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Thema: Derealisation

  1. #1
    Neuling
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    Standard Derealisation

    Hallo,

    mein größtes Problem liegt in meiner Wahrnehmung. Es ist zirka zwei bis drei Jahre her, als ich zum ersten Mal registrierte, dass ich meine Umgebung irgendwie nur noch trüb und traumähnlich wahr nahm. Ich bekam zwar alles um mich herum mit, konnte (relativ) klare Gedanken fassen, aber alles wirkte ziemlich irreal - fast wie in einem Film. Am Anfang bekam ich Panik und hatte Angst, dass dies mit einer körperlichen Krankheit zusammenhängen könnte, ließ mich beim Arzt komplett durchchecken und alles war in Ordnung... Erst als ich mit einigen meiner Freunde Gespräche führte und mir zwei von ihnen ähnliche Symptome aufwiesen, wurde mir klar, dass es etwas Psychisches ist...

    Ich begann mich selbst zu analysieren und kam zu dem Schluss, dass es daran liegt, dass ich mir ununterbrochen den Kopf über irgendwelche Dinge zerbreche. Ich kann die Welt um mich herum nicht verstehen. Die meisten Vorgänge, die auf den ersten Blick selbstverständlich scheinen, wirken auf mich unnatürlich und schädlich- kurz zusammengefasst: ich empfinde das System, in dem wir leben als ungerecht und teilweise wirklich unerträglich. Dieses Empfinden wurde in der Schule täglich verstärkt. Lehrer, die meinten, mir sagen zu können, was richtig und falsch wäre - die meinten, meine Meinung abwürgen zu können, wenn sie ihnen nicht gepasst hat. In der zwölften Klasse schwänzte ich oft den Unterricht (teils parallel mit Freunden), was mir für das letzte Schuljahr eine Attestpflicht einbrachte. Auch das kotzte mich an - es kann auch andere Gründe haben, warum jemand es nicht in die Schule schafft als nur keine Lust haben... Eine Attestpflicht ist in so einem Fall kontraproduktiv... Naja, ich brachte die 13 dann hinter mich, auch dort mit einigen Fehlstunden (Attestpflicht macht kreativ ) und schloss das Abitur mit 2,8 ab.

    Mittlerweile fand ich auch eine Partnerin, mit der ich immer noch zusammen bin. Das war im Sommer 2010, der einen Höhepunkt meines Lebens ist. Ich fühlte mich wohl, war viel unterwegs, schlief wenig. Es fühlte sich einfach alles toll an. In dieser Zeit führte ich mit meinen Freunden viele philosophische Diskussionen, wir organisierten Demonstrationen für eine gerechteres Bildungssystem, gingen gemeinsam gegen Nazis auf die Straße. Es baute sich endlich ein Teilbereich des Lebens auf, in dem es mir möglich war, der ganzen Alltags******* zu entfliehen und mich selbst zu entfalten...
    Nach dem Sommer flachte dieser positive Aktivismus leider ab und meine Wahrnehmung hat sich wieder verschlechtert...

    Mein damaliger bester Freund, der in diesem Sommer immer und überall dabei war und mit dem ich über alles reden konnte, kapselte sich in eine subkulturelle Parallelrealität ab und zeigte wenig bis kein Interesse mehr an seinem bisherigen Freundeskreis... Ab und zu sehe ich ihn noch und es macht mich ziemlich fertig, wenn ich an diese Zeit zurück denke und es mit dem Status Quo vergleiche...

    Hinzu kommt, dass meine Freundin unter Depressionen leidet und ziemliche Probleme in ihrer Familie hat. Ich will sie dabei unterstützen, was teilweise schwer ist, wenn ich selbst nicht ganz klar im Kopf bin. Das eckt häufig an und wir bekamen öfter Streit. Seit einiger Zeit nimmt sie Antidepressiva und ihre Gesamtlage hat sich zum Glück verbessert. Zuvor war es ziemlich auswegslos und ich sah nichts, was ich wirklich tun kann, um ihr zu helfen...

    Vor einigen Wochen hatte ich auf Anraten meiner Freundin eine Probesitzung bei einem Psychotherapeutin. Es war eigentlich ziemlich positiv, danach fühlte ich mich wohl. Hauptthematik war überraschenderweise mein oben genannter Freund. Auch der Therapeut nannte den Begriff "Derealisation" und fragte mich, ob ich Cannabis konsumiere. Dies bejahte ich, allerdings bestanden die Wahrnehmungsprobleme schon, bevor ich meinen ersten Joint geraucht hatte... Er vermutete bei mir eine leichte depressive Störung, würde aber gerne weitere Sitzungen abwarten, sofern mir es passen würde.

    Auch wenn es mir danach besser ging, schaffe ich es irgendwie nicht mehr, mich wirklich zu motivieren, einen weiteren Termin bei ihm auszumachen. Ich weiß einfach nicht, inwiefern er mir helfen kann. Die ganzen Dinge, die mich in der Gesellschaft fertig machen, ändern das ja nicht. Ich glaube ja, dass ich es selbst irgendwie schaffen muss, diesen positiven Aktivismus vom letzten Sommer zurück zu gewinnen...

    Danke für's Lesen.
    eldorado

  2. #2
    Silent Voice
    Gast

    Standard Du kannst die Dinge nicht ändern...

    ... Du kannst nur Dich selber ändern.

    Das ist nicht von mir und damit ist auch nicht gemeint, dass wir im Leben nicht aktiv werden sollen, wenn wir feststellen, das etwas in Schieflage ist.

    Damit ist eher gemeint, das wir gewisse Umstände (wir können es z.B. "die Gesellschaft" oder "im Berufsleben" oder "Schule" nennen) vorfinden, mit denen wir nicht konform sind. Das stört die jeweiligen Umstände aber wenig, es ist an uns, zu schauen, wie flexibel wir daruf reagieren können.

    Es passiert immer wieder, in der Schule, im Beruf oder sonst irgendwo, dass wir uns in einer Situation wiederfinden, die uns nicht gefällt. Wir haben dann die Wahl, zu ergünden, wie viel davon wir für eine begrenzte Zeit ertragen können... oder wir verweigern uns und nehmen die Kosequenzen.

    Du hast Dich z.B. der Schule verweigert, das System "Schule" antwortet darauf mit Zwangsmaßnahmen, hier der Zwang zur Vorlage eines Attestes. Mal erhrlich, überrascht Dich das? Hast Du das nicht kommen sehen?

    Du hast jetzt ein Abi so um die Note 3, hättest aber vllt. locker eine 2 oder besser haben können...

    Was bedeutet das für Dich? Nun, zu bestimmten Bildungsgängen hast Du nun erschwerten oder gar keinen Zutritt mehr. Das ist für die Schule nicht so wichtig wie für Dich...

    Warum es wichtig ist für Dich? Wenn Du etwas verändern willst, musst Du Dich informieren, bilden und ausbilden lassen. Du musst Die innerhalb gewisser Systeme (hier die Gesellschaft) erst einmal einen gewissen Status erarbeiten, damit Dein Wort "Gewicht" hat - wenn man es so sagen will, kann man auch von "Infiltration" (der Gesellschaft) sprechen.

    Erst wenn Du Dir innerhalb bestimmter Systeme eine Position erarbeitet hast, kannst Du etwas bewegen - oder Du stehst mit 40 noch auf der Straße und demonstrierst. Das ist auch wichtig und richtig - aber viel effizienter ist es, den Entscheidungs-Hebel selber bedienen zu können, z.B. durch politisches Engagement...

    Du bekommst aber nur dann Zugang dazu, wenn Du... (siehe oben!)

    Aus meiner Sicht hast Du kein Problem mit der Realität - Du hast nur Deinen Weg noch nicht gefunden und hast Dir im Leben bislang noch kein Ziel gesetzt...

    Überlege für Dich, was Du Dir im Leben wünscht und versuche, das umzusetzten. "Hindernisse" in Form von unliebsamen Umständen kannst Du viel leichter überwinden, wenn Du weißt, wofür Du Dir das gibst...

    Einen Lehrer, von dem Du Dich bevormundet fühlst, den kannst Du einfach "liegen lassen" nach dem Motto: "Rede Du nur, ich werde Dir nicht wiedersprechen, weil ich Dir keine Bedeutung für meinen Werdegang beimesse. Ich nehme Dich als kleines Hindernis, das ich locker überwinde... weil ich ein größeres Ziel in meinem Leben habe!"

    Auch zu Deiner Freundin möchte ich etwas sagen: Du kannst ihr im Moment nicht helfen - sie gehört mit ihren Depressionen in professionelle Hände. Du bist selber im Moment in Deinem Leben noch nicht gefestigt genug, um ihr eine Stütze zu sein - Du musst Dich zunächst erst mal um Dich selber kümmern, genau wie sie...

    Sonst ist es so, als würden zwei Nichtschwimmer versuchen, sich gegenseitig vor dem Ertrinken zu bewahren... keine gute Idee!

    Du hast nun die Wahl: Entweder du begibst Dich (wie Dein Freund es getan hat) in eine "Parallelwelt" und erklärst allem und jedem eine Absage.

    Das stört jedoch die Gesellschaft nicht weiter und es bringt Dich um die Chance, Dein Leben sinnvoll einzubringen (in die Gesellschaft) und vor allem wirst Du nie erfahren, wie es ist, etwas wirklich (!) zu bewegen...

    Das Leben ist voller Möglichkeiten, ich hoffe, Du findest Die, die gut ist für Dich...

    LG
    Silent Voice

  3. #3
    Neuling
    Themenstarter

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    Standard

    Danke für deine Antwort, Silent Voice!

    Zitat Zitat von Silent Voice Beitrag anzeigen
    Damit ist eher gemeint, das wir gewisse Umstände (wir können es z.B. "die Gesellschaft" oder "im Berufsleben" oder "Schule" nennen) vorfinden, mit denen wir nicht konform sind. Das stört die jeweiligen Umstände aber wenig, es ist an uns, zu schauen, wie flexibel wir daruf reagieren können.

    Es passiert immer wieder, in der Schule, im Beruf oder sonst irgendwo, dass wir uns in einer Situation wiederfinden, die uns nicht gefällt. Wir haben dann die Wahl, zu ergünden, wie viel davon wir für eine begrenzte Zeit ertragen können... oder wir verweigern uns und nehmen die Kosequenzen.
    Das habe ich auch gemerkt. Den "Umständen" sind die Menschen relativ egal, die mit ihnen nicht zufrieden sind. Anstatt sich zu verbessern, prügeln sie eher noch bildlich auf jene ein, die unter ihnen leiden. Die Schule hat mich fertig gemacht, aber mir war klar, dass ich sie bis zum Abitur ertragen wollte. Ich wollte unbedingt im Anschluss an die Schule studieren gehen. Da ich allerdings keine Kraft und Motivation hatte, mich den Anforderungen anzupassen, habe ich es mit dem wenigst möglichen Aufwand hinter mich gebracht.

    Zitat Zitat von Silent Voice Beitrag anzeigen
    Du hast Dich z.B. der Schule verweigert, das System "Schule" antwortet darauf mit Zwangsmaßnahmen, hier der Zwang zur Vorlage eines Attestes. Mal erhrlich, überrascht Dich das? Hast Du das nicht kommen sehen?

    Du hast jetzt ein Abi so um die Note 3, hättest aber vllt. locker eine 2 oder besser haben können...

    Was bedeutet das für Dich? Nun, zu bestimmten Bildungsgängen hast Du nun erschwerten oder gar keinen Zutritt mehr. Das ist für die Schule nicht so wichtig wie für Dich...
    Hm... gewissermaßen habe ich mich der Schule wirklich verweigert. Allerdings habe ich damit ja niemandem geschadet (außer natürlich mir selbst aus Sicht der Schule). Dass auf diese Verweigerung repressiv reagiert wird, habe ich mir denken können - fertig gemacht hat mich in diesem Fall nur die Ungleichbehandlung, dass andere Leute mit mehr Fehlstunden (aber deutlich unkritischer Lehrern und Schule gegenüber) keine Probleme bekamen. (Nicht falsch verstehen, ich wollte nicht, dass diese Menschen auch Attestpflicht bekommen, sondern eher dass ich genauso wie sie behandelt werde!)
    Mit meinem Abiturschnitt bin ich im Großen und Ganzen zufrieden. Ich weiß, dass ich bessere Noten hätte haben können, bin mir der geringen Aussagekräftigkeit selbiger aber bewusst. Dass ich so gut wie nichts für die Prüfungen getan habe und dennoch relativ gut abgeschlossen haben, bestätigt mich eher in meiner Einstellung.

    Klar, du hast recht, einige Dinge, die mich interessiert hätten und die ich ursprünglich favorisiert habe, bleiben mir jetzt dummerweise verwährt. Aber trotzdem habe ich einen Studiengang gefunden, der mich sehr interessiert und auf den ich mich auch freue (bin gerade in der ersten Uni-Woche). Wenn ich das aufwiege, war es mir das wert. Ich habe auch unzählige schöne Erinnerungen an die Schulzeit, wie ich mit meinen besten Freunden den Lehrern das Leben schwer gemacht habe - das war besonders bei den Diktatoren unter ihnen auch manchmal eine Genugtuung.


    Zitat Zitat von Silent Voice Beitrag anzeigen
    Warum es wichtig ist für Dich? Wenn Du etwas verändern willst, musst Du Dich informieren, bilden und ausbilden lassen. Du musst Die innerhalb gewisser Systeme (hier die Gesellschaft) erst einmal einen gewissen Status erarbeiten, damit Dein Wort "Gewicht" hat - wenn man es so sagen will, kann man auch von "Infiltration" (der Gesellschaft) sprechen.
    Du hast recht und gerade das finde ich ziemlich traurig. Dass ich mir erstmal auf opportunistische Weise eine Reputation erarbeiten muss, damit man mir zuhört und mich ernst nimmt, zeugt von der Oberflächligkeit vieler Menschen. Wenn mir gegenüber ein Mensch logisch und nachvollziehbar argumentiert, höre ich ihm zu - völlig egal ob er Akademiker ist oder keinen Schulabschluss hat.
    Ich möchte mich auf jeden Fall bilden und ausbilden lassen! Es macht mir unheimlich Spaß, neue Dinge zu lernen (sofern ich mich für die Thematik interessiere) und Vorgänge zu verstehen, die ich schon lange hinterfragt habe. Es ist nur frustrierend, wenn man in der Schule die Zeit verschwendet, während man durch Eigeninitiative sich mehr Bildung aneignen könnte. Gerade deswegen habe und werde ich mich ja für ein besseres Bildungssystem eingesetzt.

    Zitat Zitat von Silent Voice Beitrag anzeigen
    Erst wenn Du Dir innerhalb bestimmter Systeme eine Position erarbeitet hast, kannst Du etwas bewegen - oder Du stehst mit 40 noch auf der Straße und demonstrierst. Das ist auch wichtig und richtig - aber viel effizienter ist es, den Entscheidungs-Hebel selber bedienen zu können, z.B. durch politisches Engagement...

    Du bekommst aber nur dann Zugang dazu, wenn Du... (siehe oben!)
    Damit hast du recht. In dem von mir beschriebenen Sommer fühlte ich mich auch so, als könnte ich (natürlich nicht ich alleine, sondern gemeinsam mit den anderen Menschen) etwas bewegen. Und das hat mir gut getan. Nicht diese alltägliche unerträgliche Ablehnung von allem, sondern eine gelebte Kritik mit alternativen Vorschlägen - es fühlte sich im Gegensatz zu der sonstigen Lethargie endlich mal produktiv und sinnvoll an, was ich getan habe.

    Zitat Zitat von Silent Voice Beitrag anzeigen
    Aus meiner Sicht hast Du kein Problem mit der Realität - Du hast nur Deinen Weg noch nicht gefunden und hast Dir im Leben bislang noch kein Ziel gesetzt...

    Überlege für Dich, was Du Dir im Leben wünscht und versuche, das umzusetzten. "Hindernisse" in Form von unliebsamen Umständen kannst Du viel leichter überwinden, wenn Du weißt, wofür Du Dir das gibst...
    Auch hier hast du recht. Ich habe wirkich noch keinen Plan, welche Ziele ich mir im Leben setze. Wirre Träume und Ideen schwirren zwar in meinem Kopf herum, aber sind weit entfernt von konkreten Plänen und Bildern. Ich bin sowieso ein Mensch, der eher in den Tag herein lebt und sich mit gewohnheitsmäßigen Tätigkeiten und Unternehmungen wohler fühlt, als neue Dinge zu erfahren. Meine Freundin meint manchmal, ich hätte Angst vor Veränderungen. Auch wenn ich das zu erst immer bestreite, eigentlich hat sie damit nicht mal so unrecht. Eigentlich komisch, wünsche ich mir doch ziemlich radikale Veränderungen in der Gesellschaft - habe aber Angst vor Veränderungen im eigenen Leben...

    Zitat Zitat von Silent Voice Beitrag anzeigen
    Auch zu Deiner Freundin möchte ich etwas sagen: Du kannst ihr im Moment nicht helfen - sie gehört mit ihren Depressionen in professionelle Hände. Du bist selber im Moment in Deinem Leben noch nicht gefestigt genug, um ihr eine Stütze zu sein - Du musst Dich zunächst erst mal um Dich selber kümmern, genau wie sie...

    Sonst ist es so, als würden zwei Nichtschwimmer versuchen, sich gegenseitig vor dem Ertrinken zu bewahren... keine gute Idee!
    Ja, damit habe ich mich abfinden müssen. Es fällt mir ziemlich schwer, damit umzugehen. Ich bin von Natur aus ein sehr rationaler Mensch. Ich habe aber gemerkt, dass sich gegen diese Krankheit nicht argumentieren lässt. Wenn ich in guter Absicht und vernünftigen Argumenten versucht habe, ihr zu helfen, fühlte sie siche eher noch angegriffen. Das fällt mir immer noch schwer, aber ich habe es wenigstens endlich verstanden.
    Momentan ist sie ja auch in professionellen Händen und bewertet dies auch ziemlich positiv. Es ging ihr letzte Zeit auch ziemlich gut, momentan ist nur wieder ein Tief, weil sie (verständlicherweise) mit einigen Umständen in ihrer Familie nicht klar kommt.
    Es ist schon oft vorgekommen, dass wir uns gegenseitig runtergezogen haben. Auch das fällt mir schwer. Wenn es mir gut geht, dann kann ich eine gute Stütze für sie sein und das wissen wir beide. Umso schwerer ist es, wenn ich dazu mal nicht die Kraft habe...

    Zitat Zitat von Silent Voice Beitrag anzeigen
    Du hast nun die Wahl: Entweder du begibst Dich (wie Dein Freund es getan hat) in eine "Parallelwelt" und erklärst allem und jedem eine Absage.

    Das stört jedoch die Gesellschaft nicht weiter und es bringt Dich um die Chance, Dein Leben sinnvoll einzubringen (in die Gesellschaft) und vor allem wirst Du nie erfahren, wie es ist, etwas wirklich (!) zu bewegen...
    Ich gebe zu, oft habe ich auch den Wunsch, mich in eine (künstliche) Parallelwelt zurück zu ziehen. Wenn ich mich betrinke oder zukiffe, dann ist das im Endeffekt nichts anderes. Manchmal fühlt sich das eben gut an, auch wenn ich weiß, dass es nicht vernünftig ist.
    Aber eigentlich weiß ich, dass es mir wichtiger ist, aus meinem Leben etwas zu machen. Ich möchte etwas produktives tun, in dem ich anderen Menschen und natürlich auch mir selbst helfen kann.
    Dass die Gesellschaft im Zweifelsfall auf einen ******t, ist hart, aber wahr. Da tut es gut, wenn man Menschen hat, denen man wichtig ist und somit merkt, dass man doch nicht ein sinnloses Dasein führt...

    Zitat Zitat von Silent Voice Beitrag anzeigen
    Das Leben ist voller Möglichkeiten, ich hoffe, Du findest Die, die gut ist für Dich...
    Danke für die lieben Worte.

    Liebe Grüße,
    eldorado

  4. #4
    Silent Voice
    Gast

    Standard Wenn ich das so lese...

    ...@ eldorado

    Also, wenn ich deine Antworten lese, dann kommst Du bei mir total positiv rüber. Im Gegentei zu Deiner Selbsteinschätzung sehe ich bei Dir die Fähigkeit, Dich sehr wohl realistisch einzuschätzen.

    Dazu sehe ich, dass Du keinesfalls kapituliertst, sondern aus dem, was Du hast, etwas machen willst (Beginn eines Studiums).

    Fast liegt mir die Frage auf der Zunge. "Was ist Dein Probelm?" Obwohl mir natürlich klar ist, dass Du gravierende Probleme hast, kann man schon an Deinem Beitrag erkennen, dass Du ebenfalls die Fähigkeit hast, diese zu überwinden.

    Du hast einen klaren Verstand und bist tatsächlich "geerdet", d.h. Du erkennst Deine Position in Relation zur Gesellschaft (und auch in Deiner Partnerschaft) und ziehst folgerichtige Schlüsse.

    Du bist ein starker Mensch... ohne Zweifel. Weniger starke Menschen hätten es nicht geschafft, in Deiner Situation so "gesammelt" dazustehen. Du jedoch hast Deine wichtigsten Fähigkeiten gerettet und bis somit ein "Survivor"...

    Alles, was Du in Deinem Eingangspost hier beschrieben hast, ist eine völlig realistische Wahrnehmung, reduziert auf den Satz: "Das Leben ist (nicht immer) fair!"
    Das bedeutet für Dich lediglich eine weitere Aufgabe... für die Du in jedem Fall gerüstet bist.

    Lass Dich nicht von Deiner Unsicherheit verunsichern. Es ist ein normaler Prozess, es gehört im Leben von jungen Erwachsenen dazu, die Richtung noch nicht genau zu kennen... und auch machmal zu zweifeln.

    LG
    Silent Voice

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