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Thema: Zu faul für alles, was tun?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Zu faul für alles, was tun?

    Hallo,

    ich habe mich hier neu angemeldet, da ich mittlerweile nicht mehr weiß, was mit mir los ist und ich hoffe, hier gute Ratschläge oder Hilfe zu erhalten. Falls dieser Beitrag im falschen Bereich ist, dann tut mir das sehr leid.

    Ich bin 23 Jahre alt und Studentin. Und ich bin so unfassbar faul und unmotiviert, dass ich mein Leben nicht mehr richtig auf die Reihe bekomme.

    Ich hole mal etwas weiter aus:
    Früher in der Grundschule war ich immer fleißig, habe immer alles gemacht, hatte sehr gute Noten. Meine Mutter saß da auch sehr hinter.
    Als ich dann aufs Gymnasium kam, hat meine Mutter, auch durch ihre Berufstätigkeit, nicht mehr "kontrollieren" können, dass ich meine Sachen alle erledige. Dann stellte ich auch fest, dass man seine Hausaufgaben ja von anderen abschreiben oder vertuschen kann, dass man sie nicht gemacht hat. Vorher war das für mich undenkbar. Ich fing erst an, Hausaufgaben abzuschreiben, die ich nicht konnte. Das war also alles noch im grünen Bereich, würde ich sagen.
    In der Oberstufe dann habe ich gar nichts mehr gemacht. Oder nur das Nötigste, wenn überhaupt. Für Klausuren habe ich auch so gut wie gar nicht gelernt. In den meisten Fächern war das nicht so das Problem, da ich das Meiste immer verstanden habe (bis auf Mathe, aber da ist bei mir auch mit Lernen echt alles verloren).
    Mein Abi habe ich dann irgendwie geschafft. Ist zwar nicht wirklich gut, aber das lag nicht am nicht lernen, sondern da ich mich nie gemeldet habe. (War seit der Grundschule ein Problem, kann ich nichts gegen machen.)

    Beunruhigend war aber auch zu der Zeit schon, dass ich, wenn ich von der Schule kam, ich mich vor den Fernseher gesetzt habe und den ganzen Tag geschaut habe (war bis abends allein zuhause). Klar habe ich mich auch mit Freunden getroffen, aber wenn nicht, dann habe ich wirklich nur TV geschaut.
    Gearbeitet habe ich auch noch, da gab es keine Probleme.

    Dann zog ich in eine andere Stadt und fing an zu studieren. Ich hatte mir fest vorgenommen, es anders zu machen, fließig zu sein und zu lernen.
    Allerdings fing ich auch dann an, nur das Nötigste zu machen, hielt aber Deadlines etc. noch ein.

    Mittlerweile müsste ich eigentlich schon fertig sein mit meinem Bachelor, hänge aber zwei Semester an.
    Ich mache einfach gar nichts mehr. Ich gehe nicht mal mehr zu Uni. Eigentlich habe ich jeden Tag mindestens eine Veranstaltung, ich besuche aber meist nur eine in der ganzen Woche, da die sehr wichtig ist, wenn ich die vergeige, dann darf ich noch ein Jahr dranhängen.
    Ich habe noch gefühlte 1000 Sachen, die ich abgeben muss, bei denen auch schon die Deadlines abgelaufen sind. Aber die meisten Dozenten sind ja kulant, wenn man einfach sagt, man habe es ja abgegeben, und lassen es einen noch mal einreichen. Selbst die Chance nutze ich dann nicht.
    Auch für Klausuren lerne ich nicht. Erst schiebe ich es auf, meist bis auf die Nacht davor, eventuell schaue ich mir das Material dann mal an, wenn überhaupt. Die meisten Klasuren bestehe ich sogar, aber dann meist auch nur, weil man gut spicken konnte...

    Ich rege mich selber so auf. Ich will ja schnell mit meinem Studium fertig werden, damit ich arbeiten kann. Ich machte verschiedene Praktika in dem Bereich, in den ich nach dem Studium will, das machte mir sehr viel Spaß, ich war komplett anders, bin natürlich immer erschienen und habe meine Aufgaben erfüllt. Die eine Firma übernahm mich sogar als freie Mitarbeiterin für einige Monate. (Gekündigt wurde mir nur, da es interne Probleme gab, es lag nicht an mir.)
    Kaum zurück im Studium, wurde ich wieder faul.

    Ich mache einfach gar nichts. Ich hänge die ganze Zeit vorm TV und Internet, mache mich über die "Asis" im TV lustig, obwohl ich ja mittlerweile nicht besser bin. Mein Schlafrhythmus ist mittlerweile so verschoben, ich gehe zwischen fünf und sechs Uhr morgens (!) ins Bett und stehe dann irgendwann nachmittags auf... gucke TV, gehe eventuell noch einkaufen, dann wieder TV und Internet bis in den frühen Morgen... Es ist so schlimm...

    Ein paar andere Beispiele: Ich kümmerte mich nicht um den Papierkram fürs Bafög, stand dann mehrere Monate ohne Geld da.
    Und vor einigen Monaten bekam ich fälschlicherweise in Paket, das nicht für mich war. Ich wollte es dann natürlich zur Post zurückbringen, habe es aber immer aufgeschoben. Dann stand vor einigen Wochen die KriPo vor meiner Tür, ich wäre wegen Betrugs angezeigt wegen des Pakets. Das Verfahren wurde glücklicherweise eingestellt, da ich das Paket ja noch ungeöffnet hatte.
    Ich verstehe mich selber nicht, wieso ich solche Dinge nicht erledige, ich weiß ja, dass sowas sonst nicht gut endet.

    Ich bin manchmal sogar zu faul, Mails zu schreiben, obwohl ich ja immer am Laptop hänge. Oder meinem Hobby nachzugehen. Sport wollte ich wieder machen, ich war ein paar Wochen da, dann habe ich es wieder seingelassen.
    Früher habe ich mich immer geschminkt, heute mache ich es fast gar nicht mehr, obwohl ich mich mit Schminke wohler fühle.

    Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Das kann ja nicht so weitergehen. Ich will auf gar keinen Fall so ein Dauerstudent werden. Zumal meine Mutter auch nicht mehr so amused ist, weil sie mich mittlerweile finanzieren muss, da ich bei angehangegen Semestern ja kein Bafög mehr bekomme.

    Dass man vielleicht mal ein bisschen länger schläft oder was aufschiebt, ist ja recht normal für Studenten, solange man das im Griff hat. Aber bei mir ist das ja nur noch so und ich hab nichts mehr unter Kontrolle.

    Hat jemand ähnliche Probleme (gehabt), kann mir Tipps geben, wie ich mein Verhalten ändern kann? Dass das von heute auf morgen wieder normal wird, denke ich nicht, aber wenigstens kleine Schritte in die richtige Richtung wären schon mal gut.

    Ich hoffe, mir kann jemand helfen.

  2. #2
    Schreiberling
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    Geh mal zur studentischen Beratungsstelle (psychosoziale Beratung). Da werden solche Fälle gut beraten.

    Mach dir mal einen Wandkalender mit allen wichtigen Daten und einen Eisenhower-Plan. Außerdem wäre gut, wenn du dich erstmal im Forum umschauen würdest, was hier bisher schon alles gepostet wurde. Da gibt es eine Menge Tipps.
    aufwachen, träumerle...!


  3. #3
    Ste
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    Hallo Hellequin,

    ich finde es schon mal ganz großartig, dass du einfach frei raus schreibst, dass du zu faul für alles bist. Soviel Direktheit und Ehrlichkeit findet man selten.

    Du wirkst dabei auch nicht so weinerlich und opfermässig, wie ich es leider in anderen Foren oft erlebt habe.

    Ich ziehe meinen Hut vor dir

    Zu deinem Problem kann ich leider nicht viel sagen. Du könntest entweder selber versuchen mit Hilfe einer festen Tagesstruktur da rauszukommen oder, wenn das nicht gelingt, mal eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen. Vielleicht steckt ja hinter dieser Faulheit eine Depression oder eine andere "Störung", von der du noch nichts weisst.

    Wenn du unter dieser "Faulheit" leidest und sie selber nicht abstellen kannst, wenn du also hilflos zusehen musst, wie du so lebst, wie du nicht leben willst, dann besteht wohl schon Handlungsbedarf in Richtung Psychotherapie.

    Hast du keinen Hobbies? Keine Freunde, mit denen du Spaß haben kannst?
    Keine Verpflichtungen, denen du nachgehen müsstest (Sport, Musik, soziale Aktivitäten)?

    Du machst auf jeden Fall den Eindruck, dass du mit deinen Problemen fertig werden kannst, vielleicht weisst du das selber nur noch nicht?

    Grüße

    Ste

  4. #4
    Schreiberling
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    Das muss keine Faulheit sein, Ste. Es könnte ganz übliche Studentenprokrastination sein.
    aufwachen, träumerle...!


  5. #5
    Neuling
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    Das was du beschreibst kenne ich zu gut. Auch als meine Eltern hinter mir her waren, war ich immer gut in der Schule. Als meine Eltern aufgehört haben mich zu kontrollieren, bin ich immer mehr in die Faulheit abgerutscht und das ist auch bis heute so. Was ich erschrocken festgestellt habe, dass ich nur unter starkem Druck arbeiten kann, wenn dieser nicht gegeben ist, lasse ich alles schleifen und alles stapelt sich. Ich führe das auf meine Eltern zurück die mich bis zu meinem 15 Lebensjahr stark kontrolliert haben. Vielleicht ist es bei dir auch der Fall und vielleicht kannst du unter Druck besser Arbeiten. Probiere es aus.

    Ansonsten musst du deinen Schweinehund töten. ^^

  6. #6
    Neuling
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    Hallo,
    ich kenne das auch nur zu gut.
    Zwar ist es bei mir nicht so extrem, aber es geht schon stark in die Richtung.
    Was mir manchmal hilft, ist mir Pläne zu machen. Am Anfang steht da erstmal drauf: "Morgen spülen". Du wirst merken, dass es dann meistens nicht so schlimm ist wie man denkt, wenn man erst angefangen hat. Es kostet allerdings enorm viel Überwindung. Hinterher denke ich mir aber oft: war ja jetzt nicht soo schlimm. Oft ist es sogar ein kleines Glücksgefühl, endlich mal was geschafft zu haben. Das mit der Liste kann du dann steigern, jeden Tag ein bisschen mehr, und hinterher eine kleine Belohnung an dich selbst.
    Etwas anderes, was mir auch hilft ist (mit anderen oder allein) in der Uni Aufgaben zu machen. Da ist man nicht so abgelenkt durch TV oder PC.

  7. #7
    Neuling Avatar von Ligeia
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    Die meisten, die studieren werden dir sagen können, dass sie alle mal solche Durchhänger haben. Das Problem hier sehe ich darin, dass es keine Phase mehr ist, sondern eher Dauerzustand. Lebst du so schon seit Anfag des Studiums?

    Zwei Lösungsansätz von mir wären: 1) Leg das Studium auf Eis und starte ein Trainee o.ä. - es scheint dir mehr Spaß zu machen zu arbeiten und dabei praxisnahe etwas Neues zu lernen als auf Zwang so theoriegeladen.
    2) Forciere deine sozialen Kontakte an der Uni, wenn man merkt wie manche anderen engagiert oder organisiert sind reißt einen das ein wenig aus seinem Trott raus und man merkt, dass ein bisschen Planung sogar mit Euphorie verbunden ist.

    Persönlich versuche ich immer alles zu organisieren, was das Studium betrifft. Ich mache mir Listen und plane die einzelnen Abschnitte schon Semester voraus und lege fest, wann ich welche Prüfungen schreibe.
    Es hilft sich gewisse Fristen gut zu vermerken und sein Ziel vor Augen zu behalten - sprich nicht vergessen, warum man überhaupt studiert.

    (Naja, das Partyleben der Studenten gibt es vermutlich eh nur noch in der Phantasie - Leistung überragt mittlerweile den Spaß bei weitem.)

  8. #8
    Zarte_Seele
    Gast

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    Hallo Hellequin,

    ich glaube, Dir fehlt "einfach" Verantwortungsgefühl und Durchhaltevermögen! Wenn Dir stets Deine Verantwortung (Noten) von Deiner Mutter abgenommen wurde, hast Du evtl. kein eigenes Gefühl dafür entwickelt!
    Zudem fällt mir auf, dass Dein handeln stets Egoistisch zu sein scheint- denn WENN Du Dich aufraffst, dann NUR um Deinen EIGENEN A*** zu retten!
    Ob da nun jemand auf ein Päckchen wartet, das war Dir egal...
    Und so denke ich, dass Dir auch bestimmte moralische Werte nicht vermittelt wurden!
    Ich habe auch das Gefühl, dass Du außer Kontrolle, nicht viel aus der Erziehung mit nehmen konntest- da warst Du eher auf Dich alleine gestellt und hast dann eben aus Bequemlichkeit zu Deinen eigenen Gunsten gehandelt "abschreiben"!
    Die Frage ist, ob Deine Mutter, Dir die "Bequemlichkeit" auf eine Art und Weise nicht sogar vorgelebt hat?!
    Es ist doch wesentlich einfacher, jemanden zu kontrollieren als jemanden zu erziehen (Werte, Sozial und Selbstkompetenz zu vermitteln- die Dir scheinbar eindeutig fehlen!
    Auffällig ist auch, dass Du besser Arbeiten kannst, wenn Deine Leistung auch gesehen wird- Du evtl. sogar Anerkennung bekommst- Hat Dir bei der Erziehung evtl. auch gefehlt? Wer ständig kontrolliert wird und da das beste geben muss, ist evtl. auch nie gut genug?!

    Klar ist, Du kannst nicht dein ganzes Leben lang von jemanden überwacht und kontrolliert werden- Du bist erwachsen- na ja, solltest es jedenfalls nach dem Alter schon sein!

    Ich denke Du braucht kleine, realisierbare Ziele- womit Du Dein Durchhaltevermögen steigerst!

    Ich würde mir erstmal einen einzigen, höchstens zwei neue Termin in der Woche zulegen, wo Du versuchst, wie zu diesem einem Termin bei Deinem Studium, konstant hin zu gehen!
    Da Du ja scheinbar ein finanzielles Problem hast, würde doch eine Tätigkeit, die Du einmal oder zweimal die Woche ausführen könntest, in Frage kommen?!
    Als Srudentin sollte so ein Job zu finden sein...
    So schlägst Du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Du trainierst Dein Durchhaltevermögen und verdienst etwas Geld nebenbei!
    Dabei würde ich mir aber keine Job suchen, bei dem du faul rum sitzen kannst- besser wäre etwas mit Körpereinsatz oder wo Du Deinen Kopf permanent einschalten musst!

    Wenn Du das 1/2 oder 3/4 Jahr (Ohne krank zu machen, weil Du zu faul bist) durchgezogen hast, könntest Du Deine Termine noch erweitern!

    Sollte Dir das alleine zu schwer sein, solltest Du evtl. eine Verhaltenstherapie anstreben, um die versäumten Punkte in der Erziehung nachzuholen!

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