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Thema: Zerfressen von Selbstzweifel

  1. #1
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    Standard Zerfressen von Selbstzweifel

    Hallo erstmal, liebe Forenmitglieder!

    Ich habe eine Weile verschiedene Beiträge gelesen und festgestellt, dass es anderen zum Teil ähnlich geht wie mir. Hab mir überlegt, ob ich zuerst mal zu anderen Beiträgen meine Meinung abgebe, denke aber doch, dass es mehr bringt, wenn ich mir zuerst mal meinen eigenen Frust von der Seele schreibe.


    Mein Problem ist, dass ich ein extrem geringes Selbstbewusstsein habe, dass bei jeder Gelegenheit, bei der mir jemand abweisend gegenübertitt oder etwas Schlechtes über mich sagt weiter gedrückt wurde und wird.

    Die Wurzel des Übels liegt wohl in meinen Eltern, die in ihrer Kindheit von ihren Eltern niedergemacht wurden - meine Mutter wegen ihrem Aussehen und mein Vater wegen seiner schulischen Leistungen - und ebenfalls von Selbstzweifeln geplagt waren. Vor Allem meine Mutter hat es immer wieder geschafft, die Fehler ihrer Eltern bei mir zu wiederholen und mir mein Selbstwertgefühl ruiniert hat durch Aussagen wie "merkst du nicht, dass du mit allem im Leben immer eingefahren bist" (da war ich glaub ich 10 und habe meine Zahnspange nicht brav getragen gehabt) oder "es ist ja ein Unterschied zwischen deinem Bruder, der ein schöner Mann ist und jemandem wie dir, der halt nur ganz liab zum Anschaun is..." oder "mein Gott bist du langsam beim Studieren, du tust ja nie was, ich seh dich nie Arbeiten" oder zuletzt bei einem (übrigens erfolgreichen) Vorstellungsgespräch "wieso stellst du dich dort vor, da willst du doch wohl nicht wirklch arbeiten?!?!" usw. usf.

    Mein Bruder ist extrem Extrovertiert und das genaue Gegenteil von mir. Er hat mich immer wieder sekkiert und niedergemacht, wobei teilweise wirklich tief verletzendes dabei war wie als er mir z.B. gesagt hat, dass ich niemanden sagen soll, ich wär sein Bruder und wenn mich jemand fragt ich es abstreiten soll, weil er geniert sich für mich und sonst schlägt er mich...


    Ich war schon in der Schule immer ein Außenseiter mit nur 1-2 Freunden in der Klasse, hab taggeträumt, war kaum jemals bei der Sache, hab während dem Unterricht Fantasiewesen gezeichnet, Geschichten geschrieben und konnte mich mit der realen Welt nicht recht anfreunden. Hab mir vorgestellt, dass das Fenster aufgeht, ein Raumschiff reinkommt und micht mitnimmt oder mich irgendwer mit übernatürlichen Kräften ausstattet, damit ich in dieser Welt irgendwie bestehen kann....

    Nunja, nichts von alledem ist passiert und heute bin ich 27, habe in meinem Leben erst eine einzige Freundin gehabt - jemand ebenso schüchternen wie mich mit geringem Selbstwertgefühl und schlimmer Kindheit. Nunja, die Beziehung ist nach 4 Jahren gescheitert - neben sonstigen, sicherlich bewältigbaren Problemen, war vor Allem die sexuelle Komponente der Knackpunkt, weil die nie richtig geklappt hat...

    Freunde hab ich wenig, weil ich sehr schüchtern und zurückhaltend bin und durch meine Jahrzehntelange Tagträumerei und dem Rückzug aus der Welt und dem sozialen Umfeld auch wenig rede und oft gar nicht weiß, was ich reden soll, weil ich kaum etwas in meinem Leben erlebt habe und mir Dinge schlecht merke, sowie kaum Allgemeinbildung habe, weil ich eben immer unkonzentriert war, permantent irgendwelche Zweifel in meinem Kopf herumschwirren (z.B. "hab ich da jetzt was falschgemacht, weil sich der/die nicht meldet", "was soll/kann ich tun, um die Gunst von der/dem wieder zu gewinnen", etc.) und meine Gehirnkapazität dadurch geradezu blockiert war und ist.

    Vor 1/2 Jahr hat mich eine Frau, die ich auf der Uni kennengelernt habe, angeschrieben und begonnen mich ganz klar anzuflirten. Es war nicht das erste Mal in meinem Leben, dass eine Frau auf mich zugegangen ist, aber das erste Mal, dass ich mit einer Frau (von meiner Ex-Freundin mal abgesehen) eine persönliche Konversation geführt habe, die länger als ein paar Minuten gedauert hat. Ich habe mich mit ihr 2 Mal getroffen und mich Hals über Kopf in sie verliebt - es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich dieses Gefühl überhaupt gespürt habe und es war einfach wunderbar. Da sie zu dem Zeitpunkt immer noch Interesse hatte, war mein Selbstwertgefühl auf einmal auf einem Hoch, alles war wunderschön und nichts schien unerreichbar. Meine Konzentrations- und Merkfähigkeit war binnen von Tagen um ein Vielfaches besser, ich habe mir wesentlich leichter getan, mit Menschen in Kontakt zu treten und durch die bessere Konzentrationsfähigkeit konnte ich auf einmal auch besser mit Leuten reden, weil ich schneller Zugriff auf mein Gedächtnis hatte... Es war einfach wunderbar, aber es kam wie es kommen musste - sie verlor das Interesse und brach mir das Herz....
    Ich kanns ihr nicht verübeln, denn durch meine geringen sozialen Kontakte und meiner immer noch vorhandenen Unsicherheit war ich einfach derart tollpatschig mit ihr und irgendwann hat sie mir das dann auch gesagt, dass es ihr leid tut, sie mich gern hat, ich aber zu oft einen Blödsinn sage (sie hats netter ausgedrückt) und.... naja, von da an war das Interesse eben erloschen.... momentan besteht noch eine Freundschaft, aber sie meldet sich nicht, wenn ich sie nicht von mir aus anschreibe. Ich habe mich in den letzten Monaten öfters erniedrigt vor ihr, was meine eh schon nichtigen Chancen sicherlich weit unter null gedrückt hat, ebenso wie mein Ego.


    Jetzt steh ich da und habe wieder das gleiche Problem wie vor der kurzen Aufklarungsphase - ich bin geplagt von Selbstzweifeln, die meine (Gehirn)leistung blockieren - z.B. bin ich in Websingles angemeldet und habe sehr nett mit jemandem geschrieben, wir haben uns gegenseitig Geschenke geschickt und weil sie in letzter Zeit weniger schreibt und angeblich keine Zeit wegen einer Schulung hat, bin ich extrem verunsichert und glaube gleich, sie hat jegliches Interesse verloren.... k.A. ob das stimmt.
    Die Selbstzweifel blockieren meine Konzentrations- und Merkfähigkeit, verschlechtern meine Leistung bei der Arbeit und meine Kommunikationsfähigkeit, was wiederum mein Selbstbewusstsein niederhält - es ist ein ewiger Teufelskreis.

    Ich weiß einfach nicht mehr weiter... habe ein NLP-Seminar gemacht und mir erhofft, dass sich dadurch etwas ändert - nuja, ein bisschen hat sich auch geändert - zumindest kurzzeitig gings mir gut und mein Ego war wieder etwas gestärkt, aber es ist wie immer wieder zusammengefallen... irgendwie fehlt mir auch einfach die Bestätigung, dass ich etwas gut kann - ich kann nicht gut reden, bin nicht besonders witzig und/oder gebildet, sehe nicht besonders gut aus oder kann sonst irgendetwas besonders gut...

    Das heißt... Fantasygeschichten schreiben kann ich zumindest gut... aber das könnte ich auch besser, wenn mein kreatives Zentrum im Hirn nicht so durch die ewigen Selbstzweifel blockiert werden würde...

    Wenn ich andere in meinem Alter und selbst um einige Jahre jünger sehe, sind die mir in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und dem, was sie wissen und erlebt haben, einfach sooooo weit voraus....


    Eigentlich wollte ich mich ja kurz halten, aber das ist mir wohl nicht geglückt. Ich hoffe, jemand schafft es, sich durch meinen Roman durchzuarbeiten und hat irgendeinen Ratschlag für mich, wie ich mit mir selber ins Reine kommen kann. Ich sehne mich nach einer Partnerschaft, aber meine geringe Erfahrung mit Frauen macht mich noch zusätzlich unsicherer.... solang ich mich nicht selbst liebe, wird das auch niemand anderer tun hat mir mal jemand gesagt - nunja, aber wie schaff ich das?


    Danke allen fürs Lesen und die Aufmerksamkeit - wenn jemand was schreiben kann und will, würds mich sehr freuden....

  2. #2
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    Ich kann Dich sehr gut verstehen. Dein Titel könnte wohl auch von mir kommen. Auch ich wünsche mir, ich wüsste, was ich gut kann. Oder gibt es gar nichts? Gibt es Menschen, die rein gar nichts gut können? Wenn ja, dann gehöre ich wohl dazu. In dem Punkt bist Du mir um einiges voraus, ich bin nämlich um einiges älter - soviel zu Deiner Persönlichkeitsentwicklung im Vergleich zu anderen.
    Du schreibst, dass Dir das NLP Seminar ein wenig geholfen hat, vielleicht sollte ich auch mal sowas mitmachen. Ich bekomme eigentlich viel Bestätigung und scheinbar doch nicht genug. Ich habe immer die Befürchtung, dass diejenigen die mich in irgendwas bestätigen nicht ehrlich sind. Sagt hingegen jemand etwas nicht so nettes, dann glaube ich es. Es erscheint mir logischer, dass es keine Begründung dafür gibt, etwas nicht so nettes zu sagen, wohingegen es für mich logisch ist, dass jemand Nettigkeiten von sich gibt um mich nicht zu verletzen. Jetzt schreibe ich mehr über meine Probleme, die bei der Lösung Deiner wohl nicht helfen können, entschuldige.
    Vielleicht hilft es Dir schon, dass es andere gibt, die ähnliche Probleme haben. Schön wäre es, wenn sich jemand gibt, der diese Probleme bewältigt hat und uns mitteilen kann, wie.
    Wenn Dir das NLP Seminar geholfen hat, solltest Du vielleicht noch mal schauen, ob nicht weitere Seminare für Dich in Betracht kommen um das ganze auszubauen und zu festigen. Weiß ich, was es da alles gibt. Du sagst reden kannst Du nicht, Rhetorik käme zum Beispiel in betracht. Zudem lernst Du neue Leute kennen und kannst Kontakte vielleicht ausbauen.

  3. #3
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    an dich, Staubkorn, dass du etwas geschrieben hast.
    Entschuldigen, dass du hier deine Probleme schilderst, brauchst du dich bestimmt nicht - im Gegenteil, durch dein Schildern der Probleme habe ich wieder eine andere Sichtweise der gleichen Problematik gewonnen.

    Deinen eigenen Thread habe ich schon durchgelesen. Auch ich habe einen besten Freund, der mir sagt, dass ich ein fescher Kerl bin und auch viele Dinge gut kann. Aber so wie du kann ich es ihm irgendwie nicht glauben. Genauso mein Vater und meine Stiefmutter (der Name ist eigentlich zu negativ besetzt für eine so liebe, nette Person) - sie sagt mir letztens, dass sie demjenigen die Augen auskratzen würde, der mir was antun würde, weil sie mich so gern hat. Und dass ich ein gutes Herz hätte. Ich habe aber irgendwie das Gefühl, dass ich diese ganzen Komplimente nicht verdiene. Was habe ich denn schon groß vollbracht, dass ich sie verdienen würde?

    Das NLP hat insofern etwas bewirkt, als ich daduch einige Leute kennengelernt habe und dort schlicht eine allgemein gute und wahnsinnig positive Stimmung geherrscht hat.
    Aber wie immer habe ich zu keinem dort eine nähere Beziehung aufbauen können. Eine Teilnehmerin war so nett und hat mich ein paar Mal eingeladen, worüber ich sehr froh und dankbar war, aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass sie halt einfach nett sein will...
    Eine andere, mit der ich mich im Seminar zumindest einen Tag lang gut verstanden habe, habe ich angeschrieben und schon nach der 2. Nachricht hat sie nicht mehr geantwortet...
    Bei Websingles geht es ähnlich zu - ich schreibe mit Frauen eiun paar Mal hin - und her und kriege einfach keine Antwort mehr. Eine schickt mir Bilder von sich und ich schick ihr welche von mir und... keine Antwort. Und gleich frage ich mich: Bin ich sooooo hässlich?????



    Wie auch immer. Mich würde interessieren, was die Ursache deines geringen Selbstwertgefühls ist, liebes Staubkorn. Diesen Aspekt hast du in deinem Thread noch nicht beleuchtet. Hattest du Eltern, die dich niedergemacht haben oder vielleicht Geschwister oder Klassenkollegen? Gab es vielleicht auch in der Kindheit Momente, in denen dir jemand von außen Komplimente gemacht hat, dass du etwas richtig gemacht hast, etwas gut kannst oder gut aussiehst?

  4. #4
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    Ich kenne diese Situation auch, vorallem die soziale Isolation. Aber für mich sind es nur Phasen, die es immer mal im Leben gegeben hat, weil ich mich von Freundschaften getrennt habe, weil ich einfach anderen Interessen nach gegangen bin, mein Leben neu ordnen musste etc... Ich denke, auf die Erfahrungen im Web sollte man sich nicht so versteifen, manche nehmen die Sache einfach nicht ganz so ernst und bei der Partnersuche geht es doch recht oberflächlich zu.
    Ich habe gelernt eine Distanz zu Dingen aufzubauen, mir sie anzugucken und Stück für Stück für mich zu bewerten und ins rechte Licht zu rücken, das ist einfach auch manchmal eine Frage der Zeit. Wichtig ist für beide denke ich mal, auch positives Feedback von der Außenwelt anzunehmen, das fehlt euch bestimmt. Man muss nicht immer nach den Motiven fragen, die hinter einem Kompliment stehen. Es passt halt gerade in der Situation und die Person hat sich auf Kompliment (positives Feedback) eingelassen, das ist doch super. Die Selbst- und die Fremdwahrnehmung sind immer zwei paar Schuhe, gerade die Selbstwahrnehmung neigt zu Verzehrungen, wir sind halt auf wohlwollendes Feedback aus der Fremdwahrnehmung heraus angewiesen, dass sich ein Selbstwertgefühl aufbaut durch Bestätigung.
    Ich öffne mich ganz bewußt für neue Erfahrungen und bin mir bewusst, dass sie auch negativ sein können. Aber sie müssen nicht negativ sein oder? Wer sagt, dass wir nur Pech haben im Leben. Ein Lächeln, ein freundliches Aufeinanderzugehen kann manchmal enorm viel bewirken, man sollte aber nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn es beim ersten Mal nicht klappt. Irgendwie habe ich es wieder geschafft, mir ein postives Selbstwertgefühl zu geben durch Bestätigung von anderen, schaut einfach mal darauf, was ihr gut könnt, wo in der Vergangenheit eure Stärken lagen, daraus kann man viel Kraft schöpfen. Es gibt so viele Möglichkeiten mit der Welt wieder ins Reine zu kommen, wichtig ist vorallem eine realistische Bewertung. Ich wünsche euch alles Gute dabei und denke, auch ihr schafft das.
    LG daysleeper

    „Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.“ (Mutter Teresa)

  5. #5
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    Standard Oh Gott bitte lasse Hirnzellen regnen

    Diesen Satz habe ich gestern schon einmal geschrieben, als ich einen Thread geschrieben habe, der nicht mehr aufzufinden ist. Bin ich etwa auch zu blöd hier ein Thread reinzubringen???
    Ich habe Dir, amorpropio, mitteilen wollen, dass es nicht an Dein Aussehen gelegen haben kann, dass der E-Mail-Kontakt abgebrochen wurde, weil Du ein Foto von Dir verschickt hattest. Warum sollte Dich denn jemand sonst näher kennen lernen wollen, wenn er/sie Dich schon in einem Seminar gesehen hat. O.K. Ich gebe zu, an Deiner Stelle würde ich es ganz genauso sehen/denken. Nur jetzt, von "außen" betrachtet, kann ich so dazu Stellung nehmen, wie ich es gerade tue. Ich kann mir so nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, der einen "häßlichen Vogel" nur aus "Mitleid" näher kennen lernen möchte. Es ist nichts Alltägliches, jemanden, den man in einem Seminar kennen gelernt hat, auch privat kennen lernen zu wollen. Ich meine damit, es gibt Dinge, die sagt man aus Nettigkeit. Floskeln, wie "schönes Wochenende" genauso wie "schön Dich zu sehen". Oder wenn Du sagst, "ich würde Dich gerne wiedersehen" und Dein Gegenüber sagt, "ich Dich auch". Dann würde ich mit meiner Logik meinen, dass das nur dahin gesagt wurde. Derjenige meldet sich nicht und findet Ausreden, wenn man versucht ein Treffen auf die Beine zu stellen. Aber wenn Du schon eingeladen wurdest, dann bestimmt nicht aus Nettigkeit oder Mitleid, sondern weil die Person wirkliches Interesse an Dir hatte. Da bin ich mir sicher. Aber wie gesagt, auch nur weil ich nicht meinen eigenen Fall beurteilen muss. Vielleicht ist es hilfreich, wenn man jemanden findet, der die Sache von Außen betrachtet. Der kein Interesse an Lügerei oder gar einen Vorteil davon hätte. Dem es egal sein kann, was der andere von ihm denkt, wenn er die Wahrheit sagt. Denn warum lügen denn so viele? Weil sie einen nicht verletzten wollen. Nett gemeint, aber keine Hilfe.

    Nochmal zu meiner Person und Deiner Frage. Ich weiß nicht, warum ich so geworden bin. Vielleicht war ich schon immer so? Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern von meinen Eltern runtergeputzt worden zu sein. Wobei ich nicht lange was von meinem Vater hatte. Der ist, als ich so 10 Jahre alt war, abgehauen, nachdem meine Mutter sich scheiden lassen wollte. Ich empfinde hier keine Schuldgefühle, das ist es wohl nicht. Den einzigen Menschen, den ich wirklich hasse, ist mein Stiefvater, der auch schon gleich eingezog, als mein Vater abgehauen ist. Er hat viele "Nettigkeiten" über mein Aussehen oder mein Nichtwissen vom Stapel gelassen. Aber auch hier denke ich nicht, dass es daran liegt. Heute finde ich nämlich, dass er ein ganz ärmliches Würstchen ist, der es schafft über kleinen Kindern zu stehen aber sonst nichts. Ein kleines Kind bin ich aber nicht mehr und so konnte ich feststellen, dass er eigentlich noch kleiner ist als ich...

  6. #6
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    Standard Na geh...

    ... sei nicht so hart zu dir, Staubkorn. Dass ein Computer einen Thread oder einen Beitrag verschluckt, kann schon mal passieren - Browser stürzen ab und reißen den ganzen eingegebenen Text mit sich in den "Tod" oder irgendein Werbebanner öfnet sich, man will ihn wegklicken, verklickt sich und - auweh - schon ist das Browserfenster zu und der ganze Text weg oder man kommt versehentlich auf der Back-Taste an usw.usf..... das ist jedem schon mal passiert und wird immer wieder vorkommen.

    Hauptsache ist ja, dass du es schließlich doch geschafft hast

    Danke für deine aufmunternden Worte.

    Die Frau, der ich meine Bilder geschickt habe, hat sich mitlerweile schon wieder gemeldet, genauso wie die andere aus dem Seminar. Im Nachhinein denk ich mir immer: "Warum bist du immer so unsicher, nur weil eine Antwort ein paar Tage oder Wochen dauert???" Diese Unsicherheit und Ungewissheit quält mich, alle Gedanken kreisen nur darum, warum sich die Leute nicht gemeldet haben...
    Jetzt hab ich schon wieder ein Problem, das mich verunsichert. Der Frau, in die ich mich verliebt hatte, hab ich vor ein paar Tagen eine ganz harmlose und nette Nachricht geschickt und es kam keine Reaktion darauf.... Und schon sagen die Stimmen in meinem Kopf, dass sie mich nicht leiden kann und ich ihr völlig egal bin - und damit mein ich jetzt aus rein freundschaftlicher Sicht...
    Sie hat mir zwar schon öfters gesagt, dass sie mich mag, aber keine Zeit hat und ich mir keine Gedanken machen soll, aber irgendwie glaub ich, dass sie das nur sagt, weil sie nett sein will.... wieso sonst ham wir uns seit 6 Monaten nicht live gesehen, sondern nur geschrieben ?!?!?! Ich bin ganz deiner Meinung, liebes Staubkorn, dass solche Lügen wenig weiterhelfen. Wenn ich wüsste, dass es die Wahrheit ist, wär ich beruhigt. Aber so.... Am liebsten würde ich jeden, den ich kenne, an einen Lügendetektor anschließen und ihn fragen, was er von mir hält, damit diese verdammten Zweifel endlich aufhören.



    Aber wieder zu dir: Der Stiefvater... ja, das passt ganz gut, dass jemand, der selbst nichts zuwege bringt, sich an schwächeren aufbaut, indem er sie niedermacht. Auch wenn du jetzt glaubst, dass es nicht daran liegt, weil dir seine Meinung nichts bedeutet und du heute über dem allen stehst, kann so etwas unterbewusst immer noch lange nachwirken... Ich gebe auf die Aussagen meiner Mutter von damals auch nichts mehr, sehe auch die Situationen in der Vergangenheit, in denen mir Menschen sehr positiv gegenübergetreten sind und trotzdem habe ich die Unsicherheit immer noch in mir...

    Wie auch immer... versuchen wir ein wenig die positiven Momente in unserem Leben näher zu beleuchten...

    Fallen dir Beispiele aus deiner Vergangenheit ein, in denen dir jemand, der sichtlich keinen Vorteil dadurch oder einen speziellen Grund dafür hatte, etwas nettes gesagt hat oder etwas Nettes für dich gemacht und dir damit deine Wertschätzung gezeigt hat?

    Ich sehe jetzt z.B. viele Momente in der Vergangenheit, in denen Frauen oder Mädchen in der Schule mir sogar Komplimente über mein Äußeres gemacht haben und sichtlich an mir interessiert waren... früher habe ich diese Momente einfach ausgeblendet und nur die gesehen, in denen mich jemand gekränkt hat... Denke ich an die positiven Momente, frage ich mich: Warum habe ich positives Feedback damals nicht annehmen können?!?!?

  7. #7
    Neuling
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    Da der Thread hier nicht gerade von helfenden Post überschwemmt wird (natürlich danke ich euch, daysleeper82 und Staubkorn für eure Beiträge und will sie mit dieser Aussage keinesfalls geringschätzen), habe ich mir heute bei einem nachdenklichen Gang auf unseren örtlichen Friedhof einige Gedanken gemacht, wie ich mir selbst helfen kann – ich weiß noch nicht, ob ich die Ideen auch umsetzen kann, aber vielleicht hilft ja schon das Aufschreiben hier und vielleicht kann sogar jemand mit einem ähnlichen Problem davon profitieren:


    Ich habe in den letzen Tagen nochmal festgestellt, dass ich mich eigentlich im letzen Jahr sehr gut weiterentwickelt habe und ich lernen muss, gewisse Ziele und Vorstellungen loszulassen, damit ich in der Lage bin, mich selbst zu entfalten und das zu tun, was mich selbst erfüllt und mir Spaß macht.


    1) Mein Aussehen hat mir nie zugesagt - ich versuche jetzt aber zu akzeptieren, dass es so ist wie es ist, ich auch Einfluss darauf nehmen kann - mit Sport, mit schöner Kleidung z.B. oder einer entsprechenden Frisur oder einer Zahnspange oder mit Hautpflegeprodukten, die meinen Rasurbrand-Rötungen entgegenwirken - und jeder weitere Gedanke daran verschwendet ist. Ich kann also verbessern, was geht und wenn jemandem mein Aussehen trotzdem nicht passt, soll er wegschaun. Es gab und gibt Leute, denen mein Aussehen gefällt, wie es ist. Alles andere wäre sinnloses Zermartern des Hirns.

    2) Ich bin hinter einer Frau her, die mich nicht will. Das muss ich akzeptieren. Jede hineingesteckte Minute an Kontaktpflege ist im Prinzip vergeudet. Ich muss mich einfach damit Arrangieren, dass ich einer Sackgasse nicht weiter folgen kann, als bis zu ihrem Ende. Danach gibt es einfach kein Weiterkommen - auch nicht, wenn ich es auf Biegen und Brechen versuche. Ich muss stattdessen umkehren und einen anderen Weg suchen. Vielleicht werde ich keinen Weg zu meinem ursprünglichen Ziel finden, möglicherweise aber stattdessen ein Ziel erreichen, dass sehr viel erstrebenswerter ist und mich sehr viel glücklicher macht...
    Ich wende meine Aufmerksamkeit dementsprechend lieber Leuten zu, denen ich wirklich etwas bedeute und von denen ich entsprechend auch einmal positives Feedback bekomme.

    3) Ich habe Probleme, mich auf Dinge zu konzentrieren und mir diese zu merken. Na gut, vielleicht sind es dann einfach die falschen Dinge, auf die ich mich da konzentrieren will. Ich habe schon öfters festgestellt, dass ich Informationen gut aufnehmen kann, wenn mich etwas wirklich interessiert. Der Weg zum Ziel dürfte also logischerweise nicht der sein, sich krampfhaft vor etwas zu klemmen und versuchen, es zu behalten, obwohl es einen in Wahrheit nicht wirklich interessiert. Die wirklich wichtigen Dinge merkt man sich auch. Ich habe mir daher z.B. viele Hörbücher besorgt, die ich mir wirklich gerne anhöre und die mein Gehirn konzentriert halten und weg von den Tagträumereien. Irgendwann werde ich dann das Konzentriertsein so gut beherrschen, dass ich auch Dinge aufnehmen kann, die mich nicht so brennend interessieren.... man kann halt immer nur einen Schritt nach dem anderen machen...

    4) Ich habe das Gefühl, viele Fehler zu machen und wenig zu wissen und zu können. Na gut, Fehler mache ich natürlich und mein Allgemeinwissen ist auch nicht übermäßig hoch. Allerdings kann ich beruhigt sein: Auch andere haben mehr oder weniger große Wissenslücken. Z.B. kann jemand, von dem ich fest überzeugt war, dass er mir wissensmäßig in allen Punkten weit überlegen ist, fast kein Englisch. Ich bin ihm in diesem Pukt also überlegen. So lassen sich bei fast jedem Mitmenschen Punkte finden, die ich besser kann als dieser. Das Konzentrieren auf die eigenen Unzulänglichkeiten bringt rein gar nichts und krampfhaft zu versuchen, diese auszumerzen - bei mir z.B. durch Hören von Allgemeinbildungs-CDs, die mich in Wahrheit nur wenig interessiert haben - führt nur zu Frustration, weil die eingenen, wahren Potentiale brachliegen. Dabei ist eine Selbstentfaltung nur möglich, wenn man den eigenen Strärken und Interessen nachgeht und diese ausbaut.

    Ich versuche jetzt z.B. meine schriftstellerische Ader wieder ein wenig aufflammen zu lassen und versuche in meiner Freizeit zu Basteln, Spiele zu spielen und sonst Dinge zu machen, die mir Spaß machen. Ich kann z.B. auch in Computerspielen mein Gehirn trainieren, indem ich mir die Handlung und die Namen der Protagonisten versuche einzuprägen und nachher nachzuerzählen - damit habe ich ein Gesprächsthema und brauche mich nicht durch irgendwelche Lektüren zu quälen, die mich doch nicht interessieren und von denen dementsprechend auch nichts hängenbleibt... Wichtig ist, das zu tun, was einem Spaß macht, denn das macht man auch gut...

    Wenn man sich zu sehr verbiegt, um es anderen recht zu machen, wird man irgendwann einmal brechen...



    Ich will jetzt nicht sagen, dass ich mich gerade selbst geheilt habe, aber anzufangen, auch mal positiv zu denken und seine Verhaltensweisen umzukrempeln bringt mir im Moment zumindest einmal eine etwas positivere Einstellung zum Leben.... zu meinem Leben....


    Möge auch jemand anderer hier von meinen Worten profitieren...

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei amorpropio für den sinnvollen Beitrag:

    Mirrorgames (25.10.2010)

  9. #8
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    Standard Ich bin..

    ... stark beeindruckt amorpropio! Ich habe diesen und Deinen anderen Thread gelesen. Ich werde es noch mal lesen und sicher noch ein drittes Mal. Du bist einen riesengroßen Schritt gegangen! Ich bin quasi stolz auf Dich und sehr glücklich, Dich zu kennen, wenn auch nur über dieses Forum. Aber genau darüber bin ich sehr glücklich, weil Du mich teilhaben lässt und viele Denkanstöße gegeben hast. Die hätte ich vielleicht gar nicht von Dir bekommen, wenn wir uns"richtig" kennen würden, denn wer legt schon jedem alles offen. Ich mag z.B. nicht jedem alles von mir und meinen Problemen kund tun. Meine beste Freundin ja, sie weiß alles von mir, aber sonst... Ich dachte erst, schade, dass ich Dich nicht richtig kenne, aber nach den nunmehrigen Gedanken, sieht das schon wieder anders aus. Danke!
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich es hinbekomme, den Weg einzuschlagen, den Du eingeschlagen hast. Du hast aber auf jeden Fall Recht - gerade mit dem Satz, dass bei mir alles so bleibt, wie es jetzt ist oder wieder da lande, wenn alles so bleibt.Ich weiß noch nicht wie ich mich akzeptieren soll, aber ich habe Denkanstöße von Dir erhalten und das, wo andere sich nicht mehr melden würden, weil es ihnen besser geht. Vielen lieben Dank!

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