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Thema: '(A)Normalität'

  1. #1
    Neuling
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    Standard '(A)Normalität'

    Hallo allerseits,

    Erstmal eine Warnung, der Text könnte etwas länger werden, ist evtl. für einige Interessant zu lesen, aber schon mal eine kleine 'Warnung' vorher: Ich habe kein direktes Problem, bzw. weiß nicht, was mein Problem ist und hätte gerne einfach ein paar Meinungen.
    Oh, und auch noch nebenbei, ich spreche hauptsächlich Englisch/schreibe so gut wie nie Deutsch, von daher kann's sein, dass gerade meine Groß- und Kleinschreibung etwas daneben ist, entschuldigung dafür :)


    So, und jetzt zum eigentlichen Problem: Ich merke (und das wird mir mit der Zeit immer bewusster), dass ich in so gut wie jeglichem Punkt in meinem Leben von der Norm abweiche. Nicht zwingend negativ (oft genug aus meiner Sicht eher positiv), aber ich hätte einfach mal gerne eure Meinung, ob ihr irgendwo... problematische Tendenzen seht. Um 'nen vernünftigen Überblick zu geben werde ich euch einfach mal 'nen kurzabschnitt des anormalen geben.

    Nun denn:

    BACKSTORY
    Meine Kindheit lief ungefähr so perfekt, wie man es sich vorstellen kann, meine Eltern waren (und sind immer noch) in einer der besten Beziehungen, die ich je gesehen habe, seit über 20 Jahren verheiratet, so gut wie nie (und nie ernsthaften) Streit. Beide haben sich extrem um mich gekümmert, wir haben eine super Beziehung, alles perfekt. Das einzige, was auffällig an mir war, war, dass ich als Kind so gut wie kein Interesse an sozialen Kontakten hatte, ich habe zwar im Kindergarten mit Leuten geredet/wurde akzeptiert, aber ich war immer sehr... in mich gekehrt. Das ging dann in der ersten Klasse so weiter, wo ich dann gegen Ende der ersten Klasse zum ersten mal mit 'nem Psychologen in Brührung kam.
    Das lag daran, dass ich aufgrund von Langeweile in der Schule überspringen wollte (und da ich ja kein interesse an sozialen Kontakten hatte, haben mir keine Freundschaften 'im Weg gestanden'). Problem war, dass die Lehrerin des Klasse, in die ich überspringen sollte (3te Klasse) es nicht unterstützt hat und verlangt hat, dass ich 'nen IQ test mache, in der Hoffnung, dass dieser mich als ungeeignet zeigen würde. Das lief allerdings (für sie) leicht suboptimal (muss zugeben, bin immer noch schadenfroh, was das angeht), mein Ergebnis lag am Leistungsdeckel des tests und bestätigte, dass ich im obersten promill der Bevölkerung läge. Das wurde mir allerdings für 'ne ziemlich Lange Zeit nicht gesagt, da meine Eltern für mich ein möglichst normales Leben wollten, was dann auch relativ lange gut gegangen ist.
    Im Nachhinein sollte ich vielleicht ergänzen, dass ich (scheinbar) gegen Ende der Grundschule und Anfang des Gymnasiums gemobbt wurde, was mir damals aber einfach nicht bewusst war. Ich habe mich einfach nicht von Beleidigungen oder ähnlichem Berührt gefühlt, sodass ich erst einige Jahre später überhaupt verstanden habe, dass es mobbing war.

    Nunja, noch eine Sache, die ich evtl. ergänzen sollte ist, dass ich damals wirklich wenig Verständnis für emotionen hatte. Ich hatte (und habe immer noch nicht) 'wahre' Empathie, ich kann es zwar durch logik ersetzen und habe so ein ziemlich gutes Menschenverständnis, allerdings ist alles erlernt, mehr wie eine Wissenschaft, als durch Intuition. (Ich verstehe, dass jemand traurig ist, wenn er weint und wenn es jemand ist, der mir was bedeuted fühle ich auch für ihn, aber das weiß ich nicht 'automatisch', es sind Erfahrungswerte)

    Nun denn, jedenfalls ging mein Leben weiter, ich hatte zwar immer gute Noten in der Schule/war in so gut wie allem, was ich gemacht habe relativ gut (habe an nationalen Sportevents teilgenommen, bin in Förderungsprogramme für begabte Schüler gekommen etc), allerdings gab es NICHTS, wofür ich aufwand betrieben hätte. Landete dann nochmal bei 'nem phsychologen (wegen 'Lernproblemen'), dessen Diagnose einfach lautete 'nicht genug gefordert, daher keine Motivation zu lernen' und habe meine Schullaufbahn (wenn auch extrem gelangweilt, aber erfolgreich) absolviert und angefangen zu Studieren. (Vorher hatte ich nochmal eine privat bezahlte Berufsberatung von einer Pychologin)

    RELEVANTER TEIL:
    Und hier wird's interessant, seitdem ich studiere, haben sich relativ viele Sachen geändert. Von meiner generellen emotionalen unbewegtheit (nichts hat mich berührt) bin ich mittlerweile durchaus... normaler? gesünder?. Wie auch immer, ich empfinde Sachen, die ich vorher nie empfunden habe, von Einsamkeit, Sorge, 'Liebe' (zu den Anführungszeichen komme ich später) etc. Bin immer noch extrem emotional kontrolliert (hatte noch nie in meinem Leben einen Wutausbruch, habe seit ca. 7 Jahren nicht mehr geweint [tod eines engen Verwandten], habe noch nie dummes aus Liebe getan oder ähnliches).
    Abgesehen davon bin ich scheinbar auch nicht heterosexuell (was ich bisher dachte), sondern asexuell. (Dachte ich sei heterosexuell, da ich mich von homosexuellem 'abgestoßen' fühle [nicht im sinne von Homophob, sondern ich könnte nicht mit einem anderen Mann sex haben], während ich von heterosexuellem einfach unberührt war, es ist mir einfach komplett egal).

    Die schon in der Backstorie erwähnte Hochbegabung ist auch sicherlich nicht normal, allerdings relativ 'normal'/irrelevant (wollte es trotzdem erwähnt haben falls es doch relevanter ist, als ich denke)
    Dann wäre da noch 'ne Sache, dass ich Bewegungen scheinbar anders wahrnehme, als andere Menschen, ich kann so gut wie alles, was ich einmal sehe (ausnahmen Bestätigen die Regel) exakt kompieren, bis dahin, dass ich persönliche Stile in Sportarten nachahmen kann, die ich vorher nie gespielt habe.
    Ich bin auch noch demiromantisch (ich kann keine romatnische Anziehung für jemanden empfinden, den ich nicht vorher bereits ziemlich gut kenne)

    Dann noch die (in der Backstory erwähnte) Art, in der ich andere Menschen verstehe. Ich kann Menschen ziemlich gut einschätzen (score auch ziemlich hoch in EQ tests), allerdings ist davon nichts 'natürlich', alles ist wie in einer Wissenschaft durch Beobachtung und Tests erforscht. Heißt ich habe eine kausale Begründung für fast jedes Menschliche Verhaltensmuster, auch wenn ich über 0 emotionale Instinkte verfüge.
    Und zu guter letzt wäre da noch der Mangel eines inhärenten Sinnes von richtig/falsch, den scheinbar so gut wie jeder sonst hat. Ich habe zwar ein Set an moralischen Grundsätzen, dass ich befolge, allerdings gibt es für mich nichts (oder fast nichts), was sich einfach als 'falsch' anfühlt. Geht von kleineren Sachen wie Diebstahlt bis zu Sachen die Pädophelie (ACHTUNG: Ich sehe, wieso es falsch es und würde nichts davon jemals unterstützen, allerdings basiert das nicht auch meinem Gefühl, sondern einfach weil meine moralischen Einstellungen dazu so sind, dass ich es als falsch ansehe)



    Obwohl ich jetzt drei mal bei Psychologen war, hat nie jemand was diagnostiziert (außer Hochbegabung halt), ich bin mir keiner 'disorders' (Krankheiten/Störungen, weiß die genaue Übersetzung nicht) bewusst, möchte aber nichts ausschließen. Meine Art und weiße mit Menschen umzugehen scheint leicht Autistische Züge zu haben, aber naja. Ich hätte gerne einfach mal eure Meinung und insbesondere Theorien dazu, woher so eine Ansammlung an Abweichungen kommt :)

    VIELEN DANKE FÜR'S LESEN! Stellt alles an Fragen, was euch einfällt/interessiert.
    -Holly

  2. #2
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    Hallo Holly,

    Zitat Zitat von -Holly- Beitrag anzeigen
    .... aber ich hätte einfach mal gerne eure Meinung, ob ihr irgendwo... problematische Tendenzen seht.
    die Fragestellung verleitet irgendwie in die Richtung Diagnostik ("problematische Tendenzen...") und deshalb distanziere ich mich hier nochmal ausdrücklich von Diagnosen oder ähnlichem. Alles was ich hier von mir gebe ist meine persönliche Meinung.

    Du schreibst, dass deine Eltern sich extrem um dich gekümmert haben. Ich möchte auch deinen Eltern hier keine Vorwürfe machen, aber in welche Richtung haben sich deine Eltern "extrem" um dich gekümmert?

    Haben sie sich mehr emotional um dich gekümmert oder mehr "sachorientiert" um die Förderung deiner Begabung und Talente? Sind sie mehr zum Baden mit dir an den See gegangen oder haben sie mehr darauf geachtet, dass du den bestmöglichen Zusatzunterricht / Förderunterricht / Lehrer bekommst?

    Versteh mich jetzt bitte nicht falsch. Ich möchte niemandem einen Vorwurf machen, aber das ist für mich eine mögliche Erklärung dafür, dass du so bist, wie du bist. Du brauchst mir auch meine Fragen nicht zu beantworten, wenn es unangenehm wird.

    Ich sehe auch keine "problematischen Tendenzen". Wenn du dich "in deiner Haut wohl fühlst" ist das kein Problem. Auch deine Asexualität halte ich jetzt nicht für ein wirkliches Problem. Das einzige, worüber ich mir Gedanken mache ist, wie du auf andere "wirkst" bzw. wie andere Menschen auf dich "reagieren". Ich versuche mir vorzustellen, wie du auf mich "wirkst", wenn du vor mir stehen würdest oder welchen "Typ" ich erwarten würde, wenn wir uns in einer Stunde zu einem Gespräch über *was auch immer* treffen würden.

    Ich stelle mir jetzt einen hochintelligenten Professor vor, der zwar die Umgangsformen der Höflichkeit beherrscht, aber zu allen Mitmenschen - egal ob Nachbar, Kollege, Mitarbeiter, Familiengangehörige, Vorgesetzte und Ehefrau- einen gewissen emotionalen Abstand hält.

    Es könnte auch sein, dass du auf andere hochnäsig und abweisend wirkst und sie dementsprechend ablehnend auf dich reagieren. Auch wenn du "perfekt" im Sport bist, weil du durch Erklärung und Beobachtung komplexe Bewegungsabläufe und Strategien gut kopieren kannst, schafft das nicht nur Freunde, sondern auch Neider. Perfektion/ismus hat meiner Meinung nach auch etwas distanzierendes an sich, weil die Leute, die sich mit dir vergleichen hauptsächlich ihre eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten sehen (egal ob Sport oder Beruf). So lange du aber nach deinem Empfinden genügend Sozialkontakte hast, halte ich das auch nicht für problematisch.

    Das ist meine Meinung zu dem Thema und sollte in keinem Fall irgendwie beleidigend sein.

    Gruß
    Simon
    Ich bin kein Arzt, Therapeut oder Rechtsanwalt. Meine Postings entsprechen meiner (momentanen) Meinung zu einem Thema und können auch falsch sein. Wenn jemand etwas aus meinen Postings umsetzt / umsetzen möchte, dann ist er / sie für die Folgen selbst verantwortlich und sollte dies nur nach vorherigem Nachdenken tun.

  3. #3
    Roman Verfasser
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    Ich bin beileibe keine Fachfrau, würde aber ganz spontan auch auf eine leichte Art von Autismus tippen.
    Kommt so etwas nicht häufiger in Verbindung mit Hochbegabung vor?
    Könnte aber auch eine stark ausgeprägte Introvertiertheit sein.
    Ich habe auch eine 13jährige Tochter, die sehr intelligent und analytisch denkend, sehr autark und wenig sozial interessiert ist.
    Sie ist sich selbst genug und braucht nicht unbedingt andere Menschen, kann Tage in ihrem Zimmer verbringen mit Lesen und Reportagen gucken, also mit intellektueller Wissensvermehrung, zwischendurch mal etwas Kreativität (extrem detailliertes Zeichnen, Malen und Modellieren). Manchmal redet sie tagelang kein überflüssiges Wort mit uns, ab und an hat sie mal ein gewisses Mitteilungsbedürfnis, dann sprudelt alles Angesammelte ohne Punkt und Komma aus ihr heraus, dass man kaum mitkommt, und dann ist erst mal wieder Schicht.
    Wir haben sie noch nicht zum Psychologen geschickt und ich denke auch nicht, dass es notwendig ist, denn sie scheint ganz zufrieden mit sich und ihrem Leben zu sein und kommt gut klar.

    Und das ist doch das Wichtigste, oder?
    Nur, weil man etwas anders ist als die meisten anderen Leute, ist man doch nicht automatisch unnormal oder gar pathologisch.
    Wenn du dich wohl in deiner Haut fühlst und klarkommst, mußt du doch nicht unbedingt genau so sein wie andere.
    Immerhin bist auch du nicht der einzige introvertierte Mensch aufdem Planeten, es wirkt nur oft so, weil diese Menschen halt viel weniger in Erscheinung treten als die extroverterten Macher und "Rampensäue", die in unserer Gesellschaft mehr gefragt zu sein scheinen. Deshalb sind diese Leute jedoch nicht "normaler" als andere.
    Es gibt verschiedene Typen, die alle ihre besondere Qualität haben. Die Vielseitigkeit machts.


    Was mich ein bißchen stutzig gemacht hat, war deine Schilderung, dass deine Eltern anscheinend so eine perfekte Ehe haben weil (?) sie sich so gut wie nie streiten.
    Für meine Begriffe gehören zu einer lebendigen Beziehung, in der Menschen wachsen und sich weiterentwickeln, und die schon so lange besteht, auch Auseinandersetzungen und auch mal Emotionen, die nicht durch allumfassende Harmonie geprägt sind. Schließlich handelt es sich um zwei Individuen, die älter werden, neue Erfahrungen machen, eventuell neue Interessen und Bedürfnisse entwickeln usw. Zum Wachsen und Entwickeln gehören auch manchmal Auseinandersetzungen. Die Art und Weise, wie diese Auseinandersetzungen geführt wird, steht auf einem anderen Blatt - aber so gar keine Auseinandersetzungen und gar keine "schlechten" bzw. disharmonischen Gefühle und deren Ausdruck in so einer langjährigen Beziehung kommt mir etwas merkwürdig vor.
    Da wirkt auf mich so ein bißchen steril und starr, so als habe man sich in bestimmten Mustern eingerichtet, die nicht mehr angerührt und hinterfragt werden, ein bißchen viel Fassade.
    Natürlich kann ich mich irren, denn ich kenne deine Eltern nicht, aber lebenslange, fortwährende Harmonie in einer Paarbeziehung halte ich eigentlich (auch basierend auf persönlichen eigenen Erfahrungen und denen der Menschen, die ich so kenne) für utopisch und auch gar nicht unbedingt für erstrebenswert.

    ...das nur als (mögliche) Erklärung für deine etwas starre Emotionalität. Vielleicht hast du bei deinen Eltern nicht viele Emotionen bzw. deren Ausdruck gelernt?

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Der rote Faden für den sinnvollen Beitrag:

    Mirjam (16.06.2018)

  5. #4
    Neuling
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    Hey SimonJohannes,

    Erstmal danke für deine Antwort und mach dir keine Sorgen, auch ohne den Hinweis hätte ich die Antwort nicht als beleidigend/Vorwurf interpetiert

    Meine Eltern haben sich in beiden bereichen um mich gekümmert, meine Mutter hat nicht gearbeitet und war somit quasi immer bei mir, mein Vater war zumindest über das Wochenende da (so viel es beruflich ging). Sind auch mehrmals (3-4 mal im Jahr) in den Urlaub gefahren, stehe den beiden sehr nahe und bin auch 'glücklich' mit allem, wie es gelaufen ist. Haben mir aber auch jegliche Förderung ermöglicht, aber mich auch nie gezwungen. Also sofern ich's beurteilen kann so ziemlich wie sich Eltern idealerweise verhalten sollten, also innerfamiliär ist alles ziemlich perfekt.

    Oh und eine Sache, die ich noch bemerken muss, mittlerweile bin ich wie gesagt deutilch sozialer, hat sich seitdem ich angefangen habe zu studieren komplett Verändert. Es war (zumindest seitdem ich ca. 13 war) nie so, dass andere nichts mit mir zu tun haben wollten, ich hatte nur wirklich so gut wie nie interesse. Ich hatte immer einige sehr gute Freunde, aber habe mich für die meisten Menschen halt einfach nicht interessiert (also nicht im Sinne von "Du bist irrelevant, mit dir will ich nicht reden" aber einfach in dem Sinne, dass ich sie nicht aktiv 'approachen' würde).

    Das hat sich aber auch seitdem ich studiere stark geändert, würde mich mittlerweile als extrem sozial/fast schon in richtung extrovertiert sehen, kenne da, wo ich jetzt lebe sehr viele Leute und bin auch so gut wie jeden Abend bei Freunden essen/lade Leute zu mir ein, hat sich einfach komplett ins Gegenteil vertauscht. (Liegt aber denke ich am Umfeld, die Leute in meinem Geburtsort waren sehr... auf das lokale fixiert, Dorftratsch etc.; während ich jetzt halt in einem ziemlich international gemischten Umfeld lebe).

    Und ja, das mit sexualität etc. macht mir keine Sorgen, was mich wundert ist einfach die Ansammlung an... ungewöhnlichen Eigenschaften, für die ich halt einfach keine Erklärung habe, da man eigentlich nicht viel Gewöhnlicher und Problemloser aufwachsen kann als ich

    Oh und stell ruhig Fragen, solange nichts dabei ist, was meine Identität hergibt gibt es nichts, was mir unangenehm wäre zu beantworten!

    Und vielen Danke für deine Antwort
    -Holly

  6. #5
    Neuling
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    Hey Roter Faden,

    Jain, einige Merkmale von Autismus sind zutreffend, allerdings gibt's auch genauso viele, die absolut nicht auf mich zutreffen. Habe sozial halt keine Probleme, ich verstehe Menschen ziemlich gut, kann auch Subtiles ganz gut wahrnehmen, habe ebenfalls keine festen Abläufe (oder den Wunsch danach), und auch meine Sprachentwicklung war ziemlich früh (konnte mich mit 2 schon recht gut ausdrücken, also ganze [wenn auch kurze] Sätze sprechen).
    Und auch hier nochmal, ich mache mir nicht wirklich Sorgen/halte mich für Krank, ich würde eigentlich nur gerne Wissen, woher die Ansammlung von ungewöhnlichem kommt, weil mein Leben halt absolut nichts Außergewöhnliches hatte.

    Und die logik ist nicht, dass die Ehe perfekt ist, WEIL sie nicht streiten, die Ehe scheint im allgemeinen ziemlich perfekt (bis zu dem Punkt, dass es etwas unheimlich scheint [eben weil sie nie streiten, würde das auch für normal halten]). Bin mir sehr sicher, dass es keine Fassade ist, es gibt keine Möglichkeit, dass mir das nicht aufgefallen wäre, sie sind was emotionen angeht (vor allem meine Mutter, aber an sich beide) ziemlich offen und unterdrücken auch nichts/halten sich nicht zurück.
    Ich verstehe absolut, was du meinst, jetzt wo ich meine Schilderung lese würde ich wahrscheinlich das gleiche denken, aber es ist tatsächlich nicht der Fall. Ihre Beziehung scheint einfach so, als ob sie über die Zeit unverändert bleibt (so als ob sie sich erst seit wenigen Monaten kennen würden, zumindest was das verliebt sein/Tatendrang etc. angeht), ich habe allerdings auch absolut keine Erklärung dafür, wie das möglich ist, aber wie gesagt; ich kann versichern, dass es keine Fassade ist.

    Von daher, die Erklärung würde Sinn machen, ist aber (zum Glück/leider, je nach Position) mit ziemlicher Sicherheit nicht der Fall :/

    Danke auch dir auf jeden Fall für die Antwort!

  7. #6
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    Hallo,

    „Ich weiß! Ich bin doof.“
    Es heißt doch "Theorie ist das eine! Praxis ist das andere!" Schulwissen ist Theorie. Auch sind viele Stolz auf ihre Berufserfahrungen. Irgendwie habe ich im Leben versagt. Ich habe damit Lebenserfahrungen. Mir aus der Not helfen zu können.

    Wobei es bei uns einiges anders lief. Unsere Mutter hat sich scheiden lassen. Nach dem mein Bruder geboren wurde, wurde sie Hausfrau. Dann wurde ich geboren. Als ich kurz vor der Einschulung war, wollte sie wieder arbeiten gehen. Sie wollte das Vati in Haus und Garten mitmacht. Er wollte nicht und es kam zur Scheidung. Wenn wir umzogen hat Mutti und mein älterer Bruder die neue Wohnung tapeziert. Die Frage der praktischen Erfahrungen!

    Irgendwann in der Pubertät, in der Lehre, stellte ich fest, dass ich Einzelgänger bin. Wie das Kind, das neben der Erwachsenengruppe nebenher läuft. Sich das und jenes ansieht. Mir macht es – wie das Kind – nicht aus, das alleine sein neben der Gruppe.
    „Das Kind ist eigenwillig“ es hat seine eigenen Interessen und was es will. Auch wenn ich an dem Kindergarten vorbei gehe und die Kinder draußen spielen, kann ich es beobachten. Dass die Kinder keine festen Bindungen haben. Sie spielen mal mit dem einen, mal mit dem anderen oder alleine.
    „Gemeinsame Sache machen!“ Es entstehen erst in der Pubertät feste Freundschaften. Auch die Klickenbildung ist erst in der Pubertät. Das Suchen nach sozialen Kontakten.
    Das Kind ist eigenwillig! – „Was wollen wir machen?“ in der Pubertät entstehen Vorstellungen, gemeinsame Entscheidungen zu treffen.


    „Ich bin nicht normal!“
    Wie normal bin ich? – Ich mache dieses und jenes. Ab wann ist es anormal? Dass es jetzt anderen auffällt.
    Wie weit gibt es auch durch moralische Vorstellungen, feste Vorstellungen davon: Was normal ist.
    Die Toleranz, Flexibilität: mich in die Gruppe einzufügen. Auch lernen wir das erst in der Pubertät.
    – anormal, nicht normal: Ab wann ist das Verhalten auffällig?
    . Der Mensch ist ein soziales Wesen. Gruppen, Gemeinschaften, Familie, Team, Kollektiv, Mannschaft usw. – sich einfügen! - gemeinsame Sache machen, etwas gemeinsam machen.
    Das kann ein Mensch nicht alleine machen. - gemeinsam schaffen wir das! Karl Marx: Der Mensch hat die Arbeit erfunden! Damit entstand die Arbeitsteilung.


    gruss mops

  8. #7
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    Zitat Zitat von -Holly- Beitrag anzeigen

    ich würde eigentlich nur gerne Wissen, woher die Ansammlung von ungewöhnlichem kommt, weil mein Leben halt absolut nichts Außergewöhnliches hatte.
    Findest du das wirklich so ungewöhnlich? Ich kann daran nichts ungewöhnliches entdecken. Ich sehe jeden Menschen als etwas besonderes an. Einzigartig. Jeder hat doch Dinge, die er kann oder nicht kann. Macht oder nicht macht. Etc.
    Das was mir an dir auffällt, dass du Dinge sehr gut beobachten kannst, auch an dir.

    Ich beobachte auch Dinge an mir, die mich doch sehr verwundern. Meine wirklich stark ausgeprägte Phantasie zum Beispiel. Beängstigend. Aber macht nicht genau dies den Menschen aus? Dass er besonders ist? Einzigartig?
    Wenn es dir gut geht, sei dankbar darüber, wie es ist.

  9. #8
    Neuling
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    Klar, ich stimme absolut damit überein, dass jeder einzigartig ist bzw, dass es nicht schlimmes ist, wenn man nicht in der Norm liegt.

    Mir fällt halt einfach nur ziemlich oft (auch wenn das schwierig zu spezifizieren ist) auf, dass ich mich irgendwie in keinem Bereich an 'normalen' Maßstäben messen kann, also wie gesagt weder in positivem, noch in negativem Sinne. Aber es gibt wirklich so gut wie nichts, wo ich einfach sagen könnte "Ja, das mache/empfinde ich so, wie die meisten Menschen". Kann natürlich sein, dass ich mich da vertue, aber es verwundert mich doch immer wieder, wie stark die Unterschiede teilweise sind. Kann natürlich sein, dass ich mir das alles nur einbilde, würde mich aber wundern um ehrlich zu sein

    Und dankbar für das, was ich habe bin ich allemal, mir ist ziemlich bewusst, wie viel Glück ich in meinem Leben habe

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