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Thema: Beziehungsunfähig für immer - Therapien waren nutzlos !

  1. #1
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    Standard Beziehungsunfähig für immer - Therapien waren nutzlos !

    Früher war es so, dass jeder verheiratet sein muss, auch wenn jemand dazu noch so wenig geeignet ist.
    Meine Eltern waren übrig gebliebener Ausschuss, den sonst niemand haben wollte. Kein halbwegs normaler Mann hätte eine Frau wie meine Mutter geheiratet und keine halbwegs normale Frau hätte einen Mann wie meinen Vater geheiratet, meine Eltern waren negative Auslese.

    Die „Ehe“ meiner Eltern war ein reiner Zweckverband. Mein Vater brauchte eine Haushälterin, meine Mutter brauchte eine Einkommensquelle und Unterkunft.
    Eigentlich hasste meine Mutter Männer, weil die angeblich immer nur „das Eine“ wollen. Bis sie dann meinen Vater fand, der überhaupt nichts wollte, weil er zu jeder Art von Beziehung unfähig war. Weil meine Mutter Männer hasste, fiel ich als ihr Sohn natürlich auch in Ungnade. Buben taugen nichts, meinte sie, es wäre alles viel besser, wenn ich ein Mädchen geworden wäre.

    Mein Vater war total verschlossen, völlig unpersönlich und abstoßend. Dazu bekam er auch ab und zu Wutanfälle und verprügelte mich grundlos heftig. Ich versuchte, so gut es ging, ihm aus dem Weg zu gehen und mich unsichtbar zu machen. Hierbei unterstützte mich sogar meine Mutter, die auch selbst unter seinen Launen litt.

    Unter „lieb“ sein verstanden meinen Eltern nur brav sein, sich ordentlich benehmen, keine Probleme machen. Ansonsten gab es auch nicht ganz entfernt etwas, das man als lieb oder Liebe hätte bezeichnen können.

    Von sich gegenseitig mögen oder gerne haben war auch nicht die kleinste Spur zu erkennen. Verheiratet zu sein und Kinder zu haben, erschien als ein notwendiges Übel und eine lästige Pflicht.

    Als Kind glaubte ich, Kinder sind nur dazu da, um von ihren Eltern gedemütigt und schikaniert zu werden. Ich war ein Einzelkind, mehr brachten sie (zum Glück oder leider ?) nicht zustande.

    In jungen Jahren, etwa ab der Pubertät, dachte ich, irgendwann mal eine sehr gute Beziehung mit einem Mädchen / Frau zu haben, was dann das Gegenteil zu meinen Eltern sein sollte und ich alles nachholen werde, was ich bei meinen Eltern versäumt hatte. Leider wurde daraus ganz und gar überhaupt nichts, es kam nur die totale Pleite und grenzenlose Enttäuschung.

    Ich blieb für immer unfähig, irgend eine Beziehung zu einer Frau herzustellen, die ich als positiv empfinden könnte, es herrscht völlige Leere.
    Bekanntschaften mit Mädchen / Frauen endeten maximal als Freundschaft, mehr entwickelte sich daraus nie.

    Später sagten mal Kollegen, wenn es um das Thema Freundin, Beziehungen, Ehe, Familie usw. ging: „von all dem Du hast überhaupt keine Vorstellung“ – genau so ist es auch. Von wo hätte ich eine solche Vorstellung auch her haben können ?
    Ich kenne das menschliche Zusammenleben nur so, wie ich es in meiner elterlichen Anti-Familie erlebte. Wie es wirklich sein sollte, ist außerhalb meiner Vorstellbarkeit.

    Nach Jahren ohne erkennbare Fortschritte durchlief ich mehrere Therapien, diese haben mir zwar allgemein wohl schon etwas geholfen, doch mein eigentliches Problem wurde nicht gelöst, hier kam ich noch keinen Millimeter weiter.

    Ich hatte den oft Eindruck, dass die Therapie am Ziel vorbei ging, es schien ein Standardprogramm abgewickelt zu werden und auf mein spezifisches Problem wurde praktisch nicht eingegangen.
    Auch nach dem späteren Verlauf der Therapie(en) hatte ich nicht den Eindruck, dass sich für mich ein Erfolg einstellte und es wurde auch nicht darauf hinterfragt. Am Ende jeder Therapie ergaben sich vielleicht allgemeine Verbesserungen, aber bei meinem spezifischen Problem bemerkte ich immer noch keinen Fortschritt.
    Die größte Verbesserung war wohl die, dass ich besser mit diesem Mangel weiter leben konnte, statt dass er beseitigt wurde.

    Ich hatte lediglich nur die vage Hoffnung, dass sich mit der Zeit Erfolge ergeben würden, was sich jedoch leider nie erfüllte.
    Ist mein Problem denn so selten, dass es von Experten nicht verstanden wird und es auch keine Therapie dafür gibt ?

    Ich werde mich immer fragen, warum für mich etwas mit keinem Mittel erreichbar ist, was bei anderen mühelos ganz von selbst funktioniert. Ist mein Fall grundsätzlich nicht therapierbar ? Habe ich einen instinktiven Fehler ?

    Mittlerweile bin ich alt und schon einige Jahre in Rente. An ein Wunder glaube ich schon lange nicht mehr, ich möchte die Sache nur noch aufarbeiten und wenigstens versuchen, herauszufinden, warum alle Therapien ihr Ziel so grandios verfehlten.

  2. #2
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    Hallo du ,

    das ist eine nicht so schöne Geschichte , aber du bist bei weitem nicht der " Einzige " der so eine unschöne Kindheit hinter sich hat . Ich bin auch im Rentenalter und dachte in meier Kindheit , mich liebt eh keiner , und Prügel habe ich auch bezogen .
    Ich denke manchmal , daß wir die Meßlatte einfach zu hoch hängen , daß es die alles umfassende Liebe sein muß , die man dem Partner entgegenbringt . NEIN muß überhaupt nicht . Je verkrampfter man an die Sache Beziehung herangeht , desdo weniger kommt dabei heraus .

    Du mußt überhaupt nichts , alles darf , aber nichts muß ........... suche dir eine nette Frau , die dir gefällt und habe eine schöne Freundschaft ..........aus so mancher Freundschaft ist Liebe geworden .
    Nur nicht verkrampft , an die ganze Sache ran gehen , je verkrampfter du suchst , umso weniger paßt es dann .

    Ich habe erst mit 45 Jahren " die Liebe meines Lebens kennengelernt " am Anfang so 2-3 Jahre ist alles schön und dann beginnt die Langeweile , man muß sich entscheiden , will man zusammenbleiben
    oder trennt sich . Das geht ganz vielen Menschen so und die meisten Partnerschaften dümpeln halt so vor sich hin , man ist halt verheiiratet und gut isses .

    Ich bin eine Frau , und habe aus der 1. Ehe , 2 wunderbare Kinder , die ich sehr liebe , ebenso meine Enkelkinder , und somit hat mein Herz , was es braucht . Mit meinem 2. Mann , der 3 Kinder zum versorgen in die Ehe brachte verbindet mich heute nicht mehr so viel Gefühl , wie auch nach 30 Jahren Ehe . Man versorgt sich , ist nicht alleine und gut isses .

    Mein Fazit aus der ganzen Sache , ich würde nie wieder heiraten , nur zusammen sein , das ist besser . Man gibt sich viel mehr Mühe mit dem Partner , denn der kann ja jederzeit aussteigen , wenn es nicht so läuft .

    Du hast noch Zeit , auch als Rentner , die passende Partnerin zu finden , nur nichts auf Teufel komm raus , gehe in Singles Vereine , mache dort mit den Aktivitäten mit , sei nett und zuvorkommend
    und du wirst sicher allgemein beliebt sein , und immer höflich zu den Damen , das mögen sie .

    ich halte dir den Daumen , daß du bald einen netten Menschen findest .

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Kabama72 für den sinnvollen Beitrag:

    Milfred (26.06.2020)

  4. #3
    Neuling
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    Hallo Kabama72,

    danke für Deine tröstenden Worte !

    Ja, wie wäre das so schön, wenn alles so einfach wäre.
    Um direkt hier näher darauf einzugehen, dauert es noch eine Weile. Ich bin noch dabei, Gedanken und Ideen zu sammeln, auch für den ersten Beitrag brauchte ich mehrere Wochen.

    Aber inzwischen habe ich einen zum Thema passenden Artikel gefunden, den ich vorstellen möchte : Unfreiwillig Jungfrau

    Ich glaube aber, das hat weniger mit Sex an sich zu tun, sondern viel mehr, unter welchen Bedingen und welchen Menschen / Familie man aufwuchs und welches Verhalten diese Menschen zueinander hatten. Bei mir ist es ein krasser Extremfall, aber bei vielen anderen lief und läuft es auch suboptimal.

    Obwohl gar nicht so selten, ist dies ein Bereich der Psychologie, der scheinbar kaum wahrgenommen wird, sonst wäre es mir nicht so ergangen, wie es mir erging. Hier müsste noch viel getan werden, um Fälle wie meinen und ähnlichen zu kurieren bzw. zu verhindern .

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