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Thema: Zeitreisen an verwunschenen Orten

  1. #1
    Gast784
    Gast

    Standard Zeitreisen an verwunschenen Orten

    Moien ihr lieben,

    diesen Plauderfred eröffne ich nun, inspiriert von Natz' und Glasheulers Friedhofsgeflüster und den stimmungsvollen Fotos, die wir hier in letzter Zeit haben.

    Mir passiert das nämlich auch immer wieder, dass ich an solchen Orten darüber sinniere, was hier wohl alles für Geschichten mit begraben liegen, wie diese Orte sich wohl im laufe der Jahrhunderte verändert haben und mit ihnen natürlich die Menschen, von denen sie gestaltet wurden.

    Das eindrücklichste Erlebnis dieser Art hatte ich vor 7 Jahren auf Sizilien. Da gibt es in der Nähe von Noto eine Schlucht, in welcher hunderte von Felsengräbern in den Stein gehauen wurden. In der Bronzezeit entstanden, waren sie aber auch immer wieder Zufluchtsort, z.B. für die verfolgten Frühchristen. Es wurde da also nicht nur gestorben, sondern auch gelebt und überlebt.

    Im Grunde dieser Schlucht, durch die ein kristallklarer Bach fließt und Feigenbäume Schatten spenden, flankiert von den Gräbern, schlief ich eine Nacht unterm freien Himmel (natürlich mit dem Segen des Försters ). Ich fühlte mich da sehr geborgen und überhaupt nicht alleine. Die vielen Schicksale der Jahrtausende haben dort immerhin sichtbare in Stein gehauene Spuren hinterlassen und es war, als würden sie mich weiteres Seelchen willkommen heissen

    Auch beeindruckt hat mich kürzlich der Wiener Zentralfriedhof. Der soll ja angeblich mehr Einwohner haben als die Stadt der Lebenden. Alle dicht gedrängt aus mehren Jahrhunderten nebeneinander. Da fällt mir doch gleich wieder ein Lied aus meiner Jugendzeit ein. http://www.youtube.com/watch?v=-hyxtJ9kLJA

    habt ihr auch hin und wieder solche Erlebnisse, wo ihr an Orten steht, an denen die Zeiten zu verschmelzen scheinen?



    lg Gaby
    Geändert von Gast784 (05.09.2009 um 11:14 Uhr)

  2. #2
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    So gut wie jedes alte Schloss, nur von Bildern her, hat für mich diese Ausstrahlung, die du da ansprichst.

  3. #3
    Verleger Avatar von Natz
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    Gabilein, Du kennst ihn ja eben schon, den alten Friedhof

    Um diese Dame hier ranken sich auch einige Geschichten und wie Du siehst, liegt wirklich immer ein Blumenstrauß in ihrem Arm. Ich werde nochmal die Geschichte recherchieren. Auf jeden Fall ist sie jung an irgendeiner Krankheit gestorben....Ich werde weiter berichten.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  4. #4
    Gast784
    Gast

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    Natzilein, hat sich da noch nie jemand auf die Lauer gelegt, um den oder die Blumenbringer zu ermitteln? Allein das wären ja schon Geschichten ...

  5. #5
    Verleger Avatar von Natz
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    Ja, auch das wurde schon probiert aber wohl nie richtig rausgefunden. ICh habe ja ein Buch über den Friedhof und werde morgen mal nachlesen
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  6. #6
    Gast784
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    Wann ist die gestorben?

  7. #7
    Verleger Avatar von Natz
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    Pfor...äh, morgen weiß ich mehr
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  8. #8
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Zweiter Versuch

    Nachdem mein erster Versuch einen Thread zu schreiben an meiner Langsamkeit scheiterte unternehme ich einen zweiten Anlauf :

    In vielen Orten werden ehemalige Grabstätten in Grünanlagen integriert.Es ist schon ein eigenartiges Gefühl mit welchem man bei einem Spaziergang durch den Park konfrontiert wird : Der Tod, für viele Menschen ein Tabuthema dem man sich möglichst wenig, so spät es
    geht widmet. Natz schrieb mir dass zu früheren Zeit das Thema Tod eine
    ganz andere Gewichtung erfuhr. Ich erhoffe mir über ihre Ausführungen
    neue Sichtweisen.

    Vor den Grabsteinen stehend (teilweise stehen sie schon über 100 Jahre
    dort) kamen mir Gedanken verschiedenster Art. Waren es glückliche Menschen die hier ihre letzte Heimat fanden oder führten sie eher ein beschwerliches Leben, den Broterwerb immer im Blickfeld ?

    Als ich ein Stück weiterging holte mich die Realität von jetzt auf gleich
    wieder ein : Teile einer Grabstätte waren offensichtlich von Vandalen
    heruntergerissen, umliegend Überreste einer Brotzeit : Pappbecher, Essensreste, Saftflaschen. Gibt es für manche Menschen keine Orte mehr auf der Welt die ihnen heilig sind ? Kann man solche Orte nicht
    mit Würde betreten? Wie tief ist man gesunken wenn man die Gefühle anderer so eklatant verletzt ? Um eine Illusion ärmer geworden ging ich traurig weiter.
    Geändert von glasheuler (05.09.2009 um 23:39 Uhr)

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