​Hallo,
erstmal schön das ich euer Forum gefunden habe.
Ich bitte schon mal mein Schriftbild zu entschuldigen, ich kämpfe seit je her mit meiner Legasthenie.


Ich bin ende Zwanzig, leide an Depressionen, einer generalisierten Anststörung und habe Aspergerautistische Züge. Die Diagnose habe ich mit 11 Bekommen.
Ich habe das nie so richtig Verstanden, aber ich hatte seit je her schwerste Probleme mit Emotionen, Berührungen, Intimität und Zwischenmenschlichkeit.

Vor 1,5 Jahren bin ich nach über einem Jahrzehnt Alkoholabhängigkeit trocken geworden, aber mein Sozialleben hat sich nur geringfügig verbessert.


Ich habe oftmals das Gefühl völlig Leer zu sein. Menschen bedeuten mir nichts, ich liebe nicht, ich rechne nur. Alle Beziehungen die ich zu anderen Menschen aufbaue oder Pflege drehen sich ausschließlich um Gewinn und Verlust. Ich glaube an nichts, weder an Normen noch Werte. Ich möchte gern ein anständiger Mensch sein, aber eigentlich sind die Bedürfnise und Gefühle aller anderen für mich völlig bedeutungslos. Ich fürchte mich vor Zerbrechlichen Dingen und Verantwortung, weil ich genau weis das ich mir zwar einen moralischen Kompass wünsche, aber keinen habe.
Ich glaube das was mich mich von einem Verbrecher unterscheidet ist der Umstand das ich zu Klug für ein Verbrecherleben bin. Ich fürchte die Konsequenzen nicht die Taten, es fällt mir so einfach jemand anderem etwas Weg zu nehmen und hinter her nie wider darüber nach zu denken. Es gibt Menschen denen ich etwas bedeute, aber ich bin nicht im Stande dies zu erwidern, zumindest nicht Ehrlich.
Wenn etwas schlimmes passiert und jemand traurig neben mir sitzt bin ich nicht Traurig weil etwas schlimmes passiert ist, sondern darüber wie völlig Belanglos mir die Situation erscheint. Ich stehe dann wie ein Sack Kartoffeln daneben und vermeide es auf die Uhr zu sehen. Aber da stört mich wenigstens der Umstand das es so ist, dann fühle ich mich leer und Einsam, dann fühle ich wenigstens überhaupt etwas. Anders ist es wenn etwas außerhalb meines Umfeldes geschieht, dann bin ich völlig raus. Es ist mir so unendlich egal wie viele Menschen in Afrika für meinen Wohlstand ausgebeutet werden, würde man Morgen die Sklaverei wider einführen wäre die absolut einzige Frage die ich mir stellen würde ob ich zu den Sklaven gehöre und wenn dem nicht so ist wäre es mir schon wider völlig Egal.


Ich bin gierig weil ich Arm bin und ich bin an der Welt und den Menschen desinteressiert weil ich Stumpf bin. Ich lebe in einer völligen Lakonie in der nichts eine Bedeutung hat, in der nichts etwas Wert ist. Der Optimist sagt das Glas ist halb voll, der Pessimist sagt das Glas ist halb Leer, ich stehle das Glas, bezichtige den Optimisten und werfe es hinter her Weg weil ich es gar nicht brauche.


Das einzige was mich begleitet ist die Angst, die Angst vorm Tot. Ich bin Herz und Lungenkrank und Magenkrank und das einzige was meine Emotionen noch befüllt ist meine Angststörung. Ich beschäftige mich manchmal so viel mit dem Tot das ich kaum noch Zeit zum Leben habe.


Kann sich jemand einen Reim aus dem oben beschriebenen machen? Hat jemand Erfahrungen mit solchen Gefühlen? Hat das etwas mit dem Autismus zu tun? Oder ist das bei manchen Menschen einfach Normal? Ich weis nicht ob ich wirklich ein "besserer" Mensch sein möchte, aber manchmal wünsche ich mir das irgend etwas eine Bedeutung hat, das ich irgendwie Teilhaben könnte an der Welt die mich umgibt und am Leben der Menschen die in ihr existieren.