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Thema: Beklemmungen bei Nähe zu Frauen –*was tun?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Beklemmungen bei Nähe zu Frauen –*was tun?

    Hi,

    ich wende mich mit einem Anliegen an euch und ich würde mich über eure Einschätzung freuen.

    Ich bin 30 Jahre, M und habe Angst vor zu viel Nähe.

    Das mache ich daran fest, dass ich immer dann, wenn's mit Frauen "ans Eingemachte" geht, emotional, "zumache". Ich bekomme dann körperlich richtig Beklemmungen, bin traurig, möchte die Person gar nicht wirklich treffen und "auf Abstand halten".

    Das führt dazu, dass ich seit Jahren in einer Beziehung mit einer tollen Frau bin, die ich selten bis gar nicht treffe, sondern nur mit ihr telefoniere. Wir sind zwar auch räumlich ein wenig getrennt (nicht die gleiche Stadt und beide kein Auto), aber das ist eher eine Ausrede; wir könnten uns schon häufiger sehen.

    Wie gut wir zusammenpassen –*mit 30 macht man sich auch andere Gedanken als noch mit 23 – weiß ich nicht. Vieles spricht eher dagegen, vieles dafür. Man könnte es wohl nur herausfinden, indem man sich viel häufiger sieht oder mal gemeinsam über eine längere Strecke verreist oder eben gemeinsam etwas aufbaut. Aber davor hab' ich eben Angst.

    Sicher, man kann oberflächliche Details anführen. Unser Sex z. B. war für mich nicht so toll wie mit anderen Frauen. Oder man könnte anführen, dass sie in ihrer Freizeit Dinge tut, die ich nicht so gerne tue, teilweise, umgekehrt wohl ähnlich.

    Auch könnte man anführen, dass es wohl einfach nicht "die Richtige" ist, und wenn "die Richtige" kommt, dann würde ich wohl vermutlich ganz anders darüber denken.

    Nur ist es so, dass ich mich mit Frauen ziemlich ausgetobt und ausprobiert habe und es eigentlich immer das gleiche Muster war und ich deshalb glaube, dass die gerade formulierten Gedanken "Platzhalter" sind, im Sinne von: Das würde sich auch mit einer anderen Frau nicht ändern.

    Oder, noch anders formuliert: Wenn ich die jetzige Frau "austausche" gegen eine Neue, dann hätte ich dort die gleichen "Problemchen" und würde mich ebenfalls wieder beengt fühlen.

    Hintergrund zu mir: Scheidungskind, damals habe ich keine richtige Bindung zu meiner Mutter aufbauen können und dann habe ich sie mit der Scheidung auch "verlassen" und bin beim Vater aufgewachsen. Was sich darin zeigt, dass ich heute, 25 Jahre später sozusagen, viel Zeit mit ihr verbringen möchte und sie sehr häufig besuche. Also da habe ich auf jeden Fall "ein Thema".

    Ich hatte auch schon zwei Psychotherapien, also keine vollständigen, sondern jeweils nur ein paar Sitzungen. Aber das war für mich irgendwie nicht sehr produktiv. Aufgrund meiner hohen Reflexion sind mir die Themen und Probleme durchaus bewusst und es brachte mir nicht viel, diese immer wieder durchzukauen.

    Was tun? Vielleicht einfach mal ins kalte Wasser springen und mit der Frau zusammenziehen? Oder was denkt ihr?

    Danke für eure Meinungen und Grüße aus Kiel

  2. #2
    Neuling
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    Du hast schon selbst am Schluss richtig erkannt, dass die Lösung nur sein kann, es zu probieren. Es ist ähnlich wie mit folgendem Satz: "Angst haben, sich zu verlieben, weil man verletzt werden könnte ist so wie nicht zu leben, weil man Angst vor dem Tod hat."
    Kannst du dich denn verlieben bzw. warst du in einer Beziehung mit viel Nähe und was ist dann passiert?

  3. #3
    Neuling
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    Du bist negativ Konditioniert. Mit einer Frau zusammen zu kommen bedeutet verlassen werden. Nähe zuzulassen bedeutet verlassen/verletzt und/oder abgelehnt zu werden. Dein Unterbewusstsein hat irgendwann diese Verbindung hergestellt und versucht dich durch dein Verhalten vor dem zu schützen, was passieren kann. Aus Sicht des Unterbewusstseins ist dein Verhalten völlig logisch.
    So richtig super hilft da jetzt erstmal nichts gegen. Du bist reflektiert, das kann dir aber sehr nützen. Du weißt was passieren kann. Du kannst verlassen und verletzt werden, ja. Und es kann durchaus sein, dass das passiert. Aber mach dir bewusst, dass auch das dazu gehört. Der springende Punkt ist, du hast keine Wahl. Wenn du so weiter machst, dann wirst du nicht verletzt, kannst aber auch niemals das erreichen, was du eigentlich willst. Also musst du handeln, sonst drehst du dich ewig im Kreis. Mach dir das bewusst.
    Übertreib es nicht. Nicht gleich zusammenziehen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit viel zu hoch, dass es direkt negativ verläuft und dein negativer Trigger direkt eine harte negative Erfahrung bekommt. Besser wäre es langsam zu steigern. Heißt, dass du eine Frau erstmal regelmäßig triffst. Vielleicht jedes Wochenende. Wenn das funktioniert alle 3 Tage. Wenn das funktioniert jeden Tag. (Sofern das möglich ist, aber so vom Prinzip her eben).
    Dein Ziel muss sein, dass die Dinge, vor denen du Angst hast, diese negativen Trigger, positive Erlebnisse bekommen. Wenn du direkt von 0 auf 100 gehst ist das einfach zu extrem. Wenn du es langsam steigerst und es am Ende nicht funktioniert hast du auf dem Weg wahrscheinlich schon ein paar positive Erlebnisse gehabt und kannst bei einem nächsten Versuch direkt weiter da anknüpfen. Im Prinzip musst du dich selbst neu konditionieren. Schritt für Schritt.

  4. #4
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    Das führt dazu, dass ich seit Jahren in einer Beziehung mit einer tollen Frau bin, die ich selten bis gar nicht treffe, sondern nur mit ihr telefoniere. Wir sind zwar auch räumlich ein wenig getrennt (nicht die gleiche Stadt und beide kein Auto), aber das ist eher eine Ausrede; wir könnten uns schon häufiger sehen.
    Naja, wenn diese Frau seit Jahren eine Beziehung führt, die eigentlich keine ist, dann glaube ich nicht, dass sie "so toll" ist.

    Austauschen und mit einer anderen zusammenziehen, stell ich mir als Supergau für dich (euch) vor.

    Solange du keine Nähe zulassen kannst und noch an deiner Mutter hängst, bist du wohl für eine richtige Beziehung noch nicht reif. Für eine Therapie anscheinend auch nicht, denn die hast du immer abgebrochen, oder?

    Ich hatte auch mal ähnliche Probleme und hab über Jahre hinweg diverse Frauen gedatet und erotische Erfahrungen gemacht. So kam ich langsam Stück für Stück da raus. Begleitet durch jahrelange, intensive Therapien und Selbsthilfegruppen.

    Es gibt, glaub ich, keine von Jetzt-auf gleich-Lösung. Soll heissen: Stell dich auf jahrelange, harte Arbeit an dir selbst ein. Mit intellektuellem Reflektieren hat das übriigens nicht das geringste zu tun, nach meiner Erfahrung.

    Musst wohl auch bereit sein Enttäuschungen, Verletzungen und eigene Rückschläge mit einzukalkulieren.

    Gruß

    Jo
    ***
    ist wohl einer der schönsten Komplimente, die man einem Menschen machen kann.***
    *** ***

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