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Thema: zum Thema 'Hochsensibel'

  1. #25
    Verleger Avatar von Natz
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    Ich denke, da Du einen gesunden Menschenverstand hast, kannst Du da richtig agieren, Wula. Man glaubt es ja nicht ,aber selbt ich fühle schon Sachen, lange bevor es andere merken (obwohl ich ja soo ein Grobian bin ) Der Unterschied zwischen jemandem mit gesundem Menschenverstand und manchen "HS" besteht einfach darin, dass sie sich für überaus wichtig zu nehmen scheinen, von anderen erwarten, sie nur im Säuselton anzusprechen-wie dir Prinzessin auf der Erbse: jedes Wort ist ja ach so schlimm. Ich finde irgendwo muss auch mal Schluss sein. Ich habe Menschen in meinem Umfeld, die mit ganz anderen psychischen Erkrankungen leben müssen und die sich niemals so aufführen würden-die würden sich in Grund und Boden schämen und das bringt mich dermaßen auf die Palme oder das Pferd zum galoppieren Da kommt jemand daher, benimmt sich wie die Königin von Saba-gehört aber doch ganz klar zum HS-sein...Ich glaube, wenn ich im RL so jemanden kennenlernen würde, wäre der sofort für mich erledigt und da wundert es ich auch nicht, wenn manche Therapeuten da ablehnen, da es wohl sowieso nicht möglich ist, so jemanden auch nur mit einem Pups zu konfrontieren.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  2. #26
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    ich spüre auch oft sachen, die anderen völlig entgehen. menschen mit psychischen erkrankungen sind einfach ganz anders geübt in diesen dingen, weil oft in ihrer kindheit das überleben davon abhing, situationen einschätzen und dinge erfühlen zu können. das sind wie blinde, deren andere sinne besser ausgeprägt sind. wenn man sich tagtäglich versuchen musste, zu schützen, bekam man ganz automatisch andere wahrnehmungen, weil es einfach lebenswichtig war.

    vielleicht ist ja die herausforderung bei hs, zu lernen, damit dinge zu erspüren, die anderen entgehen und darauf hinzuweisen frei nach dem motto "lieber einmal zu viel als einmal zu wenig" und auch bei sich selbst viel früher zu fühlen, wann hilfe notwendig ist oder man sich der situation entziehen muss. es hat alles seine vor- und nachteile und die grosse sensibilität nervt nicht nur, sondern lässt auch in die gefühle anderer besser sehen.

  3. #27
    Verleger Avatar von Natz
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    Eben, chrissi. Kommt eben darauf an, was man daraus macht. Man kann es im Idealfall so machen oder sich eben einen Sonderstatus einräumen, der das beinhaltet, was ich geschrieben habe. Ich finde es gemerell schlimm, wenn jemand sich so wichtig nimmt und nicht mal fünf Minuten daran denkt, dass er trotzdem gesund ist, noch beide Brüste hat und sich eigentlich glücklich schätzen kann im Vergleich zu viele anderen. Aber wahrscheinlich muss man überhaupt keinen Lebensinhalt haben, wenn man HS negativ kultiviert. Es gibt auch Menschen, die gewinnen Shizophrenie o.ä, etwas positives ab. Man kann natürlich auch schon wegen eines Pickels am Po einen plastischen Chirurgen aufsuchen. Das hängt ganz davon ab, wie selbstreflektierend man die Sachen eben sieht.
    Ich höre echt tagtäglich üble Geschichten in meinem Job und gut möglich, dass mir dann manchmal hier einfach das Messer aufgeht, wenn ich dann sowas lese-da frage ich mich echt, ob man nichts anderes zu tun hat, als seine Neurosen zu pflegen.
    Geändert von Natz (09.08.2010 um 14:20 Uhr)
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  4. #28
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    Bei mir wurde eine Hypersensibilität schon im frühen Kindesalter erkannt. Damals (in den 70ern) war das Gebiet ja noch total unerforscht. Ich bin in einer sehr aktiven Familie groß geworden, meine Eltern und meine Geschwister sind alle Sportler und eher Draufgänger. Bei mir viel schon sehr früh auf, dass ich "anders" bin. Ich war immer sehr ängstlich,zurückhaltend , ruhig, hab am liebsten (stundenlang) alleine gespielt, dünn, schmächtig und war immer blaß. Anders oder auffällig war damals etwas ganz "schlimmes" und so zog meine Mutter mit mir von Arzt zu Arzt, von Psychiater zu Psychiater. Die haben wirklich alles mit mir angestellt bis hin zur Elektroschock Therapie. Eines Tages saß ich mal wieder mit meiner Mutter bei so einem Psychiater und der sagte zu meiner Mutter "der Junge ist hochsensibel, da können sie nix gegen tun". Mit dieser Aussage war dann Schuss mit den Arztbesuchen und ich "lief" einfach so mit. Einfach so mit laufen war für mich emotionaler Marathon. Sport wurde bei uns sehr groß geschrieben und je heftiger der Sport war um so besser. Meine Eltern steckten mich in Karate und Judo und was weiß ich noch für Sportvereine "um mich ab zu härten" oder mein Selbstbewusstsein zu stärken- für mich war´s genau so schlimm wie die Elektroschock. Mit 17 Jahren war ich 1,85m groß und hatte einiges an Muskeln zugelegt. Wenn ich dann in scheinbar "normalen" Situationen des Alltags mal wieder Magenschmerzen, Nasenbluten, asthmaartige Anfälle hatte oder auch mal wieder in Ohnmacht gefallen bin wusste keiner mit mir um zu gehen!
    Dann ging es eben mal wieder zum Arzt der mal wieder keine körperlichen Schäden finden konnte. Mit meinem Seelenleben oder Bedürfnissen hat sich nie jemand wirklich beschäftigt und meine äußere Erscheinung sagte ja auch meiner Umwelt etwas ganz anderes.
    In dem Alter war natürlich Mädchen auch für mich das Thema Nr.1 und ich kam auch recht gut an. Bis ich mich näher drauf einließ. Denn dann merkten die Mädels schnell, dass was mit mir nicht stimmte und der Sportliche Kerl an ihrer Seite nie in die Disco ging, auf Partys sehr schnell weg war, keine Motorradrennen mochte und all zu oft "seine Ruhe" brauchte. Das kam dann überhaupt nicht mehr gut an.
    So viele Dinge in meinem Leben, die für andere Menschen überhaupt kein "Ding" sind, sind für mich immer noch wirkliche Hürden.
    Diese "Alltagssituationen" kann ein Telefonanruf den ich zu machen habe sein, die einfache Wahl eines Restaurants und wenn ja welcher Tisch, mit wie vielen Menschen ich mit treffe.
    Das Vermeiden von Situationen gehört zu meinem Leben wie essen und schlafen.
    Aber heute gehe ich selbstbewusster damit um da ich mir über meine Situation im Klaren bin. Mit 18 Jahren war mir das noch nicht so klar.
    Viele Situationen im Alltag kosten mich heute immer noch sehr viel Energie aber ich habe gelernt in welchen Alltagssituationen ich Energie wieder auftanken kann. So schaffe ich es meist meine Energetische Balance zu halten und dieses ansammeln von "zu viel" in mir entgegen zu wirken.
    Natürlich fällt es in meiner Umgebung auf, dass ich mich oft mal ohne ersichtlichen Grund zurückziehe, Einladungen nicht annehme oder drei Mal im Restaurant den Tisch wechsle. Man hält mich immer noch für "sonderbar" aber es ist nicht mehr schlimm für mich. Ich habe weder das Gefühl "falsch" zu sein noch etwas zu verpassen wenn alle anderen auf dem Oktoberfest einen Riesenspass haben und ich im Hotel in der Badewanne liege und ein tolles Buch lese.

    Meine Hypersensibilität gehört zu mir und so "komisch" mein Leben damit auch manchmal ist, so schön sind auch die Möglichkeiten die sich mir dadurch bieten. Ich nehme viel mehr schöne Dinge/Situationen wahr als die meisten Menschen in meiner Umgebung. Meine Freunde schätzen es, dass ich sehr schnell ihre Stimmung erkenne und sie sich mir öffnen können. Ich brauche zwar länger um eine Situation ein zu schätzen aber habe dann meist den richtigen "Riecher".

  5. #29
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    Hallo,
    spontan gebe ich dir den Ratschlag z.B. Achtsamkeitsübungen, richtiges Reden, Zuhören und Schweigen nach den Regeln der Mönche. Man sollte mal seine Sensibilität aus einer anderen Sicht betrachten, dann nimmt das Selbstmitleid ein wenig ab. Sich mal fragen, wie viel Interesse habe ich an anderen, ihren Gefühlen, ihren Sorgen und was sie mir mitteilen wollen. Oder schreit das infantile Unterbewusstsein, das sich die Welt nur um einen selbst drehen soll? Irgendwie fehlt dieser Ansatz im Themenbereich "Hochsensibel". Ich spreche aus eigener Erfahrung.

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