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Thema: zu viel des schlechten

  1. #1
    Nico
    Gast

    Standard zu viel des schlechten

    Hallo community

    Ich habe lange gebraucht mich zu einem post hier durchzuringen, aber da ich echt am ende mit meinem latein bin, denke ich dass ihr mir vieleicht helfen könnt.

    über mich:
    ich bin gelernter automechaniker, mache zurzeit eine umschulung als kaufmännischer angestellter per abendschule. ich bin 27 Jahre alt, lebe in einer beziehung seit 8 Jahren, meine familienverhältnisse würde ich als verkorkst bezeichnen. schon im frühen kindesalter wurde mir POS (ADHS) diagnostiziert.



    Also ich weis schon lange nicht mehr wann das angefangen hat. ich war als kleines kind schon immer "anders" als meine mitschüler, hatte wenig freunde und in der schule nur probleme, was wohl auch auf meine diagnose zurückzuführen ist. zumindest teilweise.
    Ich hatte schon früh eine art der selbstreflektion entwickelt, die nicht als gesund bezeichnet werden kann! ich litt unter schweren depressionen, habe immer probleme damit gehabt, mich mit meinem "normalen" leben abzufinden. ich grüble den ganzen tag über sinn und unsinn des lebens. ich habe es auch schon immer seit ich denken kann als das wichtigste betrachtet, zu erfahren wer ich bin, woher ich komme und wohin ich gehe. (klingt wahrscheinlich wirr, kann es aber schlecht anders beschreiben).

    Seit einiger zeit überschlagen sich nun die ereignisse, und ich weis nicht mehr mit dem ganzen umzugehen.

    zuerst musste ich meinen Beruf wechseln, da mein rücken nicht mehr mitspielte, danach wurde meine freundin arbeitsunfähig auf ihrer branche, sodass sie auch eine umschulung machen sollte. kurz vor dem beginn ihrer neuen ausbildung hatte sie einen schweren autounfall. sie musste ins krankenhaus und später kam sie in ein REHA zentrum. da ist sie nun seit monaten, wir sehen uns höchstens am wochenende.

    Mit meiner ausbildung läuft es auch immer weniger gut. prüfungen die für mich sonst nie ein problem dargestellt hätten, wurden zum disaster. Ich habe während meiner ausbildung schon zweimal den arbeitsort gewechselt (mehr aus administrativen umständen, nicht wegen probleme mit dem chef oder so!)

    Meine Familie halte ich so gut es geht auf abstand (geht ziemlich schlecht, ich arbeite in einer der firmen meines vaters). Sie haben selten etwas anderes als vorwürfe für mich übrig, ich kann kaum noch mit ihnen reden ohne in tiefe trauer oder rasende wut zu verfallen. mir wurde sowiso immer das gefühl gegeben, dass ich ein problemkind bin, schliesslich kriegt meine grosse schwester das alles super gut hin und nur der kleine trottel schaffts mal wieder nicht. (ich bin quasi ohne vater aufgewachsen, da er immer auf der arbeit war, wenn er mal nach hause kam, gabs beschimpfungen warum ich dies und jenes nicht ordentlich gemacht habe und schläge).
    (ich will hier kein mitleid erregen, eigentlich habe ich das abgehackt, aber vieleicht ist es sinnvoll um zu verstehen, wie das verhältnis zu meiner familie ist)

    zum problem:
    ich habe das gefühl, dass mir das wasser bis zum hals steht!
    ich mache mir ständig sorgen um meine freundin. es scheint ihr jeden tag schlechter zu gehen, die reha scheint überhaupt nichts zu bringen.
    ich denke die ganze zeit darüber nach, was wohl noch kommen wird, da die hiobs-botschaften nicht zu enden scheinen.
    zu dem kommt das unverständniss meiner familie für meine situation.

    nun neige ich nicht erst seit gestern dazu, alles zu hinterfragen, meine gedankengänge, meine wünsche, träume, hoffnungen und selbst meine ganze existenz. das ist ansich nicht so ausergewöhnlich für mich, das kenne ich schon seit ich klein bin, doch scheint es eine enorm selbstzerstörerische weise angenommen zu haben.ich kann mich auch überhaupt auf gar nichts mehr konzentrieren zu können. es ist wie ein grauer schleier, durch den ich nicht hindurchsehen kann.

    ich denke oft darüber nach, wie schön es wäre dieses leben endlich hinter mir zu lassen, halte mich aber von solchen unternehmungen strickte ab, da ich ja auch für meine freundin da sein sollte etc.

    das ist alles extrem schwer für mich, ich weis nicht mehr weiter...

  2. #2
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    Frage

    Du scheinst du so viele Probleme zu haben bzw. zu sehen, wer kann dir denn da richtig zur Seite stehen? Deine Freundin allein wäre wohl etwas überfordert. Hast du mit ihr darüber geredet?

    Was genau willst du jetzt machen? Ich sehe, dass das Berufliche jetzt wichtig ist, aber gleichzeitig ist das Problem deiner Freundin dringend und eigentlich willst du ja irgendwie auch familiäres Rückgrat. Hast du eine To-Do-Liste? Das könnte ein paar Überblicke liefern. Für jeden Bereich eine eigene Liste, damit die Probleme gleich in machbare Etappen zerstückelt werden können.
    aufwachen, träumerle...!


  3. #3
    Nico
    Gast

    Standard

    hey danke für feedback :-)

    ja klar, meine freundin und ich wir reden über alles. aber was will sie mir helfen, sie hat ganz andere probleme. der unfall hat sie schwer mitgenommen.

    ganz ehrlich, ich weis genau was zu tun ist, sogar in welcher reihenfolge:
    auf die schule und beruf konzentrieren
    sehen das die freundin wieder gesund wird
    und dann kommen dann irgendwann die anderen...

    aber trotzdem, ich bin ein sehr "fühliger mensch", sehe wie meine freundin leidet, was mich total fertig macht weil ich nichts dagegen tun kann und andererseits meine familie die so versnobt und ignorant ist dass sie das nicht verstehen können.

    irgendwie hab ich immer diese versagensangst.was mich natürlich zusätzlich unter ernormen druck setzt. ein wunderschöner teufelskreis...

  4. #4
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    Standard

    Ich weiß nicht, inwieweit POS/AD(H)S damit zu tun hat, aber mein Bruder aus Liebeskummer und Pflichtgefühl nur die Hauptschule gemacht. Vor lauter Wut hatte er die Klasse geschmissen und einfach eine Ausbildung angefangen, als er mit der Schule fertig war. Er regt sich binnen Sekunden auf und du kannst sehen, wie das Blut in den Kopf schießt. Deswegen: Ruhig Blut! ^^

    Also, solange du so emotional auf alles reagierst, wird die Ausbildung schwer werden. Wenn du einen richtigen sozialen Ausgleich hättest, in Form von Freunden, einem Ausbilder, dem du vertrauen kannst und vielleicht einem Berater. Das wäre ein Anfang. Deine Freundin ist ja irgendwie Teil des Problems. Nicht, dass sie dadurch noch mehr belastet (wird).
    aufwachen, träumerle...!


  5. #5
    Nico
    Gast

    Standard

    ach weist du. ich hatte auch mal hobbies und soziale kontakte, aber seit ich an vier abenden in die schule gehe ist damit nicht mehr viel.

    in der arbeit kriege ich keine bestätigung, anscheinend mach ich mich auch dort nicht gut.

    meine familie kann man nicht aushalten...mann, und jetzt hasse ich mich dafür dass ich mich die ganze zeit nur beklage. und schon wieder mach ich mir vorwürfe, verstehst du?

    ich möchte die ganze welt retten und krieg nicht mal mein eigenes leben auf die reihe. wahrscheinlich setze ich viel zu hohe erwartungen in mich. ich sehe auch selten etwas gutes...

  6. #6
    Schreiberling
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    Zitat Zitat von Nico Beitrag anzeigen
    ach weist du. ich hatte auch mal hobbies und soziale kontakte, aber seit ich an vier abenden in die schule gehe ist damit nicht mehr viel.
    Was ist am Wochenende und in den Feiertagen?

    in der arbeit kriege ich keine bestätigung, anscheinend mach ich mich auch dort nicht gut.
    Hast du da jemanden, der dir ein ehrliches Feedback geben kann? Es könnte reichen, wenn du einfach mal fragst, was du besser machen kannst. Entweder sie zählen etwas auf oder es kommt nichts = alles paletti. Sprich konkret an, was dich stört!

    ...mann, und jetzt hasse ich mich dafür dass ich mich die ganze zeit nur beklage. und schon wieder mach ich mir vorwürfe, verstehst du?
    Die niedrige Frustrationsschwelle? Warum meinst du, dass du nicht beklagen darfst? Ist das, was dich aufregt nicht eher das Selbstmitleid. So an sich ist es gut, wenn man ab und zu mal Rotz und Wasser heult. ^^ Allerdings ist Selbstmitleid kein guter Lösungsansatz, weil man dadurch nicht aus dem Sumpf will. Verurteile doch nicht, wenn du schlecht drauf bist. Vielleicht siehst du deshalb nicht mehr die Lösungen. Sag dir doch z.B.: "ich bin momentan schlecht drauf, aber ich weiß, dass es bald wieder voran geht.". So eine Art persönliches Mantra finden. Sehr bekannt ist auch: "Für jedes Problem, gibt es eine Lösung.". Immerhin wärst du mit deiner Störung ja potentiell überkreativ.

    ich möchte die ganze welt retten und krieg nicht mal mein eigenes leben auf die reihe. wahrscheinlich setze ich viel zu hohe erwartungen in mich. ich sehe auch selten etwas gutes...
    Genau diese Gedanken sind es, die mich fertig machen. Ich kann aber nicht die ganze Welt retten und manchmal soll etwas so sein wie es ist. Wenn Tiere aussterben, dann sei es so. Wenn die Gletscher schmelzen, dann sei es so. Wenn Menschen in einer Region schlechter leben als anderswo, dann sei es so. Weißt du warum? Weil das Leben immer einen Weg findet (auch sehr bekannt). Wenn du dir selbst helfen kannst oder dich engagierst, es macht keinen Unterschied, weil durch beide Wege das System entlasten werden kann. Fang klein an, bei ganz individuellen Dingen und sieh dann, wie du damit fertig wirst.

    Wie sieht's denn zum Beispiel mit dem Lernen aus? Die Schule geht vor, aber kannst du auch konzentiert bleiben usw?
    aufwachen, träumerle...!


  7. #7
    Nico
    Gast

    Standard

    nein. kann mich schon lange nicht mehr konzentrieren...

  8. #8
    Schreiberling
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    Standard

    Mich wundert, wer auf die Idee mit dem kaufmännsischen Bürojob gekommen ist. Da wird immens viel Konzentration und Aufmerksamkeit gefordert.

    Dass du momentan unkonzentriert bist, hängt ja sicherlich mit den Sorgen zusammen. Kennst du Entspannungs- und Konzentrationsübungen?
    aufwachen, träumerle...!


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