So liebes Tagebuch.
Wieso ich dir schreibe? Weil ich einfach über einige Dinge endlich Klarheit bekommen möchte und ich hoffe, das mir das niederschreiben hilft diese zu erlangen.

Ich habe einige Probleme, aber ich werde sie dir nur Stück für Stück erzählen. Weil mich immer ein anderes beschäftigt und so wie sie mir in den Sinn kommen, werde ich sie aufschreiben.

Mein größtes "Problem" ist wohl mein Verstand. Ausser zum schlafen gibt er nie Ruhe und quält mich ohne unterlass mit allen möglichen Gedanken. Sie fahren regelrecht Achterbahn mit allen Loopings, Helixen und was es sonst noch erdenkliches gibt. Das reinste Chaos herrscht in meinem Kopf.
Sobald ein Problem auftaucht fange ich an zu grübeln und es wird unmöglich diese auszuschließen.
Leider komme ich bei den meisten Gedanken auf keine Lösung und schiebe diese immer weiter vor mir her, bis sich alles mögliche angesammelt hat und mein Kopf bald zu platzen scheint.
Das einschlafen stellt sich dann als wahre Herausforderung heraus, weil der Kopf keine Ruhe gibt. Alles dreht sich im Kopf, wie ein Wollknäuel das eine Katze durchs Zimmer schmeisst um damit zu spielen. Kurz vor dem einschlafen schrecke ich zitternd auf, habe wirre Gedanken die keinen Sinn ergeben. Es ist einfach zu viel worüber ich nachzudenken pflege.
Familie, Arbeit, Freund, Vergangenes, usw.
Was gäbe ich nicht darum endlich wieder einen klare Gedanken denken zu können? Abzuschalten und einfach etwas genießen zu können?
Der Gedankenwirrwarr macht mich unruhig. Wenn es schlimm ist kann ich nichts zu Ende bringen und möchte aufspringen und aus dem Haus rennen.
Dann denke ich aber, welchen Sinn hat das? Entfliehen kannst du dem ja doch nicht. Deine Gedanken folgen mir überall hin, sie kann man nicht zurücklassen.

Oft wünsche ich mir, einfach irgendwo hinzuziehen und komplett neu anzufangen.
Denn was hält mich hier? Ich habe weder Freunde noch Familie die mich wirklich halten können. Aber wäre Flucht wirklich die richtige Lösung? Mache ich an einem anderen Ort nicht wieder genau die gleichen Fehler? Belastet mich das alles woanders nicht genauso sehr wie hier?
Ich wäre der gleiche Mensch, mit allem Gutem und allem Schlechten. Was würde sich also ändern? Nichts.