Hallo,
ich habe mich hier neu angemeldet, da ich mittlerweile nicht mehr weiß, was mit mir los ist und ich hoffe, hier gute Ratschläge oder Hilfe zu erhalten. Falls dieser Beitrag im falschen Bereich ist, dann tut mir das sehr leid.
Ich bin 23 Jahre alt und Studentin. Und ich bin so unfassbar faul und unmotiviert, dass ich mein Leben nicht mehr richtig auf die Reihe bekomme.
Ich hole mal etwas weiter aus:
Früher in der Grundschule war ich immer fleißig, habe immer alles gemacht, hatte sehr gute Noten. Meine Mutter saß da auch sehr hinter.
Als ich dann aufs Gymnasium kam, hat meine Mutter, auch durch ihre Berufstätigkeit, nicht mehr "kontrollieren" können, dass ich meine Sachen alle erledige. Dann stellte ich auch fest, dass man seine Hausaufgaben ja von anderen abschreiben oder vertuschen kann, dass man sie nicht gemacht hat. Vorher war das für mich undenkbar. Ich fing erst an, Hausaufgaben abzuschreiben, die ich nicht konnte. Das war also alles noch im grünen Bereich, würde ich sagen.
In der Oberstufe dann habe ich gar nichts mehr gemacht. Oder nur das Nötigste, wenn überhaupt. Für Klausuren habe ich auch so gut wie gar nicht gelernt. In den meisten Fächern war das nicht so das Problem, da ich das Meiste immer verstanden habe (bis auf Mathe, aber da ist bei mir auch mit Lernen echt alles verloren).
Mein Abi habe ich dann irgendwie geschafft. Ist zwar nicht wirklich gut, aber das lag nicht am nicht lernen, sondern da ich mich nie gemeldet habe. (War seit der Grundschule ein Problem, kann ich nichts gegen machen.)
Beunruhigend war aber auch zu der Zeit schon, dass ich, wenn ich von der Schule kam, ich mich vor den Fernseher gesetzt habe und den ganzen Tag geschaut habe (war bis abends allein zuhause). Klar habe ich mich auch mit Freunden getroffen, aber wenn nicht, dann habe ich wirklich nur TV geschaut.
Gearbeitet habe ich auch noch, da gab es keine Probleme.
Dann zog ich in eine andere Stadt und fing an zu studieren. Ich hatte mir fest vorgenommen, es anders zu machen, fließig zu sein und zu lernen.
Allerdings fing ich auch dann an, nur das Nötigste zu machen, hielt aber Deadlines etc. noch ein.
Mittlerweile müsste ich eigentlich schon fertig sein mit meinem Bachelor, hänge aber zwei Semester an.
Ich mache einfach gar nichts mehr. Ich gehe nicht mal mehr zu Uni. Eigentlich habe ich jeden Tag mindestens eine Veranstaltung, ich besuche aber meist nur eine in der ganzen Woche, da die sehr wichtig ist, wenn ich die vergeige, dann darf ich noch ein Jahr dranhängen.
Ich habe noch gefühlte 1000 Sachen, die ich abgeben muss, bei denen auch schon die Deadlines abgelaufen sind. Aber die meisten Dozenten sind ja kulant, wenn man einfach sagt, man habe es ja abgegeben, und lassen es einen noch mal einreichen. Selbst die Chance nutze ich dann nicht.
Auch für Klausuren lerne ich nicht. Erst schiebe ich es auf, meist bis auf die Nacht davor, eventuell schaue ich mir das Material dann mal an, wenn überhaupt. Die meisten Klasuren bestehe ich sogar, aber dann meist auch nur, weil man gut spicken konnte...
Ich rege mich selber so auf. Ich will ja schnell mit meinem Studium fertig werden, damit ich arbeiten kann. Ich machte verschiedene Praktika in dem Bereich, in den ich nach dem Studium will, das machte mir sehr viel Spaß, ich war komplett anders, bin natürlich immer erschienen und habe meine Aufgaben erfüllt. Die eine Firma übernahm mich sogar als freie Mitarbeiterin für einige Monate. (Gekündigt wurde mir nur, da es interne Probleme gab, es lag nicht an mir.)
Kaum zurück im Studium, wurde ich wieder faul.
Ich mache einfach gar nichts. Ich hänge die ganze Zeit vorm TV und Internet, mache mich über die "Asis" im TV lustig, obwohl ich ja mittlerweile nicht besser bin. Mein Schlafrhythmus ist mittlerweile so verschoben, ich gehe zwischen fünf und sechs Uhr morgens (!) ins Bett und stehe dann irgendwann nachmittags auf... gucke TV, gehe eventuell noch einkaufen, dann wieder TV und Internet bis in den frühen Morgen... Es ist so schlimm...
Ein paar andere Beispiele: Ich kümmerte mich nicht um den Papierkram fürs Bafög, stand dann mehrere Monate ohne Geld da.
Und vor einigen Monaten bekam ich fälschlicherweise in Paket, das nicht für mich war. Ich wollte es dann natürlich zur Post zurückbringen, habe es aber immer aufgeschoben. Dann stand vor einigen Wochen die KriPo vor meiner Tür, ich wäre wegen Betrugs angezeigt wegen des Pakets. Das Verfahren wurde glücklicherweise eingestellt, da ich das Paket ja noch ungeöffnet hatte.
Ich verstehe mich selber nicht, wieso ich solche Dinge nicht erledige, ich weiß ja, dass sowas sonst nicht gut endet.
Ich bin manchmal sogar zu faul, Mails zu schreiben, obwohl ich ja immer am Laptop hänge. Oder meinem Hobby nachzugehen. Sport wollte ich wieder machen, ich war ein paar Wochen da, dann habe ich es wieder seingelassen.
Früher habe ich mich immer geschminkt, heute mache ich es fast gar nicht mehr, obwohl ich mich mit Schminke wohler fühle.
Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Das kann ja nicht so weitergehen. Ich will auf gar keinen Fall so ein Dauerstudent werden. Zumal meine Mutter auch nicht mehr so amused ist, weil sie mich mittlerweile finanzieren muss, da ich bei angehangegen Semestern ja kein Bafög mehr bekomme.
Dass man vielleicht mal ein bisschen länger schläft oder was aufschiebt, ist ja recht normal für Studenten, solange man das im Griff hat. Aber bei mir ist das ja nur noch so und ich hab nichts mehr unter Kontrolle.
Hat jemand ähnliche Probleme (gehabt), kann mir Tipps geben, wie ich mein Verhalten ändern kann? Dass das von heute auf morgen wieder normal wird, denke ich nicht, aber wenigstens kleine Schritte in die richtige Richtung wären schon mal gut.
Ich hoffe, mir kann jemand helfen.![]()


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren


Lesezeichen