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Thema: Das Gesetz der Anziehung II

  1. #17
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    Liebe Sabine,

    ja Du bist richtig und Du findest mich an Deiner Seite. Wir lassen unsere Wut heraus und recken die Faust gegen Gott wenn er allzu rücksichtslos gegen uns wütet. Das hat schon Hiob getan. Was bist du denn ohne mich, schleudere ich Gott entgegen, nichts weiter als ein unbewusster und deswegen wütender Dämon. Genau das sind meine Erfahrungen. Leider kann ich hier meine Träume nicht erzählen, die wären sehr aufschlussreich.

    Mit unserer Meinung stehen wir nicht allein, ich zitiere aus dem cherubinischen Wandersmann von Angelius Silesius:

    "Gott lebt nicht ohne mich. Ich weiß, dass ohne mich Gott nicht ein Nu kann leben; werd ich zunicht, er muss von Not den Geist aufgeben".

    Ha, ha.

    Der Mensch hat das Recht auf einen Nachsatz, auch gegenüber dem göttlichen Ratschluss. Wo wäre denn sonst unsere Freiheit, die uns von der Milchkuh unterscheidet? Nur muss man auch wissen, dass "Er" der Stärkere ist und seit Anbeginn bereits sein Gesetz über uns aufgehängt hat.

    Tatsache ist, dass der von Jung entdeckte Individuationsprozess im Menschen wirksam ist. Dieser Naturvorgang hat zum Ziel sich ganzheitlich zu verwirklichen, Inwieweit der finale Sinn erreicht wird ist eine andere Frage. Darüber wird heftigst diskutiert.

    Auch muss die Frage gestellt werden, wie weit hat es der Mensch gebracht mit seinem Eigenwillen? Der Blick auf die Welt gibt die Antwort.

    So schwer das alles ist, die inneren Vorgänge deuten für mich die Lösung der Sinnfrage an, ich wüsste nichts besseres. Letzte Fragen kann niemand beantworten.


    kämpferische Grüße von

    Jochen

  2. #18
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    Hallo Jochen,

    Mit dem alten Testament hatte ich es noch nie....zur Zeit, in der die Bibel für mich interessant war, war es immer nur das neue Testament und seit Jahrzehnten eigentlich nur noch Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.
    In meinem jetzigen Gedankenmodell stellen sich die Sachen anders für mich dar. Ich sehe mich nicht in einem Clinch mit Gott....ich sehe mich in Auseinandersetzung mit meinem Unbewussten und meinem Überich und dem Allgemeinen Unbewussten.
    Gott ist für mich das Vereinte ...in jedem und in allem und in Gut und in Böse....ich übe mich darin, Begegnungen ganzheitlich zu betrachten, nicht isoliert in du und ich , sondern du spiegelst mir ein Teil von mir und ich spiegele dir ein Teil von dir.....sehr spannend.

    Und eine Begebenheit gestern...ich komme von einer Besorgung und denke noch, wer wird mir jetzt wieder im Haus begegnen ....stehe vor unserer Hauseingangstür und komme nicht herein, weil von innen ein Handwerker fummelt....ich konnte ja schlecht aufschließen und ihm die Tür vor den Kopf knallen, also habe ich geklopft und ganz widerwillig öffnete dieser Handwerker die Tür, stellte sich selber völlig ungeschickt in den Weg und auf dem Fußboden war auch noch seine Werkzeugkiste, die er auch nicht aus dem Weg nahm.....das Ende vom Lied....ich musste einen riesen Schritt machen, nicht leicht für mich mit meiner eingeschränkten Beweglichkeit und bin trotzdem noch auf seinem Deckel gekommen...es war für mich nicht ersichtlich, dass unter dem Schaumstoff noch ein dünner Blechdeckel verborgen war...und der war nu verbogen.
    Da standen wir beide und wussten nicht recht, wie umgehen damit....er hat dann auf mein Anraten versucht den Deckel auszubeulen und das ging nur bedingt und ich meinte ...na geht doch zu ...und er meinte....aber das hält jetzt seine Schrauben nicht mehr ordentlich sortiert....ich habe ihm dann meinen Namen gesagt und bin gegangen.

    Ich hoffe, dass da kein großer Stress hinterher kommt....aber ansonsten ist das doch ein super Bild für die Themen , mit denen wir uns gerade herumschlagen....ich könnt mich schon wieder wegschmeißen.

    Ansonsten habe ich gerade konkret die hilflosen, unbewusst rachsüchtigen Mütter am Wickel, die ihre meist unbewussten Wut- und Hassgefühle oft an ihren Kindern...Jungs und Mädchen ablassen......gar kein leichtes Thema.
    Ich musste da an deine Infos zu Mutter Theresa denken.

    Also erlebe ich momentan diese Wut- und Hassgefühle und entwickele dabei Mitgefühl dafür....das ist wirklich anstrengend und es kann auch noch ein bisschen dauern bis dieser Prozess beendet ist.

    Gruß Sabine
    Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann ***

  3. #19
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    Hallo Sabine,

    wir sind einer Meinung, denn auch ich habe es nicht so mit dem alten Testament, in dem der alte Jahwe den Menschen sein Gesetz aufzwang und ihn dann mißtrauisch beäugte hinsichtlich Gesetzestreue. Jahwe hatte immer ein offenes Ohr für Einflüsterungen seines Sohne Lucifer, was auf innere Instabilität Jahwes hindeutet.

    Wie dem auch sei, die Auseinandersetzung mit dem Menschen veranlasste Jahwe selbst nachzuschauen, wie es auf der Erde zuging. Er schickte seinen Sohn Christus in die Niederungen der existenziellen Wirklichkeit, um dort Erfahrungen zu machen. Christus starb am Kreuz der Gegensätze. Im Schrei am Kreuz, Gott mein Gott, warum hast du mich verlassen, gab Jesus die Antwort auf Hiob. In diesem Schrei kommt all die Qual zum Ausdruck, welcher der Mensch in der existenziellen Zerrissenheit und damit der Gottesferne ausgesetzt ist, denn der Preis des Lebens ist die Spaltung. Die Bewusstwerdung und Überwindung der Gegensätze durch Anerkennung, ist die neue Ethik, welche über das alte und neue Testament hinausgeht. Diese neue Ethik ist das wirklich neue Testament, welches zur Verwirklichung drängt, was Aufgabe des modernen Menschen im Wassermann-Zeitalter ist, denn die stummen Fische haben ausgedient.

    Da trafen sich zwei Fische im Meer und diskutierten darüber ob es das Wasser gibt. Wir Menschen sollten klüger sein und Gott nicht als Objekt des Glaubens bezeichnen.

    Spätestens am Beginn der zweiten Lebenshälfte wird sich der Mensch seiner Gegensatznatur gewahr, denn der "Rest" der Welt meldet sich zu Wort, was sich im Bestreben nach Vervollständigung bemerkbar macht. Diesen Naturvorgang erlebt der Mensch als wäre er im Clinch mit Gott. Wir sind aber zum großen Teil Schlachtfeld der Ereignisse an deren Ergebnis wir Anteilnahme haben, welche sich als Erlösung darbietet. Christus hat als erster aufgezeigt welche Aufgabe dem Menschen im Erlösungswerk zugedacht ist. Das ist der Gottesdienst zu dem viele Menschen aufgerufen sind. Gottesdienst bedeutet nicht am Sonntag in die Kirche zu gehen und Symbole nachzuäffen, deren Sinn sowieso keiner versteht. Wer meinen Leib ißt und mein Blut trinkt, der ist in mir und ich in ihm. In der Nachfolge Christi wird diese Wechselwirkung spürbar und verleiht dem Menschen Kraft am Leben festzuhalten, denn er hat den Sinn im Leiden erfahren. Die Vermittlung eines solchen Sinn-Verständnisses ist Aufgabe der Seelsorger. Ich musste feststellen, dass letztere an ihrer eigenen Sinnlosigleit gescheitert sind. Auch kenne ich viele Katholiken, die an der Sinnfrage gescheitert sind. Wie könnte es anders sein, wenn der Hirt der Herde selbst sich in der Dunkelheit fürchtet.

    Gottesdienst ist nicht zuletzt in tätiger Nächstenliebe zu finden. Viele, viele Menschen brauchen liebevolle Hilfe und Beistand auf ihrem Lebensweg. Diejenigen die zur Hilfe befähigt sind, sind hier aufgerufen, was im Umgang mit unbewusst-rachsüchtigen Müttern, wirklich anstrengend und bestimmt nicht immer einfach ist, denn es gilt einen Weg zu finden zwischen subjektiven Befinden und objektiven Handeln.

    Abschließend ein Zitat (auszugsweise) von Jung:

    "die Liebe erträgt alles und duldet alles. Wir sind nämlich im tiefsten Verstande die Opfer oder die Mittel und Instrumente der kosmogonen Liebe"

    Jung wollte darauf hinweisen, dass der Mensch als Teil das Ganze nicht begreift, sondern unterlegen ist. Der Mensch kann ja sagen oder sich empören; immer aber ist er darin gefangen. Die Liebe ist Licht und Finsterniss, was Mutter Teresa leidvoll erfahren hat. Sie hatte den Mut darüber zu sprechen und Zeugniss zu geben. Mutter Teresa war in ihrer Erkenntnis Gott näher als der Papst mit all seinem Anhang. Ich hätte sie heilig gesprochen.

    Entschuldige den langen Brief, er kommt aus dem Herzen.


    viel Grüße

    Jochen

  4. #20
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    Hallo Jochen,
    ich freue mich doch immer von dir zu hören, mit wem sollte ich mich auch sonst darüber unterhalten.....die meisten wissen nicht oder wollen nicht wissen, worüber ich rede. Außerdem finde ich es immer informativ....und wir suchen doch gerade ein neues Verständnis.
    Weißt du eigentlich auch etwas über Drachen....sie kommen in allen Mythologien vor und seit Jahren beschäftigt mich, wofür sie denn eigentlich stehen.

    Liebe Grüße Sabine
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  5. #21
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    Hallo Sabine,

    mit der Drachensymbolik kann man sich wirklich sehr lange beschäftigen und Buchseiten füllen. Diese zieht sich wie ein roter Faden durch Jungs Werke, wobei die alchemistische Symbolik ausschlaggebend ist. Deswegen versuche ich nur eine kurze Antwort.

    Der Drache symbolisiert die uranfängliche Einheit, die prima materia, auch und vor allem Mercurius genannt. Er enthält alle Gegensätze und ist eine Peronifikation der Instinkseele, welche die Möglichkeit zur Wandlung in sich enthält.

    In diesem Zusammenhang wird oft auf den Ourobous hingewiesen, der sich selber schwängert und gebiert, im Sinne von Sublimierung. So steht der Mercurius am Anfang und Ende des Werkes, welcher als Drache sich selbst verschlingt und daraufhin stirbt und als Lapis wieder aufersteht.

    Dazu ein alchemistisches Zitat:

    "Dieses Magisterium geht zunächst aus einer Wurzel hervor, (Gott in seiner unbewussten Natur) um dann in vielerlei (die Entfaltung der Schöpfung) sich auszubreiten um wiederum zu einem (die bewusstgewordene Gottheit) zurückzukehren" Es dürfte klar sein, dass die Klammern meine Einlasungen sind.

    Lassen wir es an dieser Stelle mit der Drachensymbolik gut sein. Ich verweise auf Jungs Werke, da ist das alles viel besser beschrieben.

    Im Prozess der Psychotherapie bedeutet die Tötung des Drachen, welche in der Alchemie als mortificatio beschrieben wird, die Erkenntnis der eigenen primitiven, infantilen Charaktereigenschaften, welche ebenfalls der mortificatio unterzogen werden müssen, was ein schmerzlicher Prozess ist und mit der Suche nach einem neuen Verständnis zu vergleichen ist.

    Individuell ist der Weg und die Umstände zu diesem neuen Verständnis von großem Interesse, insoweit das in einem Forum möglich ist.


    herzliche Grüße

    Jochen

  6. #22
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    und wenn ich es Dir genau sagen soll Sabine, wir Menschen sind völlig unfähig den Lapis auch nur annähernd zu entwickeln. Unter unserer dünnen Persona lauert nach wie vor der primitive Urmensch, der alles verschlingende Drache.

    Unsere geistige Entwicklung ist gegenüber unserer intellektuellen Entwicklung weit zurückgeblieben. Wir bauen Atomraketen, wissen aber nicht warum wir das tun, das ist unser Dilemma. Auch ich habe das Gefühl versagt zu haben.

    Manchmal wünschte ich, jemand würde die Erde in die Sonne werfen, dann hat der Spuk ein Ende.

  7. #23
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    Ach Mensch Jochen...nicht so pessimistisch....wir sind schon gar nicht so schlecht.
    Ja das mit den Drachen geht schon in die Richtung, die ich dachte.....

    Gruß Sabine
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  8. #24
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    Hey Sabine,

    eine sehr gesunde Einstellung gefällt mir wirklich und dass das mit deinem Unterbewusstsein zu tun auch sehr richtig.

    Räum auf und mach weiter.

    Und du hast Recht wenn du siehst dass die Krankheit mit deinem Unterbewussten zu tun und dazu möchte ich sagen es ist viel Gespeichertes in deinem Unterbewusstsein was über Jahre verdrängt dorthin verschoben wurde.

    Die meisten Menschen schaffen es leider nicht zu dieser Erkenntnis zu gelangen dass die Krankheit eine Ursache in sich selbst hat und wollen eine schnelle Lösung.

    Die zufriedenstellendere Lösung ist der längere Weg der Weg zu seinem Ganzen Ich.

    Wirklich mach weiter so.

    Du hast es richtig erkannt.

    LG

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