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Thema: Angst davor, erneut eine falsche Berufswahl zu treffen

  1. #1
    Neuling
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    Standard Angst davor, erneut eine falsche Berufswahl zu treffen

    Hallo!

    Ich bin 21 Jahre alt und habe bis jetzt innerhalb von zwei Jahren zwei Dinge abgebrochen, die mir keine Freude bereitet haben, ein Studium und eine Ausbildung. Die Abbrüche an sich machen mir wenig zu schaffen, denn es ist mein Leben und ich muss mich vor niemandem rechtfertigen.

    Den Gründen für meine Abbrüche bin ich auf den Grund gegangen. Ich bin zuviele Kompromisse eingegangen und habe mich lieber auf berufliche Sicherheit fokussiert als auf innere Erfüllung.

    Nun möchte ich den Fehler nicht nochmal machen allerdings weiß ich auch, dass für mich bei der Berufswahl sowohl der Aspekt der Erfüllung als auch der finanzielle Aspekt idealerweise die Waage halten sollten

    Ich habe zwei Möglichkeiten a) ich entscheide mich für etwas, was mich 100% erfüllt, aber schlechte Berufsaussichten bietet (Politik / Philosophie Studium) oder b) ich tue etwas, was mich 75% erfüllt, aber auch berufliche Chancen bietet (Psychologie Studium)

    a) weil ich ein kritischer Mensch bin, viel schreibe und analytisch denke
    b) weil es mir Freude bereritet, anderen Menschen mit ihren seelischen Problemen zu unterstützen

    Intuitiv würde ich a) bevorzugen. Freier Journalist werden und gesellschaftskritische Bücher schreiben. Aber ob ich damit finanziell auf die Beine komme? Ich möchte mich nicht darauf verlassen, dass jemand mich auffängt, wenn ich scheitere

    Plan B wäre es, dass ich Psychologie studiere, Psychotherapeut werde, damit hoffentlich genug Geld verdiene, um meine Ansprüche zu erfüllen und dann mich Ende 20 dem freien Journalismus hingebe und vielleicht noch Phillosophie studiere. Vorteil: Ich hätte genug Geld, um mich darauf zu konzentrieren und wäre nicht auf eine Stelle angewiesen. Nachteil: Ich verliere Zeit

    Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich damit umgehen kann?

    Zu mir: Ich bin eine Natur, die einen Sinn im Job braucht. Habe mehrere depressive Phasen durchgemacht als ich nicht auf meine innere Stimme gehört habe. Habe auch schon eine Überweisung zu einem Psychotherapeut vom Hausarzt bekommen

    Danke, dass ihr bis hierhin gelesen habt!

  2. #2
    Neuling
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    Hallo travoltar,

    ich vermute mal, dass dein abgebrochenes Studium nicht Psychologie, Politik oder Philosophie war?

    Wenn du weißt, was die angegebenen Studiengänge enthalten und sie dir gefallen, spricht doch nichts dagegen diese auch zu studieren. Solange du eine Ausbildung oder Beruf hast, die dir Freude bereiten, würde ich es nicht als Zeitverschwendung ansehen.

    Ich selbst habe nach einer Ausbildung mehrere Jahre vergeblich auf eine Anstellung gehofft. Hätte ich mich früher beruflich umorientiert, hätte ich viel Zeit gespart. Eine Ausbildung abzubrechen dürfte weniger schlimm sein, als es gar nicht erst zu versuchen. Mit jungen 21 Jahren stehen dir noch viele Möglichkeiten offen.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Frank Drebin für den sinnvollen Beitrag:

    travoltar (14.06.2020)

  4. #3
    Neuling
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    Hallo Frank Drebin!

    Danke für deine schnelle Antwort.

    Mein erstes Studium war Physik und meine Ausbildung die zum Laborassistenten.

    Meine Angst, die mich davon abhält, Philosophie oder Politik zu studieren ist die, dass ich damit vielleicht keine Stelle finde, da dies eher ungefragte Fachrichtungen auf dem Arbeitsmarkt sind. Da ich aus einer finanziell schwächeren Familie komme, könnte ich dieses Risiko finanziell nicht eingehen, so zumindest mein Gefühl. Auch wenn es mich vielleicht mehr erfüllen würde als Psychologie. Habe z.B. in der Schule mal ein Referat zum Thema Welthunger gehalten, was mich sehr fasziniert hat.

    Psychologie finde ich auch sehr spannend und ich habe in meiner Freizeit auch oft gerne in Foren meine Zeit damit verbracht. Es hätte eben den Vorteil, dass der Stellenmarkt dafür mehr Möglichkeiten bietet. Und wenn ich dann das mache, dann kann ich immer noch meine Leidenschaft der Politik/Philosophie nachgehen ohne mir Sorgen über das Geld machen zu müssen.

    Das wäre aber auch wieder eine Art Kompromiss, wenn nicht so stark wie vorher. Das ist mein innerer Konflikt

  5. #4
    Verleger Avatar von LukeHB
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    Mindestens 90% der Weltbevölkerung arbeiten nicht weil es die Erfüllung ist, sondern weil sie nicht verhungern wollen. Kinder inklusive. Auch hier gibt es Jobs, die sicher nicht sonderlich gefragt sind, etwa im Supermarkt Regale einzusortieren (auch wenn man sich damit sicher gut arrangieren kann). Ich denke dein Anspruch ist sehr hoch gegriffen, überlege dir gut was Du machen willst. Und informiere dich vorher. Ich kenne einen Psychologen, der nicht in seinem Job arbeiten kann. Denn entweder man kauft sich irgendwo ein oder findet eine Anstellung. Selbständig machen funktioniert nur bedingt, denn wenn man Kassenpatienten abrechnen möchte braucht man eine Zulassung, einen sogenannten "Sitz". Und die sind begrenzt, so schützt man sich vor zu viel Konkurrenz ...

    Was abbrechen und sich umorientieren ist nicht schlimm. Es noch einmal tun hat schon einen Beigeschmack. Warum hast Du nicht einfach die paar Jahre vollgemacht und deine Ausbildung abgeschlossen? Zeigen dass man durchzieht was man sich vornimmt, das muss man zeigen. Du wirkst sonst wenig beständig und launisch. Darum: Egal was Du machst, bring es erst zu Ende.

    Aus Erfahrung kann ich dir sagen: Nach 20 Jahren ist auch der spannendste Job irgendwie Routine. Darum sorg erstmal für das Geld in der Tasche, mit einem Job der dich vielleicht nicht 100% erfüllt. Kannst Du dich nicht ernähren hast Du letztlich gar nichts.
    Orthographie, Grammatik und Interpunktion sind keine Spielwiese für Individualisten!

    "Warum passieren mir immer Sachen, die sonst nur dämlichen Menschen passieren?" (Homer J. Simpson)

  6. #5
    Verleger Avatar von Mirjam
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    Zitat Zitat von travoltar Beitrag anzeigen
    Habe mehrere depressive Phasen durchgemacht als ich nicht auf meine innere Stimme gehört habe. Habe auch schon eine Überweisung zu einem Psychotherapeut vom Hausarzt bekommen
    Das mag dir aktuell so vorkommen - meist sind die Ursachen und Zusammenhänge bei Depressionen komplexer.

    Ich persönlich finde es nicht gut, wenn Psychologen selbst psychisch angeschlagen sind. Ich war in einer psychosomatischen Klinik mit einer (offenbar) betroffenen Ärztin konfrontiert. Zwischendurch war ich mir wiederholt nicht sicher, ob es um mich oder sie selbst geht.
    Geändert von Mirjam (15.06.2020 um 09:14 Uhr)

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