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Thema: Beste Freundin will plötzlich keinen Kontakt mehr

  1. #1
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    Standard Beste Freundin will plötzlich keinen Kontakt mehr

    Hallo ihr Lieben,

    Ich muss mir eine Sache bezüglich meiner ehemaligen besten Freundin von der Seele schreiben, da ich nicht weiß wie ich damit umgehen soll.
    Wir haben uns im Studium kennengelernt und waren 7 Jahre befreundet gewesen. Wir hatten uns von Anfang verstanden und waren auf einer Wellenlänge. Meine Freundin hatte damals schon viele Probleme gehabt mit ihrer Familie (nicht deutsch). Ich habe ihr immer zugehört und versucht ihr viele Freiheiten zu schenken die sie so nicht bekommen hätte. Sie hatte sich dann auch für das fotografieren interessiert und fing an das ziemlich gut auszubauen. Auch hier half ich hier beim assistieren und aussuchen und fahren an die locations. Wir haben offen über die bilder geredet und sie hatte mich in ihre Ideen miteinbezogen, wollte immer meine Meinung wissen. Es lief also alles harmonisch. Natürlich gab es dazwischen auch Zeiten, wo wir weniger unternahmen, v.a. als sie ihren jetzigen Freund kennenlernte oder wenn klausurenphase war. Das war aber nie ein Problem gewesen und es kamen dann wieder aktivere zeiten. Geändert hatte sich alles zum master hin. Ich bin für einen master etwas weiter weggezogen, trotzdem hatten wir viel telefoniert und uns so oft getroffen wie es ging. Mir fiel damals schon auf, dass die Gespräche die wir führten von ihr aus gesehen immer negativ behaftet waren. Sie hatte in ihrem master am Anfang etwas Stress gehabt und es drehte sich alles nur darum. Ich dachte das geht aber bald vorbei. Ich selbst war auch in einer orientierungsphase und zwischenzeitlich auch etwas depressiv. Weder im master noch im neuen Job meines Mannes wollte alles klappen. Wir zogen schließlich wieder zurück und ich fing einen neuen master an. Ich freute mich, dann meine Freundin wieder öfter zu sehen. Aber es war plötzlich zäh überhaupt ein treffen zustande zu bringen. Mir fiel auf das sie auch immer weniger persönliches erzählte. Meist drehte es sich nur noch um ihre Probleme im studium im Job und im Sportverein. Mein Mann meinte schließlich das ich irgendwie ausgezerrt und genervt wirke, nach solch einem Treffen. Ich muss zugeben, dass ich mich daraufhin auch weniger bei ihr meldete. Der Grund war, zum einen jammerte sie sie hätte ständig Stress ohne Ende, zum anderen war in meinem Leben auch viel los und ich wollte nicht ständig nur was negatives hören. Zum Sommer hin sah es so aus das es besser werden würde. Wir fuhren 2x in einen Kurzurlaub, nur wir beide, wo ich ihr das schwimmen beibrachte. Etwas was sie lange belastet hatte. Auch trafen wir uns 2x so zum Schwimmen. Ich schlug ihr noch andere Unternehmungen vor, aber bei ihr kam nie Begeisterung rüber. Gefühlt musste die Idee von ihr stammen. Jedenfalls beschränkte sich unser Kontakt auf vl 1x im Monat abends was trinken zu gehen und oberflächige Nachrichten. Sie antwortete schließlich auch immer weniger bis gar nicht mehr auf meine nachfragrn, wie es ihr denn geht. Schließlich hatte ich mehrere Wochen am Stück nichts mehr von ihr gehört. Ich wollte nach Silvester ihr eine klärende Mail schreiben, aber sie kam mir zuvor. In einer langen whatsapp meinte sie das wir eine Pause bräuchten. Kurz gefasst meinte sie ich sei unaufmerksam, weil ich Sachen wegen ihrer Masterarbeit (was ein ganz schönes hin und her gewesen war und ich hatte auch ziemlichen Stress mit Uni und Job gehabt) durcheinandergebracht hatte. Auch meinte sie sie könne sich nicht mehr richtig mit mir unterhalten, die treffen nur zum trinken seien langweilig, man macht nichts anderes mehr(andere Arten von treffen hatte sie aber immer abgesagt ??). Bezpglich der Unaufmerksamkeit warf sie mir quasi vor egoistisch geworden zu sein, da ich mich scheinbar nicht mehr so für ihre Sachen interessieren würde.
    Mich hat das wie ein Schlag getroffen. Ich habe schon gemerkt das etwas nicht mehr stimmt zwischen uns und ja Menschen leben sich auseinander. aber wir hatten all die Jahre eine sehr enge und vertrauensvolle Freundschaft gehabt. Das sie mir Unaufmerksamkeit und irgendwie auch Egoismus vorwirft kann ich nicht verstehen. Sogar finanziell habe ich sie immer unterstützt(essen ausgeben, keine Beteiligung an Spritkosten...). Als es echt schlimm bei ihren Eltern lief und es auch eine Krise mit dem Freund gab, hab ich ihr angeboten zu uns zu kommen, was sie aber nie annahm. Jedenfalls fühle ich mich echt blöd deswegen. Den master den ich mache ist nicht ohne und ich muss viel lernen und habe viele praktika etc. Noch dazu hatten mein Mann und ich Pech mit der jetzigen Wohnung. Die ist wahnsinnig hellhörig und das zerrt an den Nerven wenn man seit fast 1 jahr nicht mehr durchschläft. Trotz allem habe ich versucht sie mit meinen Problemen nicht zu nerven, war aber immer für sie da. Ich merke nur das ich Angst bekomme, wenn ich mich mit Kommilitonen oder meiner anderen Freundin unterhalte (kennen uns aber noch nicht so lange..). Ich habe angst zu viel von mir zu erzählen, oder komisch zu sein. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, da das verhalten meiner alten Freundin schon krass war. Es macht mich nur traurig, weil ich sie gern hatte und ihr aus dieser schlimmen Familie und dem miesen Leben aushelfen wollte. Und das ist der Dank dafür den man bekommt wenn man selbst in einer Krise steckt. Ich weiß nicht ob jemals wieder eine tiefe Freundschaft schließen kann.

    Bin dankbar um jeden Rat oder Austausch falls jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

    Traurige Grüße
    Tanja

  2. #2
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    Mein bester Freund brach nach 40 Jahren jeden Kontakt ab. Es brauchte lange, dies als Tatsache zu akzeptieren und auch lange, mich nicht mehr nach dem “Warum“ zu fragen. Menschen verändern sich jeden Tag ein wenig, und irgendwann passt es nicht mehr.
    Ich habe letztes Jahr im Urlaub eine Familie kennen gelernt, die sich mit meiner Familie gut verstand. Nachdem ich aber gerade erst erlebt hatte wie es ist, einen Kontakt zu verlieren und wie sehr mich das runterzieht(HSP) blieb ich realistisch, und fiel nicht i ein Loch als dieser sehr angenehme Kontakt nach wenigen Mails einschlief.
    Für mich ist Kontakt zu meinen Mitmenschen sehr wichtig, und ich bemühe mich darum, den Kontakt zu erhalten. aber ich weiß inzwischen dass ich damit eher die Ausnahme bin.
    Du kannst niemanden zwingen sich zu freuen wenn er dir begegnet, egal wieviel du für diese Person empfindest.

  3. #3
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    Liebe Tanja,

    ist sie denn deine einzige Freundin (gewesen)? Kann es sein, dass sie dich als "Beistand" brauchte, um ihr wahres "Ich" zu finden und ein Leben führen zu können, wie sie es will? Hast du ihr schon geschrieben, wie du dich fühlst? Wenn nicht, mach das ruhig mal und vielleicht bist du ja über ihre Antwort überrascht. Auf jeden Fall hast du dann ein wenig Ordnung in dein Gefühlschaos gebracht.
    Du bist ganz sicher nicht komisch, vielleicht hast du nur von der falschen Person geglaubt, dass sie eine Freundin ist, quasi mehr investiert als sie, denn Freunde verlieren sich nicht so schnell ohne triftigen Grund. Ich würde ihr eine Mail schreiben, und nochmal mein ganzes Herz ausschütten, inklusive dem was du dachtest was ihr hattet, was du für sie gefühlt hast, und der Enttäuschung. Und auch fragen, was der Grund für die Veränderung war. Zweifle aber bitte nicht an dir, Menschen die ihr Herz auf der Zunge tragen, sind Gold wert.
    Liebe Grüße

  4. #4
    Neuling
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    Liebe Tanja,

    Du schreibst: " Meist drehte es sich nur noch um ihre Probleme im studium im Job und im Sportverein.

    Du schreibst: " Das sie mir Unaufmerksamkeit und irgendwie auch Egoismus vorwirft kann ich nicht verstehen.

    Nein, das kann ich auch nicht verstehen. Vielleicht ist sie ein “Faß ohne Boden“. die Dein sich – um sie – kümmern nicht wertschätzen kann?

    Du schreibst: " Es macht mich nur traurig, weil ich sie gern hatte und ihr aus dieser schlimmen Familie und dem miesen Leben aushelfen wollte. Und das ist der Dank dafür den man bekommt wenn man selbst in einer Krise steckt. Ich weiß nicht ob jemals wieder eine tiefe Freundschaft schließen kann.

    Vielleicht liegt hier die Lösung. Das ist jetzt nur eine Idee, aber ich dachte die ganze Zeit, daß sie sich aus der schlimmen Familie nicht herauslösen kann und will. Vielleicht braucht sie den Entschluß aus eigener Kraft etwas ändern zu wollen und dazu die Unterstützung eines Profis (psychologische Beratung).

    Vielleicht muß sie sich von Dir trennen, um selbstständig etwas ändern zu können. Wobei Du jetzt kein schlechtes Gewissen bekommen solltest, Du hättest zuviel für sie getan. Da hätte sie intervenieren können. Aber manchmal ist es einfacher in der Komfortzone zu bleiben.

    Sokige schreibt: „Du bist ganz sicher nicht komisch, vielleicht hast du nur von der falschen Person geglaubt, dass sie eine Freundin ist, quasi mehr investiert als sie, denn Freunde verlieren sich nicht so schnell ohne triftigen Grund.

    Ich glaube auch nicht, daß Du komisch bist. Vielleicht hast Du etwas zuviel gegeben. Und es geht nicht um „Undank ist der Welt Lohn“, sondern darum, daß sie bestimmte Sachen nicht wertschätzen konnte.

    Ich kann sehr gut nachfühlen, daß Dich das alles verunsichert. Ich hatte einmal eine Freundin, die mir vorgeworfen hätte, ich hätte mich bei dem Wochenendbesuch bei ihr so verhalten, daß sie sich in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr wie zuhause gefühlt hätte. Hätte ihr keine Raum gelassen. Ich bin dann das Wochenende immer wieder im Geiste durchgegangen und fand nichts gravierendes, was ich hätte lieber anders gemacht. Dann rief ich eine andere Freundin an und erzählte ihr von dem Gespräch und den Vorwürfen. Die andere Freundin meinte dazu: „Laß Dir nichts einreden. So bist Du nicht.“

    Ich vermute, daß die Einladung etwas zwiespältig gewesen war. Sie wollte mich bei sich zuhause haben und sie wollte auch so wie immer bei sich zu Hause sein. Das konnte nicht gut gehen. Wenn man einen Gast hat, ist man nicht mehr allein für sich in der Wohnung.

    Und ich wollte mich dann auch nicht zum Sündenbock für ihre Zwiespältigkeit machen lassen. Es hat aber etwas gedauert, bis ich soweit war, daß ich die Angelegenheit verarbeitet hatte. Den Kontakt zu ihr habe ich dann abgebrochen. Das schien mir passend und ich kann gut damit leben. Wenn ich später bei anderen zu Besuch war, dann habe ich mich eine Zeitlang übervorsichtig verhalten. Das hat sich gelegt. Ich möchte mein Verhalten nicht von diesem Erlebnis dominieren lassen.

    Der Vorfall hatte mich damals verletzt.

    Alles Gute
    Farideh

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