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Thema: ziellos durchs leben.

  1. #1
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    Standard ziellos durchs leben.

    hallo, ich bin weiblich und 24 jahre alt und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
    meine 2 geschwister und ich sind sehr behütet aufgewachsen, wir waren als kinder alle etwas schüchtern, aber ich extrem. meine mutter war stets mein halt und alles für mich. als kind dachte ich tatsächlich ich wäre das lieblingskind, was wohl daran liegt dass das jüngste oft mehr aufmerksamkeit genießt noch heute habe ich eine extrem starke bindung zu meiner mutter, mehr als meine geschwister. sie hat mir immer alles abgenommen und ich habe es genossen. doch daraus resultiert nun meine unselbstständigkeit.
    bei meinen geschwistern und mir wurde bei den einschulungstests der psychologen eine hochbegabung festgestellt, was uns früher oder später alle aufs gymnasium führte. meine brüder absolvierten erfolgreich das abitur und studierten ihre traumberufe. mein weg verlief anders.
    meine schüchternheit machte es mir nicht gerade leicht. ich hatte täglich unglaubliche ängste. vor den mitschüler, vor dem schulsport, der busfahrt oder den lehrern. es ist nie etwas vorgefallen aber die ängste hatte ich trotzdem. jeden morgen plagten mich bauchschmerzen und oft weinte ich mich in den schlaf, mit dem gedanken wie man sich als junges mädchen relativ schmerzfrei das leben nimmt. wenn ich jetzt daran zurück denke, schießen mir tränen in die augen. ich wollte meine mutter damit nicht traurig machen und deshalb schwieg ich. meine damalige lösung: am unterricht nicht mehr teilzunehmen. ich ging aus dem haus und spazierte den ganzen tag in der gegend herum. ich veränderte mich. ich wurde oft sehr böse zu meiner mutter, weil sie mich nicht verstehen konnte. eine therapie bei einem psychologen führte leider nirgends hin, ich hab mich geweigert zu reden. ich wurde von der schule genommen und verbrachte noch ein jahr auf der realschule. danach folgten 2 abgebrochene ausbildungen. die gründe waren immer die gleichen, ich war unselbstständig, schüchtern, in meinen gedanken vertieft und am liebsten für mich allein. seit 3 jahren bin ich nun zuhause. ich bin mit den jahren selbstbewusster geworden, hatte eine beziehung nach der anderen, immer unüberdacht. ich bin ziellos durchs leben. ich wünsche mir nichts mehr als das abitur nachzuholen und so erfolgreich zu sein wie der rest meiner familie. ich hasse mich dafür dass ich nichts hinbekomme und mir immer selbst im weg stehe. dass ich die letzten 14 jahre nicht rückgängig machen kann, frisst mich auf. ich hätte so vieles erreichen können und jetzt stehe ich vor dem nichts. ich fühle mich oft noch wie ein 16jähriges junges mädchen und viele menschen schätzen mich optisch auch so ein. ich möchte ein erfolgreiches leben, aber es funktioniert nicht...

  2. #2
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    Lächeln

    Zitat Zitat von faster8 Beitrag anzeigen
    ... so erfolgreich zu sein wie der rest meiner familie. ich hasse mich dafür dass ich nichts hinbekomme und mir immer selbst im weg stehe. dass ich die letzten 14 jahre nicht rückgängig machen kann, frisst mich auf. ich hätte so vieles erreichen können und jetzt stehe ich vor dem nichts. ich fühle mich oft noch wie ein 16jähriges junges mädchen und viele menschen schätzen mich optisch auch so ein. ich möchte ein erfolgreiches leben, aber es funktioniert nicht...
    Das sind zum Teil dieselben Gedanken, die ich auch habe/hatte. Deswegen kann ich dir nur raten, auf deine Sprache zu achten und alternative Formulierungen zu finden. Denke kritisch und beschäftige dich mit etwas! Hast du eine Bibliothek in deiner Nähe? Informiere dich mal über Depression und Motivation. Ich kann mir gut vorstellen, dass du dich selbst aus dem Sumpfe befreien kannst. Der Anfang liegt in der Forumilierung deiner Sprache und dabei ist es hilfreich, typische Formulierungs"fehler" von Depressiven und misserfolgsorientierten Menschen zu kennen. Viel Spaß bei der Wissensanreicherung!
    aufwachen, träumerle...!


  3. #3
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    Standard Du sprichst mir aus der Seele...

    Deine Geschichte könnte fast meine eigene sein..
    Ich habe auch einen älteren Vorzeigebruder, der mir das Leben immer sehr schwer gemacht hat, weil ich nicht mithalten konnte.
    Auch deine Ängste kann ich nachvollziehen. Auch ich bin der Schule immer öfters ferngeblieben, allerdings waren bei mir oft Mitschüler und auch Lehrer der Grund.

    Auch ich habe eine Psychotherapie besucht, jedoch nicht mit dem gewünschten Ergebnis beendet.

    Ob man das wirklich selbst in den Griff bekommen kann weiß ich nicht. Man kämpft ja im Endeffekt gegen sich selbst, weil man ja genau weiß wie man sein Leben gerne hätte aber der Schritt in die richtige Richtung einfach so schwer ist.

  4. #4
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    Standard

    @ Sensibelchen:

    Selbstverständlich kann man etwas daran ändern, man sich aber auch selbst kennen lernen und viele Dinge immer wieder ausprobieren. Ohne Anstrengung kommt nichts und sie hat das Zeug, die Dinge selbst zu regeln.
    aufwachen, träumerle...!


  5. #5
    mad
    Gast

    Standard

    Hallo Faster,

    "seit 3 jahren bin ich nun zuhause. ich bin mit den jahren selbstbewusster geworden, hatte eine beziehung nach der anderen, immer unüberdacht. ich bin ziellos durchs leben. ich wünsche mir nichts mehr als das abitur nachzuholen und so erfolgreich zu sein wie der rest meiner familie. ich hasse mich dafür dass ich nichts hinbekomme und mir immer selbst im weg stehe. dass ich die letzten 14 jahre nicht rückgängig machen kann, frisst mich auf. ich hätte so vieles erreichen können und jetzt stehe ich vor dem nichts"

    - Und warum holst Du Dein Abitur nicht nach? Das war eine zu frühe Frage, die erste Frage müsste lauten: Willst Du Dein Abitur für DICH nachmachen oder für Deine Eltern? Willst DU gerne so etwas tun, danach eventuell studieren etc., oder nur, weil Du meinst, dass Zertifikate Dich erhöhen?
    Ich sage Dir mal, was ich erfahren habe: Ich habe Zertifikate und kann die auch meiner familiären Sippschaft vorlegen und ich habe auch gedacht, vllt. würde ich dann in irgendeiner Form verstanden - aber das ist ein unglaublicher Trugschluss!
    Abgesehen davon, dass sie dann immer noch nicht verstehen, ist es doch sehr mit einem bitteren Beigeschmack verbunden, nur ob irgendwelcher Zettelchen "gemocht" zu werden oder "geschätzt".

    Erst wenn Du weißt, was Du für Dich willst, wenn Du Dich selbst verstehst, Dich selbst magst, wird dieses Gefühl der - kann ich es schreiben?- Hoffnungslosigkeit (ist das das richtige Wort?) enden! Vorher ist alles nur Kreation, um Dich in eine Form zu pressen, die Dir nicht angehört.
    Du schriebst, Du hättest unüberlegt Beziehungen geführt - Sehnsucht nach "geliebt werden"?
    Du schriebst, Du hättest sehr große Angst gehabt vor sozialen Begebenheiten (Mitschüler, Bus, Schule etc.) - warum nicht diese Sensibilität mögen? Gewiss ist das problematisch, gewiss ist es sicherlich anstrengend, aber so lange Du versuchst, das zu verdrängen, Dich zu gestalten, wie Du nicht bist, wird diese Sache Dich belasten.

    Mir geht es ähnlich, seit Jahren. Ich hasse (und das Wort ist korrekt!) jede Art von Lärm und Enge und Gequassel der Menschen - und ich habe mich selbst teils dafür gehasst, dass ich (scheinbar einfache) Dinge nicht tun KONNTE, bis ich damit aufhörte, mich zu verurteilen, mich so zu verhalten wie die, die mich ja auch degradiert haben.

    Es ist immer interessant (gar faszinierend), wie sehr ein Mensch die Rolle derjenigen einnimmt, die ihn degradiert haben - Deine Eltern haben Dich nicht so akzeptiert wie Du bist, nun tust Du es für die. DU bist selbst Vater und Mutter geworden - DU nimmst ihren Abwertungsplatz ein!
    Aber: Ist es nicht eine Frechheit? Ja, ist es nicht eine Frechheit, dass wer anders meint, Du müsstest die Eigenschaften x und y haben?
    Und: Bist Du Dir sicher, dass das so ist? Manchmal (eher "oft") verhalten sich die Menschen anders als sie denken, was keine Entschuldigung sein soll, aber vllt. solltest Du das mal hinterfragen.

    LG

  6. #6
    Neuling
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    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    Zitat Zitat von faster8 Beitrag anzeigen
    bei meinen geschwistern und mir wurde bei den einschulungstests der psychologen eine hochbegabung festgestellt, was uns früher oder später alle aufs gymnasium führte.
    Da kann ich dir nicht folgen. Erzähl doch mal genau warum ihr getestet wurdet.

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