Hallo zusammen,
ich bin durch's suchen im Internet auf diese Seite aufmerksam geworden. Ich habe mir hier einige Erfahrungsberichte von Leuten durchgelesen und finde mich dort zum Teil wieder. Auf der einen Seite natürlich schlimm, dass es so vielen Leuten mies geht, auf der anderen Seite für mich beruhigend, dass ich nicht allein mit dieser Problematik zu sein scheine. Ok, hier meine Geschichte. Vielleicht gibt's hier ja jemanden, dem es ähnlich geht, und der etwas hierzu sagen kann...
Ich bin 31 Jahre alt und seit meinem 15 Lebensjahr leide ich an Zwangsgedanken der übelsten Art. Vor meinem inneren Auge spielten sich damals sehr aggressive Szenen ab, die mich zutiefst erschreckten, da mir persönlich Aggression und Gewalt fremd sind und vollkommen meinem Naturell und Charakter widersprechen. Ich hatte damals auch Angst, mit anderen Leuten zu zweit allein zu sein, da ich befürchtete, die Kontrolle über mich verlieren zu können und ihnen Gewalt anzutun. Lange Zeit habe ich diese Gedanken, die sich nicht gegen bestimmte Personen richteten, sondern gegen alle und jeden, unterdrücken und wegschieben können. Trotzdem war ich mir seitdem sicher, eine Art Psychopath zu sein. Mit 20 begann ich eine medizinische Ausbildung zum Krankenpfleger, in welcher ich u.a. auch die Krankheitsbilder verschiedenster psychischer Erkrankungen kennenlernte. So auch das Krankheitsbild der Schizophrenie.
Diese Erkrankung ängstigt mich dermaßen, dass ich dafür keine Worte finden kann. Vom ersten Tag an, ab welchem mir diese Krankheit mit ihrer Symptomatik bekannt war, redete ich mir ein, kein Psychopath zu sein, sondern eben psychotisch/schizophren. Es gab in meinem 22. Lebensjahr diesbezüglich eine ganz schlimme Phase. Alles was ich dachte und tat, analysierte ich auf die schizophrene Symptomtatik hin, ordnete Gedanken und Handlungen in "gesund" und "krank" ein. Wenn ich z.B. eine Sache, einen Dialog z.B., inhaltlich oder akkustisch nicht verstand, kam mir sofort der Gedanke : "Siehst du, das ist ein eideutiges Zeichen dafür, dass du schizophren bist." Im Zuge dessen erlitt ich auch starke Derealisations-Erlebnisse, welche mich in meiner Annahme nur bestärkten. Auf der anderen Seite war ich mir voll im klaren, NICHT psychotisch zu sein, da ich eigentlich keinerlei Symptome wie Halluzinationen, Stimmen, Paranoia etc. aufwies. Während dieser Zeit hatte ich auch nur sehr wenige bis eigentlich gar keine Zwangsgedanken aggressiver Natur. Da heißt, die ursprünglichen, aggressiven Zwangsgedanken wurden durch die Schizophrenie-Zwangsgedanken abgelöst. Ich ging durch die Hölle damals. Und dann geschah irgendwie das Wunder : Eines Tages waren diese Gedanken verschwunden. Einfach so. Die Angst davor verschwand mit. Und so lebte ich die letzten 7 Jahre recht glücklich und zufrieden mein Leben.
Bis vor ca. 8 Wochen der alte Kreislauf begann : Zuerst aus heiterem Himmel aggressive Zwangsgedanken, dann die Befürchtung, ein Psychopath zu sein bis zum momentanen Punkt, wieder von der eigenen Schizophrenie überzeugt zu sein. Besonders schlimm dabei ist für mich, dass mich die Symptomatik der Schizophrenie irgendwie "triggert". Besonders das Ding mit der sogenannten Ich-Störung : Ständig hämmern mir meine Zwangsgedanken ein, andere Leute könnten meine Gedanken lesen, wobei ich mir VOLLKOMMEN darüber im Klaren bin, dass das Unsinn ist. Ich bin davon vollkommen irritiert und verängstigt. Begleitet werden diese Gedanken von einem starken Kribbeln im Kopf, was mir zusätzlich den letzten Nerv raubt. Nach außen hin funktioniere ich einwandfrei, niemand, bis auf meine Freundindin, weiß davon.... ich gehe regelmäßig zur Arbeit, treffe mich mit Freunden und meiner Freundin, lese, höre Musik, treibe etwas Sport etc... Führe also ein ganz normales Leben, welches so schön sein könnte, wenn mir mein Kopf nicht einen Strich durch die Rechnung machen würde. Dass ich ärztliche Hilfe nötig habe, weiß ich. Dumm ist hierbei nur, dass ich im ländlichen Raum wohne. Fachärzte sind demnach rar und Termine nur langfristig zu bekommen. Ich habe Mitte April einen Termin bei einer Psychiaterin und setzte meine ganze Hoffnung da hinein. Was immer sie mir rät und vorschlägt zu tun, bin ich bereit zu machen. Ich will nur, dass das aufhört.
Danke für's zulesen.![]()


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Damit will ich die Sache nicht klein reden aber da Du Dich ja auskennst, weisst Du bestimmt, dass man auch bei Angststörungen die Angst hat, verrückt zu werden. Vll. brauchst Du einfach jemanden, der Dir bestätigt, dass Du nicht schizophren bist. Man darf ja nicht vergessen, dass man selbst nicht so differenziert seine Symptome auseinanderklamüsern kann, wenn man psychotisch oder schizophren ist.
Mir wurde dann auch gesagt, dass es nicht der Fall ist und er wahrscheinlich auch noch traumatisiert durch den Krieg war-sonst war er hyperintelligent aber dachte eben auch, er werde verfolgt...

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