Hallo zusammen,

lange habe ich überlegt mich im Forum anzumelden und einen Beitrag zu schreiben, will es aber doch mal wagen.

Ich bin 28 Jahre alt und hatte keinen einfachen Start ins Leben, meine Mutter starb als ich 3 war, meinen Vater kenne ich nicht. Wurde dann zu meiner jetzigen Familie adoptiert, die ich über alles liebe.

Meine Teenagerzeit war nicht einfach, habe viel gefeiert, viel getrunken, falsche Freunde gehabt und regeln missachtet und meinen Eltern im Nachhinein den ein oder anderen Kummer bereitet. Habe auch alles immer runtergeschluckt und in mich rein gefressen.

Habe mich dann mit 23 schlagartig geändert und habe das Partyleben und die falschen Freunde hinter mir gelassen.

Nun aber zum Wesentlichen:

Um alles aufzuarbeiten hatte ich seit längerem geplant eine Therapie zu machen, nie durchgezogen bis dann 2017 der große Knall nach meinen rauchstopp kam.

Panikattacken, Ohnmachtsanfälle auf Partys und daraus resultierend viel angst. Ich war dann auch ein Dreiviertel Jahr in Therapie, was mir geholfen hat. Damalige Angst war Angst vor Erbrechen, Ohnmacht .

Danach hatte ich auch eine weitgehende angstfreie Zeit bzw bei Attacken konnte ich mich selbst wieder gut auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Bis zum Dezember 2019, das Jahr war wirklich anstrengend, da ich sehr große Angst um zwei Familienmitglieder durch Krankheit hatte, mich getrennt hatte und ich viel gearbeitet habe ( ich liebe aber meinen Beruf)

Im Dezember war ich dann schon leicht angekratzt. Ich war dann mit meinen Freundinnen auf einer Party, und bin am nächsten Tag aufgewacht und wusste nichts mehr. Habe dann meine Mädels bestimmt 100x gefragt, aber sie meinten es sei nicht schlimmes passiert. Dieser kontrollverlust hat aber so eine Welle in mir ausgelöst, hatte dann Angst etwas schlimmes getan zu haben, mit einem wildfremden Sex gehabt zu haben, Angst hiv zu haben etc. habe versucht es so gut wies geht zu verarbeiten, aber ich wurde immer reizbarer und konnte es einfach nicht vergessen.

Seit letzter Woche hatte dann alles seinen Höhepunkt erreicht. Wieder totale Ängste, Panikattacken, Angst meiner Familie etwas anzutun

Ich habe eben auch seit dieser Woche das Gefühl, irgendwie neben mir zu stehen, die Umwelt etwas unwirklich wahr zu nehmen.

Jetzt habe ich totale Angst etwas zu tun/getan zu haben, an das ich mich nicht mehr erinnern kann, eine psychose zu bekommen oder an Schizophrenie zu erkranken oder vielleicht schon zu sein und ich merke es nicht . Vorallem weil ich so ein dumpfes Gefühl hab, mich verspreche und verschreibe und den Text hier beim Schreiben gefühlt 10x korriergen musste.
Gestern hat der Drucker neben mir gepiepst und ich dachte es sei die Mikro in der Küche, lauter solche Sachen verunsichern mich.

Das schlimmste von allem ist einfach dieser Zustand mit dem Zweifel, ob alles real ist oder nicht ( es ist mal besser mal schlechter)

Dann wache ich jetzt morgens auf und hab totale Panikattacken mit wirren Gedanken. Was ist, wenn das alles nicht mehr real ist und ich es nicht merke, was ist wenn die Geräusche die ich höre nur einbilde, was wenn ich das was ich schreibe nicht wirklich schreibe (obwohl ich es ja sehe) und dann Zweifel ich total an mir, was mir wiederum noch mehr Angst macht...dabei merke ich wie mein kompletter Körper auf Spannung ist. Hab einfach so tierische Angst paranoid/schizophren zu sein und es gar nicht zu merken.

Ich habe glaub ich seit diesem kontrollverlust bei dem filmriss im Dezember das komplette Vertrauen in mich verloren...

Meinen Therapeut hab ich bereits angerufen, aber noch keine Rückmeldung erhalten.

Habe mir auch ‪Bücher‬ durchgelesen, was man gegen Ängste, wie man Gefühle richtig wertet, die Persönlichkeit stärkt etc und fühle mich im Kopf klarer, aber auch das macht mir Angst, weil es sich anders an fühlt als sonst. Ich

Bin gerade echt verzweifelt und musste mir das mal von der Seele schreiben. :/

Viele Grüße