Hallo zusammen,
ich habe mich für diese Anfrage registriert. In meinem Umfeld spreche ich nicht über mein Problem, weil es mir total peinlich ist....
Kurz zu mir: Ich bin 38 Jahre alt, habe ein wirtschaftlich orientiertes Fach studiert und bin seit ca. 8 Jahren selbständig mit kleinem Büro beratend tätig. Die Zeit der Existenzgründung war schwierig, nun geht es mir nicht schlecht. Ich bin seit einigen Jahren Single, Kinder habe ich keine.
Mein Problem erscheint mir schon beim Tippen total albern, dennoch quäle ich mich unsäglich damit herum. Seit längerem überlege ich mir, wie es wäre als Tierärztin zu arbeiten.
Nach der Schule habe ich dieses Fach aus mehreren Gründen nicht gewählt:
1. Meine Abinote war viel zu schlecht.
2. Ich war schwach in den naturwisschenschaftlichen Fächern.
3. Vor allem aber: Ich bin allergisch gegen alle Arten von Tieren mit Haaren oder Federn, die mir bisher begegenet sind. Ich reagiere mal mehr mal weniger heftig, bei vielen Arten aber sogar mit allergischem Asthma, bei anderen "nur" mit laufender Nase, juckenden Augen, juckender Haut beim Kontakt mit Speichel...Seit meiner Kindheit bis in meine 20er Jahre litt ich zudem an Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien. Auch heute noch reagiere ich mit Asthma auf Staub (z.B. beim Speicher kehren) und auf Schimmelpilze (feuchte Heu wegschaffen....). Ich bin durch und durch Allergikerin, habe auch Heuschnupfen und eine Allergie gegen den Kot der Hausstaubmilbe.
Wie in alles in der Welt kann ich mich dann mit so einem Gedanken beschäftigen??
Denn selbst wenn ich alles, was ich mir aufgebaut habe, hinter mir ließe und ein solches Studium finanzieren und fachlich durchstehen könnte (allein die Praktika könnte ich kaum gesundheitlich überleben), ist mir klar, dass ich weder in einer Kleintierpraxis noch für Großtiere arbeiten könnte. Ich bin extram stark gegen Pferde allergisch, ich würde es nicht überleben, Meerschweinchen und Kaninchen dito.
Mein Hirn denkt sich dann aber aus, dass ich als Zootierärztin arbeiten könnte und dort Tiere finden könnte, mit denen ich klar käme (Echsen vielleicht, oder Fische - die mich aber bisher nie besonders interessierten....). Ich male mir aus, dass eine Berufsanfängerin von dann mind. Mitte 40, sich nur um die Tiere kümmern könnte, die sie "verträgt". Und dass ich alles andere meiden könnte.
In ganz Deutschland gibt es nur rd. drei Dutzend Stellen für Zootierärzte. Da wartet man sicher genau auf eine, die an multiplen Allergien leidet.
Und - noch verrückter - ich mag Zoos nicht besonders. Bin da nie hin, da ich eingesperrte Tiere nicht gerne sehe.
Ein vergleichbares Problem hatte ich während des Studium. Da quälte ich mich massiv damit herum, abzubrechen und Ernährungswissenschaften zu studieren. Ich war so neben mir, dass ich psychologische Hilfe suchte. Man konnte mir aber leider nicht helfen. Der Wunsch nach diesem Fach ist später von heute auf morgen völlig verschwunden.
Hat jemand von Euch vielleicht eine Idee, wie ich diese quälenden Gedanken los werde? Ich raube mir damit viel von meiner Lebensfreude, kann mich oft nicht richtig konzentrieren und bin deshalb immer wieder im Job nicht voll leistungsfähig.
EDIT: Ich möchte noch ergänzen, dass ich als Kind ausgeprägt unter Kontrollzwängen litt und viele "Rituale" ausführte. Dies habe ich nicht ohne fremde Hilfe überwinden können. Heute bin ich ein extrem ordentlicher Mensch. Der aufgräumteste und ordentliches Mensch, den ich kenne. Ich werde deshalb oft als "zwangaft" beschrieben, wobei die Leute dies aber eher scherzhaft sagen. Neulich wurde mit einem Augenzwinkern gesagt, dass nur noch ein Waschzwang fehle. Ordnung und Struktur sind für mich extrem wichtig. Ich bin dabei mehr als 100 %ig, kann nie mal etwas liegen lassen. Auch mein Sportprogramm arbeite ich sehr konsequent ab. In der Ernährung bin ich - so sehe es zumindest andere - sehr streng, indem ich fast immer versuche mich gesund und ausgewogen zu ernähren und nicht dick zu werden.
Viele Grüße und Danke fürs Lesen
Physalis


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) und auf Schimmelpilze (feuchte Heu wegschaffen....). Ich bin durch und durch Allergikerin, habe auch Heuschnupfen und eine Allergie gegen den Kot der Hausstaubmilbe.
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