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Thema: Zwang, nichts Sinnvolles tun zu können

  1. #1
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    Unglücklich Zwang, nichts Sinnvolles tun zu können

    Heute, 1. Januar 2012, 20 Uhr abgetippt.

    Ich raste noch aus. Das denke ich mir sehr oft.
    Seit einer gewissen Zeit kann ich nichts mehr machen. Ich kann mich zu nichts mehr motivieren. Schon etliche Male habe ich versucht, Hilfe zu finden. Ich habe Tipps bekommen: Kalender, Zeitpläne, Belohnungen etc.
    Mir sagte mal jemand: wenn man beruflich nicht erfolgreich ist, liegt das meistens großteils an der familiären Situation. Ich kann einfach nicht richtig kompensieren.
    Die Schule ist für mich schon seit der Oberstufe (ich schreibe in wenigen Tagen mein Abitur nach 2,5 Jahren Oberstufe) ein Horror. Nur zweitweise konnte ich mich auf Druck! zum Lernen bringen.
    Anderen spiele ich oft etwas vor, oder jammere. Letztenendes komme ich dann immer zu schlauen Lösungswegen, sei es in Foren, meiner Mutter, Oma, sonstigen Verwandten, Freunden etc. aber befolgen tue ich sie selten.
    Prokrastination oder Aufschieberitis nennt man das. Ich räume viel lieber auf, ordne Dateien auf meinem Laptop, bereite eine angenehmen Lernatmosphäre vor, checke im Sekundentakt meine sozialen Netzwerke in der Hoffnung, auch nur eine Nachricht zu bekommen und verfalle der totalen Sucht. Mein Computer ist längst nicht mehr nur Mittel zum Zweck. Ich verschwende schon seit Jahren viel zu viel Zeit damit, mir Dinge anzuschauen, die mich in keinsterweise fördern.
    Facebook-Krankheit nennt man es, wenn Leute sich auf facebook derart verhaken, dass sie Neid für Mitmenschen entwickeln, die ihr Leben auf einem wunderschönen Präsentierteller zur Schau stellen. Man vergleicht doch immer mit sich selbst, oder?
    Und so schiebe ich so oft es geht triviale Dinge vor wichtige Hausaufgaben, Lernarbeiten, Vokabeln lernen; zusammengefasst: bilden!
    Das steht allerdings im Widerspruch zu meinen Idealen: selbstdiszipliniert, motiviert, entschieden, selbstbewusst, Sprachen wie Englisch & Französisch mag ich sehr, Italienisch möchte ich auch noch lernen, später mal wirtschaftlich tätig sein, viel Geld verdienen... das erschließt sich für mich aber mindestens erst dann, wenn ich überhaupt mal den Hintern hochkriege. Auch wenn es nicht 100-pro stimmen mag, aber wer bekommt schon eine Anerkennung für Faulheit? Ich selbst finde faule und bequeme Menschen, die immer nur das Mindeste tun uninteressant, unattraktiv... aber selbst verkörpere ich eigentlich das, was ich selbst nicht leiden kann. Richtig: ich kann mich selbst nicht leiden.
    Ich will immer alles schön vorbereiten, schreibe mir Listen was ich mir vornehme.. das wenigste schaffe ich.
    Das ärgert mich so an mir. Und mit diesem Verhalten, welches mich schon seit meiner Geburt begleitet, aber gerade in der Oberstufe übel runterzieht, habe ich mir schon so viel verbaut.
    Ich gehe dann mit einer Gleichgültigkeit an den Tag, gleichgültig ist mir dann mein Aussehen, meine Laune, wie ich andere Menschen behandele, die Kontaktpflege, meine Noten (aber jammern tue ich trotzdem darüber), was ich am Tag esse (hauptsache irgendwas), wann ich ins Bett gehe (so spät, dass ich morgens kaum noch rauskomme). Ich habe im letzten Schulhalbjahr etwa 50 Fehlstunden gesammelt, war mein lebenlang zuvor aber immer sehr zuverlässig.
    Ich dachte, es ändere sich einiges mit Eintritt in die Volljährigkeit seit März, aber dem ist nicht so.
    Mein Alltag sieht eigentlich, sofern ich nicht mit meiner Mutter und ihrem Freund in den Urlaub fahre, in dem ich seltsamerweise motivierter bin, an einen organisierten Tagesablauf gebunden und mit „klar denkenden Menschen“ umgeben, folgendermaßen aus: Ich stehe morgen so auf, dass ich gerade schnell duschen kann, höre im Bus IMMER Musik und meide Mitfahrer, schlafe in der Schule meistens auf der Couch (→ Schlaf erweist sich als eine Tätigkeit, bei der man die Zeit vergesst und nicht auf seine Umgebung achten muss; allerdings wird man dann als unkommunikativ abgestempelt und wer mag schon Leute, die ständig am pennen und rumdepressieren sind?!), melde mich im Unterricht äußerst selten → schlechte Noten, konzentriere mich nicht → kein Plan von dem Stoff, schwelge lieber in einer schöneren Traumwelt, komme nach Hause, schlafe mittags oft, weil ich am Vorabend zu spät ins Bett bin, schaue oft Sailor Moon folgen im Internet an, oder wusele nur auf youtube rum, checke facebook, ICQ und E-Mails, mache ab und zu dumme Fotos mit Photobooth, wenns mir ganz schlecht geht, tippe ich meine Gedanken nieder, und vor allem: ich googele JEDEN und ALLES, was mich bedrückt oder andererseits interessiert. Insofern ist der Computer gar nicht mehr wegzudenken. An die frische Luft gehe ich fast nie. Wann hatte ich das letzte mal einen Freund/in bei mir im Zimmer zuhause? Abends schaue ich mir ab und zu die Schulmaterialien an und ordne sie, aber Hausaufgaben machen ich selten. In der Oberstufe kontrolliert es eh keiner. Dann gammele ich bin Mitternacht und später und befinde mich jeden Abend in der selben ******lage.
    Andere sagen jetzt sicher, ich sollte wissen, für wen und was und warum ich zur Schule gehe. Ja, aber ich kann mir echt nicht helfen.

    Und das ist der Punkt: Ich kann mich, wie blockiert, einfach nicht auf die wesentlichen Dinge konzentrieren, ich setze total sinnlos Prioritäten, und habe keinen Respekt und keine Würde mehr vor mir selbst. Es ist ein schrecklicher Zwang, der mich schon oft an Suizid denken gelassen hat (→ wird niemals geschehen, denn ich denke, es gibt immer irgendwo noch einen Funken Hoffnung, es ist alles nur eine Sache der Zeit und des Schicksals; mag es geschwollen klingen) oder ich folglich der wiederholten Erkenntnis, dass ich mich wieder im Griff des Zwangs befinde, ganz verträumt in meinem Zimmer saß und einfach nur, ganz leer zum Fenster hinausschaute.

    Kennt das jemand? Was ist das? Wann endet das?

  2. #2
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi Blogbuddy

    Tönt nicht nach erfülltem Leben, was du da zu erzählen hast. Die Kluft zwischen Wunsch und Realität scheint unüberwindbar zu sein

    Klar, im WWW hängen zurzeit sehr viele Leute ab, ist auch nicht schlimm. Das ist so ein Art grosse Ersatzfamilie und mindestens besser wie keine sozialen Kontakte.


    Du bist dir auch bewusst, wie es um deine Situation steht und machst dir da nix vor.

    Was fehlt dir eigentlich?

    Vielleicht hast du einfach keinen Plan, was du willst. Du lebst irgendwie so programmiert und das befriedigt dich momentan gar nicht mehr.

    Ich würde mal ein bisschen Abstand nehmen zu deiner Umwelt und die Möglichkeiten erkunden, die du hast. Es muss schon passen, sonst läuft bei dir offenbar wenig.

    Mich erinnert das alles ein bisschen an ADHS, wovon wohl viel hier mehr oder weniger betroffen sind. Nur ADHS ist nur ein Syndrom und keine Ursache.

    Ursachenbekämpfung ist wohl auch nicht notwendig.

    Nutze dein Phantasie und entwickle Ideen, wie du aus deiner Situation raus kommst. Alles was du tust, was dich nicht wirklich interessiert, geht dir im Grunde genommen am ***** vorbei.

    Bei ADHS läuft es nur so und nicht anders. Du bist also gefordert, deine Kreativität zu nutzen, damit du wieder in die Gänge kommst. Wenn du Beschäftigungen findest, wo du 100% motiviert bist, hast du sicher keine Motivationsprobleme. Wenn du Dinge machst, die dich nicht wirklich interessieren, stellst du innerlich ab und das Tagträumen beginnt.

    Wie schon gesagt, du bist alt genug, um zu ermitteln, was dir Spass macht und dich motiviert.
    Liebe Grüsse, Martin

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  3. #3
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    Hey martinspin,

    nein, erfüllt habe ich mein Leben nie gesehen. Das soll es aber geben – Menschen, die glücklich sind, so wie sie leben.
    Ich hatte irgendwann mal meine Wünsche und Träume zusammengestellt, wobei mir merkwürdigerweise dann aufgefallen ist, dass all diese Dinge teils sogar das Gegenteil von dem waren/sind, was ich heute bin.

    Sicherlich viele Menschen nutzen das Internet auf sehr gute Weise, und nur auf Profit. Ich lasse mich aber immer wieder in den Bann der Sucht ziehen und mache noch nicht mal „konstruktives“ im www.

    Ich bin mir im Grunde genommen allem bewusst, ich habe schon oft Leuten versucht, meinen Standpunkt zu erklären, worauf dann immer eine klare Antwort kam „Du weißt doch, wo deine Probleme liegen und wie du es ändern kannst.“ .. das ist krass, denn ändern konnte ich bisher wenig.

    Mir fehlt oft der Arschtritt, als meine Mutter noch zuhause wohnte, habe ich mich nicht so hängen lassen. Seit ich alleine mit meinem Vater und meiner Schwester lebe und wir uns täglich streiten und gegenseitig nerven klappt einfach nichts mehr.

    Mir fehlt eigentlich nichts. Ich habe alles, was ich brauch zum Leben – verglichen zu notleidenden Kindern. Insofern könnte ich sagen, so froh zu sein, wie ich nun mal lebe, in einem Industrieland, mit einem Dach über dem Kopf und fast schon im Luxus. Ja Luxusprobleme habe ich!

    Kreativität... letztens fragte mich jemand, in welche Richtung ich gehen wollte, da ich ihm von BWL studieren erzählte.. aber das kann ich ganz ehrlich, gar nicht wirklich beantworten. Ich liebe Autofahren, aber ob es mir mal „Spaß“ macht, ob ich mal dafür „brenne“, Autos zu verkaufen, zu reparieren, oder was auch immer?!?! Wahrscheinlich gefallen mir nur die Whitecolours (Geschäftsleute in Großstädten), die schöne Firmenwagen fahren. Etwas oberflächlich, .. aber ob mir das wirklich gefällt?
    Es gibt einfach nichts, für das ich wirklich brenne, und deswegen komme ich mir manchmal verkommen, verkorkst, vergammelt vor. Ich tanze hobbymäßig und manchmal träume ich davon, eine Tanzgruppe mit tollen Mädels und Jungs zu gründen und auf Weltmeisterschaften zu gehen... aber das steht für mich nicht mit der Realität im richtigen Verhältnis.

    Oft habe ich an mir aber auch bemerkt, dass mir temporär stark imponiert werden kann, wenn ich jetzt z.B. mit einem Bekannten im Außendienst war und bei Kundengesprächen dabei war. Aber im Nachhinein denke ich nicht mehr daran und empfinde es als „zu anstrengend“. Deshalb gebe ich nicht mehr viel auf das, was mir kurze Zeit sehr impressiv erscheint. Mal wollte ich Klavier lernen, mal „International Business Management“ studieren, WEIL es sich so cool anhört und für mich eine allgemein gültige breite Basis schafft, … aber ob mich der Studiengang nur ansatzweise interessiert? Eher nicht!

    Ich fühle mich durch die Schule so gefesselt, und habe echt keine Lust mehr drauf. Früher habe ich für Schule gebrannt, wollte sogar Lehrer werden! Heute kotzt sie mich nur noch an!

    An ADS/ADHS dachte ich auch schon, da ich andere Leute auch oft nervig, STARK launisch bin, mal fett lache und im nächsten Moment wieder in irgendeiner traurigen Parallelwelt schwebe, umgeben von Begierden, Wünschen, und genieße nicht den Moment.
    Mich schockiert es manchmal, dass ich mich an Dingen gar nicht mehr richtig erfreuen kann. Ich erkenne sie, sage, sie als schön zu empfinden, aber in Wirklichkeit begeistern sie mich nicht so wie mein Umfeld sich dafür begeistern mag.

    Und was soll man bei ADHS machen? Ich kenne Leute, die dagegen Tabletten nehmen, um es einigermaßen in den Griff zu kriegen. Aber ich nehme nicht gerne Tabletten und will mich keinesfalls an sie binden, homöopathisch geht gerade noch so. Ähnlich damit, dass ich vielleicht mal zum Psychologen sollte, ihn aber selbst nicht als notwendig sehe...

    Gruß

  4. #4
    Schreibkraft Avatar von free 93
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    Hallo blogbuddy.

    Also ich bin ungefähr in der selben lage wie du. auch oberstufe ´, genauso unmotiviert, usw. deswegen kann ich dein problem sehr gut verstehen
    ich versuche das alles immer zu reflektieren, und was mir auffällt ist das du (wie auch leider ich^^) die dinge nicht aktiv in die hand nehmen, wahrscheinlich aus fehlender motivation. ich schreibe auch dauernd diese to do listen und bereite lieber etwas vor als es dann tatsächlich zu tun.

    es ist so, dass das alles wie ein sog ist der einen immer nur noch mehr runterzieht, man ist enttäuscht und ist in mehreren lebenslagen deswegen beeinträchtigt, nicht nur in der schulischen.

    wenn interesse ind begeisterungfähigkeit fehlen zieht das einen runter. ich bin mir auch nicht sicher ob das eine charaktersache ist oder krankhaft?

    das familiäre umfeld ist auch immer sehr wichtig, bei mir hat das alles auch damit angefangen dass die familienlage sich geändert hat. ich hab auch mit meinem vater und geschwistern zusammengewoht und wenn einmal die miese alltagssituation hergestellt ist ( und das passiert leider oft wenn alle unzufrieden sind wegen trennung usw.) ist es schwer den kopf freizubekommen...ích hatte darauf keine lust mehr und bin kurzerhand ausgezogen (ist vllt nicht für jeden was...) aber den tipp von martinspin mit dem abstand gewinnen hat mir immer sehr geholfen. abstand von zu hause und auch schule... einfach mal probieren.

    ich selbst hab auch mehrere zeichen von adhs, man kann nur keine ferndiagnosen stellen, deswegen therapeut^^

    wie sieht denn dein soziales leben aus?

    lg free
    Der Sklave will nicht frei werden. Er will Sklavenaufseher werden.
    Gabriel Laub


    Bevor ich falle, falle ich lieber auf!!

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei free 93 für den sinnvollen Beitrag:

    martinspin (01.01.2012)

  6. #5
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    Zitat Zitat von Blogbuddy Beitrag anzeigen
    Und was soll man bei ADHS machen? Ich kenne Leute, die dagegen Tabletten nehmen, um es einigermaßen in den Griff zu kriegen. Aber ich nehme nicht gerne Tabletten und will mich keinesfalls an sie binden, homöopathisch geht gerade noch so. Ähnlich damit, dass ich vielleicht mal zum Psychologen sollte, ihn aber selbst nicht als notwendig sehe...
    Wenn alles nix hilft, solltest du tatsächlich zum Psychologen gehen. ADHS ist nur ein Syndrom und wegen mögliche Ursachen kann dir nur ein Fachmann helfen.

    Die Trennung deiner Eltern ist sicher auch ein Thema. Die grosse Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität würde ich mir mal genauer anschauen. Sowas kommt bei der histrionischen PS vor. Wenn es in diese Richtung geht, hast du mindestens ein Problem mit Beziehungen, Gruppen und Partnerschaften. Könnte genauso gut ein bipolare PS sein mit manischen und depressiven Phasen. Wer weiss?

    Egal, du hast schon eine richtige Baustelle in jungen Jahren und ohne daran zu arbeiten, verbessert sich dein Zustand nicht
    Geändert von martinspin (01.01.2012 um 21:59 Uhr)
    Liebe Grüsse, Martin

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  7. #6
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    @free 93:
    So blöd es klingen mag, es erleichtert mich, wenn jemand ähnliche Probleme hat, weil man dann nicht das Gefühl hat, alleine zu sein. Allerdings sollte man sich darin nicht wohlfühlen

    Zur sozialen Lage: Eltern getrennt, mit Mutter super Verhältnis, Vater ist 70, senil, setzt Schwester keine Grenzen, die macht mit 15 Jahren was sie will, stark pubertär, zwischen denen besteht eine (neurotische) Hassliebe, oder wie auch immer. Auf jeden Fall bin ich eher Mamakind und sie eher Papakind.
    Ich wollte schon etliche Male ausziehen, aber die Zeit war zu knapp; letztenendes wäre es besser gewesen. Ab Mai dürfte ich für ein Jahr Work & Travel in Kanada machen, das könnte auch ein Grund sein, warum sich bei mir die Geduld staut und ich es kaum noch abwarten kann, endlich rauszukommen, nachdem ich das verdammte Abi hinter mir habe.

    Ja, da hast du, martinspin, Recht. (Sorry, das habe ich ganz übersehen). Abstand hielt ich schon immer für den letzten Ausweg, auch weil ich mich oft mit meiner Familie hier zuhause streite. Wenn man sich rar macht, ist man begehrter: kaum bin ich mal über Weihnachten bei meiner Mutter in der Schweiz, schreibt mir meine Schwester E-Mails mit Bildern vom Hund.

    Ein Diagnose von ADHS o.Ä. gab's bei mir nie. Ich hatte zwar schon immer Ticks, von wegen „Ich hab ein kleines Männchen im Kopf, was mir sagt, ich solle die Matheaufgabe durchstreichen, weil sie vielleicht nicht schön niedergeschrieben ist“ oder dass ich meine Hände zu oft gewaschen habe oder ständig mit den Augen gezuckt habe... war vergangen, manchmal erwische ich mich aber heute noch beim „ticken“. Ich weiß nicht, ob das im Zsmhang steht, aber ich bin jetzt nie irgendwie besonders aufgefallen. Zumal bin ich eher introvertiert und hab nicht den Mumm, Leute anzusprechen. In meinem Kopf bildet sich immer das Bild eines ADHS-Belasteten, immer den Clown spielen zu wollen oO ^^

    @Martinspin: daran dachte ich auch schon. Ohne etwas zu ändern, würden mich bestimmte Verhaltenszüge noch ewig begleiten. In meiner Familie hatte meine Mutter zur Zeit der Beziehungskrise einen Psychologen, meine Halbschwester (von Vater 1. Ehe) war sogar mal in der Klinik, mein Vater hat seit der Scheidung 2008 auch einen Psychologen, meine Schwester wegen „Scheidungskind“ auch, zu der sie jede Woche geht. Und unter Vorwürfen von ihr à la „DU BRAUCHST VIELLEICHT AUCH MAL EINEN PSYCHOLOGEN!“ habe ich es schon von vorne herein abgewiesen, mich auch nur einem Psychologen zu öffnen, wobei manchmal wäre das vielleicht 'ne Erleichterung.
    Ich würde mich nicht direkt als „scheidungsgeschädigt“ beschreiben, zumal man das nie als Rechtfertigung benutzen kann, schulisch abzusinken – keiner hat da Verständnis.
    Aber hinzu kommt noch – und jetzt bitte keine Vorurteile oder Erschrecken – dass ich (ich kanns kaum ausschreiben) schwul bin, oder bi.. eher ersteres und ungeoutet bin. Ich möchte das bis nach dem Abi KEINEM sagen, wobei letztendlich eh jeder meinen würde „war doch von vorne herein klar“.
    Früher wurde ich schon gemobbt von wegen Schwuchtel etc. Höhepunkt war in der 7. oder 8. Klasse, danach hat es abgenommen. In der Oberstufe habe ich es bisher immer wieder abgestritten. Es wäre sicher befreiend, es zuzugeben. Aber ich wehre mich par tout dagegen. In dieses Leben kann ich aus Prinzip erst eintreten, wenn ich nach Kanada gehe oder zurück komme und anfange zu studieren...

    Aber um zum Thema zurück zu kommen: für meine Demotivation würde ich das nicht als Grund nehmen. Da unterscheide ich zwischen zwei Paar Schuhen.

  8. #7
    Schreibkraft Avatar von free 93
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    aber die demotivation kommt irgendwoher, vllt daher dass du dich nicht akzeptieren kannst und keinen grund siehst weil du mit dir nicht im reinen bist...(wegen homosexualität)
    ich meine mit sozialer lage eher die freunde etc.


    lg free
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  9. #8
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    Ich muss sagen, dass ich eigentlich nicht viele Freunde habe. Meinen letzten Geburtstag habe ich richtig mit mehreren Leuten beim Kegeln gefeiert, da wurde ich 12. Seit dem nicht mehr. Bei meinem 18. war ich mit 4 "Freunden" was essen, wobei das eine euphorische :P Freundin organisiert hatte als Überraschung.
    Durch meine ständige Jammerei haben sich denke ich viele abgewendet, habe noch zwei, drei recht gute.. aber in Kontaktpflege bin ich echt schlecht. Es ist mir dann auch egal. Ich mache dann andere Sachen, anstatt mich mal nach ihnen zu erkundigen. Gut, und wenn ich dann mal vorschlage, zusammen in den McDonalds zu fahren, dann sind diese meist anderweitig beschäftigt.
    Aber auch das habe ich eigl schon erkannt. Kann mich selbst nicht so leiden und deswegen auch nicht andere, zudem die nicht wissen, dass ich schwul bin. Halte mich von daher wahrscheinlich eher distanzierter. Mit anderen Jungs meiner Stufe kann ich nicht so, die Mädchen sind mir meist auch zu dumm, zu langweilig oder es gibt einfach keine gleichen Interessen. Ich isoliere mich echt, stelle mich über meine Mitschüler... wahrscheinlich ist es so.
    Aber da kann ich von heute auf Morgen auch nichts ändern.
    Das ist auch eine Ar Teufelskreis: mit Jungs will ich nix zu tun haben, aber zu viele Mädchen nerven mich auf Dauer, weil ich nicht "der Hahn im Korb sein möchte" und würde dann lieber was mit Jungs machen, kann mich aber nicht einordnen, oder anpassen...

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