Hallo,
ersteinmal vielen Dank, dass ich hier angehört werde. Bin selber Betreiber eines Forums und kann eigentlich Leute nicht leiden, deren Beitragsanzahl gleich Null ist und die trotzdem nach Antworten verlangen.
Jetzt zu meinem Problem.
ICh habe eine lange Geschichte zu erzählen. Alles fing vor ca. 6 Monaten an, als ich die Freundschaft zu einem Mädchen dem ich schon sehr zugetan war (ein weiteres Mal) intensivierte. Sie hatte Probleme zuhause, Scheidungsdrama, Umzug, Ärger mit ihrem Stiefvater. Ich wollte immer für sie dasein und hab mit ihr über Ihre Probleme geredet. Bei mir zuhause (ich bin 19, mache Abitur und lebe noch bei Mutti) lief eigentlich immer alles soweit gut. Es gab Konflikte weil meine Mutter überbesorgt war, aber ansonsten war es immer ein gutes Verhältnis.
Durch die Schilderungen meiner Freundin fühlte ich mich dazu bewogen, Geschichten von mir zu erzählen. Ich hab ihr erzählt wie schrecklich das doch wäre wenn man nicht dahin kann wann und wohin man will. Sie bekam mit wenn meine Mutter mir verboten hatte ich die schlimmste Disco der Stadt zu gehen, weil ich immer mit ihr und ihren Freundinnen unterwegs war.
Jedesmal wenn sich nun diese Freundin von mir und meine Mutter begegneten (und meine Mutter hat immer einen guten Draht zu meinen Freunden) rollte nun die Freundin mit den Augen, grüßte nicht und ließ meine Mutter spüren, dass sie von ihrer Anwesenheit nich gerade angetan sei.
Ich hab meiner Freundin trotz einer Forderung meiner Mutter nie dazu etwas gesagt und hab sie weiter mit den Augen rollen lassen und nicht grüßen um Ärger zu vermeiden.
Knapp einen Monat später wollte mich diese Freundin dann zuhause besuchen und mich näher kennenlernen. Damit. dass sie interesse an mir haben könnte hab ich allerdings nicht gerechnet. Sie hat den Tag "unseren gemeinsamen Tag" genannt. Sie hat wie immer meine Mutter nur dürftig gegrüßt. Da soein Tag bei mir zuhause nicht sehr spannend war, schlug ich vor mit ihr in die Stadt zu fahren, McDonalds oder so ... Ich hab meine kleine Schwester (13 Jahre alt) gefragt ob sie mit will. Einfach weil ich wusste, dass sie gerne zu McDonalds wollte und um auch meiner Schwester einen Gefallen zutun.
Es kam wie es kommen musste und meine Freundin hatte ein offensichliches Problem mit meiner Schwester. In dem Moment wusste ich nichtmehr was ich machen sollte. Ich bin jemand der es allen recht machen will. Also haben wir im McDonads gegessen und sind dann ins Einkaufszentrum, wo ich dann meine Schwester mehr oder weniger hab stehen lassen um es der Freundin von mir recht zu machen.
Das war dann das erste mal, dass ich meine Familie für sie "verraten" habe.
Ein Paar Wochen später kam ich dann nun auchnoch mit dieser Freundin zusammen, obwohl ich die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben hatte, dass sie Interesse an mir haben könnte.
Ich hab mich einfach nicht getraut meiner Mutter davon zu erzählen, weil ich mir schon denken konnte was sie von ihr halten würde und habe 2 Wochen lang die Beziehung verheimlicht und größtenteils per ICQ mit meiner Freundin Kontakt gehalten. Allerdings kam meine mutter einestagen dann in mein Zimmer mit recht guter Laune und wollte mich umarmen. Dabei hab sie gelesen, dass auf dem Bildschirm stand "ach mach dir mal nich so n Kopf ...". Den Kopf hatte ich mir datürlich gemacht, wiel ich nicht wusste wie ich das meiner Mutter erklären sollte. Da hat sich dann ein großes Spektakel drauß entwickelt und es war so ziemlich der erste große Vertrauensbruch, den ich meiner Familie zugemutet habe. Nach 9 Tagen des diskutierens kam heraus, dass meine Mutter meine Freundin niemals hätte akzeptieren können. Und meine Mutter hat den Eindruck vermittelt, dass ich mit meiner Freundin Schluss machen sollte, wenn ich vorhatte noch zuhause zu wohnen. Kann sein dass ich das falsch aufgegriffen hab. Keine Ahnung.
Jedenfalls bin ich in die Schule und habe,nachdem meine Freundin gefühlte 2 Liter Flüssigkeit durch weinen verloren hat, nicht Schluss gemacht, sondern hab geplant wie ich das alles trotzdem erhalten konnte.
Die Lösung klingt einfach: In der Schule zusammen, zuhause nicht, entpuppte sich aber als absolute Belastung für meine Psyche und veranlasste mich zum täglichen Lügen. Ich hatte nichteinmal ein schlechtes Gewissen. Für mich waren das einfach 2 Welten die sich niemals kreuzen würden. Ich wusste auch, dass meine Mutter es irgendwann rausfinden würde, aber verdrängte diese Ängste einfach.
In der Zeit (4 Monate ging das dann so) hab ich immer fleißig per ICQ meine Familie schlecht gemacht. Nicht weil ich das so gesehen hab, sondern weil meine Freundin es versteckt von mir verlangte. Erzählte ich schlecht von meiner Familie war alles gut, sie hat mit mir in ein Horn getutet. Aber gab es was gutes, wurde sie distanzierter und "bockig".
Ich habe immer ein bestimmtes Level gehalten, wie sehr ich meine Familie schlecht gemacht hab. Ich habe einfach die guten Ereignisse verschwiegen und die schlechten dramatisiert. Wenn es nun aber Streit zuhause mit meiner Mutter gab, wurde ich richtig ungerecht. Ich hab meine Mutter beschimpft und ihr Willkür unterstellt. Richtig harte Sachen.
Natürlich nam es dann auchnoch das tragischste Ende: meine Mutter laß meinen gesamten ICQ Varlauf. ALLES was ich über sie gesagt hatte, alle Sachen die ich schrieb und nichtmal so meinte, einfach alles ...
Von dem Zeitpunkt an konnte meine Mutter mir natürlich garnichtsmehr glauben. Ich wurde vor mir selbst zu Lügner, zum Betrüger, zum Egoisten.
Ich hab meine Klassenlehrerin um Rat gefragt (Psychologie/Ethik Lehrerin).
Die kam zu uns nachhause und sagte folgendes:
- Ich hab zuwenig Respekt vor meiner Mutter, weil meine Mutter immer ein kollegiales/freundschaftliches Verhältnis zu mir wahrte.
- Wir sollten deshalt einen Plan aufstellen und Aufgaben fest verteilen.
- Ich sollte den Kontakt zu meiner Freundin einstellen um die Situation ruhen zu lassen.
- Ich sollte aufschreiben was mir an meiner Familie liegt.
- Ich sollte meine Oma nicht immer mit einbeziehen und weglaufen, sondern mich meinen Problemen stellen.
- Ich soll meine Probleme äüßern und sie nicht verschweigen und dann mit anderen auswerten der sie verdrängen und damit anstauen
Ich hab das alles soweit gemacht. Alles wurde wieder relativ gut. Ich hatte keine Nachteile, durfte wieder alles, aber ich habe ständig Misstrauen geerntet (verständlicherweise nachdem was ich mir geleistet hab). Trotzdem hab ich gegen die Regel verstpßen, zusagen was mein Problem ist und diese Wut über dieses Misstrauen staute sich an und eskalierte in einer Situation.
Meine Mutter nahm ein SchokoKrokantei und "schnippste" es mir in den Schritt. Das hat echt wehgetan und ich sah darin (eher mir weniger bewusst) ein Alibi, meinem Frust Luft zu machen und hab ihr voll auf die Kniescheibe geschlagen. Ihr sind sofort die Tränen in die Augen geschossen und aufgrund der Blutverdünnenden Mittel (meine Mutter hatte einen Schlaganfall) wurde das ganze Bein natürlich Blau.
In dem Moment verspürte ich echte Gewissensbisse und Reue. Ich hab mich einfach nur für mein Verhalten geschämt, wiel ich sonst alles andere als ein Schläger bin. Ich hab mich richtig vor mir selber erschreckt.
Meine Mutter ermöglichte mir selbst nach diesem Vertrauensbruch wieder alles und ich tu ihr körperlich nun auchnoch so weh ...
Dass es deshalb ärger gab war ja klar, vollkommen zurecht. Meine Mutter hatte allerdings komischerweise mit meiner "Ex-"Freundin ein recht freundschaftliches Verhältnis per ICQ aufgebaut und ich war echt froh drüber. Mir selber war es ja verboten mit ihr zu kommunizieren.
Und genau die Regel hab ich dann auchnoch gebrochen. Ich hab Versucht meiner Freundin zu stecken, dass sie vllt. erstmal lieber den Kontakt zu meiner Mutter meidet, die meine mutter mein Verhalten auf sie hätte reflektieren können oder so.
Und da die beiden ja so "dicke" jetzt miteinander sind, hat meine Ex-Freundin das natürlich meiner Mutter gesteckt.
Als mich meine Mutter dann fragte ob ich jetzt nochmal mit meiner Freundin geschrieben hab oder nicht ging der Denkmechanismus bei mir los:
Die Wahrscheinlichkeit, dass sie es wissen könnte war zu klein um ihr die Wahrheit zu sagen und damit wieder einen Konflikt darüber entfachen zu lassen, dass ich meine Familie hintergangen hätte.
Und schwupps war die Lüge malwieder draußen. Genauso wie ich 2 Tage vorher abgestritten hab, dass meine Oma meine Handykerte aufgeladen hat.
Wegen solchen banalen Dingen fang ich an zu Lügen. Das war früher nicht so.
Und warum mach ich das? hab ich mir angewöhnt zu Lügen?
Warum stoß ich immer denen die mir am meisten bedeuten (meine Mutter und Familie) zuerst vor den Kopf? Warum kann ich nicht aktiv schätzen was sie alles für mich tun? Warum kann ich meine Mutter nicht in den Arm nehmen und einfach mal "Danke" sagen?
Als ich dann nochmal nachdem ich meiner Mutter auf das Knie gehauen hab, mit meiner Lehrerin geprochen hab, hat sie mit eine Familientherapeuthin empfohlen. Ist es wirklich schon so weit bei mir?
Ich bin wahrscheinlich etwas zu weit vom Thema abgekommen, dass das alles jetz weniger in die Kategorie "Zwänge" passt, aber ich bin echt für jeden Rat dankbar.
PS: Ich hab schon dieses Ennaegramm Ding gemacht, falls das wem weiterhilft. Ich bin Typ 9


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". Den Kopf hatte ich mir datürlich gemacht, wiel ich nicht wusste wie ich das meiner Mutter erklären sollte. Da hat sich dann ein großes Spektakel drauß entwickelt und es war so ziemlich der erste große Vertrauensbruch, den ich meiner Familie zugemutet habe. Nach 9 Tagen des diskutierens kam heraus, dass meine Mutter meine Freundin niemals hätte akzeptieren können. Und meine Mutter hat den Eindruck vermittelt, dass ich mit meiner Freundin Schluss machen sollte, wenn ich vorhatte noch zuhause zu wohnen. Kann sein dass ich das falsch aufgegriffen hab. Keine Ahnung.
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