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Thema: Blicke gerade 1:1 meiner Angst ins Auge

  1. #1
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    Standard Blicke gerade 1:1 meiner Angst ins Auge

    Hi zusammen!
    Ich suche hier Inputs, wie ich besser mit immer wiederkehrender Situation umgehen kann. Es geht um meine grosse Angst vor Nähe und grosser Bindungsangst. Sie kommt aus vergangenen Verletzungen. Wir alle haben unser Paket zu tragen aber ich würde gerne Fortschritte machen und mich dieser Angst endlich stellen.
    Folgendes: In den letzten 2 Jahren habe ich nach der Trennung von meinem Ex nur oberflächliche Affären gehabt. Der unabhängige, lockere und lustige Typ Mann, der sich nie committen will, auch eher egoistisch, hat mich sehr angezogen. Sie haben sich nie wirklich für mich als Person interessiert und es wurde nie gefährlich für mich, da es nie wirklich in die Tiefe ging. Der Sex war auch immer gut aber eher wild, es waren eben einfach hauptsächlich sexuelle F+ Erfahrungen mit viel Spass, Lockerheit und sowas. Ich suche mir also unbewusst immer denselben Typ Mann aus, bei dem es gar nicht funktionieren kann.

    Ich habe diese Muster erkannt und sehe darin meine eigene Beziehungsangst. Ich habe viel an mir gearbeitet und auch viel Schattenarbeit gemacht. Habe ebenfalls eine Therapie durch bezüglich Narzissmus bei meinem Ex. Bin sehr glücklich und stabil im Moment und möchte nicht, dass sich dies ändert.

    Warum melde ich mich also hier?
    Es gibt einen alten Bekannten, den ich seit über 10 Jahren kenne. Wir haben uns ein- zwei mal jährlich gesehen. Wir haben einen gemeinsamen Freundeskreis aber nicht seehr eng, man sieht sich eben so ab und an mal aber nie bewusst, immer nur über gemeinsame Freunde. Ab und zu war er in einer Beziehung, dann mal ich und man hat sich halt einfach immer wie Kumpels behandelt. Speziell dabei war immer; er und ich haben uns über all diese Jahre immer geneckt. In unseren Gesprächen haben wir den anderen also dauernd geneckt, aufgezogen usw. das war über all die Jahre auch ganz lustig und war so unsere ganz eigene Freundschafts-Dynamik. Dabei hat aber niemals einer eine Grenze überschritten also bewusstes necken aber niemals verletzen.

    Nun gut. Vor ca. 2 Monaten kamen dann seine Freundinnen auf die Idee mich mit ihm zu verkuppeln in Hinblick auf einen gemeinsamen Event letzten Sonntag. Sie haben darauf hingearbeitet und mich und ihn scheinbar ziemlich ausgequetscht und bearbeitet. Mit diesem Floh im Ohr gingen wir also an den Event und es hat tatsächlich geklappt. Das Interesse ist unmissverständlich von beiden Seiten aus und es gab auch einen Kuss (ich habe ihn irgendwann geküsst weil ich es nicht mehr ausgehalten, die Luft hat ewig lange gebrannt). Er bat mich um ein Date, welches ich zuerst vehement abgelehnt habe. Ich versuchte mich oft rauszuwinden bei solchen Themen und es war mir auch unangenehm über mich zu sprechen. Mir kam es vor als würde er mich "entlarven". Er liess jedoch nie locker und lässt keine Ausreden gelten. Er sieht die Dynamik genau und bleibt sensibel und gleichzeitig hartnäckig und unterstreicht dabei, dass er weiss ich wolle es eigentlich auch. Ich vertraue ihm auch zu 100%, dass sein Interesse absolut ehrlich und erwartungslos ist. Soweit so gut, er hat sich also es geschafft und wir treffen uns Ende diese Woche. Er kennt mich so gut, kann mich 1:1 lesen und sieht mich genau und macht alles richtig, ist nicht aufdringlich und sanft also eigentlich alles was Frau sich wünscht.

    Nun mein Problem: Mir geht es seit gestern Abend, als ich ihm zugesagt habe gar nicht mehr gut mit dieser Entscheidung ihn zu treffen. Ich habe ein Magen-Chaos, Herzklopfen und ein Gefühl der Enge in der Brust - Lunge. Da ist also ein Mann der mich sehr gut kennt, ehrlich und ernsthaft (dies bezweifle ich keine Sekunde, da ich ihn schon gut genug kenne) an mir als Person interessiert ist und mich von einer anderen Seite kennenlernen möchte. Ich bin komplett überfordert damit gerade. Es fühlt sich an als würde ein Stein auf mich zurollen. Auf der anderen Seite möchte ich ihn wahnsinnig gerne treffen und uns die Gelegenheit schaffen, zu schauen ob sich bei uns nach all den Jahren und der grossen Anziehung mehr entwickeln könnte. Ich befürchte ich spüre gerade meine unheimlich grosse Angst vor Nähe.

    Was kann ich tun?

    Ich bin mir bewusst, dass ich nicht ewig vor solchen Situationen davon rennen möchte und mich dieser Angst stellen möchte aber ich bin überfordert, wie es sich anfühlt. In der einen Sekunde total schön und verknallt, in der anderen Sekunde eingeengt und überfordert. Dieser Thread soll nicht dazu diesen ihn oder uns zu analysieren und in die Glaskugel zu schauen was nun aus uns wird oder sowas. Es ist nur ein Treffen, nur eine Gelegenheit für beide zu schauen, ob bei der bisherigen Sympathie und der Anziehung mehr Potential vorhanden ist. Dem Kuss zufolge ist es das absolut aber eben...
    Ich spüre nur gerade zu tiefst meine riesen grosse Angst vor Nähe und vor dem Fakt, jemand könnte wirklich richtig mein Ich erkennen und mich sehen. Das macht mir viiiel mehr Angst als einfach ein oberflächliches Tinder-Date. Ich befürchte ich muss genau JETZT daran arbeiten und die Angst überwinden, bevor das wieder durch ist und die nächste Chance wieder lange auf sich warten lässt und ich weiter in meiner Komfortzone lebe, ohne wirkliche Fortschritte machen zu können.

  2. #2
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    Standard

    Hallo :-)

    Erstmal bitte.... AAAAAAAAAAAAAAATMEN.

    Ich kann jetzt nicht wirklich herauslesen, ob du wirklich bereit für eine Beziehung bist und das überhaupt willst. Ich denke, dass du auch zu viel darüber nachdenkst und ja, ich weiß, dass man das nicht einfach abschalten kann.

    Ich kenne diese Bindungsangst von mir selbst und möchte dir ein paar Gedanken mit auf den Weg geben.

    Kann es sein, dass du Angst vor diesem Date hast, weil du Probleme damit hast wirkliche Grenzen zu ziehen oder jemand anderen abzulehnen? Als Bindungsängstler geht man ja oft den Weg direkt den ganzen Menschen abzuschieben, anstatt einfach zu sagen "Dein Verhalten xy geht für mich persönlich zu weit, lass das bitte". Bindungsangst bietet halt den Vorteil, sich diesen ganzen Grenzsetzungen nicht stellen zu müssen, sondern dem von vorneherein aus dem Weg gehen zu können. Wenn du Menschen hast, die ständig über deine Grenzen gegangen sind (meist Kindheit), dann kann sich sowas auch entwickeln, weil du einfach nicht davon ausgehst, deine Grenzen aufrecht halten zu können und mittels Bindungsangst der Grenzüberschreitung aus dem Weg gehst.

    Wenn ich deinen Beitrag lese, hört sich das für mich so an, als ob du kein Date hast, sondern zwangsverheiratet wirst. Als müsstest du dich dem ergeben, ganz egal, wie das für dich ausgeht. Weil deine Freundin dich verkuppelt hat, weil der Typ dich mag, weil du verknallt bist, weil du länger Single bist oder weil du viel an dir gearbeitet hast und dir jetzt endlich beweisen willst, dass du es kannst und deswegen MUSS es jetzt funktionieren. Aber weißt du was, du kannst machen was du möchtest. Und du kannst gehen, wann du möchtest. Und wenn du das Date mit dem Mann hast und du willst nach einer Minute wieder gehen, dann kannst du auch das tun, wenn du das möchtest. Und du musst danach auch weder mit ihm zusammenkommen, noch musst du dich je wieder bei ihm melden (außer vielleicht um zu sagen, dass es nicht gepasst hat), noch musst du irgendwas. Du musst auch überhaupt nicht zum Date gehen. Du bist frei in deiner Entscheidung.

    Du musst überhaupt nichts und ein Date ist keine Verbindlichkeit und kein Versprechen.

    Was ich dir aus meiner persönlichen Erfahrung noch sagen kann, ist, dass sich Bindungsangst ganz gut in Beziehungen oder in diesen Situationen, wie du sie gerade hast, behandeln lässt. Will heißen, du kannst stundenlang an deiner Bindungsangst arbeiten, wenn du alleine bist, aber die richtige Arbeit fängt in der Bindung an, wobei Vorarbeit sicherlich sehr gut ist, um die eigenen Muster zu erkennen.

    Versuche, wenn du magst, dich damit auseinanderzusetzen, was in deinem Kopf vorgeht und was dich genau triggert. Und dann versuch rational zu bleiben und Gründe aufzuschreiben, die deine Angst etwas entkoppeln. Würdest du es schaffen, das Date "isoliert" zu sehen? Also kein "was kommt danach, was ist wenn es mir nicht gefällt, was ist wenn es mir gefällt etc."? Einfach nur in der Situation zu sein, die Situation zu genießen etc.?

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Hallo another

    Deine Worte sind Balsam für mich. Genau das habe ich gebraucht: ich lese die absolute emotionale Freiheit raus, die ich so unbedingt immer spüren muss und vor der ich Angst habe sie zu verlieren.
    Ich kann ganz schlecht mit emotionalem Druck umgehen, der von Personen aus kommt. Ich will sofort die „Fesseln“ sprengen und frei sein, seit meiner Kindheit schon. Habe einmal eine Tür eingeschlagen mit 10 jährig, weil ich eingesperrt war ;-)

    Ja ich werde das Date als isoliert betrachten und mir genau diese Worte merken. Ich muss gar nichts, ich bin absolut frei und niemand kann das ändern.

    Es ist der Druck der mich triggert, den laste ich mir selbst auf. Ich liebe dieses Leben so fest und habe immer Angst irgendwer könnte mich früher oder später runterziehen.

    Grenzen kann ich eigentlich sehr gut ziehen und das Interesse an ihm ist wirklich ernst.
    Aber das stimmt schon, ich neige zu schwarz-weiss denken bei Menschen. Wende mich schnell ab wenn mir etwas gegen den Strich geht, weil ich nicht davon ausgehe man würde das Verhalten für mich ändern resp. die Person würde daran arbeiten.
    Habe vieles ausgelassen, weil es den Rahmen sprengen würde (in all den Jahren ist ja einiges geschehen). Verknalltheit und Neugier ist definitiv da aber eben die Angst vor der Verpflichtung; mit jedem Schritt mehr in solche Richtungen (je besser und je tiefgründiger die Begegnung, je grösser der Druck) steigt die Panik...

    Ich danke dir!
    Geändert von allineed (10.09.2019 um 21:34 Uhr)

  4. #4
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    Huhu allineed,

    wie sieht´s denn aus? Habt ihr euch getroffen und wie geht´s dir??

  5. #5
    Neuling
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    Hi another

    Danke für deine Nachfrage. Wir haben uns getroffen und bin hin :-)
    War ein sehr schöner Abend und er wollte auch gleich einen neuen Termin für ein Essen im Restaurant.
    Das Essen war dann auch diesen Sonntag.

    Allgemein ist viel Nähe da. Wir küssen uns, man hält Bein an Bein also viel Körperkontakt und sowas. Es ist eine ungewohnte Nähe für mich, eher weniger sexuell aufgeladen obwohl das Interesse auch spürbar ist und er mir schon immer besser gefällt.

    Ich habe bei mir bemerkt, dass ich teilweise sehr schüchtern werde bei ihm und wir beide haben etwas im Spass über unsere Art gewitzelt, wir seien beide nicht so gut in dem ganzen Dating-Zeug. Ich hab ihm dann anvertraut, dass ich echt teilweise schüchtern werde in seiner Nähe und mich das Gefühl anstrengt aber ich mich an sich sehr wohl fühle bei ihm. Er meinte das wäre doch immer wieder wie mit 16... Er wäre auch viel cooler normalerweise als mit mir.

    Ich habe gerade eine extrem stressige Phase und er ist nur am Wochenende da. Eine neuer Termin gibt es gerade nicht aber sein letztes Wort war: "Bis zum nächsten!". Ich kann es kaum erwarten ihn wieder zu sehen. Seit gestern weiss ich, dass ich wahnsinnig gerne in seiner Nähe bin und es kaum mehr erwarten kann Zeit für uns zu haben. Er gibt mir mit seiner souveränen Art sehr klar Sicherheit, was mir glaube ich gut tut. Leider ist ein nächstes Treffen wohl erst wieder in zwei Wochen möglich...

    Lustigerweise stresse ich mich jedes Mal vor dem Date und der Fluchtreflex ist immer noch da. Naja war ja auch erst das zweite Richtige...

    Er hat einige Male Möglichkeiten eingebaut à la: also wenn du willst komme ich gerne mal mit dir dorthin usw. sowas halt. Wenn mein Kalender eine Lücke hat soll ich das doch melden. Es kam mir etwas vor als hätte er den Ball gerade etwas bei mir platziert...

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