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Thema: Zur Leere

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    Standard Zur Leere

    Eines noch vorab: Ich habe zwar gelegentlich, oder in manchen Zeiten auch oft, Depressionen. Das hier, was ich geschrieben habe, ist aber meiner persönlichen Meinung nach kein Produkt einer krankhaften Entwicklung. Ich habe es in den Bereich Genesung gepostet, weil es mir seit dieser Einstellung - zumindest zufriedenstellend - besser als vorher geht. Über meinen Text bestehen vielerlei Interpretations- und Deutungsmöglichkeiten, die sich auch zwischen eurer und meiner unterscheiden können, daher bitte ich, eure zunächst nicht auf meine Persönlichkeit zu beziehen. Dennoch kann gern diskutiert werden.


    Leere ist nicht das Gleiche wie inhaltslos.
    Der Magen ist inhaltslos, wenn er seinen Inhalt scheidet,
    und sehnt sich hungrig nach dem Nachfüllen,
    denn er schied, weil er das Überleben als Höchstes sieht,
    das zu vollbringen ist, solange er die Kraft dazu hat.
    Inhaltloses strebt die Erfüllung dessen an, woraus es stammt,
    nämlich des Inhaltes.

    Leere aber sehnt sich nicht danach, gefüllt zu werden,
    nicht einmal das, in das es sich befindet, vermag es.
    Leere ist kein Zustand, den etwas einnehmen kann,
    auch keine Religion, an die jemand glauben kann,
    nicht einmal will sie dem Nichts nahekommen,
    sondern die Erkenntnis des Eigentlichen.

    Mit ihr vermag der Mensch nicht umgehen,
    denn er ist nicht dafür geschaffen.
    Er kann sie nur in sich erkennen,
    aber nicht mit ihr leben,
    denn sie raubt das Leben.
    So muss er zum Schönen fliehen.
    Dem Schönen gilt nämlich nur, seine Schönheit zu äußern,
    nicht seine Wahrheit.
    Der Mensch mag Schönheit - und vergöttert sie, im wahrsten Sinne,
    und glaubt, den Grund gefunden zu haben,
    warum es sich lohnt, zu leben.
    Nur sie gönnt ihm, Freude am Leben zu finden,
    sie ist aller Menschen Leidenschaft.
    Nicht aber die Leere, denn sie gönnt nichts,
    als selbst zu existieren.
    Dennoch ist sie nicht der Teufel für die, die nach Schönheit streben,
    auch nicht der Gott für die, die sie lieben.
    Sie ist das Urprinzip der Welt.

    Leere ist weder eine Krankheit, noch Produkt eines Kranken,
    im Gegenteil: Sie ist das gesündeste und reinste,
    das sich im Kern der Seele befindet
    und daher von allen Dingen am schwierigsten zu erkennen ist.

    Auch hat die Leere keinen Gegenpol, denn Leere bleibt die Leere,
    sie ist das einzig Wahre, das wie die Liebe danach strebt,
    erfüllt zu werden.
    Denn sie ist die Wahrheit.
    Und meine Augen sind so leer wie meine Seele. Ich will weiter mit euch Mitmenschen verweilen, weil ich das Grau im Bunt fand. Ich konnte es nur, weil ich verweile.
    Geändert von Neuro (18.12.2010 um 20:16 Uhr)

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