Hallo,
ich bin männlich und 18 Jahre alt. Ich möchte mal ganz von vorne anfangen mit meinen Problemen. Ich habe schon immer große Probleme mit meinen Eltern. Mein Vater hat mich in der Vergangenheit oft verprügelt und meine Mutter hat nicht wirklich was dagegen getan. Einmal bin ich einfach weggelaufen, aber dann doch wieder nach Hause gekommen. Ein anderes Mal habe ich die Polizei gerufen, weil ich keine Luft mehr bekommen hatte und nicht wusste, was ich tun soll. Das war mit ca. 12-14 Jahren und ich lebe heute immer noch bei meinen Eltern. Damals haben wir eine Familientherapie machen wollen, aber ich fühlte mich noch mehr ausgegrenzt von meiner Familie. Die Psychologin hat mich total missverstanden und mich nur niedergemacht. Ich war noch bei einem anderen Psychologen aber es hat nichts geholfen. Damals hatte ich allerdings Selbstbewusstsein und war in der Schule und bei Freunden bekannt als frech und mir konnte eigentlich keiner wirklich was sagen und Beleidigungen etc. sind meist an mir vorbeigeflogen.
Dann kam mit die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich rede darüber nicht gerne und heute ist es mir immernoch manchmal unangenehm. Die Jungs in meiner Schule haben alle schon den Stimmbruch hinter sich gehabt, doch ich (ca. 16-17 Jahre alt) habe immer noch höher und vor allem heiser gesprochen. Erst als ich wegen schlechteren Noten das Gymnasium verlassen hatte, wurde mir dies an der neuen Schule richtig bewusst. Ich wurde von den neuen Mitschülern darauf angesprochen und ab da ging eigentlich alles richtig bergab. Ich fühlte mich elendig. Ich habe mein ganzes Selbstbewusstsein verloren, mich kaum gemeldet im Unterricht und konnte nie reden, wenn es laut war. Nach einiger Zeit bin ich dann zu einer Stimmtherapie in einem Krankenhaus gegangen und dort habe ich dann gemerkt, dass ich tief sprechen kann und eine richtig tiefe Männerstimme habe. Doch ich konnte doch nicht von heute auf morgen auf einmal mit jedem tief sprechen. Ich habe es mir IMMER wieder vorgenommen, doch nie geschafft und war total verzweifelt mit mir selbst unzufrieden und wollte mich selbst umbringen. Für mich war das der einzige Ausweg aus meinem verkacktem Leben. Meine Eltern, meine Mitschüler waren Mitschuld an diesen Gedanken. Mit dazu kommt, dass ich wenig und eigentlich keine richtigen Freunde hatte. Es wurde immer schlimmer, doch eines Tages entschloss ich mich dann zu einer Kinder –und Jugendpsychiatrie zu gehen. Ich habe jede Woche einen Termin gehabt und anfangs über meine Eltern und die Probleme geredet. Dann kam das mit der Stimme. Ich sollte mit fremden leuten „tief“ reden und die Reaktionen testen – es war erstaunlich, ich konnte laut und deutlich reden und NIEMAND hat mich dumm angeguckt. Ich setzte mir ein Ultimatum, nach den Sommerferien spreche ich nur noch tief und das habe ich dann auch durchgezogen. Meine Kumpels/Freunde haben kurz nachgefragt aber nicht gelacht oder sonstiges. In der Schule wurde anfangs geguckt und gestaunt, doch es hat mich keiner wirklich drauf angesprochen. Verwandte am Telefon waren erstaunt und machten mir Komplimente. Dass das Ganze ein psychisches Problem eigentlich war wusste nur ich, meine Eltern und die Psychotherapeutin. Ich war noch ca. ein halbes Jahr in Therapie, normalerweise ist es nicht üblich dort Termine über einen langen Zeitraum zu bekommen, doch ich war sozusagen eine Ausnahme. Ich habe ein wenig das Gefühl gehabt mein Leben geht wieder bergauf. Meine Schulnoten wurden viel viel besser und ich fand etwas Anschluss bei meinen Mitschülern. Früher bin ich in den Pausen alleine in der Gegend rumspaziert um mit keinem reden zu müssen.
Doch heute habe ich neue Probleme. Ich bin mit meinem Aussehen extrem unzufrieden. Ich habe viele Pickel und denke immer, dass ich fett bin. Ich mache keinen Sport mehr und hocke eigentlich fast immer vorm PC. Das Aussehen, ist ein Problem ein weiteres ist, dass ich wenig Freunde habe und keine, denen ich alles anvertrauen kann – nichtmal einen besten Freund, dem ich alles anvertrauen würde. Mit dazu kommt, dass ich noch nie eine Freundin hatte. In der Grundschule 1. – 4. Klasse hatte ich Freundinnen aber da war ich ja noch ein Kind… ich habe keine weibliche Freundin und treffe mich eigentlich nie mit Freundinnen. In meiner Gegend wohnt ein Mädchen, was vor ca. einem Jahr sich mit mir treffen wollte, doch ich habe sie ignoriert, weil sie 2 Jahre jünger ist und ich eben diese Probleme hatte mit meiner Stimme.
In den Sommerferien war ich in Amerika bei Freunden meiner Eltern und dort habe ich mich, wie in einer anderen Welt gefühlt. Wir waren im Hotel für eine Woche und es war so eine Art Treffen für Kinder von alkoholabhängigen Ärzten. Gleich am ersten Tag, sind alle auf mich zu gekommen, wollten mich umarmen und haben mit mir geredet und haben mir Komplimente gemacht. Ich habe am selben Abend Verabredungen im Swimmingpool des Hotels gehabt und bin morgens mit einem Mädchen frühstücken gewesen. Doch daraus hat sich nicht wirklich was entwickelt, da sie bereits einen Freund hatte und ich glaube auch, dass ich bei einem 6 Wochen Aufenthalt nicht dazu da bin um Frauen flachzulegen: 1. Weil ich noch nicht mal weiß wie man richtig küsst und keine sexuellen Erfahrung hatte 2. Weil ich nicht der Typ für so etwas bin sondern erst Frauen richtig kennenlernen möchte. Insgesamt habe ich in Amerika extrem viel Spaß gehabt. Ich war noch nie so glücklich und auch in einem Kirchenfreizeitcamp habe ich ein Mädchen kennengelernt und ich war mir sicher, dass sie mich mochte. Die Menschen waren ALLE offenherzig und freundlich.
Zurück in Deutschland musste ich mich mit dem Abi beschäftigen. Ich mache aber eher Sachen am Computer anstatt Schule und trotzdem habe ich mich noch nicht verschlechtert. Ich war vor ein paar Tagen in Teschechien in einem Laufhaus. Davor habe ich mit einem Freund sehr viel getrunken, weil ich irgendwie Schiss hatte. Dort habe ich eine Stunde „Sex“ gehabt. Ich setze es in Anführungszeichen, weil ich keinen Orgasmus bekommen habe. Ich weiß nicht, ob ich das nur auf den Alkohol schieben kann. Warum ich dort hingegangen bin? Weil ich mich wiegesagt unattraktiv finde, Mädchen nicht einfach so ansprechen kann und denke, ich bekomme nie eine ab. Danach habe ich meinem Kumpel erzählt es wäre toll gewesen etc. wobei die Mission ja eigentlich nicht erfüllt war. Ich habe mich aber auch überhaupt nicht unwohl in bei der Prostituierten gefühlt. Nur ich kann mich aufgrund des Alkohols nicht mehr an alles erinnern…
Heute habe ich wieder Selbstmordgedanken bekommen und zwar sehr sehr oft. Ich habe auch Tränen in den Augen gehabt, weil ich mich aus dieser Welt ausgeschlossen fühle, fast sinnlos auf diesem Planeten. Ich mache mir Gedanken darüber, was nach meinem Tode passiert. Es kann nicht alles vorbei sein, sondern es muss weitergehen. Diese Vorstellung ist meiner Meinung nach nur logisch. Nach dem Tod muss das Leben weitergehen. Ich war vor ca. einer halben Stunde um den Block spazieren, hab ein paar Kippen geraucht und nochmal nachgedacht. Es ist sinnlos mein Leben wegzuwerfen. Ich möchte mir meinen Traum erfüllen glücklich in Amerika zu leben, geachtet zu werden und eine Freundin haben.
Ich habe mit vorgenommen ins Fitnessstudio zu gehen und auf meine Ernährung zu achten. Außerdem möchte ich nächste Woche beim Hautarzt anrufen und einen Termin wegen den Pickeln ausmachen.
Ich bitte um Kommentare und Tipps.
Vielen Dank!


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Es ist nicht wirklich angenehm, mit jemandem befreundet zu sein, der nicht viel von sich hält und immer die Bestätigung von außen braucht...

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