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Thema: zu wenig Selbstsicherheit

  1. #1
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    Beitrag zu wenig Selbstsicherheit

    Hallo zusammen,

    ich habe nach dem Einstig nicht viel geschrieben.
    Es ging mir auch darum Dinge los zu werden doch ist das Gefühl vom Ausgebrand sein doch ziemlich Groß.

    Ich bin es auch leid mich über Dinge zu beschweren. Nun gut es mag das falsche Word sein, ich stoße immer und immer wieder an meine eigenen Grenzen.

    z.B. ich habe klare vorgefaste Meinungen wie andere Menschen auf dieses oder jenes reagieren werden, was Sie sagen und wie Sie handeln obwohl ich das gar nicht wissen kann.

    Ich komme zum Beispiel ins Büro.

    Alle sitzen an Ihrer Arbeit, telefonieren, schreiben etwas us.w..

    Auf mein „Guten Morgen“ (mittlerweile strenge ich mich auch an es in einer Lautstärke zu sagen die alle mitbekommen) kommt nicht viel zurück.

    Mein Gedanke, „was ist schief gelaufen, habe ich einen Fehler gemacht, gestern etwas Falsches gesagt, wird mich der Chef gleich in sein Büro zitieren“, nein nichts von alle dem.

    Alle waren nur beschäftigt!
    Doch ehe ich mich davon gelöst habe, dass es gar nicht um mich geht vergehen bestimmt 30 Minuten in denen ich fast paralysiert dasitze und versuche mich mit mechanischen Handlungen über Wasser zu halten.

    Solche oder ähnliche Situationen kommen von Zeit zu Zeit vor und mindern meine Lebensqualität und Leistungsfähigkeit.

    Wie ich diese Gedanken in den Griff bekommen kann habe ich noch nicht heraus gefunden.

    Es ist wohl doch an dem das Menschen die sich wenige Gedanken machen doch die glücklicheren sind.

    Gruss Alexander

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Standard

    Hallo Alexander,
    bei Selbstsicherheit ist es genauso wie mit vielen anderen schwierig zu erlernenden Dingen - Übung macht den Meister!
    ...ob man Präsentationen vor anderen hält und dabei nicht zu viel in deren direkte Reaktionen hinein interpretieren sollte oder ob man einfach, so wie Du, nicht damit klar kommt, dass andere nicht so ticken wie Du es eben erwartet hast.

    Die Anderen sind doch oft auch nur mit sich selbst beschäftigt.

    Begrüße die Kollegen doch wie immer und erwarte darauf eben einfach keine Antwort.
    Wenn dann doch einer zurück grüßt, schön! Den kannst Du dann ja mit einem Lächeln antworten.

    Als ich in meiner Firma angefangen habe, war es ähnlich. Manche liefen auch bloß nur an mir vorbei, ohne ein Hallo oder sonst etwas zu erwidern. Das habe ich drei Mal so hingenommen und mich echt gefragt warum der Jenige oder die Jenige nicht zurück grüßt. Ob es an mir liegt oder, oder... Dann habe ich diese Personen eben auch einfach nicht gegrüßt und fertig.

    Du kannst Dir bei sowas halt immer sagen:
    Es sind NICHT Deine "Freunde" (auch wenn Du Dich sonst gut mit ihnen verstehen magst), sondern Kollegen und die schätzen professionelles Verhalten. Und wenn Du sie nicht als Freunde siehst, stehen sie Dir nicht so nah, dass es Dir wirklich etwas ausmachen könnte, wenn sie Dich z.B. als Person nicht so sehr wertschätzen, wie Du es gerne hättest.

    Mach Dich nicht von deren Reaktionen abhängig!
    Rechne einfach immer damit, dass sie auch ganz anders reagieren können, als Du es vermutet hast - dann ist die Überraschung für Dich nicht so groß.

    Geht es Dir dabei eigentlich um das Planbare am Kollegen, wenn Du weißt wie sie so reagieren?
    Ich glaube, so etwas kann man nur sehr grob einschätzen, da man die beeinflussenden Faktoren eines Jeden doch überhaupt nicht wirklich kennt. Dafür ist der Mensch einfach zu komplex.

    Möglichst NICHTS PERSÖNLICH NEHMEN im Büro/Arbeitsleben (auch wenn es tatsächlich mal so gemeint sein sollte)!
    Auf diese Weise habe ich meine Objektivität bewahrt und konnte weiter professionell bleiben. Es gibt natürlich auch ein paar Dinge, die mich ganz schön belasten können, aber das finde ich ganz menschlich.

    Zwischen meiner Chefin und mir kam es auch schon zu einigen Missverständnissen. Sie hat mich etwas gefragt und meine Antwort dazu schon komplett fertig im Kopf gehabt. Dass ich etwas völlig anderes gesagt habe, hat sie überhaupt nicht wahrgenommen und sich später über den Ablauf gewundert.

    LG, Finja
    Geändert von Finja (23.03.2010 um 12:50 Uhr)

  3. #3
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    Standard

    Hallo Alexander.

    An dem Thema, was Du schreibst, bin ich auch gerade in meiner Therapie.
    Vielleicht kannst Du aus meinen Zeilen etwas Nützliches finden.

    Und ich finde nicht, dass die Menschen, die sich weniger Gedanken machen, die glücklicheren sind.
    Ich begreife langsam, dass es darauf ankommt, wie man mit seinen Gedanken umgeht.

    Durch meine Unsicherheit, mein fehlendes Selbstvertrauen, haben sich in mir sehr viele Ängste aufgebaut, was die ganze Sache noch erschwert.

    Manche sind durch meine Erfahrungen begründet und ich muss umlernen.
    Manche ergeben sich durch meine minderwertigen Gedanken über mich selbst und auch da muss ich wieder umlernen.

    Die negativen Gedanken in postive Gedanken umwandeln.

    Auch ich mache mir schon im Vorfeld viel zu viele Gedanken, was passieren kann oder wie jemand reagieren könnte, weil ich es schon so oder so erlebt habe.

    Mittlerweile habe ich auch erkannt, dass ich es durch mein Verhalten auch herbeiführe.

    Und manchmal liegt es auch einfach an dem anderen, so wie Finja es mit ihrer Chefin beschreibt.

    Auch diese Erfahrung musste ich machen und ich sehe es auch bei meinen Arbeitskolleginnen, seitdem ich mehr in die Rolle der Betrachterin geschlüpft bin.

    Ich schreibe einfach mal von mir:

    Mir ist aufgefallen, dass ich mich und meine Bedürfnisse nicht ernst genug nehme.

    Aus Angst, aufzufallen, aus Angst, anders zu sein, als die anderen und aus Angst, dem anderen zu widersprechen, weil ich nie gelernt habe, eine andere Meinung haben zu dürfen, übernahm ich Stunden ohne Ende und wurde immer ruhiger.
    Ich wollte es immer anderen Recht machen, um gemocht zu werden.

    >Nein< sagen gab es nicht mehr, aus Angst vor Ablehnung.
    Und ich wollte nicht mehr auffallen, wollte nicht mehr bewertet werden.
    Aus Angst, falsch verstanden zu werden, aus Angst, egoistisch zu sein.

    Ich stellte mich lieber zurück, machte mich klein, bis ich mich selbst suchte und erkennen musste, dass ich die, die ich war, nicht mehr bin und die, die ich werden wollte, nicht lebe.

    Und doch wollte ich auch zeigen, ich kann es auch, ich bin auch gut.
    Doch wenn ich merkte, ich werde besser als die anderen, bremste ich mich selbst aus, um nicht besser zu sein, als andere, aus Angst vor Neid, aus Angst vor Konflikten, aus Angst vor Bestrafung oder Rache.
    Anstatt mich weiter zu entwickeln, blieb ich stehen.
    Fachlich zum Glück nicht, weil ich immer Chefs hatte, die mich putschten.
    Sie sahen mein Potenzial, aber ich ließ es nicht zu.

    Schon damals sagte meine damalige Chefin:" Willst Du weiter kommen oder Freundschaften aufbauen?"
    Ich wollte beides.
    Ich kannte keine Konkurrenz, keinen Neid.
    Ich akzeptierte die Menschen, wie sie sind und half ihnen noch, dass zu erreichen, was sie wollen, damit wir als Team stark sind.
    Mir wurde das Klischee: >Einer für Alle, Alle für Einen antrainiert. <
    Nur habe ich leider die Erfahrung gemacht: >Eine für alle, alle gegen Eine. <
    Wenn ich nicht so funktionierte, wie sie wollten.
    Wenn ich tat, was von mir verlangt wurde, war ich die Liebe, privat, wie beruflich.
    Ich bemerkte nicht, wie ich benutzt und ausgenutzt wurde, nur weil ich nicht zu einem >Nein< stand, weil ich Ärger hasste.

    Warum fühlst Du Dich ausgebrannt, Alexander?

    Übernimmst Du zu viele Aufgaben?
    Und wenn ja, aus welchem Grund machst Du es?

    Ich tat es, weil ich Angst vor Ärger hatte und nicht besser sein wollte, als andere.
    Ich begann ich mich klein zu machen, mich selbst zu Deckeln.
    So wie es eigentlich versucht wurde, mich permanent in meinem Umfeld zu unterdrücken, tue ich es jetzt selbst.

    Es begann, dass ich übergangen und nicht beachtet wurde.
    Das kannte ich nicht und ich fiel innerlich in tiefe Trauer, bis ich sie nicht mehr aushielt und mich mit ihr beschäftigten musste.

    Und als ich dies alles dank der Therapiegespräche erkannte, stieg eine unbändige Wut in mir, weil ich erkannte, was ich mir hab alles nehmen lassen, nur um anderen gerecht zu werden.

    Jetzt muss ich lernen, mich durchzusetzen, rechtzeitig Grenzen zu setzen und nicht alles erfüllen zu müssen, was andere von mir erwarten.

    Ich muss lernen, mir zu sagen, ich bin es wert und ich habe ein Recht auf ein >Nein<
    Ich weiß nicht, ob Etwas auf Dich davon zutrifft?

    In Bezug auf die Begrüßung im Büro:
    Und selbst bei einer einfachen Begrüßung, habe ich auch ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Ich arbeite zwar nicht im Büro, aber ich bin auch mit anderen Menschen und mit Kunden im Kontakt.
    Für mich ist die Höflichkeit das Ah und OH.
    Ich tue Dienst am Kunden.
    Da ich mit mehreren Frauen arbeite, habe ich täglich Bewährungsproben zu bestehen.
    Ich bereite mich jetzt immer vor, dass ich jetzt den Raum betrete und auch ein Recht habe, da zu sein.

    Du fragst Dich, wie Du Deine Gedanken in den Griff bekommst?
    Es ist eine sehr schwierige Aufgabe, die Du Dir nur durch Training selbst erfüllen kannst.
    Ich empfinde es als sehr schwer, weil ja alles andere einfach unbewusst in meinem Kopf geflossen ist und nun muss ich bewusst dagegen steuern.
    Ich habe erkannt, dass ich mich so fühle und so verhalte, wie ich denke.
    Also: Es kommt auf, wie Du Deine Gedanken wählst.
    Was denkst Du genau, wenn Du in Kontakt mit Deinen Kollegen gehen willst oder musst.

    Ich sage mir:
    >Ich habe den Job bekommen, weil mich mein Chef kompetent für den Job findet und ich will arbeiten, weil ich die Kompetenz auch habe.
    Ich mache mir bewusst, was ich kann.

    Nochmal zum Thema Begrüßung:

    Ich achte darauf, dass ich laut und deutlich spreche und den oder diejenige mit Namen begrüße.
    Sind es mehrere Personen.
    Sage ich laut und deutlich: Hallo zusammen. Guten Morgen zusammen. Guten Tag zusammen.
    Und sage mir innerlich immer wieder: >Ich habe ein recht, auch da zu sein.<
    Ich achte auf meine Körperhaltung und auf Blickkontakt und genug Nähe, um wahrgenommen zu werden.

    Eine Begrüßung hat auch mit der Wertschätzung des Anderen zu tun.
    Und ich schätze andere Menschen, weil ich weiß, so wie sie handeln und sich verhalten, gibt es Gründe.
    Ich lerne, dass ich nicht immer der Grund bin, wenn sie schlecht drauf sind oder abweisend sind.
    Ich musste erkennen, dass es auch Menschen gibt, die sich über den anderen stellen, aus Angst, ihre eigene Unsicherheit wird erkannt.
    Es gibt auch sehr intolerante Menschen, die nichts anderes zu lassen, als nur sich selbst, weil sie es nicht anders gelernt haben.

    Und zum Glück gibt es auch Menschen, die es gut meinen und helfen und Verständnis dem anderen entgegen bringen.

    Vielleicht hilft es Dir auch, Dir zu sagen:
    >Es sind meine Arbeitskollegen.
    Ich brauche ihre Freundschaft nicht.
    Ich habe meine Freunde draußen.<

    Auf jeden Fall lohnt es sich, an sich zu arbeiten, um so zu werden, wie man sein will.
    Und das geht nur, wenn man sich damit auseinander setzt und ich finde es gut, dass Du es machst.

    Mir kommt noch so eine Frage auf.

    Warum bist Du es leid, Dich zu beschweren?
    Wo und wie läuft das ab?
    Fühlt man sich dann nicht hilflos und so weiter...
    Ich habe so eine Idee:
    Vielleicht kann man das Wort auch als Erkenntnis ausdrücken?
    Mit der Möglichkeit, diese Erkenntnis offen zu legen, ändern zu können oder einfach zu akzeptieren, dass es so ist, wie es ist, um sich nicht so machtlos, so hilflos zu fühlen?



    Aufmunternde und liebe Grüße
    sendet Lilli
    Geändert von Lilli 2010 (28.05.2010 um 12:31 Uhr)

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