Hallo!
Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen, das wäre toll, ich bin nämlich echt am Ende mit den Nerven...
Also zu erst mal: ich bin 22 Jahre alt, weiblich, studiere noch und bin ein sehr ruhiger, schüchterner Mensch. Eigentlich immer pflichtbewusst, unauffällig, zu allen nett und so weiter.
Deshalb wundert mich umso mehr, was ich jetzt rückblickend schon mein ganzes Leben lang an mir beobachte: Ich hasse alles was ich muss. Das klingt eigenartig, ich erkläre es genauer.
Als Kind wollte ich unbedingt Schlagzeug spielen lernen. Ich trommelte bestimmt zwei Jahre lang mit höchster Motivation auf allem herum was da war, ich war richtig gut darin und es machte wahnsinnig Spaß. Auf meinen eigenen Wunsch wurde ich mit acht Jahren in der Musikschule angemeldet, wo dann so eine Art offizieller "Zwang" da war, regelmäßig zu üben, und innerhalb von Tagen begann ich das Schlagzeugspielen zu hassen. Wie die Pest. Wenn ich üben sollte, bekam ich Heul- und Wutanfälle, mir war richtig schlecht wenn ich zum Unterricht gehen sollte, stellte mich oft krank. Und das obwohl der Lehrer nett war und auch Begabung da war. Irgendwann musste ich dann wieder abgemeldet werden, weil ich völlig dagegen dichtmachte.
Das ganze wiederholte sich in genau der selben Abfolge bei: Klavierspielen, Leichtathletik, Trampolinturnen, Sprachkursen in diversen Sprachen die ich eigentlich mal lernen wollte, in der Schule, etc. etc., und jetzt schließlich, um dem ganzen die Krönung aufzusetzen: in meinem Studium.
Ich habe mich damals so wahnsinnig gefreut, dass ich zugelassen wurde, war mir sicher dass das genau das richtige für mich ist. Jetzt bin ich im 7. Semester und es gibt nichts grässlicheres und langweiligeres für mich als mein Studium. Das ist völlig irrational, weil ich theoretisch sehr gut darin bin und es gut zu mir passen würde. Ich mochte es ja auch mal. Aber mein Hass und meine Rebellion werden immer größer. Ich reiche völlig mangelhafte Projekte ein, weil ich mich maximal alle drei Wochen mal für eine Stunde damit beschäftigen kann (unter Wutausbrüchen). Obwohl ich es besser könnte. Ich werde bockig wie ein Kleinkind, werfe mit Büchern und betreibe "Leistungsverweigerung" im höchsten Ausmaß.
Ich weiß, dass, wenn ich jetzt etwas neues anfangen würde, das mich NOCH interessiert, es wieder genauso ablaufen wird. Es liegt nicht am Studium, da bin ich mir ganz sicher.
Das macht mir solche Angst, ich verbau mir durch meinen komischen unerklärlichen Trotz meine Zukunft!!! Ich bin mir dessen vollkommen im klaren und kann aber trotzdem nicht anders?!?!? Was stimmt nicht mit mir? Woher kommt das? Hat dieses Verhalten irgendeine Fachbezeichnung, damit ich nach Menschen mit dem selben Problem suchen kann?
Vielen Dank im Voraus für eure Antworten!


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