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Thema: WoEsHinführt

  1. #1
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    Standard WoEsHinführt

    25, das Leben verbaut. Studium, letzte Nachprüfung, mündlich, schiss gehabt, zu wenig gelernt und ärztliches Attest geholt, geschwänzt. Brief nochmal gelesen und festgestellt: Für die letzte hätte es ein amtsärztliches Attest sein müssen. Geht das noch was dran zu drehen? Vielleicht, ansonsten folgt Exmartikulation. Schulden, nicht zu knapp und kaum Aussicht sie nun abbezahlen zu können. Je nachdem, wenn ich nun eine Ausbildung such bekomm ich zu wenig - also richtig arbeiten.

    Aber darum geht es mir nicht. Wie bin ich dahingekommen

    In der Schule. Nie für gerarbeitet, nie für gelernt, selten Hausaufgaben gemacht. Höchstens wenn von allen möglichen Seiten Druck kam. Fünfte Klasse, ein Projekt, absolut gar nicht für gemacht. Aus dem Stegreif einen Vortrag gehalten: Teilnote eins. Großes Lob, dies sei eigentlich Stoff 9. Klasse und gut aufgearbeitet. Projektmappe: Teilnote 6. Typisch für mich.

    Aber es ist nicht so, das ich alles schon konnte, es ist mir nicht alles in die Wiege gelegt. Ich bin halt belesen, kaum das ich lesen konnte habe ich Sachbücher verschlungen.

    Bin ich faul? Ja und Nein! Geht es um eine konkrete (körperliche) Arbeit, dann nicht. In meinen Nebenjob im Baumarkt wurde ich geradezu gelobt. Ich sei der Einzige Hilfskraft die sich wirklich selbständig arbeit sucht, wenn gerade nichts ansteht und auch schnell umsetzt. Geht es ums lernen, dann ja. Aber wieso, ich weiß nicht, habe nie darüber einen Kopf gemacht. Schlimmer noch, geht es darum irgendwelche schriftliche Dokus, Berichte zu schreiben, dann erst Recht. Das ich es überhaupt soweit geschafft habe, liegt nur an meiner Begabung - mehr nicht. Ich mag es, anderen etwas zu erklären - ich habe in einer der - von den anderen Studenten - als einer der schwersten Fächern mal ein Tutorium gehalten. Dort bereite ich mich vor, mehr als andere Tutoren, mache mir einen Kopf, entwickel eigene Aufgaben, statt stumpfsinnig die vom Prof runter zu klappern - ich habe eine Aufgabe. Dort bin ich nicht faul, ich habe Elan. Aber wenns um mich geht.... Ists mir egal...

    Wieso fallen mir manche Fächer so leicht die anderen schwer vorkommen? Es sind stets solche, wo man viel selber etwas herleiten muss. Elektrische Feldtheorie. Keine stumpfe Systematik, kein stumpfes lernen.

    Warum bin ich völlig lustlos wenns ums lernen geht? Ums schreiben? Das auch bei Dingen die mich eigentlich näher interessieren.....

    Typisch für mich: Bahnfahrkarte vergessen. Schlicht vergessen, Studententicket. Hätte ichs binnen 14 Tage vorgezeigt, so hätte ich nur sieben Euro Bearbeitungsgebühr bezahlen müssen. Stattdessen hab ichs ausgessen, Mahnung bis zum Rechtsanwalt. Nun sind aus dem sieben über hundert geworden. Wieso eigentlich?

    Ich habe vor einem halben Jahr mal wieder als Hilfkraft in einer Bar gearbeiten. Ich habe es gehasst und bin noch wärend der Probearbeit wieder gegangen. Ich glaube ich kann es nicht mehr ertragen, wenn andere glücklich sind, feiern, weil ich es selbst nicht bin. Neid? Nein, Neid nicht, fühlt sich anders an. Eher wurde mir klar, wie unglücklich ich eigentlich bin. Eigentlich erst jetzt, wie ich darüber schreibe. Ich gehe nicht mehr gerne weg, habe viel Humor verloren...

    Die Realitäten kenn ich. Ich habe mir meine Zukunft gebaut und ich wußte immer das ich mir mit meinem Verhalten, mir meine Zukunft verbaue. Warum schreibe ich hier? Weil mir das Studium etwas bedeutet? Weniger. Eher weil mir klar geworden ist, das ich nun mehr 6 Jahre meines Lebens weggeworfen habe. Bisherige Studienzeit und Fachabi. Mit hoher Wahrscheinlichkeit. Das hat in mir noch was losgelöst. Ein kurzes Gefühl, flau im Bauch - aber ich merke schon wie es mir egal ist. Warum ist mir alles egal, warum bin ich so antriebslos, wo möchte ich überhaupt hintreiben. Ich habe kein Ziel und kann oder will mir keines setzen, kein längerfristiges. Nur Ziele, die Strohfeuer sind. Kurz für begeistert und ebensoschnell sind sie mir wieder bedeutungslos, egal, ob ich ein Ziel erreiche oder nicht. Sobald ich alles wesentliche einer Sache durchschaut habe, verliert sich jedes Interesse, jede Motivation es weiter zu verfolgen.

    Was tun? Gut, selbst wenn ich exma bin, es wird sich alles ergeben. Notfalls einfache Arbeit - stellenangebot habe ich schon durchgesehen, privatinsolvenz oder vielleicht doch abstottern. Wird sich ergeben. Ergibt sich wieder alles. Ich lass mich treiben, ohne zu wissen wohin, ohne zu wissen wo ich hin will. Außer das ich mich treiben lassen will. Dennoch so bin ich hier hingekommen. Will ich mich treiben lassen? Ja, sicher, ich käme durchs Leben. Ich kann ja problemlos normal arbeiten, da treibe ich jetzt hin. Will ich mich treiben lassen? Rational: Nein, denn glücklich macht es mich nicht. Das treiben lassen hat mich erst dahin gebracht wo ich jetzt bin.

    Aber was heißt wollen. Nichts im Leben fällt einem zu, mir ist schon viel zu viel zugefallen - ich habe mich treiben lassen und trotzdem ist klar, das es nicht ewig gut gehen konnte. Nein, es war mir schon immer klar, nur habe ich noch nie darüber geredet oder geschrieben.

    Ich zerstöre systematisch meinen Freundeskreis. Nicht durch aggression, durch schlichtes ignorieren, zumindest soviel wie es die Höflichkeit zulässt. Ich melde mich nicht von selbst und so bricht der Kontakt auf Dauer zu anderen ab. Angst vor Fragen, wie läuft das Studium. Außer bei meinen WG-Mitbewohnern, wohl auch nur, weil ich denen nicht ausweichen kann.

    Warum sorgt sich mein WG-Mitbewohner, mein Freund, mehr um meine Zukunft, als ich mich selbst. Er treibt mich, überhaupt noch was zu drehen. Fast wie eine Mutter. Es könne nicht sein, das ich ihn durchs Studium schleife, er es packt und ich nicht, obwohl ich in wesentlichen Dingen besser bin als er.

    Wann stört mich mein eigenes Verhalten? Nur wenn ich mich gegenüber anderen dafür schäme. Aber selbst da relativiert sich das, weil die meisten empfinden so ein Elektrotechnik Studium sei sau schwer, dort sei es normal das man nachhinge oder es gar nicht schaffe.... Doch das stimmt nicht, ich mach mir keine Illussionen, ich habe nur meinen ***** nie hochgekriegt. selbst schuld.....

    Gegenüber anderen rede ich ungern über mich selbst. Freundin? Nein, laaaange keine, wie auch, für jemanden der selbst seinen platonischen Freundeskreis zerstört. Außerdem könnte sie mein Verhalten durchschauen und es mir vorwerfen, mich fordern.

    Drogen: So abgestumpft und abwesend wie ich durch die Welt laufe, denken viele ich sei bekifft. Aber ich kiffe fast nicht. Alkohol, immer seltener, weil ich fast gar nicht mehr mit irgendwem feiern geh. Aber selbst wenn ich, habe ich stets die Wirkung bekämpft. Nein nicht wirklich, das geht nicht, aber in einem Sinne geht das schon: Versuchen die Kontrolle über seinen Verstand zu behalten, das sich die Zunge zu sehr löst, sich zufällig öffnet und über sich selbst zu reden, das was ich hier erstmalig schreibe. Anonym.

    Psychater? Ich war mal als Kind bei einen. Erzwungen. Mutter. Hat es geholfen? Nein. Er wollte nichts anderes, was ich nicht schon immer wüßte: Ziele setzen und verfolgen. Ich denke man muss es wollen, aber will ich? Rational schon, aber eigentlich nicht. Aber würde ich von selbst hingehen, dann wäre das ein wollen. Ohne Zwang.

    Rational, ja ich kann die Welt gut rational betrachten, auch das Verhalten andere Menschen. Daher meine gute Auffassungsgabe, besonders in Naturwissenschaften, mit der ich mich relativ weit durchmogeln konnte, aber irgendwann geht das halt nicht mehr. Warum schreibe ich hier überhaupt? Irgendwas muss ich tun, auch wenn es jetzt zu spät ist. Denn eines merke ich: In mein Verhaltensmuster, was ich hier beschreibe hat sich im Laufe der Zeit immer mehr ausgeprägt. Zwar schon immer da, aber immer stärker.

    Also fange ich hier an und schreibe, bruchstückhaft und wirr ein paar Dinge über mich, die ich sonst nicht sage. Überhaupt ist es doch nur egozentrisches Selbstmitleid, ich, ich, ich und ich weiß eigentlich ganz genau was schief läuft, was zu ändern ist. Ich wußte es schon immer, dazu muss man eins und eins nur zusammenzählen. Jedem anderen könnte ich helfen...

    Indem ich hier schreibe, hilft es vielleicht wenigstens jemand anderen, als abschreckendes Beispiel, wohin es führt, wenn man seinen inneren Schweinehund nicht überwindet.

    mfg

  2. #2
    Schreiberling
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    Frage

    Warum hast du dich dafür entschieden, das zu tun, was du bisher alles so getan hast?

    Was genau willst DU eigentlich von DIR?
    aufwachen, träumerle...!


  3. #3
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    WeißNicht - so viel Text, aber über dich weiß ich nach dem Lesen eigentlich fast gar nichts.

    Für Schule nichts tun und trotzdem gute Noten: kenne ich.
    Zu "Faul" sein: kenne ich (auch bis hin zum selbstschädigenden Verhalten)
    Besonders gut "funktionieren", wenn's um echte Herausforderungen geht: kenne ich (warum das so ist, sollte für dich logisch abzuleiten sein, hast ja offenbar einen naturwissenschaftlich orientierten Verstand)

    Sich selbst blöd anmachen wegen des "Selbstmitleids": kenne ich.

    Wenn du hier wieder mal vorbeischaust (zweifle grad daran): so wie du schreibst, fällt es schwer, dir zu antworten. Abschreckende Schweinehunde sind nicht so mein Ding, Selbstaufgabe auch nicht, wirkt so eitel. Meldest du dich bei Gelegenheit wieder?

  4. #4
    Neuling
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    Hallo Weißnicht,

    falls Du hier noch liest oder Nachricht über Antworten per Email bekommst: ich kann Dich gut verstehen. Es gibt einige Menschen, denen es ähnlich geht. Hast Du schon einmal daran gedacht, dass Du vielleicht AD(H)S oder das Asperger-Syndrom haben könntest? Was Du schreibst, klingt sehr typisch dafür. Auf www.tokol.de und www.aspies.de findest Du Informationen und Tips dazu. Viel Glück.

    Viele Grüße,

    Anthea

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