Okay, Leute, das wird jetzt echt hart für mich.
Seit über 10 Jahren schleppe ich diesen Liebeskummer mit mir rum, hab alles mögliche probiert, und krieg es einfach nicht aus dem System. Auch nicht ins System, sprich, verarbeitet. Es ist eigentlich DAS Thema in meinem Leben, alles andere läuft unter "werd ich schon irgendwie hinkriegen".
OK, Story:
Wir hatten 1 Jahr eine Beziehung, die, objektiv und subjektiv betrachtet, nich so das Gelbe vom Ei war.
Weder war ich mit ihm zufrieden (er war mir zu rückgratlos, hat immer versucht, es allen recht zu machen), noch war ich es mit unserer Beziehung.
Er hat mir zwar das Gefühl gegeben, daß ich seine große Liebe bin (er war seit der 8. Klasse in mich verknallt), was ich auch immer von einem Mann ersehnt habe, er war auch der einzige Mann, von dem ich gedacht habe: den heirate ich mal (ganz romantisch Teenie-Style), aber ich war ewig unzufrieden mit ihm, weil ich ihn nicht geachtet habe. (wie gesagt, mangelndes Rückgrat.)
Weder hat er mir Paroli gegeben ( was nicht so einfach ist, geb ich zu, weil´s mir damals nur ums Gewinnen und nicht um die tatsächliche Sachlage ging), noch hat er vor seinen Freunden oder Eltern zu mir gestanden, die einiges an
mir auszusetzen hatten.
Aber eigentlich war er meine Große Liebe, und ist es auch heute noch. Ganz selten, weil gut verdrängt, kommt es manchmal (meist in Träumen) hoch:
Es gibt einen Teil von mir, der einfach alles, WIRKLICH ALLES dafür geben würde, mit ihm zusammenzusein. Ganze Nationen auslöschen; Arme und Beine und sogar das Leben verlieren, mir sch...egal. Ein Teil von mir würd´s tun. Nur für einen Tag, einen Moment wissen, daß er mich liebt. Drama pur.
Der rationale Teil von mir weiß genau, was Sache ist, der weiß, es ist vorbei, ich muß ihn gehen lassen.
Und ich will ihn auch gehen lassen, es ist ok, daß es vorbei ist.
All der andere Kram ist auch klar, den man bei Liebeskummer so durchlebt. War schließlich nicht mein erster. (3. Beziehung)
Auch der ganze Daddy-hat-mich-verlassen-und deshalb-hänge-ich-an-einem-Mann-Kram - völlig klar.
Nach einem Jahr habe ich Schluß gemacht, weil ich die Schnauze voll hatte und meinte, einen Besseren gefunden zu haben. Daß er mir fremdgegangen war (Fetenknutscherei) und mich darüber belogen hat, aus Angst, mich zu verlieren, hat auch ne Rolle dabei gespielt. Naja, wie´s so geht, ist die Geschichte mit dem Nächsten auch in die Hose gegangen, ( Noch schlimmeres Weichei, sorry, A. ) ging einfach nicht. 4 Monate.
Und dann, guess what, kam ich auf eine ganz glorreiche Idee: Zurück zum Ex.
Der hat mich auch genommen, und dann hat sich das Spiel umgedreht. Er war unterwegs, hat Party gemacht, sich Drogen reingepfiffen, über mich gelästert, und ich saß zuhause und hab ihn geliebt.
Nach 4 Monaten hat er dann Schluß gemacht. Nachdem er mich laut Eigenaussage versucht hat, zu vergraulen. Feige. Ich weiß.
Wie gesagt, ich hatte 10 Jahre Zeit, mich mit dem Thema zu beschäftigen.
Zuerst hab ich ihn wie Dreck behandelt, dann er mich.
Und ich hab das Gefühl, ich hab´s kaputt gemacht.
Schuldgefühle binden auch, ich weiß.
Er hat dann bald darauf Abi gemacht, und ist weggezogen, sein Leben zu beginnen. Wir haben uns ca. 1/2 Jahr noch geschrieben, 1 Jahr später kam er zu meiner Abi-Feier, da hab ich ihn abblitzen lassen, weil ich es nicht ertragen habe, ihn zu sehen. Seitdem hab ich ihn nicht wiedergesehen.
Was mich am meisten fertiggemacht hat, konnte ich erst vor 1, 2 Jahren aufgeben: Ich konnte es einfach nicht fassen, daß er mich nicht mehr liebt.
Schließlich HAT er mich wirklich geliebt. Ich hätte mein Leben darauf verwettet.
Ging nicht rein ins System. Inzwischen kann ich das akzeptieren. Nicht wirklich glauben, aber akzeptieren.
Ich denke, das liegt daran, daß er der einzige Mensch ist, dem ich bisher WIRKLICH GEGLAUBT habe, daß er mich liebt. Da war keine Unsicherheit. Nie.
Da ist die gleiche Kompromißlosigkeit, mit der ich alles für ihn geben würde.
Ich hab noch jahrelang geträumt, daß ich ihn suche und nicht finde, bzw., daß er mir ausweicht. Inzwischen begegnet er mir in Träumen, aber immer mit Freundin, ist also genausowenig zugänglich. Ist auch nicht weniger schmerzhaft.
Bei unserem 10jährigen Abi-Jubiläum ist übrigens die Tussi aufgetaucht, mit der er kurz nach mir zusammen war und die er dann auch sitzen gelassen hatte. (Weiß der Geier, was die da wollte) Ich war kurz davor, der Frau an die Gurgel zu springen, obwohl die grad mal garnix dafür kann. Kenn ich sonst nicht so von mir, meine Freunde waren auch echt entsetzt. Da war so ein Haß in mir, wenn die mir nachts in einer dunklen Ecke begegnen würde... wie gesagt, Völkermord und Totschlag.
Nachdem er weg war, ging es mir erst richtig dreckig. Ich habe ein halbes Jahr jeden Tag geweint, wußte nicht, wie ich je wieder glücklich werden sollte. Runtergemagert auf 42 kg. Angefangen zu kiffen wie ein Weltmeister.
Danach ging´s nur noch bergab. Studium versaut, alle haben mich gehaßt.
Ein Jahr lang gar keinen Kerl an mich rangelassen, dann ein Verzweiflungs-one-night-Stand, der völlig für die Füß war. Dann kam noch der eine oder andere, auch mein jetziger Mann, den ich in ein paar Monaten zu heiraten gedenke.
Seitdem habe ich nie wieder wirklich einen Mann geliebt. Der Teil ist und bleibt verschlossen.
Mein Männe ist toll, keine Frage, hat über 11 Jahre zu mir gehalten und nie aufgegeben, wir passen gut zusammen und ich möchte mit ihm mein Leben verbringen. Das ist es, was ICH will. Besagter Teil in mir will etwas anderes.
Den Ex will ich nicht mehr, ich weiß, was schiefgelaufen ist, daß ich -rational gesehen- nicht mit ihm glücklich wäre und daß er nicht mehr der 18-jährige von damals ist. Und ich auch nicht.
Doch ich vermisse die Liebe. Keine Ich-lieb-dich-bis-zur-Selbstzerstörung-Liebe, sondern eine gewachsene, erwachsene Liebe, getragen von tiefen Gefühlen, die ich nicht mehr empfinden kann. Romantik, Leidenschaft, den anderen wirklich bis ins tiefste Innere lassen, all das ist nicht mehr.
Ich weiß nicht, wie ich die Gefühle, Trauer, was auch immer verarbeiten kann, um wieder lieben zu können.
Mit meiner Therapeutin rede ich nicht darüber, zu kraß. Ich trau mich schlicht und ergreifend nicht. Mein Mann weiß davon, ab und zu haben wir darüber geredet, aber er ist dafür nicht wirklich der Richtige. Egal wie innig unsere Beziehung ist, wer will schon ständig daran erinnert werden, daß sein Partner an einer unverarbeiteten Ex-Beziehung hängt.
Er hat übrigens gelernt, sich gegen mich durchzusetzen, was im Endeffekt auch das ist, was ich wirklich von einem Mann will. Er hat sich sozusagen meiner würdig erwiesen. Trotzdem fehlt ein wichtiger Teil in unserer Beziehung, und den möchte ich haben.
Okay, Ihr Lieben, ich hoffe auf ein paar Ideen, auf die ich noch nicht gekommen bin (dazu gehört bitte NICHT "schreib ihm doch mal einen Brief" oder "triff Dich mit ihm, damit Du Abschied nehmen kannst"; ich weiß um den therapeutischen Wert dieser Dinge, aber es muß auch ohne gehen.)
PS: Meine Mutter hat sich auch nach zwanzig Jahren Scheidung noch nicht wirklich von meinem Vater gelöst, wie sich diese Dinge doch vererben...
Liebe Grüße von Eurer traurigen Osterinsel


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Sie hat Dir wohl viel mehr gezeigt, wie man festhält, nicht verarbeitet und dass man Schuldgefühlen ausgeliefert ist und scheinbar nichts daran ändern kann. 




).
Ich glaube, was mich davon abhält, sind noch 1-2 offene Fragen, eine davon WARUUUUM,GOTT,WARUUUUUUUUUUMMM!!! ??? Tja, und bis ich diese Frage loslassen kann...


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