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Thema: Abneigung vor Menschen

  1. #1
    Neuling
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    Beitrag Abneigung vor Menschen

    Hallo,
    ich bin neu hier und weis jetzt nicht genau ob ich ins richtige Forum poste, da es mehrere Probleme gibt, die mich belasten. Falls ich hier falsch bin tut es mir Leid und dann bitte ins richtige Forum verschieben. Es hat mich auch viel Überwindung gekostet mich hier anzumelden und das hier nieder zu schreiben. Es ist mir irgendwie peinlich und ich hoffe dass jetzt nicht irgendwelche bösen Kommentare und Spassposts kommen. Wo fange ich am besten an?


    Ich verspüre Ekel, Angst und Abneigung wenn es um Menschlichen Kontakt geht. Hab seit vielen Jahren nicht mal mehr Sex. Ich ekel mich vorm Küssen, Umarmen, Händchen halten. Ich habe Angst bei Gesprächen in Fettnäpchen zu treten und mich zu blamieren. Das ist bei mir schon eigentlich immer so gewesen. Nur früher habe ich das Problem mit der Nähe zu Menschen ignoriert und wollte dagegen ankämpfen indem ich permanent von einer Beziehung in die Andere gehüpft bin. Es wurde aber nur noch schlimmer. Ich konnte absolut keine Lust verspüren wenn meine damalige Freundin/ Freundinnen Sex von mir wollten und mir näher kamen. Das wurde richtig zum Problem. Ich kann nur noch Lust empfinden wenn ich Frauen auf Bildern und in Videos sehe. Klingt abartig, isses auch.
    Nichtmal meine Eltern und Geschwister mag ich noch berühren wie zb Hand geben, umarmen usw
    Ich habe nach langem ignorieren und Grübeln für mich erkannt, dass Menschen nichts für mich sind und habe mich in den letzten 5 Jahren komplett abgeschottet. Ich geh kaum raus und wenn dann nur zum Arbeiten, Einkaufen usw wo ich dann andere Menschen so gut wie's geht meide, was nicht immer klappt. Beim Einkaufen, an der Kasse werde ich jedesmal nervös wenn mich andere Leute anstarren. Ich werde dann zittrig und beginne zu schwitzen. In Wartezimmern beim Arzt ist es kaum auszuhalten für mich. Bei Arbeitskollegen, die ich jahrelang kenne mieme ich den Spaßvogel um mir nichts anmerken zu lassen. Bei Fremden Leuten allerdings mach ich einen großen Bogen drum. Ich werd sogar wütend wenn mir jemand auf die Pelle rückt. Bus und Bahn fahren sind die reinste Tortur für mich. Es steckt auch ein wenig Angst vor menschlichen Reaktionen auf mich oder Enttäuschungen dahinter. Es ist sehr schwer meinen Zustand konkret zu beschreiben.

    Ich glaube sogar zu wissen, was der Grund und die Ursache für mein Verhalten ist. Ich bin in meiner Kindheit von einem pedophilen jugendlichen Nachbarn (er 16, ich 4 oder 5) mehrfach missbraucht worden. Bzw er zwang mich, es ihm mit der Hand zu machen. Es konnte nie bewiesen werden da es nie Zeugen gab. Ich habe mich auch erst nach ein paar Jahren an meine Eltern gewandt, die alles versucht aber nichts erreicht haben gegen ihn.

    Ich habe dadurch ein ziemlich beschissenes Leben bisher gelebt. Ich wurde in der Schule gemobbt weil ich halt so zurückgezogen war. Habe Drogenprobleme gehabt (Amphethamine) weil ich mich oft nur betäuben wollte. Zum Glück jetzt nicht mehr. Auf der Arbeit fühle ich mich oft direkt angegriffen wenn Kollegen sich mal einen Scherz erlauben. Bin griesgrämig geworden und rege mich über vieles auf was eigentlich irrelevant für mich ist. Auf gut Deutsch gesagt: Ich stecke voller Frust. Ich habe Minderwertigkeitskomplexe und das schon mein Leben lang. Kein Durchsetzungsvermögen usw.... Selbst meine sexuellen Fantasien machen mir Angst. Da sind dann auch schon mal etwas dunkle Fantasien an denen ich Spaß habe. Ich bin eigentlich durch und durch kaputt. Es gab eine kurze Phase in der ich sowas wie Liebe empfinden konnte für jemanden. In meiner Jugend und den ersten Jahren in den Zwanzigern schien ich völlig normal zu sein. Aber meine Macken vor Annäherung haben auch diese Beziehungen zerstört und ich habe sehr stark darunter gelitten, was mich nur noch mehr zum Einzelgänger machte. Es scheint so, als hätte ich meine Kindheitserlebnisse mit dem Nachbarn und dem Mobbing in der Schule gekonnt ignoriert. Aber es kam nach einer Zeit immer mehr zurück und hat dadurch mein Leben sehr beeinflusst und teilweise zerstört. Emotional bin ich kühl geworden und nur noch mit Alkohol und Drogen gut drauf gewesen. Als diese nachgelassen haben bin ich meist in ein tiefes Loch gefallen. Also im Großen und Ganzen kann man behaupten dass ich kein Vertrauen mehr in Menschen habe.

    Ich glaube auch nicht mehr daran dass ich das therapieren kann weil ich es einfach nicht möchte. Allein der Gedanke mit einem wildfremden Therapeut in einem Gespräch zu sein Macht mir Angst. Ein Leben in Einsamkeit und Ruhe vor Anderen kann ich mir durchaus vorstellen.

    Meine Fragen sind eigentlich jetzt nur: Wie nennt sich diese Phobie oder was auch immer diese Störung bei mir ist? Und kann ich vielleicht doch noch was tun dagegen? Selbst wenn ich fest davon überzeugt bin, dass es nicht möglich ist? Wo kann ich Hilfe finden im Kreis Dortmund und wie läuft dann sowas ab? Für den Fall dass ich mich doch noch umentscheiden würde.
    Ich bin jetzt genau 40. Mit 4-5 hatte ich diese schlimme Erfahrung mit dem Nachbarn. Von 7- 17 die ständigen Mobbingerfahrungen in der Schule. Von 18 bis 24 eine sehr schöne Zeit in der ich mich mehrfach richtig verliebt habe und böse enttäuscht wurde. Danach hab ich mich nie wieder richtig verlieben können. Von 24- 35 jedes Wochenende gefeiert mit Alkohol und Drogen. Seit meinem 35 Lebensjahr bis heute (5 Jahre) nur noch in der Bude hocken und Arbeiten. Also schlafen, arbeiten, schlafen, arbeiten, ganz selten mal mit meinem Bruder ins Kino, schlafen, arbeiten.........ect!

    Wenn ich das so lese sehe ich, dass alles komplett "Ichbezogen" ist. Selbstmitleid spielt auch ne Rolle aber ich glaube es ist besser sich das mal von der Seele zu reden anstatt aufzugeben. Vielleicht schaff ichs ja irgendwann mal. Auch wenns schwer ist.

  2. #2
    Neuling
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    Ich habe den Text nochmal etwas abgeändert bzw um Einiges ergänzt und berichtigt. Ich kopiere den neuen Text nochmal hier rein. Ich hoffe dass dadurch der obrige Text etwas besser verstanden wird. Hab den Text oben nämlich spontan getippt und den neuen eifach nochmal etwas nachbearbeitet

    Meine Angst vor Menschen


    Ich verspüre Angst und Abneigung wenn es um Menschlichen Kontakt geht. Hab seit vielen Jahren nichtmal mehr Sex. Ich ekel mich vorm Küssen, Umarmen, Händchen halten. Ich habe angst bei Gesprächen in Fettnäpchen zu treten und mich zu blamieren. Das ist bei mir schon eigentlich immer so gewesen. Nur früher habe ich das Problem mit der Nähe zu Menschen ignoriert und wollte dagegen ankämpfen indem ich permanent von einer Beziehung in die Andere gehüpft bin. Es wurde aber nur noch schlimmer. Ich konnte absolut keine Lust verspüren wenn meine damalige Freundin/ Freundinnen Sex von mir wollten und mir näher kamen. Das wurde richtig zum Problem. Als ich mich nämlich damals doch mal verliebt habe, konnte ich meiner Freundin nicht das geben emotional und körperlich was sie wollte. Sie verlies mich und ich war gebrochen. Ich kann nur noch Lust empfinden wenn ich Frauen auf Bildern und in Videos sehe. Klingt abartig, isses auch.
    Nichtmal meine Eltern und Geschwister mag ich noch berühren wie zb Hand geben, umarmen usw
    Ich habe nach langem ignorieren und Grübeln für mich erkannt, dass Menschen nichts für mich sind und habe mich in den letzten 5 Jahren komplett abgeschottet. Ich geh kaum raus und wenn dann nur zum Arbeiten, Einkaufen usw wo ich dann andere Menschen so gut wie's geht meide, was nicht immer klappt. Ich werde nervös und bekomme Schweissausbrüche wenn man mich im Wartezimmer beim Arzt oder beim Einkaufen an der Kasse anstarrt. Ich werde dann richtig zittrig. Ich werd sogar nervös wenn mir jemand auf die Pelle rückt. Bus und Bahn fahren sind die reinste Tortur für mich.

    Ich glaube sogar zu wissen, was der Grund und die Ursache für mein Verhalten ist. Ich bin in meiner Kindheit von einem pedophilen jugendlichen Nachbarn (er 16, ich 4 oder 5) mehrfach missbraucht worden. Bzw er zwang mich, es ihm mit der Hand zu machen. Es konnte nie bewiesen werden da es nie Zeugen gab. Ich habe mich auch erst nach ein paar Jahren an meine Eltern gewandt, die alles versucht aber nichts erreicht haben gegen ihn.

    Ich habe dadurch ein ziemlich beschissenes Leben bisher gelebt. Ich wurde in der Schule gemobbt weil ich halt so zurückgezogen war. Habe Drogenprobleme gehabt weil ich mich oft nur betäuben wollte.(Amphethamine) Zum Glück jetzt nicht mehr. Auf der Arbeit fühle ich mich oft direkt angegriffen wenn Kollegen sich mal einen Scherz erlauben. Bin griesgrämig geworden und rege mich über vieles auf was eigentlich irrelevant für mich ist. Auf gut Deutsch gesagt: Ich stecke voller Frust. Ich habe Minderwertigkeitskomplexe und das schon mein Leben lang. Kein Durchsetzungsvermögen usw.... Selbst meine sexuellen Fantasien machen mir Angst. Da sind dann auch schonmal etwas dunkle Fantasien an denen ich Spass habe. Körperlich gehts mir auch immer schlechter. Habe Vorhofflimmern und Herzrhythmusstörungen aufgrund meiner Drogen und Alkoholvergangenheit und den Ängsten vor Menschen. Ich bin eigentlich durch und durch kaputt.

    Ich glaube auch nicht mehr daran dass ich das therapieren kann weil ichs einfach nicht möchte. Allein der Gedanke mit einem wildfremden Therapeut in einem Gespräch zu sein macht mir Angst. Ein Leben in Einsamkeit und Ruhe vor Anderen kann ich mir durchaus vorstellen.
    Meine Zusammenfassung: Von 4-5 Jahren der Missbrauch durch den Nachbarn, 7- 18 Mobbing in der Schule, 18- 24 viele Beziehungen die in die Brüche gingen, 24- 35 Alkohol und Drogen um mal glücklich zu sein + Diagnose dass mein Herz geschädigt ist, 35-40 ein Leben in totaler Isolation was soziale Kontakte angeht. Ich bin jetzt 40 und lebe immer noch. Es gab auch viele schöne Momente, das will ich nicht abstreiten oder vergessen, aber das waren die Ausnahmen. Für mich bedeutet Glück mittlerweile schon, wenn ich mal das Haus verlasse und mich jemand freundlich anlächelt oder ich sogar mal ein Gespräch führen kann. Trifft jemand einen wunden Punkt im Gespräch und/ oder gibt mir das Gefühl auf meiner Seite zu sein und sich um mich zu sorgen breche ich meist unkontrolliert in Tränen aus.

    Meine Fragen sind eigentlich jetzt nur: Wie nennt sich diese Phobie oder was auch immer diese Störung bei mir ist? Und kann ich vielleicht doch noch was tun dagegen? Selbst wenn ich fest davon überzeugt bin, dass es nicht möglich ist? Wo kann ich Hilfe finden im Kreis Dortmund und wie läuft dann sowas ab?

  3. #3
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    Ich sehe das wie Milly, du solltest dich einem Therapeuten anvertrauen. Mit einer guten Therapie kannst du noch eine Menge in deinem Leben so verändern, dass du dich auch mit anderen Menschen wohler fühlst.
    Füße im Humus, Kopf im Wind, Vögel in den Haaren - Buche

  4. #4
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    Cyreckid, ich sehne mich nach Nähe, aber wenn sie dann da ist, verspüre ich Hitze, Masse, Kraft, die Erotik scheidet dahin.... ich spüre meinen Intimbereich nicht, wenn ich mit jemandem schlafe, bis ich mich an ihn gewöhnt habe (mehrere Versuche über einen Zeitraum hinweg...). Küsse mit Zunge finde ich auch ekelhaft, aber die Erinnerung daran dann doch schön.
    Ich bin fast 40 und beinahe immer alleine. Ich wurde nicht missbraucht oder kann mich nicht daran erinnern. Dies nur als Hinweis, damit man nicht zu vernarrt an der möglicherweise falschen Stelle gräbt. Der Missbrauch hat sicher ein Leiden ausgelöst, aber vielleicht eine andere Komponente Deines Gesamtzustands.

  5. #5
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    Das du asexuell bist kann nicht sein?
    Wäre eine anerkannte sexuelle Orientierung. Nämlich keine.
    Gibt es in verschiedenen Ausprägungen und hört sich ganz danach an.
    Nur weil die "Konventionen" vorschreiben, das man einen Partner braucht und mit dem Sex haben muss, muss das ja lange nicht stimmen.
    Nähe und Liebe kann man auch ohne intim zu werden erhalten. Evtl redest du Mal mit einem Sexualtherapeuten darüber?

  6. #6
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    unser Kollege empfindet bei Frauen auf Bildern Lust. Das ist nicht völlig asexuell.
    Ich vermute, Nähe überreizt ihn einfach.

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