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Thema: 2 Kinder und trotzdem keine Gefühle !?

  1. #1
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    Standard 2 Kinder und trotzdem keine Gefühle !?

    Hallo meine Freunde!

    Ich hatte jetzt keinen besseren Titel, daher klingt der Titel wohl etwas reißerischer, als er wirklich gemeint ist.
    Kurz zu meinem Problem. Mein bisheriges Leben lief relativ durchwachsen was Schule und Karriere/Ausbildung angeht, aber keinesfalls schlecht.
    Im Gegenteil. Ich bin sehr behütet aufgewachsen und hatte auch nie wirkliche Probleme mich irgendwo zu integrieren und/oder meine Meinung auszudrücken.
    Vor 5 Jahren kam dann der Wendepunkt. Ich lernte eine Frau kennen, verliebte mich mehr oder weniger (denke nach 3 Monaten kann man von mehr als verliebt sein nicht sprechen) und wir wurden ein Paar.
    Das sie davor ziemlich fast mit jedem was hatte war mir relativ egal, denn ich war was das angeht nicht besser. Nach einem halben Jahr wurde sie schwanger und etwa einen Monat später erfuhr ich, dass
    sie am Anfang der Beziehung mit 2 anderen noch was am laufen hatte. Dumm gelaufen.
    Ich bin bei so etwas sehr konsequent und hätte sie definitiv sofort verlassen, da sie aber schwanger war (ist auch von mir das Kind) habe ich meine Prinzipien, der Liebe zu meinem ungeborenen untergeordnet.
    Das Problem ist, dass ich es ihr nicht verzeihen konnte und bis heute nicht kann und mich diese Wut zu einem Menschen gemacht hat, der ich eigentlich nicht bin oder besser gesagt war.

    Ein Problem mag wohl auch sein, dass mein Bruder über Umwege schon erfuhr, dass sie noch mit einem anderen was am laufen hatte, es mir aber aus Angst mich zu verletzten nicht gesagt hat.
    Hätte er es mir gesagt, wäre sie nicht schwanger geworden und ich wäre "frei".
    Aber gut, jedenfalls ordnete ich meine Prinzipien dann unter und es lief so vor sich hin. Eigentlich wenn man so will wirklich gut, denn sie ist eine grandiose Mutter.
    Als mein Sohn dann geboren war schien auch für mich meine Welt wieder in Ordnung zu sein und ein Jahr später wurde sie erneut schwanger und mein Leben lief komplett aus dem Ruder.
    Was mich so getriggert hat weiß ich nicht, während der zweiten Schwangerschaft lief noch alles super und ich habe sie unterstützt wo ich nur konnte. Und auch sie hat ihren Job als Mutter wieder brilliant gemeistert.
    Nach der Geburt überkam es mich dann aber. Ähnlich einer Midlifecrisis würde ich sagen.

    Der Zorn wegen dem damaligen fremdgehen und die Liebe zu meiner Familie wurden immer mehr zu purer Abneigung. Weniger gegen meine Kinder und mehr gegen sie, aber ich nutzte jede Gelegenheit
    um von Zuhause wegzukommen. Ich fing auch an sie zu betrügen um wieder "Quitt" nach Hause zu kommen, aber jedesmal wenn ich sie sah, hatte ich das Gefühl mich nicht genug gerächt zu haben.
    Sie warf mir in einem Streit dann auch einmal vor, dass alles meine Schuld wäre und sie alle dafür getan hat um es wieder gut zu machen, aber sie ja die einzige wäre die leidet, während ich frei
    in der Welt rumturnen kann und sie immer diejenige ist, welche alleine Zuhause mit 2 kleinen Kindern sitzt. Und sie hat ja recht, aber genau das ist es ja, was ich will. Sie leiden sehen.
    Wenn ich Zuhause bin spiele ich nur mit meinen Kindern und kümmere mich so gut wie ich kann, aber alles was ihr arbeit abnehmen würde umgehe ich.

    Deshalb habe ich mich vor ein paar Monaten getrennt. Wir sind nach wie vor eine Familie und ich bin jeden Tag bei ihr, aber mich zu trennen schien mir das sinnvollste um ihr wenigstens den Stress des "uns" abzunehmen.
    Wir schlafen auch ab und zu noch miteinander und danach hat sie sogar richtig gute Laune, kocht für mich, läd mich ins Kino ein und ähnliches. Und selbst das macht mich wütend.
    Mittlerweile weiß ich auch gar nicht mehr, ob sie wirklich der Grund allen Übels ist, oder ob ich mir einfach nicht eingestehen kann das mein "Partyleben" nun vorbei ist und ich Verantwortung übernehmen muss.
    Hatte auch schon mehrere Therapiestunden nenne ich es mal, aber mir wurde immer nur gesagt, dass ich loslassen solle. Genau definieren konnte mir das keiner.
    Ich weiß einfach nicht was ich will und vor allem wer ich überhaupt noch bin. Wut und Zorn sind das einzige was mich tagtäglich beschäftigt, nur weil sie damals fremdgegangen ist.
    Mit meinem Bruder habe ich den Kontakt auch komplett abgebrochen, aber damit hatte sich das Thema auch erledigt. Warum es mich bei ihr jeden Tag verfolgt kann ich mir einfach nicht erklären.

    Hat da jemand vielleicht nen Ratschlag, wie man das am besten angehen kann? Ich denke im Inneren möchte ich einfach nur ein guter Mann und ein noch besserer Vater sein.

    P.S Was mir grade einfällt. Sie bedeutet mir auf jeden Fall noch etwas, denn das sie jemand verletzt oder ausnutzt möchte ich auf keinen Fall.
    Und ich bin ihr auch dankbar und reagiere extrem allergisch darauf, wenn jemand schlecht über sie redet vor meinen Augen.

  2. #2
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    Hallo Ateoceu,

    Dein Threadtitel lautet "2 Kinder und trotzdem keine Gefühle!?" - ich lese da Gefühle: Hass.

    Es tut mir leid für Dich, dass sich Dein Leben so entwickelt hat, dass Du es in Hass führst anstatt mit Liebe zu leben.

    Ich hoffe Du findest den Weg zu einer Therapie oder einem Lebensberater (gibt es ja in zig Varianten von philosophisch über spirituell über religiös bis weiß nicht was) um zu verarbeiten was Du erlebst hast und für Dich zu klären was Du willst, wer Du bist und wie Du Dein Leben wieder glücklich führen kannst.

    Alles Gute
    undjetzt

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    Ateoceu (11.01.2020)

  4. #3
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    Hallo,

    ich habe eine hypothetische Frage an dich: Mal angenommen, es hätte beiderseits keine Affären/ONS gegeben......bist du sicher, dass das Familienleben, u. a. die Arbeitsteilung zuhause, besser geklappt hätte?

    Zum einen bin ich der Meinung, dass vor dem Fremdgehen (meist) vorher schon irgend etwas im Argen lag.

    Außerdem ist es eine Herausforderung, wenn aus einem Paar eine Familie wird. Wenn ich mich recht erinnere, hast du geschrieben, dass du oft nicht zuhause gewesen seist....dich entzogen hättest. Dieses Verhalten ist allgemein relativ häufig.

    Was genau möchtest du denn “angehen“? Dich betreffend oder möchtest du euch als Paar nochmal eine Chance geben?

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Mirjam für den sinnvollen Beitrag:

    Ateoceu (11.01.2020)

  6. #4
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    Hallo Ateoceu, ich versuche mich mal an einer Antwort.

    Vor 5 Jahren kam dann der Wendepunkt. Ich lernte eine Frau kennen, verliebte mich mehr oder weniger (denke nach 3 Monaten kann man von mehr als verliebt sein nicht sprechen) und wir wurden ein Paar.
    Heißt das, ihr habt euch drei Monate gekannt, bevor ihr offiziell eine Beziehung eingegangen seid?

    Das sie davor ziemlich fast mit jedem was hatte war mir relativ egal, denn ich war was das angeht nicht besser. Nach einem halben Jahr wurde sie schwanger und etwa einen Monat später erfuhr ich, dass
    sie am Anfang der Beziehung mit 2 anderen noch was am laufen hatte.
    Ich denke, es wäre wichtig zu beleuchten, wie sich "der Anfang der Beziehung" für sie dargestellt hat, und wie für dich.
    Gab es einen bestimmten Zeitpunkt, an dem ihr beide euch darüber klar ward, dass ihr jetzt in einer Beziehung seid, und habt ihr euch auch darüber versändigt, was das jeweils für den anderen bedeutet (z.B. Treue)?
    Wie fühlte sie sich? War sie sicher/war sie unsicher? Was waren ihre Gründe dafür, dass sie mit "so ziemlich jedem was hatte"?
    Gemeinhin verbindet man mit solch einer gewissen Wahllosigkeit ja Freiheit und Freizügigkeit, sich ausleben; tatsächlich können dahinter aber auch ein geringes Selbstwertgefühl und vorangegangene verletzende Erfahrungen stecken, z.B., dass sie glaubt(e), es sowieso nicht wert zu sein, dass jemand ihr treu ist, dass sie selber enttäuscht wurde, und deshalb lieber selber alles locker nimmt, bevor sie in die Situation kommt, nochmal verletzt zu werden.
    Vielleicht hat sie dem "Braten" (unbewußt?) nicht getraut, als sie dann mit dir zusammen war, und hat deshalb zu Beginn ihr Muster beibehalten (eventuell, um sich emotional abzusichern/zu wappnen, falls es mit dir doch nichts wird ?).

    Ich weiß nicht, ob du sie mal gefragt hast oder ob es dich jemals ernsthaft interessiert hat, was denn nun damals in ihr vorging, welche Vorerfahrungen, und eventuell welche Ängste sie hatte?
    Wenn du ihr nur Vorwürfe machst, und deine eigene Verletztheit (oder deine Prinzipien) stets im Vordergrund steht bei solchen Gesprächen, wird sie dir davon natürlich auch nichts sagen (können).

    Ich bin bei so etwas sehr konsequent und hätte sie definitiv sofort verlassen, da sie aber schwanger war (ist auch von mir das Kind) habe ich meine Prinzipien, der Liebe zu meinem ungeborenen untergeordnet.(....)
    Ein Problem mag wohl auch sein, dass mein Bruder über Umwege schon erfuhr, dass sie noch mit einem anderen was am laufen hatte, es mir aber aus Angst mich zu verletzten nicht gesagt hat.
    Hätte er es mir gesagt, wäre sie nicht schwanger geworden und ich wäre "frei".
    Die Sache mit der Schwangerschaft: Wieso wurde sie schwanger? Gewollt/ungewollt? Wolltest du ein Kind mit ihr? Wenn nicht, welche Maßnahmen hast du ergriffen, damit sie nicht schwanger wird?
    Meiner Meinung nach ist der ursächliche Grund für ihre Schwangerschaft ja nicht der, dass dein Bruder dir nicht gesagt hat, dass sie am Anfang der Beziehung noch was mit anderen hatte, sondern der, dass ihr nicht effektiv verhütet habt.

    Das Problem ist, dass ich es ihr nicht verzeihen konnte und bis heute nicht kann und mich diese Wut zu einem Menschen gemacht hat, der ich eigentlich nicht bin oder besser gesagt war.
    Ja, das ist ein großes Problem. Je länger du deine Verletztheit und deine Gedankenkreisel mit dir herumschleppst und irgendwie versuchst, deinen Kindern zuliebe die Fassade aufrecht zu erhalten, desto größer wird deine Wut.
    Der Konflikt löst sich nicht nur einfach dadurch, dass man so "tut als ob", Prinzipien hin oder her.
    Du fühlst dich hintergangen von deiner Freundin (und von deinem Bruder), und dann noch durch deine eigenen moralischen Prinzipien (für deine Kinder dazusein) quasi in die Falle gelockt, aus der du nun nicht mehr herauskommst.
    Ich kann deine Gefühle gut verstehen, was ich jedoch bei deinen Beschreibungen feststelle, ist eine große Unfähigkeit zur Empathie deiner Frau gegenüber - (denn auch sie ist ein Mensch mit Vorgeschichte, starken Gefühlen und ganz bestimmt auch verletzenden Erfahrungen, die es nicht verdient hat, von dir so behandelt zu werden), und auch, deine eigenen Gefühle zuzulassen, einzuordnen und adäquat mit ihnen umzugehen, ohne dass es zur völligen Eskalation kommt.

    Du sagst, du bist "behütet" aufgewachsen, und du hast deine Prinzipien, denen du dich konsequent unterordnest.
    Hast du das zu Hause gelernt? Dass es Prinzipien gibt, denen man sich unterordnet? Wurde bei euch zu Hause über Gefühle geredet? Gab es Gespräche, in denen Gefühle wahrgenommen wurden und hinterfragt wurde, was sie wohl zu bedeuten haben, was sie einem sagen wollen? Oder gab es eher ein "Das ist gut", "Das ist schlecht", und das "Schlechte" hatte man zu lassen - Punkt?
    Also mehr ein "Wie handle ich richtig" als ein "Wie kann ich meine Gefühle mit meinen Prinzipien und meinem Handeln in Einklang bringen" oder ein "Was mögen wohl andere fühlen; was bringt sie dazu, so oder so zu handeln?"

    Wären dir nämlich entsprechende Strategien mitgegeben worden, so hättest du vielleicht erstens deine Freundin von Anfang an besser verstanden und mit ihr kommunizieren können (wie ihr euch "Beziehung" vorstellt, was euch Treue bedeutet, warum sie noch was mit den anderen hatte zu Anfang der Beziehung, was in ihr vorging usw.), zweitens hättest du deine Gefühle besser einordnen und verarbeiten können, drittens wäre dir klar gewesen, dass es zwar richtig und gut ist, als Vater für sein Kind da zu sein, dass man jedoch auf dem Gefühl, verraten worden zu sein, keine Beziehng aufbauen kann, ohne dass man es versucht und geschafft hätte, zu verstehen und verzeihen.

    Deine nachgehenden Schilderungen finde ich, ehrlich gesagt, ziemlich schlimm.
    Du hast sie betrogen, um dich zu rächen und wieder "quitt" nach Hause zu kommen (wo bleiben denn da deine "Prinzipien"?). Du willst sie leiden sehen, nimmst ihr extra keine Arbeit ab und willst sie verletzt, überfordert und erschöpft sehen.
    Du weißt wahrscheinlich, dass du damit nicht nur deine Freundin, sondern auch deine Kinder "bestrafst", denn sie werden ihre Verletzheit, ihre Überforderung und ihre Erschöpfung mitbekommen und es vielleicht sogar abbekommen, wenn sie keine Nerven mehr hat.
    So etwas kann Kinder sehr belasten und eine einschneidende Wirkung bis ins Erwachsenenleben auf ihre Psyche und ihre eigene spätere Beziehungsfähigkeit haben.

    Auffallend finde ich, dass es dir offenbar niemals zu "reichen" scheint. Du hast das Gefühl, dich nicht "genug" gerächt zu haben, du willst sie so viel und so oft wie möglich leiden sehen, und dennoch befriedigt es dich nicht.
    Daraus schließe ich, dass es im Grunde noch um einen anderen inneren Konflikt geht, mit dem deine Freundin nur bedingt etwas zu tun hat (und der möglicherweise in deiner doch nicht ganz so "behüteten" Kindheit liegt - oder vielleicht sogar eben wegen der "behüteten" Kindheit? Denn es wäre zu hinterfragen, was "behütet" heißt)
    Deswegen wirst du auch deine Wut nicht los werden, indem du deine Freundin leiden läßt. Das ist der falsche Weg und trifft die falschen Menschen, insbesondere deine Kinder, die damit rein gar nichts zu tun haben.

    Deine Freundin scheint sich ja außer den beiden Fehltritten ganz am Anfang eurer Beziehung nichts zu schulden kommen lassen, oder?
    Sie ist treu, eine grandiose Mutter, und versucht offenbar, alles gut zu machen, es dir recht zu machen. Du sprichst sogar von Dankbarkeit, davon, dass sie dir etwas bedeutet, und dass niemand anderer sie verletzen oder ausnutzen soll - und dennoch meinst du, sie jetzt ewig strafen zu müssen oder zu dürfen? Was geht da vor in dir?
    Keiner soll ihr weh tun, nur du, aber dafür auch so richtig (und es ist nie genug, damit du mal richtig befriedigt bist?)
    Wir schlafen auch ab und zu noch miteinander und danach hat sie sogar richtig gute Laune, kocht für mich, läd mich ins Kino ein und ähnliches. Und selbst das macht mich wütend.
    Wieso schläfst du noch mit ihr, obwohl du so schlechte Gefühle zu ihr hast? Auch eine Vergeltungsmaßnahme? Zuckerbrot und Peitsche?

    Hatte auch schon mehrere Therapiestunden nenne ich es mal, aber mir wurde immer nur gesagt, dass ich loslassen solle. Genau definieren konnte mir das keiner.
    Ich weiß einfach nicht was ich will und vor allem wer ich überhaupt noch bin. Wut und Zorn sind das einzige was mich tagtäglich beschäftigt, nur weil sie damals fremdgegangen ist.
    Mit meinem Bruder habe ich den Kontakt auch komplett abgebrochen, aber damit hatte sich das Thema auch erledigt. Warum es mich bei ihr jeden Tag verfolgt kann ich mir einfach nicht erklären.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie da etwas in dir triggert, was nicht ursächlich mit ihr zusammenhängt, sie ist sozusagen der stellvertretende "Prügelknabe".
    Deine Reaktion, zu deinem Bruder nur wegen dieser Geschichte (wirklich nur wegen dieser Geschichte ???) den Kontakt vollkommen abzubrechen empfinde ich als heillos übertrieben.

    Was war/ist da los in deiner "heilen" und "behüteten" Ursprungsfamilie?
    Das wäre meines Erachtens mal ein Thema für eine Therapie. Da müßte was erinnert, erkannt, aufgearbeitet und "losgelassen" werden.
    Die Geschichte mit deiner Freundin ist ein Nebenschauplatz bzw. eine Projektion deiner ganzen Wut, die nicht nur daher rühren kann, dass sie am Anfang eurer Beziehung mal was mit zwei Typen hatte.

    Ich würde dir empfehlen, nicht mehr unter Rachegelüsten mit ihr zu schlafen (das finde ich ziemlich gemein und pervers), und klare Absprachen mit ihr zu treffen, wie und auf welche Weise ihr miteinander umgeht, was eure Aufgaben bezüglich der Kinder sind, und diese Absprachen verlässlich einzuhalten. Behandle sie mit Respekt.
    Hör auf, dein Ego an ihr aufpolieren zu wollen, hör auf, ihr weh zu tun und kümmere dich um deine eigenen inneren Baustellen.

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    8x4x2 (12.01.2020),Ateoceu (11.01.2020),Buche (14.01.2020),katta (12.01.2020),Kräuterbiene (13.01.2020),Mona-Lisa (11.01.2020)

  8. #5
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    Erstmal danke für die Antworten, ich werde versuchen mal noch ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen.

    Ich denke, dass wenn es keine Affären etc. vorher gegeben hätte wir definitiv eine "normale" Familie wären. Das Gefühl was ich damals empfand sowohl ihr, als auch meinem ungeborenen gegenüber war unvorstellbar.
    Seit damals hatte ich auch nicht ein einziges Mal auch nur ansatzweise wieder ein so "erfüllendes" Gefühl. Es ist schwer zu beschreiben, aber eine bessere Beschreibung fällt mir da leider momentan nicht ein.

    Und ja wir kannten uns in etwa 3 Monate, bevor wir zusammenkamen. Und ich war derjenige, der gezögert hat. Sie war diejenige die unbedingt (fast von Anfang an) eine Beziehung wollte.
    Aber weil ich eben wusste wie ihre Vergangenheit aussah, ließ ich mich da nicht sofort drauf ein, und habe erstmal geschaut wie sie sich verhält.
    Deswegen war mir das nach den 3 Monaten auch den Versuch wert, da ich von mehreren Leuten gehört hatte, dass sie es wohl wirklich ernst meinst und meinetwegen auch generell nicht mehr auf Partys geht, sämtliche
    Datingprofile deaktiviert hat etc.
    Sie hat mir von Anfang auch an ehrlich gesagt, dass sie ihren Ex-Freundin auch schon betrogen hat und Männer sie generell meistens langweilen, weil sie entweder nur das eine von ihr wollen oder sie versuchen als
    Statussymbol zu benutzen. Deshalb hat sie das Spiel halt immer solange mitgespielt, solange die Männer ihr alles bezahlt haben und dann hat sie sich einen neuen gesucht.
    Mich hätte sie die ersten paar Treffen auch nur als neuen "Lover" gesehen, aber sich dann in mich verliebt, als sie gesehen hat, dass mich ihr äußeres wenig interessiert und mich eher ihr Charakter fesselt.
    Und so war es ja tatsächlich. Ihr ging mit Männern so wie mir mit Frauen. Bis ich eben sie traf und es tatsächlich der Charakter war der mich überzeugt hat.

    Ihre Begründung für die Affären war letztlich, dass sie zwar alles ernst gemeint hat, aber eh nicht davon ausging das es halten würde.

    Das mit der Schwangerschaft war relativ einfach. Ich wollte schon länger ein Kind und hatte ihr auch das mit der Ex-Freundin erzählt, die ich wirklich geliebt habe, welche aber immer mehr zu einem kontrollsüchtigen Stalker wurde,
    weswegen ich mich dann trennen musste nach 6 Jahren. Und das kam auch nicht plötzlich, sondern mehr als 1 Jahr habe ich versucht ihr zu helfen, aber es wurde nur schlimmer.
    1 Monat später hat sie sich dann auch direkt den Namen ihres neuen auf den Hals tättowiert, daher weine ich ihr da keine Träne nach und bin froh, dass sie nicht schwanger wurde.
    Meine jetzige Ex meinte daraufhin, dass sie auch schon öfters über Kinder nachgedacht hat, aber eben bisher kein Mann ihren Anforderungen entsprach, sich mit mir aber eine Familie vorstellen könnte.
    Für mich war das natürlich wie Musik in den Ohren und das sie dann quasi sofort schwanger wurde ist wie sie immer sagte "Schicksal".

    Den nächsten Abschnitt zu beantworten ist sehr schwierig "Der rote Faden", du hast da vieles ziemlich gut getroffen.

    "Du fühlst dich hintergangen von deiner Freundin (und von deinem Bruder), und dann noch durch deine eigenen moralischen Prinzipien (für deine Kinder dazusein) quasi in die Falle gelockt, aus der du nun nicht mehr herauskommst."

    Das trifft es wohl haargenau. Das mit dem wohlbehütet aufgewachsen ist so ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es wie du sagst, es war eher eine "Das ist richtig, dass ist falsch - Punkt" Erziehung bei mir Zuhause, allerdings
    war ich bereits als Kind so talentiert im Football, dass der eigentliche Plan war mich im Ausland zum Profispieler zu machen. Damit einher gingen viele Stunden von Anti-Mobbing, Verhaltensregeln, richtiger Umgang mit anderen Menschen etc.
    Daher bin ich mir selbst so unsicher, was ich nun tun kann. Ich kenne das Problem, kenne die Lösung, aber umsetzen kann ich es nicht. Rache führt zu noch mehr Rache und obwohl ich weiß das es nicht gut ist, kann ich nicht aufhören.

    Und es stimmt, meine Kinder leiden unter meinem kindischem, sturem Verhalten wohl am meisten auf lange Sicht. Das ich weiterhin mit ihr schlafe ist wohl ehrlich gesagt einfach nur ein Grund, um sie weiterhin an mich zu binden.
    Andernfalls könnte sie ja über mich hinwegkommen, wenn sie Liebe, Zuneigung, Sex etc. bei einem anderen findet. Ich weiß nicht ob es so ist, aber wenn ich die Frage ehrlich beantworten müsste, würde ich es so formulieren.

    "und klare Absprachen mit ihr zu treffen, wie und auf welche Weise ihr miteinander umgeht, was eure Aufgaben bezüglich der Kinder sind, und diese Absprachen verlässlich einzuhalten. Behandle sie mit Respekt."

    Und genau das kann ich nicht. In meinem Kopf hat sie nachdem was sie getan hat kein Mitspracherecht mehr. Sie hat zu gehorchen, denn was richtig bzw gut für unsere Kinder ist hat sie nicht zu bestimmen, sondern ich.
    Respekt ist eben auch eine Sache die man sich verdienen muss und Frauen die fremdgehen sind in meinen Augen einfach nur Abschaum. Das ich sie auch betrogen habe macht es natürlich nicht besser.
    Was ich ihr ankreide, trifft mittlerweile genauso auf mich zu. Der einzige Unterschied ist, dass sie mich dazu gezwungen hat so zu sein (hat sie natürlich nicht, aber so fühlt es sich eben an) und sie sich freiwillig dafür entschieden hat.

    Es erschreckt mich auch zu sehen was ich hier schreibe bzw zu was ich selbst mittlerweile fähig bin, aber ich versuche hier so aufrichtig wie möglich die Fragen zu beantworten.
    Ich hatte auch schon überlegt mich komplett von meiner Familie abzukapseln, denn jeder Mann wäre ein besserer Stiefvater, als der Vater, der ich im Moment bin.

    Ich möchte mich jedenfalls nochmal sehr herzlich bei euch bedanken, dass ich überhaupt versucht mir zu helfen.

  9. #6
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    Hallo Ateoceu,

    vielen Dank für die weiteren Erläuterungen.

    Ich picke mir jetzt mal ganz bewusst aus dem komplexen Sachverhalten Eures Beziehungsgefechts nur wenige Punkte raus:

    Du wolltest also schon länger ein Kind, aber mit der Frau, die Dir dafür geeignet erschien. Dann hast Du die Frau kennengelernt mit der Du jetzt inzwischen zwei Kinder gezeugt hast.

    Diese Frau hat sich, wie Du auch, vorher sexuell freizügig ausgelebt, etwas was Dir wichtig zu sein scheint. Also einen Wert repräsentiert, den Du als wertvolle Basis gesehen hast.

    Du hast nach einer von Dir bestimmten "Testphase" von drei Monaten zugestimmt eine Beziehung zu führen und nicht bloß für einander eine weitere Episode im Ausleben zu sein. Das hast Du anhand Ihres Verhaltens in der von Dir bestimmten Testphase beschlossen und wegen ihrem Charakters.
    Danach bist Du direkt zu dem Plan übergegangen, den Du ja schon hattest bevor Du sie überhaupt kanntest: Kind zeugen.

    Dann stellte sich heraus, dass Sie in der Anfangsphase (den drei Testmonaten?) noch andere hatte, weil Sie nicht sicher war, dass das mit Euch was dauerhaftes ist.

    Ab dem Moment war Sie, Zitat "Abschaum" für Dich und hat nun für alles was Dich betrifft (die Kinder sind ja von Euch beiden) daher kein Mitspracherecht mehr. Du bist ab da dann regelmäßig fremdgegangen um Verletzung mit Verletzung auszugleichen und hast mit ihr auf der bereits vergifteten gemeinsamen Basis noch ein weiteres Kind gezeugt.

    Du hast also die "Familie", die Du schon wolltest bevor Du sie kanntest vergrößert.

    Leider hat das Familienglück jetzt den Schatten, dass Du sowohl Sie als auch Dich als "Abschaum" empfindest.
    Und sowohl Du als auch Sie nicht dem Ideal entspricht, das Du setzt um liebenswert zu sein.

    Vielleicht lässt Du Dir den Part Deines Lebens nochmal aus der Sicht durch den Kopf gehen und fragst Dich: was willst Du wirklich? Und: was bringt Dir der Hass, den Du empfindest und an ihr und Dir (und den Frauen mit denen Du fremdgehst) auslebst? Kannst Du den Hass loslassen? Warum geht das nicht?

    VG
    undjetzt

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    Cailynn (12.01.2020),Else08/15 (11.01.2020),Mirjam (11.01.2020)

  11. #7
    mobila
    Gast

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    Nur mal aus Neugier und zum Reinspüren eine Frage an dich:

    Sind laut deiner Sicht Frauen die fremdgehen, größerer Abschaum als Männer die fremdgehen?

    Ist es BESONDERS die Frau, die loyal und treu zu sein hat?

    Und verstehe ich dich richtig, dass du ZUNÄCHST gut fandest, dass ihr denselben Hintergrund hattet (freizügiges Sexleben), aber dann erwartet hast, dass sie diesen Zug komplett aufgibt für dich- obwohl du von Anfang an sehr skeptisch warst, ob sie das auch könnte?

    Es klingt für mich so, als wären manche deiner Begierden nicht in Einklang zu bringen mit deinen Moralvorstellung.
    Ich denke weiterhin nicht, dass du nur aus Rache mit anderen geschlafen hast. Sondern weil es einen Teil in dir gibt, der das so ganz in Ordnung findet- in dir, in ihr....
    Sonst hättest du m.M. nach sie gar nicht erst gewählt. Ihren Charakter (dazu gehört auch ein offenes Sexleben) kanntest du ja und mochtest du.

    Ich denke also, du lehnst hier, aufgrund deiner Erziehung vielleicht?, etwas ab, das aber anscheinend irgendwie ein Teil von euch beiden ist/war. Und zwar von dir genauso wie von ihr.

  12. #8
    Schreibkraft Avatar von Cailynn
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    Hm..... schwierig. Ich sehe es wie undjetzt. Das vorherrschende Gefühl das einem beim Lesen deines Textes ins Auge springt ist Hass. Ich denke, ihr seid beide erwachsene Menschen und wenn eine Beziehung keinen Sinn mehr macht, weil einfach zu viel vorgefallen ist, das Vertrauen zerstört ist und man nichts mehr als Verachtung füreinander übrig hat, sollte man so ehrlich sein und sich trennen. Von daher hast du m.M.n. das einzig richtige getan, indem du dich getrennt hast. Das würde ich an deiner Stelle auch so halten (weil du schriebst ab und zu läuft da noch was).

    Was ich aber bei all dem toll finde ist, dass du trotzdem weiter für deine beiden Kinder da bist. Die beiden können ja nichts dafür und ich finde es super, dass du zwar nicht mehr der Partner für deine Exfreundin sein willst aber weiterhin ein guter Papa bist
    Ich denke solange du/ihr die Kinder da raus haltet machst du im Prinzip nichts falsch. Was zwischen dir und deiner Exfreundin noch läuft ist eure Sache.... ich finde aber auch gut dass du dir professionelle Hilfe gesucht hast und versuchst deine Gefühle und dein (berechtigtes) Misstrauen aufzuarbeiten. Nicht für sie, sondern für dich. Du scheinst nämlich sehr verletzt zu sein. Was anderes hätte ich dir gar nicht raten können... arbeite es für dich auf, damit du davon frei wirst.

    lg Cailynn

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