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Thema: Beziehung mit dem Opfer eines Narzissten

  1. #1
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    Standard Beziehung mit dem Opfer eines Narzissten

    Liebes Forum,

    ich bin seit 4 Monaten in einer wundervollen Beziehung mit einer Frau, die lange ein Opfer eines Narzissten gewesen ist. Seit einem Jahr ist Ihre Beziehung mit ihm Narzissten beendet (er hat sie beendet) und sie war in psychologischer Betreuung.
    Ihr Manipulator stand nach einem Jahr plötzlich vor ihrer Tür und bat sie um eine "Aussprache". Sie hat ihn leider hereinkommen lassen, sich 2 Stunden mit ihm unterhalten, natürlich ergebnislos. Sie hat ihn abgewiesen und ein Wiedersehen soll es nicht mehr geben.

    Aber, er hat ihre alten Wunden wieder aufgerissen.... die Wut, die Trauer, die Enttäuschung...alles war wieder da, als die Zeit zurück gespult wurde. Sie findet ihre Gefühle mir gegenüber nach lediglich diesen schlimmen 2 Stunden nicht mehr. Unsere Liebe war unbeschreiblich, sie war überglücklich. Sie versichert mir, dass sie ihren Peiniger schon lange nicht liebt und dass sie niemals zu ihm zurückkehren würde. Sie brauche Zeit für sich alleine, um mit den Gefühlen klar zu kommen und sie weiß nicht, wie es mit uns weiter gehen soll. Sie findet einfach gerade die Gefühle nicht mehr. Eine schreckliche Wandlung, die nicht zu glauben ist. Am Vormittag war alles super, am Abend war sie ein anderer Mensch.

    Sie ist es mir Wert zu warten, ihr die Zeit zu geben. Meine Sorge oder Frage wäre aber, kann sie den Weg zu mir wieder finden? Kann sie diese Emotionen, mir gegenüber wieder hervorrufen?

    Meine Verzweiflung treibt mich zum Wahnsinn.

    Danke im voraus für die Tipps!

  2. #2
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    Was mir auf die Schnelle dazu einfällt: um "Opfer" eines narzisstischen Menschen zu werden, bedarf es gewisser Grundvoraussetzungen, an die der Narzisst andocken kann.
    Er ist meistens sehr gut darin, die Schwachstellungen und Verletzungen eines Menschen zu sehen, diese erst vermeintlich mit "Balsam" zu bestreichen, so dass das "Opfer" sich verstanden und geradezu "erlöst" fühlt (endlich jemand, der mich wirklich "erkennt"), um dann erbarmungslos zuzuschlagen und genau diese Verletzungen und Schwachstellen als Ansatzpunkt für Manipulationen zu nutzen.

    Es gehören immer zwei dazu: Einer, der macht, und einer, der es zulässt (weil er zunächst auf Wolke 7 schwebt, und hinterher verzweifelt versucht, diesen Zustand wieder herzustellen, was immer schlechter gelingt, egal, was er macht und wie er sich verbiegt).

    Ein Jahr psychologische Betreuung ist wahrscheinlich zu wenig, um die Verletzungen, die durch eine solche Beziehung wiederholt und vertieft wurden (denn sie müssen vorher schon da gewesen sein, sonst hätte der Narzisst keine Chance) aufzuarbeiten.
    Es wundert mich nicht, dass deine Freundin nun eine Retraumatisierung erlebt hat, und ihre Gefühle zu dir nicht mehr findet.

    Unsere Liebe war unbeschreiblich, sie war überglücklich.
    Ein solcher Zustand des fortwährenden "Überglücklich-Seins" wird wohl so oder so irgendwann eine gewisse Ernüchterung erfahren, wenn die rosarote Zeit des Verliebtseins vorbei ist, und Auseinandersetzungen und wirkliches Kennenlernen entscheiden dann darüber, ob euch noch mehr verbindet als die anfängliche Endorphinausschüttung, die alles so "unbeschreiblich" macht.

    Ich schätze mal, das, was ihr in der ersten Zeit empfunden habt, wird nicht wiederkommen.

    Wenn deine Freundin ein Typ ist, der genau diesen Zustand (fortwährend) sucht, und nur das als "Liebe" empfindet und ansieht, könnte es schwierig werden.

    Dies könnte auch ein Grund sein, warum sie ein "gefundenes Fressen" für den Narzissten war, denn dieser versteht es hervorragend, mit solchen Gefühlen und Sehnsüchten zu spielen.
    ("Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt"). Das "Opfer" erträgt jedes "zu Tode betrübt" in der verzweifelten Hoffnung, es käme doch noch mal dieses wunderbare "himmelhoch jauchzend", dass es so dringlich sucht, und durch das es sich so lebendig gefühlt hat.

  3. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Der rote Faden für den sinnvollen Beitrag:

    Malembe (27.04.2020),Mirjam (27.04.2020),prabob (27.04.2020)

  4. #3
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    Verstehe ich das richtig? Der Ex war da, weil er gerne wieder an die Beziehung anknüpfen wollte?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass im Hinblick auf ihre psychische Stabilität sowie in Bezug auf ihren Ex morgens noch “alles gut“ war und abends nichts mehr “heil“.

    Möglicherweise wäre es (etwas) anders, wenn sie bei der damaligen Trennung der aktive Part gewesen wäre....zumindest meine Vermutung.

    Weißt du, wie lange bzw. oft deine Freundin in Therapie war (Stundenanzahl in etwa)?
    Geändert von Mirjam (27.04.2020 um 11:26 Uhr)

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Mirjam für den sinnvollen Beitrag:

    prabob (27.04.2020)

  6. #4
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    Hallo Mirjam,

    vielen Dank für dein Mitwirken.
    Meine Freundin ist sogar selbst eine Psychologin, jedoch auf einem anderen Gebiet. Sie ist seit ziemlich genau einem Jahr in der Therapie. Eigentlich hätte es jetzt bald enden soll. Die Stundenanzahl kann ich nicht sagen. Ich glaube, so etwa ein mal die Woche. Wir haben uns über ein Dating-Portal kennengelernt. Sie hat mir erzählt, dass ihre Psychologin (noch) nicht dafür war, aber sie hat sich es so gewünscht. Gleich am ersten Tag unserer Liebesgeschichte hat sie sich geoutet, mich um Geduld im Umgang mit ihr gebeten. Diese Geduld hat lediglich 2-3 gedauert, sie hat sich förmlich in die Liebesbeziehung "hineingestürzt", war überglücklich. Sie hat mir alles von ihre Geschichte erzählt, ist bei mir auf offene Ohren gestoßen. Offensichtlich war sie noch nicht so weit für so eine Beziehung, das meinst sie jetzt auch selbst. Aber das Leben ist kurz, warum soll sie es nicht wagen? Ich kann es mir nur schwer vorstellen, dass sie einen Rückfall erlebt hätte, wenn der Ex nicht aufgetaucht wäre.

    Ja, ihr Ex hat ihr zuerst geschrieben, um Verzeihung gebeten. Sie hat nicht geantwortet, ist aber unruhig geworden. Sie wollte mich damit nicht belasten und hat mir es nicht gesagt, denkend, es passiert schon nichts. Und dann stand er vor der Tür. Der Fehler war es, dass er nichts von mir wusste, ich hätte ihm an ihrer Stelle schon entschieden und klar geantwortet, aber jetzt ist es dafür leider zu spät.

    Kann das hier noch Erfolg haben? Ich würde es mir so wünschen.

  7. #5
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    Wie lange ist das eigentlich her, dass der Ex vor der Tür stand bzw. sie sich von dir zurückgezogen hat?

    Falls es mit euch weitergeht, wäre aus meiner Sicht die Basis für euch besser als vorher, da es eine bewusster Abschluss mit der Exbeziehung wäre (vorher hat die Situation eine klare innere Entscheidung nicht erfordert....vom Herzen her).

    Ich drück dir die Daumen!
    Geändert von Mirjam (27.04.2020 um 12:22 Uhr)

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Mirjam für den sinnvollen Beitrag:

    prabob (27.04.2020)

  9. #6
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    Hallo und vielen Dank für deine Einschätzung!

    Alles richtig, sie ist genau so ein Typ. Das kam schon aus der Kindheit, Ihre Mutter war auch eine Narzisstin. Aber können diese "Opfer-Menschen" nicht einen guten Weg einschlagen? Sie ist erst 39, ich 48. Sie hat sich selbst ein "Beuteschema" für ihre Zukunft aufgeschrieben und hat es mir erzählt. Alles trifft angeblich auf mich zu und sie sei überwältigt gewesen. Sie hat es riskiert, sie dachte, sie wäre dazu fähig, in eine Beziehung zu treten.

    Ich kann es nicht verbergen, dass ich sie trotz allem, vielleicht auch deshalb erst recht, sehr liebe und würde sie auf diesem Weg begleiten. Aber kann ich sie wieder "erreichen"?

  10. #7
    Neuling
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    Die Nachricht vom Ex kam am 21.04.20, der Besuch am 23.04.20. Also alles richtig frisch. Am 23.04.20 haben wir am Vormittag telefoniert, am Abend kam die ernüchternde Nachricht auf WhatsApp. In der Nachricht schrieb sie, dass ich keine Angst haben muss, sie hatte nichts mit ihm und sie hätten sich verabschiedet und werden sich nie mehr sehen. Ich soll mich umarmt fühlen, aber sie braucht jetzt Zeit für sich alleine.

  11. #8
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    Hm.....dann würde ich ihr die Zeit auch geben. Ich persönlich würde ca. eine Woche die Füße still halten und dann vielleicht mal nachfragen, wie es ihr geht, falls sie sich bis dahin nicht bereits gemeldet hat.

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