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Thema: Zusammenhang Freiheitsgrad und Zugehörigkeitsgefühl

  1. #1
    Neuling
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    Standard Zusammenhang Freiheitsgrad und Zugehörigkeitsgefühl

    Hallo liebe Community,

    zur Zeit schreibe ich an meiner Bachelor-Thesis und suche dringend eine Theorie oder ein Modell, welches ich als Grundlage verwenden kann und auf das ich meine Hypothesen stützen kann.

    Thesen die gestützt werden sollen sind:
    - Je geringer der Freiheitsgrad eines Menschen, desto größer das Zugehörigkeitsgefühl zu einer sozialen Gruppe.

    Mit Freiheitsgrad ist hier die Anzahl an Wahlmöglichkeiten gemeint.
    Es geht um den Zusammenhang von Unterordnung und Zugehörigkeit und um das Bedürfnis sich fremdbestimmen und lenken zu lassen.

    Ich suche schon seit Tagen. Finde allerdings nichts. Dabei liegt es doch auf der Hand, dass:
    - X fühlt sich zu Y zugehörig
    - X gehört zum Teil nicht mehr nur "sich selbst" sondern nun auch Y
    - X Schicksal liegt (im vergleich zu vorher) nun in stärkeren Maße in den Händen von Y
    - Y hat Einfluss auf X
    - X gibt verliert an "Freiheit"
    - Freiheit = Freiheitsgrad

    Ich bin der Meinung diese Kausalität lässt sich auch umkehren:
    - Y macht X mehr Vorgaben
    - X lässt sich darauf ein
    - X hat weniger Freiheit
    - X hat einen geringen Freiheitsgrad
    - X hat trifft weniger Entscheidungen selbst
    - X Schicksal liegt (im Vergleich zu vorher) in stärkerem Maße in den Händen von Y
    - X gehört zum Teil nicht mehr nur "sich selbst" sondern nun auch zu Y
    - X fühlt sich Y zugehörig


    Kann mir jemand helfen?

  2. #2
    Nachwuchs Autor
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    Standard

    Gute Frage...


    also x ist die einzelne Person und y die Gruppe?

    und wenn der Freiheitsgrad klein ist, dann ist das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe groß?

    und umgekehrt.

    wenn der Freiheitsgrad groß ist, dann ist das Zugehörigkeitsgefühl klein?

    Versuch es vielleicht am konkreten Beispiel?

    Ich muss da gerade irgendwie an ein Knast denken.

    Das Glück - Kein Reiter wird's erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier.
    Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.

    Theodor Fontane

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Es geht darum, dass ein gewisses Maß an Führung und Richtungsweisung zur Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls beiträgt.

    Konkret geht es um interaktives Fernsehen zum Mitmachen und darum, dass vom Sender (bspw. einer Casting-Show) initiierte Interaktionsangebote, die dem Zuschauer in Form von geschlossenen Fragen (A,B,C…) zum gewünschten Verlauf der Sendung unterbreitet werden, das Zugehörigkeitsgefühl in größerem Maße stärken als offene Fragen, in denen der Zuschauer „einfach Mal sagen soll, was er sich so wünscht“.

    Ich behaupte:

    Eine Beschränkung des Handlungsspielraumes (=Reduzierung Freiheitsgrad) durch eine soziale Gruppe gegenüber eines Menschen zusammen mit einer Aufforderung zu einer Entscheidung zwischen einer sehr begrenzten Anzahl an vorgegebenen Handlungsalternativen (Interaktionsangeboten) durch jene soziale Gruppe erzeugt bei jenem Menschen ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl zu jener sozialen Gruppe als bei einem Verzicht einer Beschränkung des Handlungsspielraumes und der Aufforderung zur Entscheidung seitens der sozialen Gruppe, und der damit einhergehenden „absoluten“ Handlungsfreiheit des Menschen

    Die Anzahl identischer und simultan ausgeführter Handlungen von Zuschauern über den Zeitraum des gesamten Interaktionsprozesses ist bei dem handlungsspielraumbeschränkendem (Interaktions)Design größer.

    Das bewusste Ausüben gleicher Tätigkeiten zur gleichen Zeit mit anderen einer sozialen Gruppe angehörenden Menschen stärkt das Zugehörigkeitsgefühl der Menschen zur sozialen Gruppe. (Gemeinsam etwas erleben = Gemeinschaftserlebnis)

    Die soziale Gruppe ist hier die Gesamtheit aller Menschen die simultan gleiche Handlungen ausüben.

    Daraus lässt sich folgern:

     Das handlungsspielraumeinschränkende Interaktionsdesign stärkt das Zugehörigkeitsgefühl in größerem Maße als es beim handlungsfreien Interaktionsdesign der Fall ist.


    Allerdings darf man nicht vergessen, dass das Zugehörigkeitsgefühl auch in starkem Maße vom Interaktionsgrad abhängig ist (der wiederum von einem großen Maß an Handlungsspielraum und Mitgestaltungsmöglichkeit des Zuschauers bestimmt ist). Viel Freiheit hinsichtlich Interaktionsmöglichkeiten des Zuschauers ist schließlich die Grundidee vom Interaktiven Fernsehen.

    Mich interessiert, ob ein Interkationsdesign möglich ist, dass
    1. durch einen verringerten Handlungsspielraum (s.o.) ein größeres „Gemeinschaftserlebnis(gefühl)“ schafft und hierdurch ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl auslöst

    und gleichzeitig aber

    2. die Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls durch die „Grundidee“ des Interaktiven Fernsehens weiterhin möglich macht bzw. unberührt lässt. Mit „Grundidee“ meine ich die momentan gelebte Strömung der Interaktionsfreiheit des Interaktiven Fernsehens.

    Jene Interaktionsfreiheit scheint augenscheinlich erstmal im Widerspruch zu meiner angestrebten Freiheitseinschränkung stehen.
    Wir haben also zwei (vielleicht gegenläufige, vielleicht vereinbare) für mich relevante Effekte auf das Zugehörigkeitsgefühl.
    Der Zweite, momentan gelebte Effekt der in irgendeiner Weise über die Interaktionsfreiheit funktioniert ist von mir noch nicht richtig greifbar.
    Mag, sein, dass ich deshalb nicht vorankomme.
    Vielleicht hat hierzu jemand ja Infos.


    Interessant wäre auch, ob ihr der Meinung seit, dass man das Zugehörigkeitsgefühl in einem Fragebogen nach geschildeter Zuschauersituation über "Bitte bewerten Sie ihr Zugehörigkeitsgefühl auf der Skala...." erfassen kann/sollte.

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