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Thema: Wie wird man eine alte Liebe los?

  1. #1
    Schreiberling Avatar von Osterinsel
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    Standard Wie wird man eine alte Liebe los?

    Okay, Leute, das wird jetzt echt hart für mich.

    Seit über 10 Jahren schleppe ich diesen Liebeskummer mit mir rum, hab alles mögliche probiert, und krieg es einfach nicht aus dem System. Auch nicht ins System, sprich, verarbeitet. Es ist eigentlich DAS Thema in meinem Leben, alles andere läuft unter "werd ich schon irgendwie hinkriegen".


    OK, Story:

    Wir hatten 1 Jahr eine Beziehung, die, objektiv und subjektiv betrachtet, nich so das Gelbe vom Ei war.
    Weder war ich mit ihm zufrieden (er war mir zu rückgratlos, hat immer versucht, es allen recht zu machen), noch war ich es mit unserer Beziehung.

    Er hat mir zwar das Gefühl gegeben, daß ich seine große Liebe bin (er war seit der 8. Klasse in mich verknallt), was ich auch immer von einem Mann ersehnt habe, er war auch der einzige Mann, von dem ich gedacht habe: den heirate ich mal (ganz romantisch Teenie-Style), aber ich war ewig unzufrieden mit ihm, weil ich ihn nicht geachtet habe. (wie gesagt, mangelndes Rückgrat.)

    Weder hat er mir Paroli gegeben ( was nicht so einfach ist, geb ich zu, weil´s mir damals nur ums Gewinnen und nicht um die tatsächliche Sachlage ging), noch hat er vor seinen Freunden oder Eltern zu mir gestanden, die einiges an
    mir auszusetzen hatten.

    Aber eigentlich war er meine Große Liebe, und ist es auch heute noch. Ganz selten, weil gut verdrängt, kommt es manchmal (meist in Träumen) hoch:
    Es gibt einen Teil von mir, der einfach alles, WIRKLICH ALLES dafür geben würde, mit ihm zusammenzusein. Ganze Nationen auslöschen; Arme und Beine und sogar das Leben verlieren, mir sch...egal. Ein Teil von mir würd´s tun. Nur für einen Tag, einen Moment wissen, daß er mich liebt. Drama pur.

    Der rationale Teil von mir weiß genau, was Sache ist, der weiß, es ist vorbei, ich muß ihn gehen lassen.
    Und ich will ihn auch gehen lassen, es ist ok, daß es vorbei ist.

    All der andere Kram ist auch klar, den man bei Liebeskummer so durchlebt. War schließlich nicht mein erster. (3. Beziehung)
    Auch der ganze Daddy-hat-mich-verlassen-und deshalb-hänge-ich-an-einem-Mann-Kram - völlig klar.


    Nach einem Jahr habe ich Schluß gemacht, weil ich die Schnauze voll hatte und meinte, einen Besseren gefunden zu haben. Daß er mir fremdgegangen war (Fetenknutscherei) und mich darüber belogen hat, aus Angst, mich zu verlieren, hat auch ne Rolle dabei gespielt. Naja, wie´s so geht, ist die Geschichte mit dem Nächsten auch in die Hose gegangen, ( Noch schlimmeres Weichei, sorry, A. ) ging einfach nicht. 4 Monate.

    Und dann, guess what, kam ich auf eine ganz glorreiche Idee: Zurück zum Ex.
    Der hat mich auch genommen, und dann hat sich das Spiel umgedreht. Er war unterwegs, hat Party gemacht, sich Drogen reingepfiffen, über mich gelästert, und ich saß zuhause und hab ihn geliebt.
    Nach 4 Monaten hat er dann Schluß gemacht. Nachdem er mich laut Eigenaussage versucht hat, zu vergraulen. Feige. Ich weiß.


    Wie gesagt, ich hatte 10 Jahre Zeit, mich mit dem Thema zu beschäftigen.

    Zuerst hab ich ihn wie Dreck behandelt, dann er mich.

    Und ich hab das Gefühl, ich hab´s kaputt gemacht.
    Schuldgefühle binden auch, ich weiß.

    Er hat dann bald darauf Abi gemacht, und ist weggezogen, sein Leben zu beginnen. Wir haben uns ca. 1/2 Jahr noch geschrieben, 1 Jahr später kam er zu meiner Abi-Feier, da hab ich ihn abblitzen lassen, weil ich es nicht ertragen habe, ihn zu sehen. Seitdem hab ich ihn nicht wiedergesehen.

    Was mich am meisten fertiggemacht hat, konnte ich erst vor 1, 2 Jahren aufgeben: Ich konnte es einfach nicht fassen, daß er mich nicht mehr liebt.
    Schließlich HAT er mich wirklich geliebt. Ich hätte mein Leben darauf verwettet.
    Ging nicht rein ins System. Inzwischen kann ich das akzeptieren. Nicht wirklich glauben, aber akzeptieren.
    Ich denke, das liegt daran, daß er der einzige Mensch ist, dem ich bisher WIRKLICH GEGLAUBT habe, daß er mich liebt. Da war keine Unsicherheit. Nie.
    Da ist die gleiche Kompromißlosigkeit, mit der ich alles für ihn geben würde.

    Ich hab noch jahrelang geträumt, daß ich ihn suche und nicht finde, bzw., daß er mir ausweicht. Inzwischen begegnet er mir in Träumen, aber immer mit Freundin, ist also genausowenig zugänglich. Ist auch nicht weniger schmerzhaft.

    Bei unserem 10jährigen Abi-Jubiläum ist übrigens die Tussi aufgetaucht, mit der er kurz nach mir zusammen war und die er dann auch sitzen gelassen hatte. (Weiß der Geier, was die da wollte) Ich war kurz davor, der Frau an die Gurgel zu springen, obwohl die grad mal garnix dafür kann. Kenn ich sonst nicht so von mir, meine Freunde waren auch echt entsetzt. Da war so ein Haß in mir, wenn die mir nachts in einer dunklen Ecke begegnen würde... wie gesagt, Völkermord und Totschlag.

    Nachdem er weg war, ging es mir erst richtig dreckig. Ich habe ein halbes Jahr jeden Tag geweint, wußte nicht, wie ich je wieder glücklich werden sollte. Runtergemagert auf 42 kg. Angefangen zu kiffen wie ein Weltmeister.
    Danach ging´s nur noch bergab. Studium versaut, alle haben mich gehaßt.

    Ein Jahr lang gar keinen Kerl an mich rangelassen, dann ein Verzweiflungs-one-night-Stand, der völlig für die Füß war. Dann kam noch der eine oder andere, auch mein jetziger Mann, den ich in ein paar Monaten zu heiraten gedenke.

    Seitdem habe ich nie wieder wirklich einen Mann geliebt. Der Teil ist und bleibt verschlossen.

    Mein Männe ist toll, keine Frage, hat über 11 Jahre zu mir gehalten und nie aufgegeben, wir passen gut zusammen und ich möchte mit ihm mein Leben verbringen. Das ist es, was ICH will. Besagter Teil in mir will etwas anderes.

    Den Ex will ich nicht mehr, ich weiß, was schiefgelaufen ist, daß ich -rational gesehen- nicht mit ihm glücklich wäre und daß er nicht mehr der 18-jährige von damals ist. Und ich auch nicht.

    Doch ich vermisse die Liebe. Keine Ich-lieb-dich-bis-zur-Selbstzerstörung-Liebe, sondern eine gewachsene, erwachsene Liebe, getragen von tiefen Gefühlen, die ich nicht mehr empfinden kann. Romantik, Leidenschaft, den anderen wirklich bis ins tiefste Innere lassen, all das ist nicht mehr.

    Ich weiß nicht, wie ich die Gefühle, Trauer, was auch immer verarbeiten kann, um wieder lieben zu können.

    Mit meiner Therapeutin rede ich nicht darüber, zu kraß. Ich trau mich schlicht und ergreifend nicht. Mein Mann weiß davon, ab und zu haben wir darüber geredet, aber er ist dafür nicht wirklich der Richtige. Egal wie innig unsere Beziehung ist, wer will schon ständig daran erinnert werden, daß sein Partner an einer unverarbeiteten Ex-Beziehung hängt.
    Er hat übrigens gelernt, sich gegen mich durchzusetzen, was im Endeffekt auch das ist, was ich wirklich von einem Mann will. Er hat sich sozusagen meiner würdig erwiesen. Trotzdem fehlt ein wichtiger Teil in unserer Beziehung, und den möchte ich haben.


    Okay, Ihr Lieben, ich hoffe auf ein paar Ideen, auf die ich noch nicht gekommen bin (dazu gehört bitte NICHT "schreib ihm doch mal einen Brief" oder "triff Dich mit ihm, damit Du Abschied nehmen kannst"; ich weiß um den therapeutischen Wert dieser Dinge, aber es muß auch ohne gehen.)

    PS: Meine Mutter hat sich auch nach zwanzig Jahren Scheidung noch nicht wirklich von meinem Vater gelöst, wie sich diese Dinge doch vererben...



    Liebe Grüße von Eurer traurigen Osterinsel
    "Life is intrinsically, well, boring and dangerous at the same time. At any given moment the floor may open up. Of course, it almost never does; that’s what makes it so boring.” ~Edward Gorey

  2. #2
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    Hallo Osterinsel,
    wenn Du uns schon vorgibst, was wir Dir nicht raten sollen, fällt es eher schwer nun noch frei etwas vorschlagen zu können.
    Ich kann mir vorstellen, dass Du das Nachtrauern und Festhalten an bereits vergangenen Dingen von Deiner Mutter vorgelebt bekommen hast. Vererbt wird so etwas ja eher nicht. Sie hat Dir wohl viel mehr gezeigt, wie man festhält, nicht verarbeitet und dass man Schuldgefühlen ausgeliefert ist und scheinbar nichts daran ändern kann.

    Wenn ich mich mal schwelgend an Ex-Partner erinnere, denke ich bewusst auch an genau die Dinge, die mir das Zusammenleben mit ihnen verleidet haben.
    Von so wieder aufgewärmten - noch mal Versuch - Beziehungen halte ich persönlich eher nicht so viel. Am Anfang ist es klasse und man denkt es wird auf jeden Fall besser, aber dann rutscht man wieder in die bereits vorhandenen und eigentlich bequemen Spurrillen und man merkt erneut: Es passt einfach nicht - egal von welcher Seite aus.
    Das ist zumindest meine Erfahrung.

    Mein Tipp an Dich: Die von mir so geliebte Pro- und Contra-Liste.
    Sie ermöglicht Dir einen realistischen und sachlichen Blick auf das über die Jahre verklärte Bild. Besonderen Focus solltest Du dabei auf die negativen Seiten legen, z.B. der Drogenkonsum, seine Auswirkungen usw.

    Warum möchtest Du denn ein Treffen mit ihm um jeden Preis verhindern?
    Weil Du einen Rückfall befürchtest?
    Weil Du Angst hast, Deine noch vorhandenen Gefühle zu ihm könnten Dich zu unüberlegten Handlungen hinreißen?

    Sieh es doch mal so: Jeder Mensch entwickelt sich weiter - in welche Richtung auch immer. Vielleicht würdest Du ihn nach 10 Jahren mit ganz anderen Augen sehen, als Du glaubst. Du hast Dich doch auch weiter entwickelt, bist reifer, älter, erfahrener geworden.
    Vielleicht ist es sogar ganz offensichtlich, dass es so besser ist, wie es jetzt ist?
    Oder brauchst Du ihn als "Götzen", der Dich an die immer währende Möglichkeit glauben lässt, dass es immer noch schöner geht?

    LG, Finja

    Deine Posts finde ich echt klasse, weil Du dabei auf mich immer so einen erfrischenden und mit Dir zufriedenen Eindruck machst... siehe Eigenlob...

  3. #3
    Schreiberling Avatar von Neroli
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    Liebe Osterinsel,
    wenn Du wüsstest, wie gut ich Dich verstehen kann...

    Ich glaube Natzi schrieb letztens (oder war es gabi??), dass es wohl im Leben jeder Frau einen Mann gibt, der genau das mit uns anstellt, was Du da beschreibst, wenn es nicht funktioniert.
    Ich für mein Teil, versuche mich gerade mit meinen Gefühlen in mir auszusöhnen und loszulassen. Nicht das krampfhafte Loslassen (nach dem Motto: nun sei doch endlich vernünftig) sondern das liebevolle Loslassen (einen lieben Gedanken losschicken und ihn fliegen lassen, lächeln, wenn ich gerade wieder ins Gefühlschaos stürze und mich freuen, dass ich lieben kann...)
    Aber das gelingt leider nicht immer, aber ich glaube immer öfter.
    LG Neroli

    Some people feel the rain. Others just get wet.

  4. #4
    Verleger Avatar von Natz
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    Da wären wir ja mal wieder beim Thema
    Würde ich jetzt hier meine Geschichte aufschreiben, welche übrigens seeeehr ähnlich ist, würde das nur zuviel Zeit und Zeilen in Anspruch nehmen.
    Ich habe da auch jemand an der Backe, den ich seit 20 Jahren kenne und dem ich auch diese intensiven Gefühle entgegenbringe. Der gute Mann wird aber nie erwachsen, trinkt, schmeisst sich auch hin und wieder was ein und Gott sei Dank ist er 200 km weg. Er würde mir alles andere als gut tun, merke ich schon, wenn ich mit ihm telefoniere. Auf der andere Seite steht auch ein Mann, der absolut zuverlässig ist und bis auf seine Macken (die jeder hat) eigentlich diese Gefühle "verdient" hätte.
    Ich habe das alles schon mehrfach therapeutisch durchgekaut, ohne Lösung (sehr aufbauend, ich weiß).
    Ich habe mich damit abgefunden, da ich es schlicht und ergreifend nicht ändern kann. Mal lebe ich besser mit der Tatsache, mal weniger.
    Ich habe ihn jetzt auch 9 Jahre nicht gesehen. Natürlich besteht immer die Hoffnung, dass man es dann gaaaanz anders sieht-glaube ich aber nicht. Deshalb mache ich mir da keine Illusionen mehr darüber, dass ich das je vergessen werde, sondern lasse die Dinge auf mich zukommen-ich kann sie einfach nicht ändern-leider
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  5. #5
    Gast784
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    Ich denke, das liegt daran, daß er der einzige Mensch ist, dem ich bisher WIRKLICH GEGLAUBT habe, daß er mich liebt. Da war keine Unsicherheit. Nie.
    Da ist die gleiche Kompromißlosigkeit, mit der ich alles für ihn geben würde.
    hallo Osterinsel,

    schön, wie Du das beschreibst. ich könnte mir vorstellen, dass es genau das ist, was uns nicht loskommen lässt. Oder anders gesagt: unsere Unbedarftheit, die wir bei genau dieser einen Liebe hatten. Eben kompromisslos und pur.

    Ich hab Dir keine Antwort drauf, ob und wie man so was los wird. Ich für meinen Teil habe zum Glück irgendwann bei der tragischen Liebesgeschichte meines Lebens kapiert, dass diese Liebe nicht lebbar ist. Ich schreibe extra KAPIERT, und nicht VERSTANDEN, weil ich es mit dem selben Herz kapiert hab, das diesen Menschen geliebt hat. Allein mit dem Kopf wars nicht lösbar. Die Liebe war deshalb nicht weg, aber die Einsicht der Unmöglichkeit half mir, loszulassen (400 km Entfernung und keine Kontaktdaten mehr halfen auch enorm ).

    Das Bedauern darüber, dass diese Kompromisslosigkeit und Unbedarftheit verloren geht, kenne ich trotzdem. Aber ich habe auch die ruhige und bodenständige Liebe in meinem Leben zu schätzen gelernt, weil sie Ruhe schenkt. Das andere reibt doch sehr auf und kostet Energie. Tja, emotionale Menschen wir wir brauchen davon ab und zu trotzdem nen Schuss.. Mein persönliches Ideal wäre irgendwo in der Mitte angesiedelt - tja, Schnitzmesser kaufen und in den Wald gehen, sag ich da nur

    Kann es sein, dass das ganze Thema jetzt wegen der bevorstehenden Hochzeit besonders stark wirkt? Bilanzzeit?
    Geändert von Gast784 (17.02.2010 um 18:25 Uhr)

  6. #6
    Schreiberling Avatar von Osterinsel
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    Hallo, Ihr Lieben,

    bin wieder da. Hatte ein paar Rechnerprobleme (Details s. WUT-Fred!).

    Danke für die vielen Gedanken, die Ihr Euch gemacht habt, das war ein großer Trost!

    Zitat Zitat von Finja Beitrag anzeigen
    wenn Du uns schon vorgibst, was wir Dir nicht raten sollen, fällt es eher schwer nun noch frei etwas vorschlagen zu können.
    Wie erklären....kennt ihr das, es gibt irgendein Problem, ihr versucht es nach bestem Wissen zu lösen, klappt nicht, ok, dann fragt ihr jemanden. Der gibt euch einen Rat, den ihr schon ausprobiert habt. Also fragt ihr den nächsten, Der gibt Euch den gleichen Rat. Habt ihr schon probiert, bringt einfach nichts. Und so fragt ihr weiter, und JEDER kommt mit "schreib ihm doch mal einen Brief!" Ich kann´s einfach nicht mehr hören.
    War nicht bös gemeint, ich hab deshalb viel darüber erzählt, was ich schon gemacht und erkannt hab, um zu sehen, ob jemand einen Gedanken hat, den ich einfach nicht sehe.

    Wenn zu mir einer in die Praxis käme, würde es mir auch helfen, zu wissen, was bisher alles noch nichts gebracht hat, dann kann ich was anderes probieren, oder, wenn ich denke, daß eines davon doch der richtige Ansatz ist, eine andere Herangehensweise probieren.

    Die Briefgeschichte hatten wir schon durch, es prallen da einfach zwei Welten aufeinander, die sich partout nicht verstehen.

    Er hat auch damals einen absoluten Break gemacht, ich denke, wenn dir jemand deutlich zu verstehen gibt: "Laß es", sollte man es nach dem 3. Versuch dann auch mal gut sein lassen. Ist schließlich auch nicht sein Problem, wenn ich damit nicht klarkomme, ich trag ja die Verantwortung für mein Leben selber.

    Deswegen will ich auch keinen Kontakt mehr und bin ganz froh, daß ich nicht weiß, wo er steckt.

    An der Geschichte mit dem "Götzen" mag durchaus was dran sein, es ist ja das Problem, daß ich Angst habe, so eine tiefe Liebe nicht mehr zu empfinden, und ich frag mich, ob das richtig sein kann.
    Mein Problem fühlt sich eher nach Posttraumatischem Streß an, im Alltag ist alles ok, nur nachts kommen 2-3 mal im Jahr die Gefühle hoch, und generell weiß ich, das da was nicht mit mir stimmt.

    Ich glaub auch nicht, daß ich noch großartig Illusionen darüber mache, wer er wirklich ist und daß unsere Beziehung nicht toll war.
    Ich glaube auch nicht, daß ich mit ihm mein Leben so führen könnte, wie ich das möchte, da haben wir einfach zu unterschiedliche Werte.
    Gefallen hat er mir schon ein Jahr später, als er auf meiner Abi-Feier aufgetaucht ist, nicht mehr.
    Dewegen treibt es mich ja so um, daß diese Gefühle noch da sind!!!!!!!!!

    Ich weiß genau, der ist nicht so toll, und trotzdem häng ich da mit meinem blöden Kummer! AARGH!

    @Neroli:

    Das mit dem liebevollen Loslasse kenn ich auch...ist ne Supersache, ich bin bloß noch nicht so weit, das mit dem liebevoll durchzuziehen...so´n freundlicher Mensch bin ich eigentlich gar nicht... Ich glaube, was mich davon abhält, sind noch 1-2 offene Fragen, eine davon WARUUUUM,GOTT,WARUUUUUUUUUUMMM!!! ??? Tja, und bis ich diese Frage loslassen kann...

    Aber das werde ich im Hinterkopf behalten, wenn´s mit dem Verzeihen soweit ist...!
    Und Glückwunsch, daß du die Meisterstufe erreicht hast!!

    @ Natz,

    jaaa... mit dem Abfinden, daß man nichts ändern kann...da hat die Osterinsel ja sowieso ganz große Schwierigkeiten, sich damit abzufinden...
    Ich finds super, daß Du das lernen konntest, die Lektion will sich mir einfach nicht erschließen...selber schuld, ich oller Sturkopp...

    @ Gaby,

    ich vermute, das mit dem ersten u. einzigen, bei dem ich wirklich das, Gefühl hatte, daß er mich wirklich liebt...das ist wohl der Knackpunkt...

    Ist das fair meinem Männe gegenüber, ihn zu heiraten, obwohl mir ein Teil der Liebe fehlt? (Er hat da übrigens ähnliche Schwierigkeiten mit dem Zulassen dieser tiefen Gefühle, und das ist auch das einzige, was unsere Beziehung beeiträchtigt) Sollte ich da wirklich heiraten? Verrate ich mich selbst und meinen Kerl dazu? Das sind die Fragen, die ich mir in meiner " Bilanzzeit vor der Hochzeit" stelle.
    Die Antworten, die ich hab, sind da realistischer Natur: Willst du dein ganzes Leben darauf warten, daß sowas wiederkommt? Wohl eher nicht. In den letzten 10 Jahren ist ja auch keiner aufgetaucht.
    Mit deinem Mann bist du zufrieden, willst du dir das versauen?
    Es wäre äußerst blöd von dir, so einen tollen Kerl und so eine gute und gewachsene Beziehung ziehen zu lassen.

    Jaaa....soweit zum Verstand.
    Und die Gefühle und das unter ihnen Leiden macht mich weiterhin fertig.


    Aber ich danke Euch allen für Euren Beistand und daß Ihr mir das Gefühl gebt, nicht die einzige mit sowas Beklopptem, nein, ich meine natürlich mit so einer HERAUSFORDERUNG in ihrem Leben zu sein!! Soll natürlich nicht heißen, daß ich froh bin, daß Ihr den Sch*** auch durchmachen müßt,ist schon klar, was ich meine, oder?
    Euch allen "Mitleidenden" wünsche ich, daß Ihr bald darüber hinwegkommt!!!

    Und vielen Dank, Finja, für Dein Kompliment!!

    Liebe Grüße von Eurer Osterinsel!
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  7. #7
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    Hat bei mir auch lange gedauert aber es gibt auch Zeiten, wo ich hadere, glaub mir.
    LG, Natz




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  8. #8
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Hallo Osterinsel,
    ich erinnere mich auch sehr gern an die vielen schönen Momente mit bestimmten Ex-Partnern, aber bei mir kommt dann parallel immer sofort auch die Gedanken auf, warum es nicht / nicht mehr gepasst hat. Ich denke, dass ist bei mir vielleicht so eine Art Selbstschutz...

    Mit all meinen Ex-Partnern konnte ich mir nie eine Heirat vorstellen, bei dem Jetzigen schon...
    Ich habe mich gefragt, was ich in Deiner Situation machen würde, wenn ich vor so einer Entscheidung stünde und unsicher wäre, ob ich selbst so tiefe Gefühle empfinde, wie Du es eigentlich doch zu brauchen scheinst.

    Ich würde Gabys Empfehlung folgen.
    Wegfahren - 2 oder sogar 3 Wochen - allein, ohne Deinen Männe natürlich!
    Besinn Dich ganz auf Dich, sei dabei so egoistisch wie Du kannst.
    Wenn Du anfängst Deinen Männe zu vermissen, könnte es sein, dass Du spührst, wie bedeutungslos die schöne Erinnerung an den Anderen im Vergleich wird - oder eben nicht...Dann weißt Du vielleicht endlich Bescheid.

    Manche sehen ja eine Heirat als vergänglich und als klasse Steuersparmodell, aber ich bin da ziemlich konservativ und glaube sogar noch an die Ehe...
    Dir scheint es ja genauso zu gehen, denn sonst würdest Du Dir vielleicht nicht so viele Gedanken dazu machen...

    "Vernunftsehen" machen ja rein sachlich in der heutigen Zeit nicht mehr viel Sinn. Steuerlich vielleicht, aber wegen eines Kindes bspw. nicht mehr - der vielen Unterschriften wegen (hat mir eine Freundin mal als Ehe-Nachteil aufgezählt).
    Warum also dann nicht einfach so weiter leben, ohne Hochzeit?
    (Ohje, und das aus meinem Mund, wo ich doch so gern mal eine romantische Hochzeit hätte.)

    LG, Finja
    Geändert von Finja (20.02.2010 um 11:31 Uhr) Grund: Ergänzung

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