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Thema: zwei mal durchgefallen

  1. #9
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    Hallo Banane,

    ich finde es gut, dass Du Dich getraut hast und wenigsten den Freunden "reinen Wein" eingegossen hast. Das ist wichtig, weil sonst die Gefahr besteht, seine besten Freunde durch Lügereien zu verlieren. Wer will schon gern angelogen werden. Keiner.

    Aber was mir bei der ganzen Geschichte eigentlich auffällt ist die Tatsache, das eigentlich Deine Eltern ziemlich dazu beigetragen haben, das Dir das Ganze jetzt so peinlich ist. Kann es sein, dass in Deinem Elternhaus die Meinung vorherrscht, dass man nur "mit Abitur ein ganzer Mensch ist"?

    Dem möchte ich sehr vehement widersprechen. Natürlich öffnet ein Abitur gute Wege - doch auch ohne Abitur gibt es zahlreiche interessante Berufsbilder und Lebenswege. Dein Leben ist Dir nicht verbaut, wenn Du den Weg auf dem Gymnasium nicht weiter gehst. Vielleicht solltest Du mal ein Gespräch mit dem Schullaufbahnberater an Deiner Schule führen. Lass Dich beraten, ob es nicht auch andere Wege für Dich gibt. Finde heraus, was Du selbst erreichen willst und was für Dich wichtig ist.

    Ich höre aus Deinen Postings ein bisschen heraus, dass Du den Weg Gymnasium vorwiegend für Deine Eltern gehst - aber nicht, weil DU das selbst willst und den Spaß am Lernen hast Du schon lange verloren. Insgesamt hört sich das alles sehr gequält an und vielleicht lohnt es sich, über Alternativen nachzudenken. Es gibt auch interessante Wege außerhalb des Gymnasiums - mit durchaus lohnenden Zielen...

    Viel Glück.

    LG,
    Q.V.
    Geändert von Quo Vadis? (06.07.2011 um 22:23 Uhr)

  2. #10
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    Zitat Zitat von klocke Beitrag anzeigen
    Seit wann hat denn eine Begabung im auswendig lernen und nachschwätzen, oder im ab- und umschreiben von Texten, und im Darstellen dieser als eigenes Produkt und was man sonst noch so in der Schule lernt, etwas mit Intelligenz zu tun?
    Also darauf möchte ich mein Abitur weiß Gott nicht reduziert sehen. Vor allem ist es falsch. Ich vermute, Du hast nie eine naturwissenschaftliche Leistungskursarbeit geschrieben. Eine Mathe LK-Arbeit oder eine in Physik oder Chemie hat nichts mit dem ab-und umschreiben von TEXTEN zu tun oder diese auswendig zu lernen. Auch Arbeiten in Geschichte und Deutsch sind auf diesem Level weit mehr als das, was Du beschreibst.

    Du beschreibst hier vielleicht den Ablauf in einer Realschule, aber sicher nicht auf einem Gymnasium, erst recht nicht in der Oberstufe. Zumindest war das bei uns damals nicht so.
    Geändert von Physalis (07.07.2011 um 07:22 Uhr)

  3. #11
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    Bei uns war das so.
    Nennt man böse auch Bulimilernen. Allein rein in den Kopf und dann wieder ausko...en. Nicht nett, aber beschreibt es definitiv.
    Bei mir ist es erst 8 Jahre her mit dem Abi und es war kaum selber denken. Nur lernen.

    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

  4. #12
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    Kann ich größtenteils bestätigen (habe letztes Jahr erst das Abi gemacht), viele Fächer waren wirklich nach dem Muster "Stoff lernen, Stoff schreiben, Stoff vergessen, nächsten Stoff reinprügeln" aufgebaut.
    Eine Ausnahme stellten allerdings Politik und Werte und Normen dar. Das besondere an den Fächern: Jede Meinung galt, so lange sie plausibel begründet war. Es wurden aktuelle Geschehnisse als Beispiele genommen (z.B. in Politik intensiv die AKW Laufzeitverlängerung mit samt allen Lagern, Meinungen, Positionen und Einflussnahmen der Parteien auf die Willensbildung im Volk oder in Werte und Normen die möglichen Hintergründe für Terrorismus, Ängste und Gewalt und den Vergleich der eigenen gefundenen Meinung mit denen bekannter Philosophen und Persönlichkeiten), die einen selber aufforderten nachzudenken und Hypothesen zu entwickeln, auch eine generelle Skepsis gegen subjektive Meinungen und Aussagen anderer zu entwickeln sowie zu hinterfragen wie es zu der Meinungsbildung kam.

    Das Groß stellten jedoch stupide lernfächer. Biologie, Chemie, Mathe, Geschichte, Kunst... sind ja schon von sich aus sehr "Stofflastig", aber man hätte es teils doch anders gestalten können, wenn eben nicht Hannover derart viel in die Lehrpläne reingewummst hätte dass wir kaum Zeit hatten den regulären Stoff durch zu bekommen. Auf Lücke hat fast jeder gelernt in einzelnen Fächern weil es schlicht zu viel war, selbst für einige 15Punkte Kandidaten...

  5. #13
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    Zitat Zitat von Quo Vadis? Beitrag anzeigen
    Aber was mir bei der ganzen Geschichte eigentlich auffällt ist die Tatsache, das eigentlich Deine Eltern ziemlich dazu beigetragen haben, das Dir das Ganze jetzt so peinlich ist. Kann es sein, dass in Deinem Elternhaus die Meinung vorherrscht, dass man nur "mit Abitur ein ganzer Mensch ist"?

    Ich höre aus Deinen Postings ein bisschen heraus, dass Du den Weg Gymnasium vorwiegend für Deine Eltern gehst - aber nicht, weil DU das selbst willst und den Spaß am Lernen hast Du schon lange verloren. Insgesamt hört sich das alles sehr gequält an und vielleicht lohnt es sich, über Alternativen nachzudenken. Es gibt auch interessante Wege außerhalb des Gymnasiums - mit durchaus lohnenden Zielen...
    Hallo, danke für deine Antwort. Nachdem ich das zweite Mal durchgefallen war, wollte ich ja eigentlich runter von der Schule, durfte aber nicht.Hauptsächlich wollte ich das, weil mich das Gerede der anderen so genervt hätte.

    Jetzt bin ich allerdings noch froh auf dem Gymnasium zu sein, weil mich in einigen Fächern der Stoff schon interessiert und ich auch bereit bin dafür zu lernen. Ich habe mittlerweile zehn Jahre hier durchgemacht, deswegen will ich das auch auf jeden Fall durchziehen und ein gutes Abitur schreiben. Früher hatte ich mehr eine "wird schon gut gehen" Meinung, heute habe ich mehr Angst davor nicht vorbereitet in den Unterricht zu gehen und denke mehr an die Zukunft.

    Meine Eltern sind beide nicht in Deutschland geboren, noch dazu hat mein Vater hier eine Firma gegründet und hat genug mit Leuten zu tun, die keinen Abschluss haben. Deswegen sind die Erwartungen von meinen Eltern so hoch.

    Mein Vater ist noch dazu sehr streng was Erziehung betrifft und mein Draht zu ihm ist schlecht.

  6. #14
    Schreiberling
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    Hallo Banane,

    na dann lag ich mit meinem Eindruck ja nicht ganz daneben...

    Zitat Zitat von banane1 Beitrag anzeigen
    Meine Eltern sind beide nicht in Deutschland geboren, noch dazu hat mein Vater hier eine Firma gegründet und hat genug mit Leuten zu tun, die keinen Abschluss haben.
    Wobei natürlich schon ein großer Unterschied darin besteht, zwischen "keinen Abschluss" haben und "kein Abitur" haben...

    Ich finde es schön, dass Du für Dich die Entscheidung getroffen hat, das Abitur unbedingt anzustreben. Das ist nämlich das einzige was wirklich zählt: das DU es wirklich für DICH willst.

    Wenn Du der Meinung bist, dass Du die jetzt noch vor Dir liegende Zeit an Deiner bisherigen Schule schaffen kannst, dann beiß Dich durch. Wenn Dir aber die ganze Situation so sehr auf den Keks geht und Dich zunehmend belastet, dann würde ich mich an Deiner Stelle wirklich umsehen, ob Du vielleicht auch an einer anderen Schule das Abitur fertig machst. So ein Neustart kann nochmal ganz neue Kräfte freisetzen.

    Aber erkundige Dich vorher gut - wie oben schon geschrieben -eine gute Anlaufstelle wäre der Schullaufbahnberater an Deiner Schule...

    LG,
    Q.V.

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