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Thema: Zwangsneurose oder Anankastische Persönlichkeitsstörung?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Zwangsneurose oder Anankastische Persönlichkeitsstörung?

    Ich möchte Euch kurz einige Verhaltensweisen meiner Lebensgefährtin beschreiben. Bitte schreibt mir Eure Meinung dazu.

    - Zum öffnen von Türen, Schränken, fenstern, Kühlschrank, etc. verwendet sie immer ein Tuch. Sie ist der Meinung, dass sie sich dadurch Arbeit erspaart, da die Türen so nicht schmutzig werden.

    - Wenn ich von einer Geschäftsreise zurück komme, soll und muss ich die Strümpfe anbehalten bis ich in die Dusche gehe. Mache ich das nicht gibt es einen riesen Zoff, der manchmal Tage dauert.

    - Sie schreibt alles auf einen Zettel und streicht ab was sie erledigt hat. Es geht nichts ohne diesen Zettel. Packen für den Urlaub ist eine riesen Aktion. Ohne die Liste geht nichts.

    - Wenn sie kritisiert wird ist sie sehr betroffen. Sagt man ihr deutlich was man denkt, macht sie zu und schaut einen nur an ohne etwas zu erwiedern. Es ist als ob sie abgeschaltet wäre. Ein venünftige Gespräch ist nicht möglich.

    - Sie muss alles kontrollieren. Wenn sie etwas nicht kontrollieren kann, hat sie ein Problem. Alles muss genau geregelt und geplant werden spontanität gibt es nicht.

    - Hat sie geduscht, darf ich sie nicht mehr anfassen, bis ich auch geduscht habe.

    - Nach dem Sport dusche ich in der Sporthalle. Bevor ich mich Zuhause ins Bett legen darf, muss ich Zuhause noch einmal duschen. Auch wenn ich erst vor 15 min. aus der Sporthalle gekommen bin.

    Ich habe ihr schon mehrfach mitgeteilt, dass ich mit dieser Art zu Leben nicht mehr einverstanden bin und diese Art mich sehr belastet.
    Sie ist sehr betroffen das zu hören, verdrängt es aber.

    Ich liebe sie und möchte sie nicht verlassen. Wenn sich aber nichts an der Situation ändert, wird es wohl darauf hinaus laufen. das belastet mich zusätzlich.

    Kenn jemand etwas ähnliches oder ist in einer ähnlichen Situation?

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von Brom
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    Also ich weiß das klingt jetzt etwas, enttäuschend. Aber wir können hier keine Diagnosen stellen, das ist ein Laien-Forum. Viele Störungen, sehen oberflächlich betrachtet, sehr ähnlich aus, ...des weiteren wäre es unseriös, nein, sogar unmöglich zu sagen was es ist, ohne mit ihr zu sprechen.
    Die Möglichkeiten die einen zu bestimmten Handlungen antreiben sind einfach zu umfassend.

    Wenn du eine genaue Diagnose willst, solltest du ihr nahelegen einen Psychologen aufzusuchen, was letzen Endes aber ihre Entscheidung ist, da es etwas ist, wo jedlicher Zwang eher negativ wirkt.

    Wir können uns hier gerne über deine Probleme unterhalten, aber mehr als Hilfe zur Selbsthilfe kann "ich" dir nicht anbieten.

    lg Brom
    Wenn leuchtend die Gestirne tauchen
    im dunklen Äthermeer empor
    und in geheimnisvollem Hauchen
    die Welt umweht ein Dämmerflor,
    entschwebt der Geist zu wachen Träumen
    ins große heilige Reich der Nacht,
    beschwingt nach unermessnen Räumen
    von tiefer Phantasien Macht.
    Im weichen Zauber solcher Nächte
    scheint sich die Schöpfung zu entfalten,
    und dunkel ahnen wir die Mächte,
    die über unserem Leben walten.

  3. Die folgenden 4 Benutzer bedankten sich bei Brom für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (29.12.2010),Ganimed (29.07.2011),Leo Navis (30.12.2010),Manfredman (01.10.2011)

  4. #3
    Neuling
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    Hallo Brom,

    Danke für die Antwort und ich bitte um Entschuldigung, dass ich so lange nicht hier im Forum war.
    Natürlich kann man auf Grund meiner Schilderung keine Diagnose stellen. Das habe ich auch nicht erwartet, wenn es auch so geklungen hat.
    Es war ein Versuch mit evtl. gleichgesinnten oder anderen Menschen zu reden.

    Inzwischen ist die Situation fast noch schlimmer geworden. Wenn wir es nicht schaffen einen Weg für uns beide zu finden, werden wir uns wohl trennen.

    Ich liebe diese Frau aber und möchte sie nicht aufgeben. Es gibt auch immer wieder Tage in denen es schön ist mit ihr zusammen zu sein. Obwohl die Wohnsituation und Ihre Kontrolle und Putzzwänge im Raum stehen.

  5. #4
    Moderator Avatar von phel
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    Hallo Ganimed!

    Schade, dass sich deine Situation noch nicht gebessert hat. Wie steht deine Partnerin zu ihrem Verhalten? Ist sie sich der Absurdität bewusst, und ärgert sich im Nachhinein, diesen Verhaltensmustern zu verfallen?

    Wie sieht die Situation aus, mit der du gut leben könntest, dir wünscht?

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei phel für den sinnvollen Beitrag:

    Ganimed (29.08.2011)

  7. #5
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    Hallo

    Bei mir wurde eine anankastische Persönlichkeit(sstörung) diagnostiziert. Bei mir sind diese Zwangshandlungen nicht so im Vordergrund und Logik und Angemessenheit steht an erster Stelle. Also keine sinnlosen Handlungen. Deshalb tippe ich eher auf eine Zwangserkrankung, die heilbar ist. Ich vermute, die Zwangshandlungen haben mit einem Trauma zu tun, das sich auf diese Weise ein Ventil sucht. Versuche, sie zu einer psychologischen Beratung zu überreden, ohne ihr etwas vorzuwerfen, nur im Sinne von Hilfe, da sie selbst sicher am meisten an diesen Zwangshandlungen leidet.

    Ich wünsche Dir viel Kraft! - Und wär schön, wenn Du trotzdem zu ihr stehen könntest. Vielleicht wurde sie in der Kindheit missbraucht. Lass sie nicht im Stich ... Es hat alles einen trieftigen Grund, auch wenn es sehr seltsam aussieht. Zwangshandlungen haben damit zu tun, dass man irgendwann mal einer Situation ausgesetzt war, wo man keine Kontrolle behielt, sondern ausgeliefert war. Solche Handlungen dienen dem Versuch, die Kontrolle zurückzubekommen. Wenn z. B. ein Kind in Angst groß wurde, Missbrauch erlebte oder stets in irgendeiner Form bedroht und eingeschüchtert wurde, kann das solche Verhalten auslösen. Oder dann eben die große Schwester, welche die kleine Schwester nicht beschützen konnte vor dem Missbrauch, so war es bei mir. Ich konnte sie nicht beschützen vor der Vergewaltigung, deshalb versuchte ich, zwanghaft jedes Risiko zu vermeiden, was wieder eine Bedrohung werden könnte für meine Familie. Bitte verstehe, dass sie tief im Innern einfach Hilfe braucht und es nicht böse meint. Sie kann sich nicht auf etwas anderes konzentrieren, wenn das sicherheitsgebende Ritual nicht vollzogen ist, weil einfach keine Evidenz empfunden wird im Sinne von: Es ist okay. Das wurde bei ihr zerstört, wahrscheinlich durch ein Trauma, so meine Vermutung. Da kann jemand noch so stark sein. Gerade dann drängt es sich noch eher so geheim über Zwangshandlungen aus und nicht direkt in einer Depression oder so.

    Ist natürlich keine Diagnosestellung.

    Lieben Gruß
    Enia

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Enia für den sinnvollen Beitrag:

    Ganimed (29.08.2011)

  9. #6
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    Im Moment bin ich mir selber noch nicht im Klaren, wie die Situation aussehen könnte, mit der ich mich zufrieden geben kann.
    Mich hat die Situation so belastet und dazu noch derStress an der Arbeit, dass ich selber einen Nervenzusammenbruch hatte und kurz vor einem BurnOut stand. Nach einer 6 wöchigen Reha,Sitzungen bei einem Pychologen und dem Wechsel meines Arbeitsplatzes geht es mir wieder besser.

    @Enia: deine Infos helfen mir sehr die Situation besser zu verstehen und demendsprechend auch auf meine Partnerin einzugehen. Um so vielleicht eine besserung zu erreichen. Ich versuche schon einige Zeit sie zu einer Therapie bei einem Psychologen zu bewegen. Den letzten Versuch hat sie nach zwei Sitzungen abgebrochen.

  10. #7
    Neuling
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    Huhu Ganimed

    Weiß Deine Freundin von all diesen Gedankengängen? - Ich meine jetzt nicht als Vorwurf, sondern ganz ruhig und ehrlich. Wenn sie erkennt, dass sie Dich verlieren könnte, wäre es zwar einerseits möglich, dass ihre Zwangshandlungen erstmal zunehmen, weil da etwas schrecklich Unkontrolliertes geschieht mit Dir und eurer Beziehung, doch wird sie sich ev. zurückziehen und nicht mehr direkt Dich kritisieren. Das wäre dann die Chance, eure Bereiche aufzuteilen und gegenseitig Respektgrenzen zu ziehen. Jeder Mensch braucht seinen eigenen Freiraum, wo er unantastbar ist und seine Sachen sicher. Dazu hab ich Dir in einer PN mehr erklärt.

    Ich weiß natürlich nicht genau, das Du selbst zu diesem Verhalten beigetragen hast, es gehören schon meist zwei dazu, doch bleibt es stets eine Art Machtspiel in der Beziehung. Jemand will dominieren und der andere muss nachgeben. Wichtig wäre, wenn das aufhört und jeder einfach für sich selbst verantwortlich wird, seine Sachen selbst erledigt, aber auch seinen Bereich haben darf.

    Lieben Gruß
    Enia

  11. #8
    Neuling
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    Hallo Enia,

    ja, diese Gedankengänge kennt sie. Wir haben das Thema getrennter Wohnungen schon mehrmals besprochen.
    Wasmein teil dazu ist, wüsste ich auch gerne, dann könnte ich es ändern. Nur weil ich nicht alle Schränke und Türen mit einem Lappen öffne kann es nicht sein.

    Wenn ich versuche das Thema mit ihr zu besprchen blockt sie ab. Sie will das Thema nicht ansprechen.

    LG

    ganimed

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