Hallo,
auch durch alle Therapien bin ich ein Lebensgefühl nie losgeworden: wenn ich nicht der Allerbeste bin, macht alles keinen Sinn und dann hätte ich es auch genauso gut bleiben lassen können.
So war ich als Kind schon, und mein Vater war auch schon so. Jetzt kann man natürlich alle Möglichen zusammenhänge der Soziogenetik haarklein auseinandernehmen und durchschauen, ausserdem sehe ich ein das diese Einstellung völliger Schwachsinn ist. Bleibt nur noch ein Problem: so fühle ich
egal wie gut ich war ich war mit nichts zufrieden. Ich habe eines der schwersten Ingenieursstudiengänge gemacht und hatte natürlich das Gefühl: " jetzt bin ich nur ein Ingenieur"(und das geht mir schon mein Leben lang mit allem so, obwohl ich in den meisten Disziplinen deutlich überdurchschnittlich war) ob ich das Gefühl von Zufriedenheit gehabt hätte wenn ich Superster und Multimillardiär geworden wäre weiss ich nicht. Vermutllich nicht. Ich befürchte eher das ich dann restlos Wahnsinnig geworden wäre warum ich immer noch nicht zufrieden bin und die Normalos hocken da ganz entspannt und sind zufrieden, selbst wenn Sie nix im Hirn haben und nur blöde vor der Glotze hocken. Nenn mich *******earrogant.
Mein Leben lang beneide ich die meisten anderen Leute, die einigermassen entspannt Ihr Leben leben und damit halbwegs zufrieden sind, auch wenn nichts besonderes dabei heraus kommt. Die fühlen sich gut, nur ich nicht.
Jetzt kann man natürlich wieder mit Tausend argumenten kommen. auch die anderen fühlen sich nicht immer gut...
Die Argumente kenn ich nun alle, ändern nur nichts an meinem Gefühl.
Wie gerne würde ich auch einmal das Gefühl von Zufriedenheit fühlen, ohne mir die Zufriedenheit erst mühsam einreden zu müssen. Ich will es endlich FÜHLEN und nicht nur DENKEN. Ich habe auch keinen Bock mehr auf Tausende von Erkenntnissen: Ich will es FÜHLEN, und nicht ewig mit irgendwelchen Argumenten hantieren, und mir Zusammehänge aus frühester Kindheit etc klarmachen müssen, oder sonst irgendwas.
Ich habe alle möglichen Therapien gemacht, 6 1/2 Jahre psychoanalyse, war in mehreren Psychosomatischen Kliniken usw..
Was mich mich am meisten nervt, ist das immer wieder gesagt wird ich müsse meine Gefühle ernst nehmen, damit etwas besser wird, aber mein Gefühl ist eben diese Unzufriedenheit und diese Wut (die muss ich doch dann wohl auch ernst nehmen, oder nicht).
Dann hiess es , mir fehle die Erfahrung mich als Mensch angenommen zu fühlen. Die Erfahrung habe ich durch die Beziehung zu meiner Freundin und meinen Kumpels längst gemacht, die mich akzepieren trotz meiner Unzufriedenheit und meiner Wut.
Ein Therapeut meinte mal mein Problem sei mein Anspruchsdenken. Da habe ich versucht alle Ansprüche herunterzuschrauben, aber am Ende holen mich eben wieder meine Gefühle ein: die Unzufriedenheit und die Wut. Ich glaube nicht mehr das man die Gefühle ändern kann indem man anders denkt.
Aber was wirkt denn da nun ?
Auch meine WAHREN Gefühle ernst nehmen wirkt nicht, denn die Wut und die unzufriedenheit sind meine WAHREN GEFÜHLE, genau das ist ja das Problem, auch wenn immer wieder so getan wurde, als müsse ich wieder Zugang finden zu meinen wahren Gefühlen, gerade so als wenn ich in Wahrheit anders fühlen würde als ich fühle. So fühle ich, genau das ist das Problem
Geändert hat das alles nichts.
Irgendwie funktioniert das alles nicht in dem Sinne, das ich dann anders fühle, trotz aller Erkenntnisse etc.
Hat jemand von Euch die Erfahrung, wie man am Gefühl etwas ändern kann ?
Gruß
OG


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Vielleicht hast du das aber zu Hause nicht gehabt, dass man dich als "Mensch" wahrnimmt (kann ich bei Unklarheit gerne nochmal erklären). Wenn dein Vater auch schon so drauf war, hast du das halt gelernt. Dann bist du scheinbar erst ein Mensch, wenn du ein Übermensch geworden bist? Könnte angeboren sein, ist dann aber trotzdem verstärkt worden...? Wie ist denn dein Verhältnis zu deiner Familie heute?

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