Hallo,
ich hab mich hier mal angemeldet, um evtl. ein paar neue Gedankenanstöße zu bekommen. Ich stecke gerade in einem echten Stimmungstief und weiß nicht mehr raus. =o(
Mein Problem ist, dass ich mir immer riesige Gedanken mache, was andere Leute von mir denken. Ich fange sogar schon an zu grübeln, wenn mich die Bäckersfrau beim Wechselgeld rausgeben etwas zu lange anschaut.
Ich wurde früher in der Schule wegen meiner großen Nase gemobbt. Ein ganzes Schuljahr hab ich das in mich reingefressen, mit niemandem drüber geredet, weils mir peinlich war. Erst als ich eines Tages am Mittagstisch über meiner Suppe weinend zusammen gebrochen bin, rückte ich raus mit der Sprache. Ab diesem Zeitpunkt gings bergauf, ich bekam von zu Hause Unterstützung und die Mobberei hörte auf, weil ich mir nicht mehr alles gefallen ließ.
Ich habe auch öfter draußen auf der Straße oder in Cafès und Bars oder in der Straßenbahn gehört, wie Menschen über mich lästern und mit dem Finger auf mich zeigen. Das ist ein ganz schönes ******-Gefühl, wenn man in der überfüllten Straßenbahn zum Gespött wird.
Meine Nase habe ich mir mittlerweile vor 4 Jahren (bin jetzt 25) operieren lassen, hat die Krankenkasse gezahlt, weil ich auch eine schiefe Nasenscheidewand hatte. Sonst hätte ich sie wohl heute noch…
Eigentlich dachte ich, dass damit meine Probleme gelöst wären. Aber dem ist nicht so. Ich zeige noch das gleiche alte Verhalten wie früher. Ich kann mit keinem Fremden reden, auch kein belangloses Zeug. Ich verkriech mich innerlich in mein Schneckenhaus, steh dann da und bring keine geraden Sätze raus. Erst letztens wieder so gewesen... Dann reagieren die Leute natürlich abweisend und stempeln mich (meiner Meinung nach) als komisch und redefaul ab. Und sobald ich anfange, darüber nach zu denken, komm ich gedanklich in eine Spirale, die mich wahnsinnig macht, ich bekomme Herzklopfen, ein Stechen im Kopf, ich werde rot im Gesicht usw. Ich schau den Leuten dann nicht in die Augen, werde körpersprachlich abweisend...
Wie kann ich denn daran arbeiten? Ich habe nicht viele innige Freunde, aber bei den wenigen weiß ich, dass sie mit mir durch die Hölle gehen würden. Und das reicht mir auch, ich möchte nicht viele oberflächliche Bekanntschaften, aber ich möchte auch einfach mal unbefangen mit den Leuten reden können, nicht immer ein griesgrämiges Gesicht aufsetzen müssen und vor lauter Panik die Beine in die Hand nehmen.
Ich arbeite gerade daran, mir einen Wunschtraum zu erfüllen und eine kleine Hundeschule zu eröffnen. Da muss ich ja auch mit Leuten reden können und evtl. auch vor einer Gruppe. Mir graut jetzt schon, wenn ich daran denke...
Vor allem: Ich finde mich selbst ja eigentlich wirklich ok, ich mag meine Art – bis auf diese bescheuerte Unart und dass ich mich nie gut genug für irgendwas finde – eigentlich ganz gern, ich bin humorvoll, sehr loyal usw. Ich finde auch, dass ich mittlerweile bis auf Kleinigkeiten (aber wer hat nix an sich zu meckern?) ganz passabel aussehe. Also daran liegts nicht. Aber an was dann? Ich mach mir jetzt sogar wieder Gedanken, was ihr wohl über mich denkt...
Ich hab gerade so ein Tief, dass ich mir abends immer „Fünf Freunde“ auf Video anschaue, weil ich einen Geborgenheitsschub brauche, der mich an die Zeit ohne Sorgen und Griesgrämigkeit erinnert… ;o)
Wem geht es denn genauso? Kann ich es schaffen, so zu werden, wie ich will und komm ich um einen Psychologenbesuch herum? Ohje….
Danke fürs Lesen. ;o)
LG
Moni


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Ja, ich weiß meine Freunde auch sehr zu schätzen, nur bin ich mir selbst da manchmal nicht sicher, wie sie gewisse Bemerkungen meinen. Man muss mich wirklich nicht in Watte packen, aber bei kritischen Bemerkungen muss ich selbst bei ihnen schlucken und fang an, mich einzuigeln, anstatt zu fragen, hey, wie haste das denn gemeint... dann meide ich den Kontakt und warte, bis für mich Gras über die Sache gewachsen ist... 




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