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Thema: Ängste überwinden

  1. #17
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    Die Ängste sehen halt überall Hindernisse und täuschen uns vor, das Problem wäre unlösbar und es würde gar keinen Sinn machen, es zu versuchen. Damit lenken sie uns von uns selber ab und zum Problem hin. So vergisst man zuerst die eigene Kompetenz und irgendwann geht sie ganz verloren. Aus der Illusion der Unfähigkeit wird echte Unfähigkeit, wenn man nicht rechtzeitig entgegensteuert.

    Mir hilft die etappenweise aufbauende Konfrontation, wenn ich vor etwas Angst habe. Die nächste Etappe wird erst dann genommen, wenn ich auf der davor kompetent genug bin.
    Nicht zwingend angstfrei, aber ich mache eigentlich immer die Erfahrung, dass die Angst dann von selbst verschwindet. Ich ignoriere die Angst und achte nur auf das, was ich mache, dann ist sie irgendwann weg.

    Das schlimmste, was eine Abweisung bedeuten kann, ist ja eigentlich nur, dass man seine Zeit mit der Person verschwendet hat, die man hätte besser nutzen können. Obwohl wir das rational wissen, kommen trotzdem oft Gedanken und Ängste, die vom eigenen Tun ablenken. Sie haben dabei aber nichts zu suchen.

    Dich zieht es bestimmt auch runter, dass du so lange für die Ausbildung gekämpft hast, und es jetzt Probleme damit gibt. Nach so viel Enttäuschungen und Mühe vorher geht der Stress weiter und du kannst dich nicht mal nach dieser Zeit psychisch erholen. Ich kann dir nur raten, lege in der Freizeit genug Entspannungsphasen ein, damit du nach der Ausbildung oder schon früher nicht völlig am Ende mit den Nerven bist.

    Sei auch mal selber stolz auf dich, für das was du erreicht hast. Andere geben in solchen Fällen auf.

  2. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Solene für den sinnvollen Beitrag:

    prkda (18.03.2018)

  3. #18
    Roman Verfasser
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    Hallo prkda,

    Zitat Zitat von prkda Beitrag anzeigen
    Es kann sein, dass ich wegen der Technik / zu wenig Körperspannung an den Übüngen scheiter, den Salto am Trampolin war FAST erfolgreich, wenn ich nur meine Beine aus der "Hocke" wieder ausgestreckt hätte - habe ich nicht gemacht und schwupps war ich schon auf der Matte. Ich kann den Strecksprung perfekt, meine Körperspannung ist auch perfekt gewesen, laut Lehrerin. Über den Kasten zu springen würde ich auch können, denn mein Sprung ist ziemlich hoch (aus dem Stand), aber ich trau mich nicht mehr den nächsten Schritt zu machen, den Körper über den Kasten zu bringen.

    Wisst ihr, die Angst es nicht nochmal zu machen ist größer als der Wille, deshalb kann ich auch nicht schwimmen...
    Weil ich ein Trauma erlitten habe als Kind, wo ich ins tiefe Wasser gesprungen bin, obwohl ich nicht alleine ins Becken laufen sollte, schon musste ich damals von einem Bademeister gerettet werden. (ich konnte nicht schwimmen und bin ohne Nachdenken ist Wasser gesprungen) - ähnlich: als Kind hatte man an einer heißen Herdplatte gegriffen, nun wird man das nicht nocheinmal machen.

    Man probiert Dinge aus, die dann scheitern, schon sagt unser/mein Unterbewusstsein, bevor du erneut scheiterst, schütze ich dich lieber. Ich will diese Angst komplett aus meinem Leben verbannen, diese schränkt mich schon sehr lange ein.
    Es ist halt eine Blockade - warum können viele Leute diese Blockade deaktivieren z. B. Extremsportler, die unmögliche Dinge machen und ihr Leben riskieren?
    grundsätzlich ist Angst ein Schutzmechanismus, der uns vor gefährlichen Sachen schützen soll, da gebe ich meinen Vorrednern recht.

    Die Angst kann uns aber auch lähmen und uns dadurch schaden. Du schreibst, dass du Angst vor bestimmten Turngeräten hast, die du durch einen Sprung überwinden willst. Diese "Angst" vor diesem Turngerät lässt dich zögern und durch das Zögern baust du zu wenig Druck auf, springst zu zaghaft ab, weil du durch den Anblick dieses Gerätes "gelähmt" bist. Durch den zu zaghaften Absprung schaffst du es dann vielleicht nicht über dieses Turngerät hinweg.

    Entweder trainierst baust du wieder neues Vertrauen zu diesem Turngerät auf indem du erst mal nur eine niedrigere Höhe einstellst und dann darüberspringst (und langsam steigerst) oder du akzeptierst es, dass dieses Turngerät nie "dein Favorit wird und turnst an diesem Gerät nicht mehr / generell nicht mehr.

    Zum Thema Schwimmen / Wasser:

    Ich bin als kleines Kind von einem anderen Kind ins Wasser geworfen worden und musste auch von der Wasserwacht "herausgefischt" werden, weil ich nicht schwimmen konnte. Ich war damals auch das erste mal vom Wasser so traumatisiert, dass dich nie wieder ins Wasser wollte. Was möchtest du aber mal deinen eigenen Kindern sagen, wenn sie fragen, warum du nicht schwimmen kannst? Möchtest du immer "an Land" bleiben, wenn deine Freunde / dein Partner mit dir eine (romantische) Fahrt mit dem Ruderboot auf dem See machen möchte(n)? Wie möchtest du deine eigenen Kinder mal von der Wichtigkeit, das "Schwimmen zu lernen" überzeugen, wenn ihr in der Nähe einen Badesee / See habt?
    Ich habe mir all diese Fragen gestellt und mich dann entschieden, das Schwimmen doch zu lernen.

    Die zweite "Traumatisierung" beim Thema Wasser hatte ich, als ich schon gut schwimmen konnte. Ich habe irgenwann mal eine Schnorchelmaske, einen Schnorchel und ein paar Flossen geschenkt bekommen und wollte es mal in flachem Wasser ausprobieren. Da mir niemand gesagt und gezeigt hat, wie ich die Maske anziehe und den Schnorchel richtig benutze, habe ich mir das (mangels Internet) versucht in flachem Wasser selbst beizubringen. Zuerst habe ich einfach nur die Maske aufgesetzt und vorsichtig in Hüfttiefe geschaut, was da alles so an "kleinen Fischchen" im Badesee rumschwirrt. Das ging ganz gut, aber als ich dazu noch den Schnorchel ausprobiert habe, bin ich versehentlich zu tief gekommen. Wasser ist in den Schnorchel und in meinen Mund gelaufen, ich habe in Panik hektische Bewegungen gemacht, so dass die Maske verrutscht ist und ich noch Wasser in die Nase bekam. Das war vorerst das Ende mit Schnorchel, Flossen und Schnorchelmaske.

    Jahre später habe ich dann im Mittelmeer wieder mal mit einer Schnorchelmaske (ohne Schnorchel) in Hüfttiefe nach den Fischen geschaut und habe mich in die bunte Unterwasserwelt dort verliebt. Ein guter Bekannter hat mir dann einen Schnorchel empfohlen und mir gut erklärt, was ich beachten muss.

    Heute habe ich meinen Tauchschein fürs Apnoetauchen (Tauchen ohne Flasche mit Atemgas auf dem Rücken) und tauche im Mittelmeer mit Maske, Schnorchel, Tauchanzug, Bleigürtel und angehaltenem Atem bis zu 10 Meter tief. Ich beginne demnächst mit dem Training auf eine Maximaltife von 20 Metern und für den Rettungsschein (Personenrettung aus einer Tiefe von 10 Metern) und überlege mir auch noch den ersten Tauchschein mit Atemgerät zu machen.

    Ich habe mich damals gefragt, ob ich mich durch meine Angst lähmen lassen möchte und nicht mehr schwimmen möchte und die Folgen tragen möchte oder ob ich mich meiner Angst stellen möchte und das Schwimmen lernen will. Im Nachhinein betrachtet bin ich froh, mich meiner Angst gestellt zu haben, sie überwunden zu haben (Training in ganz kleinen Schritten) und heute einen Tauchschein erreicht zu haben und weiter machen zu wollen.

    Apnoetauchen (Tauchen mit angehaltenem Atem) gehört zu den nicht ungefährlichen Sportarten, wenn man sie ins "Extrem" hinein betreibt oder sie nicht ordentlich erlernt. Beides ist bei mir aber nicht der Fall.

    Schau dir deine Ängste an, analysiere sie und wäge ab, ob es sich lohnt sie zu überwinden. Ich halte es allerdings nicht für sinnvoll, sich von allen Ängsten befreien zu wollen, da die totale Angstfreiheit ggf. irgendwann in Leichtsinn enden kann.

    Gruß
    Simon
    Ich bin kein Arzt, Therapeut oder Rechtsanwalt. Meine Postings entsprechen meiner (momentanen) Meinung zu einem Thema und können auch falsch sein. Wenn jemand etwas aus meinen Postings umsetzt / umsetzen möchte, dann ist er / sie für die Folgen selbst verantwortlich und sollte dies nur nach vorherigem Nachdenken tun.

  4. #19
    Shakespurr
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    Je nach Angst und auch je nach Grund für diese Angst ist auch eine andere Herangehensweise zur Bewältigung oder Abschwächung nötig. Zwar wird gerne und häufig gesagt dass man sich der Angst stellen soll, in direkte Konfrontation gehen soll...doch dies ist nicht immer der beste Weg.
    Nicht immer ist Angst eine unnötige Einschränkung, wie ja bereits von simonjohannes erwähnt kann ein angstfreies Leben so riskant sein dass man dadurch sein Leben verliert.

  5. #20
    Roman Verfasser
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    Hallo Shakespurr,

    Zitat Zitat von Shakespurr Beitrag anzeigen
    Nicht immer ist Angst eine unnötige Einschränkung.
    nein, Angst ist nicht immer eine unnötige Einschränkung, aber z.B.: die Angst vor dem Wasser / vor dem Schwimmen ist schon eine erhebliche Einschränkung (nicht nur für mich, weil ich [wieder] Freude am Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen und Wassersport habe und eine Tauchprüfung abgelegt habe).

    Vielleicht ist es der bessere Ausdruck, die Angst zu beobachten und zu analysieren, anstatt sich der "Angst zu stellen" (hört sich irgendwie so an als ob die
    Angst vor etwas eigentlich eine Person ist und einem hinterher läuft). Wenn man versucht, die Angst zu analysieren, dann geht man auch dem Grund für die Angst nach und probiert aus, wie stark diese Angst wirklich ist.

    Ich selber habe zum Beispiel "Angst vor Spinnen", aber erst ab einer gewissen Größe und auch nur dann, wenn kein "Terrarienglas" zwischen uns (wie z.B.: im Zoo) ist.
    Dies konnte ich aber nur dadurch herausfinden, weil ich darüber nachgedacht habe und ins Repilienhaus im Zoo gegangen bin und in kleinen Schritten ausprobiert habe, wie stark meine Angst vor Spinnen wirklich ist.
    Mittlerweile habe ich auch kein Problem damit, kleinste und relativ kleine Spinnen auf ein Taschentuch oder Stück Klopapier krabbeln zu lassen, das Fenster aufzumachen und das Tier aus dem Fenster zu schütteln.

    Wenn du die Angst nicht analysieren und hinterfragen möchtest, gibst du ihr unbegründet Nahrung und lässt sie wachsen und lässt zu, dass sie irgendwann vielleicht Kontrolle über dich bekommmt.

    Gruß
    Simon
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  6. #21
    Shakespurr
    Gast

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    Hallo simonjohannes,
    natürlich muss man in sich selber reinhören und für sich entscheiden wie sehr oder ob überhaupt die eigenen Ängste eine Einschränkung darstellen.

    Mir reicht es z.B dass ich Spinnen mit Staubsauger oder Besen beseitigen kann und sie mir anschauen kann wenn sie sicher hinter Glas verstaut sind. Würde mir dies nicht reichen, würde ich sicher auch versuchen mich an das Thema ranzutasten.

  7. #22
    ichbinratlos
    Gast

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    Ängste überwinden ist ein gutes Thema, das auch mich interessiert.

    Ich bin vor einigen Jahren mit der Enkelin einer Bekannten zum Halloween-Umzug gegangen. Sie war damals 4 Jahre alt. Plötzlich meinte sie zu mir: "Tante ..., mach mal die Hexe tot." Zunächst habe ich über diese Aussage gelacht, doch dann wurde mir folgendes bewusst. Die kleine Maus wollte, dass ich die Hexe töte, weil sie Angst vor dieser hatte. Ängste dienen dem Menschen ja nicht nur der eigenen Achtsamkeit und dem persönlichen Schutz, sondern können leider auch Aggressionen gegen sich selber und andere auslösen.

    Aber keine Sorge, in meinem Fall lebt die Hexe noch.
    Viel mehr stellt sich mir die Frage, wie kann ich einem Kind Ängste wie diese nehmen? Wie nimmt man einem Erwachsenen seine Angst, wenn er/sie aus dieser heraus beispielsweise eine Spinne umbringt? Und wie kann man seine eigenen Ängste abbauen?

    Mir wurde gesagt, dass man Ängste abschwächen kann, indem man diesen die Intensität nimmt. Ich habe zum Beispiel Angst, dass ich beim Laufenlernen hinfalle. Reaktion: Dann falle ich eben hin! Ich kann ja wieder aufstehen und weiter üben.
    Kennt jemand diese Methode?

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