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Thema: Zwang zu lügen (Pseudologie)

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    Standard Zwang zu lügen (Pseudologie)

    Ich hoffe, ich bin hier richtig. Jedenfalls fühle ich mich im Moment sehr überfordert und weiß nicht wo mir Kopf und Fuß stehen.
    Mein Freund und ich haben seit geraumer Zeit viel Streit (weil ich sehr eifersüchtig und misstrauisch bin, emotional sehr schwanke ... bin auch wegen einer leichten Borderline-Störung in Therapie). Ich habe also immer alles in Frage gestellt. Aber eigentlich geht es gar nicht um mich. Durch diese Streitereien kam irgendwann raus, dass bestimmte Dinge, die er sagte, nicht passen. Vor ein paar Tagen hat mein Freund zugegeben, dass er in vielen Dingen gelogen hat, sehr große Dinge sogar. Er hat sich ein komplettes Leben ausgedacht und das so glaubhaft, dass es mir kalt den Rücken runterläuft.
    Hier nur eine Auswahl seiner Lügen:
    * eine Zwillingsschwester Lea, die sein ein und alles war, die er so sehr liebte und mit der er sogar intim war
    * eine Verlobte Frances, die er auch sehr sehr liebte - Lea und Frances starben bei einem Autounfall
    *er verletzt sich bei dem Autounfall am Sprunggelenk
    --> Aufgabe seiner beruflichen Laufbahn als Kommandosoldat, wo er viele geheime Sachen machte, deutete immer auch Tötungen an ... während der Laufbahn auch mal eine Namensänderung ... früher ein Adelstitel!
    *Schwester von frances mit Eltern nach Kanada gezogen: Mary-Lee - ist in ihn verliebt!

    Das ist nur eine ganz kleine Auswahl, aber das Erschreckende: Jeder erfundenen Person hat er so viel Eigenständigkeit verliehen, jede hatte ihren individuellen Charakter ... und ähm ja, Mary Lee hatte mir sogar eine Nachricht bei studivz geschrieben. Und ich hab Bilder von allen gesehen ... Und und und. Ich war immer misstrauisch ob alles ganz korrekt ist (vor allem die KSK-Laufbahn) ... aber das NICHTS wahr ist, das hab ich mir nie erträumt. Aber ich muss ihm einräumen, dass er mir nun zum ersten Mal nicht nur sein Wort gegeben hat, er hat auch schon einiges mit Formularen belegt. zb Formulare, die aufweisen, dass er schon immer so hieß wie heute und nie von-und-zu, woher seine Verletzungen wirklich kommen, dass die studivz Profile von ihm selbst betrieben sind.

    Ich bin einerseits so wahnsinnig wütend, so enttäuscht und so verwirrt - und anderseits hänge ich an ihm, war er immer gut zu mir in seinem Verhalten (bis auf die Lügen), war immer geduldig wenn ich meine Ausraster hatte ... Drum kann ich jetzt nicht einfach gehen. Ich sage mir, es hat nichts mit mir zu tun. Aber dennoch: Wenn er mich liebt, dann hätte er mir doch nicht immer und immer wieder so Lügen erzählt oder? anfangs kamen ja auch kleine Lügen raus und ich habe jedes Mal gelitten (weil ich aufgrund meiner eigenen Krankheit sehr allergisch darauf reagiere), aber er hat weiter gemacht. Wie kann ich dann sicher sein, dass seine Liebe echt ist? Denn anscheinend ist er auch ein sehr guter Schauspieler! Oft saß er nämlich da und sah so traurig aus und gab vor an seine Schwester zu denken. War in sich gekehrt, weil er an sie denkt ... Und er meinte auch, er habe all die Male als eine kleine Lüge aufflog, die er dann mit einer neuen Lüge ersetzte, keine Schuld gespürt. Aber er versichert, dass jetzt alles anders sei.

    Kann das sein? Kann ein Pseudologe wirklich von heute auf morgen erkennen, dass er krank ist und kann er wirklich Schuld empfinden? Bringt eine Therapie etwas? Und sind solche Menschen überhaupt fähig einen realen Menschen zu lieben? Oder sehen sie sich eigentlich so sehr nach dem, was sie sich da ausdenken??

    Ich weiß, das Thema Pseudologie gab es hier schon ... aber irgendwie bin ich so verwirrt und alles und brauch vielleicht mal Blicke von außen auf meine Geschichte.
    Geändert von Phoenixblut (22.05.2011 um 21:30 Uhr)

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