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Thema: Brauche Euer Input, bin verzweifelt und weiß nicht mehr weiter

  1. #1
    Neuling
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    Standard Brauche Euer Input, bin verzweifelt und weiß nicht mehr weiter

    Hallo an Alle,
    ich muss mich heute mal an Euch wenden, denn ich weiß im Moment nicht weiter und habe auch niemand, der mir weiterhelfen könnte.
    Ich habe große Probleme Freundschaften zu bewahren, da meine Mutter/Schwester immer sagten, dass ich lästig bin und nur jedem auf den Nerv gehe. So traue ich mich nicht, nach dem Warum zu fragen, wenn sich Freunde von mir abwenden. Noch dazu haben sich meine Mutter / Schwester von Menschen, die Probleme haben abgewendet, da Sie damit nicht klar kamen.
    Nun zu meinem Problem: mein Mann hat seit 25 Jahren eine sehr schwerwiegende Erkrankung, damals haben sich fast alle „Freunde“ von uns verabschiedet. Die Wenigen, die mir geblieben sind und mich immer wieder aufgerichtet haben, sind mittlerweile verstorben. Ich war in dieser langen Zeit viermal in Therapie, komme mit der Erkrankung meines Mannes nicht zurecht. Wegen meiner Sehstörungen ging ich in eine psychosomatische Klinik, hier lief alles bei mir verkehrt. Ich war dort die einzige Patientin, die keine Tabletten nehmen musste. Nachdem ich entlassen worden bin, fiel ich in eine Depression. Damals fand ich eine sehr nette Neurologin, die mit viel Fingerspitzengefühl und Tabletten mich einigermaßen hinbekam.
    Als dann meine Tochter auszog, richtete Sie mir Facebook ein, damit ich so mit Ihr Kontakt halten konnte. Hier habe ich meinen Jugendfreund und Freundin gefunden. Meine Freundin hat den Kontakt vor einem Jahr abgebrochen, nachdem ich Ihr zum Geb. gratuliert habe und Ihr mitgeteilt habe, dass ich heute zum dritten Mal Oma geworden bin. Mein Freund hat mir täglich (oft sogar mehrmals) geschrieben oder mich mit lustigen Bildern und Sprüchen aus der Tristesse geholt. Vier Jahre lang. Das hat mir den Halt gegeben, den ich brauchte, um zu überstehen. Seit Ostern dieses Jahr habe ich allerdings nichts mehr von ihm gehört. Er antwortet noch, wenn ich schreibe, aber es ist nicht mehr gegenseitig, wie bisher.
    Nun geht es meinem Mann plötzlich sehr schlecht und ich bin unfähig Ihm zu helfen. Ich kann es nicht ertragen, ihn so leiden zu sehen. Seit Dienstag liegt er im Krankenhaus, wird wahrscheinlich als Pflegefall entlassen. Ich weiß dass ich es psychisch nicht schaffen werde und fühle mich dadurch sehr schlecht. Sitze nur noch daheim, Antriebslos, Zittern, Übelkeit, finde keinen Ausweg. Neurologin hat Ihre Praxis geschlossen, Hausärztin und Therapeutin sind in Urlaub.

    Meine Kinder versuchen mir so gut wie möglich zu helfen. Nur ist es so, wenn ich alleine bin, fühle ich mich einsam. Sind Sie da, wird mir das fast zu viel, denn wenn Sie wieder weg sind, kreisen die Gedanken der Einsamkeit und dass ich mich Ihnen nur aufdränge und Ihnen eine Last bin, erneut.
    Darf ich die Kinder damit belasten?
    Macht es Sinn, Freunde anzuschreiben, die eigentlich nicht mehr wollen?
    Diesen Floh haben mir damals meine Therapeuten in der psychsom. Klinik ins Ohr gesetzt. Jetzt belastet mich das zusätzlich und ich frage mich, ob ich überhaupt noch neue Freundschaften schließen soll. Denn dieser Trennungsschmerz ist für mich auch immer eine sehr große Belastung.

  2. #2
    Neuling Avatar von Guelay
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    Liebe Dori,
    deine Situation wirkt recht durchwachsen und mit ein paar Worten nicht erledigt.
    Meine Frage an Dich: Gibt es etwas, was dich stabilisiert, was dir Mut und Hoffnung gibt?
    Woran Du dich festhalten kannst?
    Vielleicht hast Du es nur vergessen, z.b. Musik, Malen oder Spaziergänge in der Natur. Kreativität kann Dir helfen die Verbindung zu Dir wieder herzustellen.
    Die Natur kann erst einmal hilfreich sein, dein Nervenkostüm zu beruhigen und aufzutanken.

    In deiner Situation ist es gut, wenn du jemand neutrales aufsuchst oder telefonisch dich beraten lässt. Du klingst so, als würdest du unter dem Berg an Problemen verschüttet. Mir hilft die Natur, das Grün, die Aromen, der Wind, der Regen oder mich einfach an einen kräftigen Baum anlehnen. Die Natur kann eine heilsame Wirkung auf unser System haben. Insbesondere wenn man erschöpft und ausgelaugt ist. Es gibt mir Frieden und gibt mir Kraft.
    Wer weiss, vielleicht ist es eine Möglichkeit.

    Zu Deinen Kindern: Sie sind keine Therapeuten, du solltest aufpassen und sie nicht überfordern. Das ist nicht die Aufgabe der Kinder, die Verantwortung für die Eltern zu tragen. Nur ist es deine Aufgabe, deine Eigenverantwortung zu übernehmen. Schritt für Schritt die Probleme nacheinander anzugehen. Du wirst es bestimmt schaffen, denn bis hierher hast du dein Leben bewältigt. Darauf kommt es an. Was Du geschafft hast!

    Zu deinen Beziehungsproblemen, dass klingt nach einem Familienmuster. Vielleicht hast Du vom Familienstellen und Auflösung gehört?
    Mir hat die Arbeit mit dem Familienstellen und der Korrektur geholfen. Zu erkennen und aus Familienmustern auszusteigen. Manchmal tragen wir nicht nur unsere Last, sondern auch unbewusst, die Last der Familie oder anderer Personen.

    Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels.
    Vielleicht helfen Dir meine Worte. Ich wünsche Dir viel Kraft und Klarheit auf deinem Weg.
    Liebe Grüße
    Guelay

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Guelay für den sinnvollen Beitrag:

    Dori 2020 (06.06.2020),monkey (10.06.2020)

  4. #3
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    Standard

    Zitat Zitat von Guelay Beitrag anzeigen
    Liebe Dori,
    deine Situation wirkt recht durchwachsen und mit ein paar Worten nicht erledigt.
    Meine Frage an Dich: Gibt es etwas, was dich stabilisiert, was dir Mut und Hoffnung gibt?
    Woran Du dich festhalten kannst?
    Vielleicht hast Du es nur vergessen, z.b. Musik, Malen oder Spaziergänge in der Natur. Kreativität kann Dir helfen die Verbindung zu Dir wieder herzustellen.
    Die Natur kann erst einmal hilfreich sein, dein Nervenkostüm zu beruhigen und aufzutanken.

    In deiner Situation ist es gut, wenn du jemand neutrales aufsuchst oder telefonisch dich beraten lässt. Du klingst so, als würdest du unter dem Berg an Problemen verschüttet. Mir hilft die Natur, das Grün, die Aromen, der Wind, der Regen oder mich einfach an einen kräftigen Baum anlehnen. Die Natur kann eine heilsame Wirkung auf unser System haben. Insbesondere wenn man erschöpft und ausgelaugt ist. Es gibt mir Frieden und gibt mir Kraft.
    Wer weiss, vielleicht ist es eine Möglichkeit.

    Zu Deinen Kindern: Sie sind keine Therapeuten, du solltest aufpassen und sie nicht überfordern. Das ist nicht die Aufgabe der Kinder, die Verantwortung für die Eltern zu tragen. Nur ist es deine Aufgabe, deine Eigenverantwortung zu übernehmen. Schritt für Schritt die Probleme nacheinander anzugehen. Du wirst es bestimmt schaffen, denn bis hierher hast du dein Leben bewältigt. Darauf kommt es an. Was Du geschafft hast...
    Dem möchte ich mich anschließen!


    Liebe Dori, ich will dir nur ein wenig aus meiner derzeitigen Situation erzählen, in der Hoffnung, dass du nicht alle "Schuld" auf dich nimmst und nicht dem glaubst, was deine Mutter sagt! Es kann natürlich auch an dir liegen - Selbstreflektion ist sehr wichtig und konstruktiv - aber zu allem gehören immer mindestens zwei!! Mach dir also nicht unnötig Vorwürfe, oder Selbstzweifel, sondern - was du ja auch tust - suche Hilfe, am besten bei Menschen, die dich nicht kennen, unvoreingenommen sind und möglichst beratende Mitarbeiter in einer sozialen Einrichtung oder dgl. sind.


    Ich glaube und erlebe es gerade so, dass Menschen derzeit - noch mehr, als vorher schon - mit ihrem eigenen Leben überfordert sind und wirklich Kontakt möchten, aber es manchmal an einem Punkt einfach nicht mehr schaffen.

    Mir selbst geht es gerade wieder so, dass ich soviel Stress um die Ohren habe, dass ich mich von allen so gut es geht zurückziehe und nur sporadisch mit den mir vertrauten Menschen/ Freunden im Kontakt bin. Ich brauche viel Zeit für mich, um zur Ruhe zu kommen, weil auch die vergangenen Monate extrem stressig waren. Relativ kleine Wohnung und 3 Personen vorübergehend überwiegend zu Hause. Ich bin nur froh und dankbar, dass wir uns gut verstehen und jeder auf den anderen Rücksicht nimmt.

    Meine Schwestern und Freundinnen wissen das und sind inzwischen gewohnt, dass ich nicht immer gleich antworte, oder auch mal ne Woche "untertauche". Ja, Spaziergänge und überhaupt in der Natur zu sein hilft auch mir sehr! ..und manchmal schau ich auch hier rein und sehe, dass ich mit alldem nicht die einzige bin..

    Alles Gute dir!
    lg, Empnet
    Geändert von Empnet (09.06.2020 um 18:25 Uhr)
    Der Herr ist mein Hirte <3

  5. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Empnet für den sinnvollen Beitrag:

    Dori 2020 (21.06.2020),Guelay (15.06.2020),monkey (10.06.2020)

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