die folgen davon zu tragen hatte. so ganz bin ich noch nicht durch damit, aber da ich selbst mutter bin und bei meinem sohn so einige fehler gemacht habe, hab ich angefangen zu verstehen, dass die dinge nicht immer so laufen, wie man es sich vorstellt. die meisten eltern wollten für ihre kinder das beste, aber da sie selbst von unvollkommenen eltern erzogen wurden, waren sie genauso wenig vollkommen, wie du es bist oder ich.

    nachdem ich begriffen hatte, dass ich entweder meinen eltern jede menge vorwürfe machen kann oder dafür sorgen, dass es mir besser geht und ihnen mehr verständnis entgegen bringen kann hab ich begonnen, an mir zu arbeiten und je mehr ich mich verstanden habe, desto mehr verstehe ich auch meine eltern.

    vor einiger zeit hab ich eine nette kleine übung gefunden, die mir sehr dabei hilft, anderen zu verzeihen. man soll sich das dreijährige kinder-ich von demjenigen vorstellen, der einen verletzt hat und das eigene dreijährige kinder-ich dazu und wie die beiden sich umarmen. mir wurde damit klar, dass wir alle ursprünglich einfach kleine unschuldige kinder waren und im leben dann so viel erlebt haben, dass wir so geworden sind wie wir sind. jeder hat schmerz erlitten, dinge erlebt, die einem nicht gut getan haben und die entwicklung verändert haben. so, wie deine eltern fehler gemacht haben, so wirst du irgendwann fehler machen deinen kindern gegenüber. deine eltern haben das beste getan, was sie mit ihren möglichkeiten tun konnten und es mag nicht so aussehen, aber sie hätten es auch schlechter machen können.

    deine aufgabe ist es jetzt, aufzuhören zu verurteilen und anzufangen zu verstehen und zwar dich und deine eltern. je mehr du dich verstehst, um so besser verstehst du auch sie. dann wird diese unüberwindliche frage plötzlich gar nicht mehr so unüberwindlich sein .

    eins noch, vielen dank dafür, dass du dieses thema hier gepostet hast. es hat mir sehr geholfen, noch einmal drüber nachzudenken und ein wenig mehr mit dem thema in ordnung zu kommen...

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 22.12.2011, 14:07
  2. Verliebt in einen Star- Wie den Gedanken aus dem Kopf schlagen?
    Von Julez im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 11.11.2011, 21:08
  3. Wie überwinde ich die Einsamkeit
    Von pfeffernelke im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 31.07.2011, 00:36
  4. Gedanken beantworten Gedanken ?!
    Von EKOmount im Forum Depression
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 28.03.2009, 21:08
  5. gedanken...
    Von name im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 30.01.2008, 13:18

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!