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Thema: Zwanghafte Suche nach Bestätigung

  1. #9
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    @Gabiannarele:Ich habe die Einträge erst jetzt gelesen. Das ist natürlich eine belastende Situation - keine Frage.

    Wenn Paddy nichts verschönert hat, sind die beiden aber meines Erachtens mit der Situation bisher ganz gut umgegangen - sie haben alles offen angesprochen, er hat signalisiert, dass er bereit ist zu reden und hat versucht etwas zu ändern (hat er dann anscheinend nicht durchgehalten) und Paddy hat ihre Konsequenzen gezogen und die Beziehung beendet.

    Ist das Verhalten ihres Freundes abartig oder krank? Ich bin der Meinung, es wird uns heute im Internet so einfach gemacht Grenzwertiges mal eben auszuprobieren und schneller als man glaubt ist man süchtig danach.
    Und wenn man mal vom "normalen Weg" (also das was Otto Normalverbraucher akzeptiert und nachvollziehen kann) abgekommen ist, dann verschieben sich nunmal die Grenzen. Solange er niemanden belästigt oder ängstigt ist das alles okay und Paddy schadet er damit ja auch nicht wirklich. Man kann ihm also in erster Instanz vorwerfen, dass er
    nicht die nötige Vorsicht walten ließ um zu verhindern, dass Paddy mit seinem Hobby konfroniert wird.

    Der Mann besteht nicht nur aus seinem Fetisch! Er scheint ja sonst ein toller Partner zu sein. Da habe ich doch vollstes Verständnis, dass Paddy ihn nicht so einfach aufgibt.
    Sie muß abwägen, ob sie ihm nochmal eine Chance geben will, was sie im Falle eines Scheiterns tun wird, ob sie evtl. damit leben könnte, dass er seinem Hobby weiter nachgeht, wie sich die Problematik auf ihr Seelenleben auswirkt, ob ihr Kind u.U. darunter zu leiden hat, ob sie sich beginnt, vor ihrem Partner zu ekeln etc. etc.



    Ich finde es gut, dass Du (Paddy) mit ihm geredet hast und die Trennung durchgezogen hast. Damit hast Du ihm ganz klar signalisiert, dass sein Verhalten für Dich inakzeptabel ist. Weniger gut gefällt mir die Diskussion
    über seine Beweggründe, ob er jetzt verzogen ist oder ADS hat oder was für schlimme Erlebnisse in seiner Kindheit zu geführt haben könnten, dass er ist was er ist.

    Was er tut fasziniert ihn, zieht ihn magisch an, geilt ihn auf! - das sind aller Wahrscheinlichkeit nach die einfachen Gründe.

    Er tut was er tut bewußt und ist für sein Handeln verantwortlich.

    Er weiß, dass Dich Paddy sein Verhalten befremdet, verwirrt und euch auseinanderbringt!


    Sonnige Grüsse aus Berlin

  2. #10
    Gast784
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    Ich tue mir sehr schwer damit, diesen (online-)Sexkonsum einfach als Hobby zu verstehen. Ganz einfach deshalb, weil ich es bisher so erlebt habe (und das anscheinend von der Fachwelt auch so bestätigt wird), dass dieser Konsum eher zu einer Verrohung führt, dass er noch mehr in die Defizite reinführt und aushungert, anstatt satt und zufrieden zu machen, wie man das von Hobbies generell eigentlich erwartet und auch kennt.

    Es ist wie bei jedem anderen Suchtmittel auch: als Angehöriger bist Du da immer nur die Nr. 2. Und wenn Du die Sucht nicht mitträgst, bist Du der Feind.

  3. #11
    Neuling
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    HAllo

    Also Ich bin ja dankbar für die Ratschläge die ich hier bekomme, aber zunehmend frage ich mich woher die Erfahrungen auf Grund derer die Ratschläge erteillt werden, stammen. Wenn es Statistiken gibt, dass derartige "Störungen" nicht behandelt werden können, oder die Praxis sagt, dass es aussichtslos ist, dann ist das für mich ein Argument.

    Ich halte mich weder für naiv noch dumm, weiß allerdings auch wieviel an dieser Beziehung hängt. Abgesehen von mir und meinem Partner ist da noch ein Kind und weitere Beteiligte. Ich bin bereit mich darauf einzulassen, es noch einmal zu versuchen. Bin aber nicht die Treibende Kraft die um Psychologen zieht. Das ist er.

    Es stimmt auch, vor einigen Monaten habe ich diesen besagten Thred gepostet. Entgegen den meisten Meinungen, ist dieses Thema seit damals keines mehr. Auf keiner dieser Seiten ist er aktiv (und das weiß ich zu 100%). Damals hat er alle Accounts gelöscht und bis heute keine neuen eröffnet. Auch diesmal bietet er mir an die komplette Kontrolle zu übernehmen, aber nebenbei die Beratungsgespräche wahrzunehmen, um das Problem zu lösen - nicht nur den Zugang zu blockieren.

    Ich rede mir nichts schön, ich habe um bedenkzeit gebeten und denke täglich darüber nach. Ohne das Gespräch seiner Mutter, indem sie mir von seiner Kindheit erzählte und seinen Vorschlag zur Therapie würde ich dies nicht tun.

    Wenn es Therapien für Sexsüchtige gibt, oder Spieler, diese sind dann noch erfogreich, wieso ist es so unmöglich das Problem von mangelndem Selbstbewusstsein, bzw das Betteln nach Aufmerksamkeit zu beheben?

    Ich bin kein Psychologe und kann es mir selber nicht erklären. Das muss ich aber wissen, um guten Gewissens sagen zu können, "diesen Mann lasse ich gehen und werde mir nie gedanken machen, ob wir es nicht döch hätten schaffen können." Ich hinterfrage grundsätzlich alles und erst wenn es logisch erklärt ist, akzeptiere ich es.

    Ach etvl sollte ich noch den Grund erwähnen, wieso ich daran glaube, dass es "heilbar" ist. Ein ähnliches Problem hatte ich in meiner Jugend auch. Sehr geringes Selbstwertgefühl. Ich fing mit Cheerleading an und trat von tausenden von Leuten auf, dies gab mir sehr viel. Desweiteren habe ich angefangen zu strippen und das nicht nur des Geldes wegen. Hauptsächlich wegen der Bestätigung der Männer. Dann habe ich einen Mann kennengelernt, mich verliebt, ihn dennoch eine Zeit lang damit hintergangen aber letztendlich damit aufgehört und nicht wieder damit angefangen. Bis heute.

  4. #12
    Gast784
    Gast

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    Wenn es Therapien für Sexsüchtige gibt, oder Spieler, diese sind dann noch erfogreich, wieso ist es so unmöglich das Problem von mangelndem Selbstbewusstsein, bzw das Betteln nach Aufmerksamkeit zu beheben?
    Natürlich ist das möglich, in den meisten Verhaltenstherapien wirds darum gehen, schätze ich. Denn wenn Du hier im Forum guckst, das ist voll von diesen Problematiken.

    Kann halt sein, dass er einige Jahre Entwicklung irgendwie verschlafen hat und es deshalb vll jetzt etwas länger dauert, bis er sich da was erarbeitet hat. Kann auch sein, dass seine Probleme dermaßen komplex sind, dass er sogar aus allem ganz raus müsste, also stationär, damit er sich komplett neue Strukturen erarbeiten kann.

    Denn das, was übergangsmäßig vll Sinn machen mag, ist mit Verlaub keine Lösung:
    Auch diesmal bietet er mir an die komplette Kontrolle zu übernehmen,
    Aber das scheint er ja schon verstanden zu haben.

    Das mit dem Strippen, ja, ich kenne das in anderer Hinsicht. Bei mir wars Tanztheater, also auch Bühne. Und Bühne ist tatsächlich was, das einem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gibt. Wenn man sich davon nicht abhängig macht (da sehe ich ne gewisse Gefahr beim Strippen, vor allem weil das Milleu ja nun wirklich ne 100%ige Scheinwelt ist, und die Gefahr groß ist, dass man das wegen dem Geld länger macht, als es einem gut tut)

    Ich halte deshalb auch sehr viel von Theaterarbeit, was z.B. auch im Coaching, in der Teambildung etc inzwischen eingesetzt wird. Kreative Mittel sind generell eine gute Therapieergänzung, weil sie einem wieder den Zugang zur eigenen Kraft und zu einem ganzheitlichen Empfinden ermöglichen. Solche Methoden und Mittel sind Arbeit mit den eigenen Ressourcen und die wären auf jedenfall ein wichtiger Auslgeich zu der ganzen Problemwälzerei und von welcher Krankheit das jetzt kommt.

    Nicht missverstehen: Ursachenforschung ist da wichtig. Aber es ist nicht weniger wichtig, sich Neues ins Leben zu holen, aus dem man endlich mal diese ganzen Selbst-begriffe (selbstwert, selbstliebe, selbstbewusssein, selbstvertrauen) erfahren und aufbauen kann.

    Das mag in der Scheinwelt des Inets einfacher gehen und verlockender sein, aber ihr seht ja jetzt, was es wirklich gebracht hat.

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