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Thema: Bin ich noch normal oder brauche ich Hilfe?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Bin ich noch normal oder brauche ich Hilfe?

    Hallo zusammen,

    ich bin Gerry und das ist mein erster post, hoffentlich in der richtigen Rubrik.

    Ich möchte gerne ein paar Meinungen zu meiner Situation einholen weil ich mein Problem selbst garnicht genau benennen kann bzw. den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe.

    Ich bin 34 und eigentlich ein positiver und stets gut gelaunter Mensch, das Glas ist grundsätzlich halb voll.

    Nun ist es seit mehreren Jahren aber so dass ich sozial beinahe komplett isoliert bin, mein Leben zieht irgendwie an mir vorbei und ich sehe mehr oder weniger ohnmächtig dabei zu.

    Ich hatte eine schöne Kindheit und Jugend mit Freunden, als wir dann 15, 16 wurden folgte aber beinahe 1 Jahrzehnt das fast komplett nur aus Party machen und Alkohol bestand. Wir haben niemals illegale Drogen genommen oder sonst eine Straftat begangen, aber eben viel zu viel getrunken, Filmrisse waren fast jedesmal vorprogrammiert. Damals ein Riesenspass, wenn ich heute daran zurückdenke kann ich nur den Kopf schütteln. Mit 25 hatte ich meine erste richtige Beziehung, als diese 2 Jahre später beendet war wollte ich voll durchstarten, bin irgendwie 'aufgewacht' und fing an mich in allen Bereichen zu entwickeln, beendete auch den Kontakt zu den meisten Freunden von damals weil es mit dem Alkohol immer noch so war.

    Ich zog aus der Wohnung im Elternhaus aus, traf mich mit einem Schulfreund den ich Jahre nicht gesehen hatte und es folgte eine gute Zeit, wir gingen fort ohne zu trinken, hatten Dates, trainierten und machten Sport.

    Dieser Freund fing dann eine Beziehung an die bis heute anhält und die ich ihm auch von Herzen gönne, unser Kontakt beschränkte sich von da an auf ein Minimum wie das so oft der Fall ist.

    Ich war mehr oder weniger alleine, das war vor 5 Jahren und ich komme da irgendwie nicht mehr raus.

    Ich habe mich an den Wochenenden oft alleine betrunken, dabei Fotos von längst vergangenen Zeiten angesehen und generell sehr viel in der Vergangenheit gelebt und mir Dinge vorgenommen die ich bis heute nicht oder nur teilweise gemacht habe bzw. es nicht durchgezogen habe.

    Ich denke auch heute sehr viel an früher, es fühlt sich an als dürfte ich max. 25 sein, bin aber bald 35 und ich Frage mich wo die Zeit geblieben ist, es fühlt sich an als wär es das schon gewesen.

    Mittlerweile ist mein gesamter Alltag Routine geworden, eine Woche läuft genau so ab wie die nächste, meine einzigen sozialen Kontakte sind meine Eltern und Kollegen, oft über Wochen. Und jede Woche schmiede ich Pläne, nehme ich mir Dinge vor und mach es dann nicht.
    Ich tippe TO DO Listen in mein Handy, verwerfen sie wieder, ändere/verschiebe sie, verliere mich in Kleinigkeiten und Perfektionismus usw.

    Das klingt jetzt vielleicht nicht so schlimm, aber das geht seit Jahren so, habe bis auf ein paar Ausnahmen auch seit Jahren so gut wie nichts erlebt.

    Muss aber trotzdem sagen dass ich keine Depressionen habe, so komisch es klingt aber ich bin eigentlich gut gelaunt und voller Hoffnung, aber eben auch das schon seit Jahren.

    Kennt ihr soetwas? Was sollte ich eurer Meinung nach tun?

    Schönen Abend

  2. #2
    Nachwuchs Autor
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    Standard

    Hallo Gerry,

    gleich zu Anfang mal eine provokante Gegenfrage: "Was ist normal?" bzw. definiere "normal".

    Wenn du mich nach meiner persönlichen Meinung fragst, hast du deinen Freundeskreis "ausgemistet", weil du gemerkt hast, dass dir der Kontakt zu deinen "Trinkkameraden" auf Dauer nicht gut tut.

    Dann hattest du einen guten Freund, der dir gutgetan hat und hast dich so auf diesen konzentriert dass du keinen Kontakt zu anderen mehr geknüpft hast. Als der gute Freund "weggeheiratet" wurde und nicht mehr "zur Verfügung" stand, bist du in eine Art "Wartemodus" gegangen, anstatt dir wieder neue Freunde zu suchen.

    Such dir einfach neue Hobbys / Interessen und geh in einen Verein, der sich damit beschäftigt, bring dich ein.

    Wie man deine Situation laut Fachbuch benennt, weiß ich nicht. Ich habe dir lediglich meine Meinung dazu geschrieben. Welche Hilfe solltest du brauchen? Ich sehe dafür keinen Grund. Du brauchst meiner Meinung nach lediglich Überwindung, dir neue Hobbys / Mitstreiter / Freunde zu suchen. Entweder im Verein, in Facebook-Gruppen oder sonstigen Gruppen für Menschen mit ähnlich gelagerten Interessen.

    Gruß
    Simon

    P.S.: Laut meiner Lieblingskommissarin, Bibi Fellner (gespielt von Adele Neuhauser), haben wir alle einen "Huscher" (Sprung in der Schüssel, Rad ab...). Soviel zu deiner Frage, ob du "normal" bist.
    Ich bin kein Arzt, Therapeut oder Rechtsanwalt. Meine Postings entsprechen meiner (momentanen) Meinung zu einem Thema und können auch falsch sein. Wenn jemand etwas aus meinen Postings umsetzt / umsetzen möchte, dann ist er / sie für die Folgen selbst verantwortlich und sollte dies nur nach vorherigem Nachdenken tun.

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