Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Das Kind in mir braucht Liebe ...

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    30.06.2020
    Beiträge
    2
    Danke
    1
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Das Kind in mir braucht Liebe ...

    Hallo liebe Forengemeinschaft

    Ich wende mich an euch, da ich gerade eine ziemliche Krise habe und leider alleine nicht mehr weiter weiß. Außerdem wiederholt sich diese Krise fast monatlich...

    Einige Eckpunkte von mir:
    Weiblich, 36, in 7jähriger glücklicher Beziehung
    • Mit 27 war ich das erste mal in stationärer Psychotherapie, weil ich nach einer Trennung "zusammengebrochen" bin. Zu der Zeit war mir noch nicht bewusst, was mein Problem war. Diagnostiziert wurde eine mittelschwere depressive Phase.
    • Seither war ich direkt im Anschluss daran und noch einmal drei Jahre später in einer teilstationären Behandlung. Außerdem habe ich die Verhaltenstherapie quasi ambulant "durchgespielt" - komme im Alltag gut klar, bin reflektiert und weiß mir zu helfen.
    • Ich erhalte die selbe Medikation, die mir damals verschrieben wurde. Antidepressiva und ein Antiepileptikum zur Stabilisierung.
    • Bis heute habe ich im Laufe der Zeit SELBST festgestellt, dass meine Depressionen zurückgehen auf meine Erziehung. Keine Liebesbekundung durch die Eltern, keine körperliche Wärme, stattdessen Schläge und Demütigungen.


    Und so steh ich heute hier.
    Ich bin derzeit auf der bisher dritten Warteliste auf einen Platz bei einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie. Die ersten beiden Therapeuten gaben Ihre Praxen jeweils während meiner Wartezeit einmal nach einem Jahr und die nächste nach einem halten Jahr auf.

    Die Auswirkungen sind
    • Sobald ein Mann nett zu mir war, war ich unsterblich in ihn verliebt. Das hatte selbstzerstörerische Folgen, da ich dann auch mit Männern zusammen war, die überhaupt nicht zu mir passten. Nicht mit ihren Hobbies, ihren Vorstellungen des Lebens, ihrer Selbstständigkeit, etc. Ich habe mich immer aufgeopfert für Männer und deren Liebe.
    • Eine sehr laute innere Kritikerin. Sie ist erst etwas verstummt, seit ich im letzten Jahr Multiple Sklerose diagnostiziert bekam und ich mir seitdem Auszeiten nehmen MUSS und mir die zum Glück auch zugestehe.
    • Konflikte auf der Arbeit. Ich versuche immer alles 110%ig zu erledigen, arbeite schnell, finde Fehler und mache Lösungsvorschläge. Mein Chef findet das alles ganz toll. Mit meinen Kollegen komme ich immer wieder in kritische Situationen. Mit Kritik kann ich ganz schlecht umgehen, da das für mich immer bedeutet, dass "sie mich nicht mögen". Ich leide dann unter Ängsten davor zur Arbeit zu gehen und werde richtig körperlich krank davon.
    • Konflikte in der Beziehung. Die fehlende körperliche Nähe zu meinen Eltern hat mir anscheinend ein gesundes Selbstempfinden verwirkt. Sex war bis heute immer nur ein Werkzeug, um zu kriegen was ich wollte. Ich setze es ein um Männer zu bekommen und zu halten. Mittlerweile - da mir das bewusst ist - erarbeite ich mir selbst etwas Körperempfinden über die Selbstbefriedigung und die Beschäftigung mit meinem Körper.
      Für meinen Freund, der das sehr früh bemerkt und mich bat, ihm keine Dinge mehr vorzuspielen, bedeutete das aber jahrelangen Verzicht auf Sex, keine Körperlichkeit wie kuscheln oder knutschen und der Umgang mit mir und meinen Launen in all den anderen Punkten.
    • Essenzielle Probleme - meinen Lebenslauf betreffend. Mein Mann wollte mich nicht heiraten und keine Kinder zeugen, so lange ich noch nicht gesünder bin. Ich bin jetzt 36 und werde langsam zu alt für Kinder in meiner Auffassung. Das heißt, ich werde wohl nie Kinder haben - diese Vorstellung belastet mich sehr.


    Zu meinem aktuellen Problem:
    Ich habe akzeptiert, dass ich auf die Therapie warten muss. Anscheinend gibt es keine Klinik, die mich in der tiefenpsychologischen Therapie weiter bringt. Ich könnte wohl in eine "normale" Klinik... aber dann müsste ich wieder mit anderen Menschen auf ein Zimmer und ... ich kenne das alles doch schon
    Mein Freund ist wohl das beste, was mir passieren konnte. Er ist mein bester Freund. Er ist immer für mich da. Er unterstützt mich bei meiner Krankheit so gut es geht.
    Trotzdem suche ich mir Liebe und Aufmerksamkeit. Lerne online Männer kennen, die ich mag und die mich mögen. Mit denen mich im normalen Leben mindestens eine Freundschaft verbinden würde und wahrscheinlich mehr. Ich bin innerhalb kürzester Zeit (jetzt zum Beispiel eine Woche) abhängig von dieser Aufmerksamkeit und komme dann nicht damit klar, dass das Interesse nach 1-2 Wochen auf der anderen Seite abflacht und dort dann nicht mehr Zeit ist, um jede freie Sekunde mit mir zu schreiben. Für mich kommt das einer Ablehnung gleich und schmerzt immer massiv.
    Ich weiß, dass das nicht nett ist gegenüber meinem Lebensgefährten, mit dem ich mein restliches Leben verbringen will. Wenn ich darauf verzichte, krieche ich aber in meinem Leben dahin von Arbeitstag zu Arbeitstag und versuche zu überleben, bis ich endlich eine Therapie erhalte. Der Kontakt mit anderen Männern und die Einbildung, dass ich ihnen was bedeute, macht mich glücklich. Jetzt meldet sich dieser aktuelle Mann nur noch sporadisch, weil er halt auch arbeiten muss. Außerdem weiß er, dass ich vergeben bin und hat selbst auch eine langjährige Beziehung, mit der er allerdings auch in einer Sackgasse steckt. Ich weiß, dass es vermessen ist zu glauben, dass er dann noch mehr in unsere "Beziehung" investieren würde... aber ich komme damit nicht klar, dass sich auf einmal nach ein paar Tagen etwas ändert. Seine Aussage vor ein paar Tagen war, dass ich eine Traumfrau sei und er ohne seine Freundin starkes Interesse an einer richtigen Beziehung mit mir hegen würde. Ich habe ihm widersprochen, da er mich nur aus dieser Echokammer kannte, in der ich mich äußerst wohl fühlte und mich von meiner besten Seite zeigen könnte. (Ich habe kein Ziel in dieser "Beziehung". Ich weiß, dass der Punkt kommt, an dem wir uns nicht mehr schreiben. Aber ich genieße es, für die Person wichtig zu sein.)
    Und jetzt schmerzt es mir jede Minute so sehr... ich habe richtiggehend Liebeskummer!
    Eine Flirterei zuvor habe ich verjagt, weil ich zu sehr geklammert und vereinnahmt habe.

    Mein Partner weiß von dem Problem. Natürlich weiß er nichts von den anderen Männern. Diese gefährden seine Stelle in meinem Leben aber nicht. Im Gegenteil - sie bereichern sie, weil ich fröhlicher bin, liebenswürdiger, mehr Lust auf Sex habe, etc. Fest steht, dass ich ihn NICHT VERLASSEN WÜRDE, da er soviel für mich tut und aufopfert.

    Ich weiß, dass es nicht richtig und total dumm ist. Ich entkomme diesen Ängsten und Bedürfnissen aber glaube ich nicht bis zu einer Therapie.

    • Kann mir hier jemand bitte einen Tipp zur Selbsthilfe geben?
    • Gibt es Kliniken in diese Richtungen?
    • Gibt es Bücher oder sonstige Hilfen, die ich heranziehen könnte?
    • Habt ihr sonstige Ideen?


    Ich bin sehr verzweifelt und mir geht es wirklich schlecht.

    Liebe Grüße
    Samoni

  2. #2
    Schreibkraft
    Registriert seit
    17.03.2012
    Beiträge
    139
    Danke
    29
    33 mal in 26 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Samoni,

    google mal das Stichwort "Liebessucht" - das fällt mir beim Lesen ein...
    Obwohl du mit deinem Freund glücklich bist, ist da wie eine Sucht nach mehr Liebe/Zuneigung/Aufmerksamkeit...

    Es ist wie ein Fass ohne Boden. Kann nie gestillt werden und ist nur eine Ersatzbefriedigung, die immer nur einen kurzweiligen Kick gibt.
    Dein Inneres Kind braucht Liebe. Aber nicht von außen- diese Zeit, in der es darum ging (Liebe von den Eltern) ist quasi vorbei und abgelaufen... dein Inneres Kind bräuchte jetzt ganz dringend Liebe von dir...
    Das heißt....kümmern...trauern... auch einfach vielleicht dir selbst ganz bewusst gut tun...ein schönes Bad, tanzen gehen, wandern in der Natur...gerne natürlich auch mit lieben Menschen die dir gut tun.
    Vielleicht hilft dir auch entsprechende Literatur in der Wartezeit.
    Das Kind in dir muss Heimat finden ist zB ein guter Buchtitel.

    GLG
    lavida

  3. #3
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    30.06.2020
    Beiträge
    2
    Danke
    1
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo lavida,

    vielen Dank für deine Antwort.
    Die Idee, dass ich die Einzige bin, die mir diese Liebe geben kann nach der ich so suche, hatte ich auch schon. Deshalb ja auch jetzt bewusst das Auseinandersetzen mit meinem Körper ... was mal ein großer Fortschritt ist im Gegensatz zu vorher.
    Ich kann mich nicht lieben. Meine Hürde in der Psychotherapie war immer, mir selbst diesen Brief zu schreiben, in dem drin steht, wofür ich mich mag ...
    "Das Kind in dir muss Heimat finden" habe ich hier als Arbeitsbuch... da muss ich dann wohl weiter machen...
    Das mit der "Liebessucht" ist ein neuer Punkt, dem ich mal nachgehen kann.

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Samoni

Ähnliche Themen

  1. Trennung- Liebe- Kind- Haus- Chaos
    Von 8883rose im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 12.06.2019, 08:54
  2. @Männer --> "Ich liebe dich - auch mit Kind!"???
    Von Fentanyl im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 02.11.2015, 21:34
  3. Liebe, Freundshaft und ein Kind
    Von Peterle99 im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 02.05.2014, 10:28

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •