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Thema: derealisation - zum arzt?

  1. #9
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    Hallo mops,
    du hast schon recht, Wissen ist mittlerweile nicht mehr gleich Macht. Früher galt es noch als Machtzeichen, da man nur beschränkten Zugang zu dem hatte. Dieser Wandel geschieht doch durch die digitale Entwicklung, wo Wikipedia und andere diverse Seiten breitbändig das Wissen der Welt konzentrieren und darstellen. Jeder kann mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten alles erlernen und hat zu jedem Bereich Zugang. Deshalb denke ich, dass der Wert des Wissens heutzutage nicht besonders hoch ist. Heutzutage werden doch in der Wirtschaft mehr die Leute gesucht, die zwar ein gewisses Wissen mitnehmen, aber entscheidender ist die Persönlichkeit und der Umgang mit dem Wissen, also beispielsweise kreative Köpfe werden sehr oft gesucht.
    Du hast auch recht, wenn du sagst, dass man sich minderwertig fühlt, wenn man einen anderen unterlegen ist. Doch eigentlich stimmt das ja nicht, dass sind ja nur unsere Vorstellungen. Wir vergessen viel zu oft, dass wir Individuen sind und somit keine Vergleichbarkeit benötigen, was wir trotzdem viel zu oft tun, z.B Schulen. Es bedrückt mich auch immer wieder Menschen zu sehen, die glauben, sie seien weniger Wert als andere, was nicht stimmt. Man kann vielleicht vom Wissen unterlegen sein, aber niemals von der Persönlichkeit und wenn du deine Persönlichkeit wunderbar entwickelst und ständig evaluierst, so entdeckt man Seiten an sich, die kein anderer haben kann. Du hast auch recht, wenn man sagt, es gibt zweierlei Entscheidungen. Wenn wir uns zum Beispiel einen Arbeitsgeber anschauen, welcher Entscheidungen nicht nur über sein Unternehmen übernehmen kann, sondern auch diese über seine Mitarbeiter, so ist er in einer mächtigen Position. Auch Eltern prägen einen massiv, denn die Werte, die sie leben, die sie dir beigebracht haben, werden immer irgendwo vorhanden bleiben. Wobei man doch fragen muss, was ist die richtige Entscheidung? Gibt es sie überhaupt? Wir denken immer, die richtige Entscheidung liegt im moralischen Verhalten, also wenn wir moralisch richtig handeln, so kann uns nichts negativ angemerkt werden. So hat auch Kant gedacht, welcher den kategorischen Imperativ zu Gunsten dieser Thematik entworfen hat.
    Ich denke der Autofahrer ist sich gar nicht so richtig bewusst, dass sein Leben auf dem Spiel steht. Unterbewusst schon aber nicht bewusst. Wenn wir uns vorstellen, wir sitzen im Auto und fahren zu einen bestimmten Ort, so denken wir bestimmt nicht daran, sterben zu können. Sonst wäre das Autofahren ein schreckliches Ereignis, welches uns Unbehagen bereiten würde. Dennoch kann man dies nicht ausschließen, schließlich existiert auch somit die Angst vor dem Fliegen oder auch die Angst vor dem Autofahren.
    Also ich denke, dass das eine individuelle Empfindung ist. Manche nehmen es wahr, manche aber auch nicht.

    Mfg Enthusiast

    Ps. Es stimmt, dass viele ältere Menschen sagen, sie hätten mehr Lebenserfahrung. Doch wer definiert Lebenserfahrung? Ich fühle mich teilweise so, als hätte ich viel mehr Lebenserfahrung als viele anderen, die älter sind, da ich schon sehr viel miterlebt habe und gesehen habe. Dazu bringe ich folgenden Gedanken an. Wenn ein älterer Mensch immer zu Hause sitzt und nur fernsieht, so würden wir nicht behaupten, er hätte viel Lebenserfahrung. Haben wir stattdessen einen aufgeschlossenen jungen Mensch, der sich ehrenamtlich engagiert und zudem noch an andere soziale Tätigkeiten gebunden ist, so würden wir sagen, seine Lebenserfahrung ist doch relativ hoch, verglichen zu den meist anderen Menschen. Ich würde mich niemals auf das Alter einer Person berufen. Das Alter sagt doch nur etwas darüber aus, wie lange wir schon auf der Erde sind und wie lange wir dementsprechend leben. Einen anderen objektiven Aussagegehalt besitzt dieser gar nicht. Das heißt die Lebenserfahrung bemisst sich doch nicht über das Alter, sondern über die qualitativen und quantitativen Erfahrungen im eigenen Leben und wie wir sie natürlich wahrnehmen und wie wir damit umgehen.
    Geändert von Enthusiast (06.08.2014 um 09:58 Uhr)

  2. #10
    mops
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    Es geht um eins: Entscheidungen treffen!

    Welche Antwort ist richtig? Wann gehst du über die Straße? Wann machst du deine Hausaufgaben?

    Sobald du in die Schule kommst lernst du langsam Entscheidungen zu treffen.

    „Du bist doof!“

    Wird dir von den Klassenkameraden vorgeworfen, wenn du nicht fähig bist Entscheidungen zu treffen oder ständig falsche Entscheidungen triffst.

    Fortsetzung folgt.


    gruß mops

  3. #11
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    Hallo enthusiast


    Ich musste mir deinen ersten beitrag mehrmals durchlesen, um mir über alles genau gedanken zu machen. Du scheinst viel von dem thema zu verstehen und ich denke, dass sich einiges wahres hinter deiner vermutung verbergen könnte. Insgesamt waren es etwa neun jahre in denen ich von (fast) allen seiten abneigung, hass und nicht akzeptanz erfahren habe. Seit 2 jahren arbeite ich nun kontinuierlich daran, mein selbstwertgefühl auf ein normales niveau zu schaffen.

    Du sagst, ich soll mich selbst akzeptieren.. wie geht das? Ich habe es oft versucht, aber ich kann das nicht so recht, ich kann mich auch nicht als mittelpunkt des geschehens sehen. Ich sehe und "fühle" meistens die stimmung des umfeldes und die "hirarchie" der personen im umfeld, da bin ich meistens ganz unten. Daraus könnte die derealisation vielleicht auch stammen.. was meinst du?

    Zum abwehrmechanismus: ich habe festgestellt, dass ich die derealisation manchmal gar nicht ganz verlieren will (oft schwebe ich in einem leichten zustand der derealisation und zwischendurch falle ich dann in die tiefe der derealisation hinein). Nachdem ich etwas in mir nachgeforscht habe, glaube ich, der grund dafür ist, dass ich angst vor der umwelt habe, vor dem ganzen und richtigen fühlen meines Ichs und der umwelt. Vielleicht angst davor, verletzt und abgewiesen zu werden oder angst davor, dass die welt da draussen zu langweilig ist, dass es sich wert wäre, sie richtig zu fühlen.

    Ich habe sehr selten zustände in denen ich so richtig da bin und nicht durch die dp/dr abgetrennt von der umwelt bin. Diese momente schätze ich sehr und ich fühle mich dann mehr als ich selbst.

    Ich weiss auch nichtmehr genau wie ich "mich selbst sein" kann. Ich passte mich früher immer den anderen an, wenn ich mal was sagte.


    Eure diskussion über schizophrenie, double bind und derealisation finde ich sehr spannend. Ich habe mich über die double bind theorie informiert und finde sie macht sehr viel sinn. Meine mutter kann ich in vielem wiedererkennen, aber ich habe gelernt, damit umzugehen.


    Kann ich mich, um einen passenden psychotherapeuten zu finden an den nächsten grösseren spital wenden? Oder würdest du ihn mit google suchen? Wie erkenne ich, welcher psychologe von der krankenkasse bezahlt wird?


    Vielen dank für deine lange, einfühlsame antwort

  4. #12
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    Hallo Noralee,
    ich danke dir, dass du mir Anregungen gibst zum weiteren Nachdenken. Ich fange zuerst mit dem letzten Satz an. Also um dir einen Psychotherapeuten zu suchen, da gibt es mehrere Möglichkeiten. Google kann da helfen, sicherlich, aber auch Spitale sollten Psychotherapeuten kennen. Guck auch mal bei euch, wenn es ein Register gibt, nach Einrichtungen. Welcher Psychotherapeut von der Krankenkasse bezahlt wird, dies ist schwierig jetzt zu sagen. Es kommt darauf an, was er für Behandlungsmethoden verwendet und ob diese allgemein anerkannt sind. Es existieren auch viele heilpraktische Methoden und die werden allgemein nicht von der Krankenkasse bezahlt, da sie nicht medizinisch/empirisch anerkannt sind. Man spricht immer von strenger Beweislast. Da wendest du dich bestens an die Krankenkasse von dir selbst und fragst nach, welche psychotherapeutischen Behandlungen sie bezahlen, welche nur zum Teil oder welche sogar gar nicht. Aber ich glaube, die meisten psychotherapeutische Behandlungen werden mittlerweile bezahlt, da dieser Titel gesetzlich geschützt ist wegen dem erhöhten Missbrauch, wo sich Heilpraktiker oft als welche ausgegeben haben und demnach ist das Vertrauen der Krankenkassen in diese gestiegen.

    Neun Jahre in denen du abgelehnt wurdest, nicht respektiert wurdest und nicht wirklich wahrgenommen wurdest, dass ist wirklich eine sehr lange Zeit und da kann sich einiges in der Psyche verändert haben. Nun fragst du danach wie man sich akzeptiert, was eine schwierige Frage ist, da die Antwort ebenso individuell ist. Akzeptanz bedeutet für mich, dass man seine Persönlichkeit kennt und seine Umstände und dementsprechend sein Selbst akzeptiert. Woran liegt das, dass du nie wirklich wahrgenommen wurdest? Ich glaube, es liegt auch viel daran, dass du dich in einem falschen Umfeld bewegt hast. Wenn ich ein passendes Umfeld suche, dann schaue ich nach meinen Interessen und meiner Persönlichkeit. Im Umkreis deiner Umgebung wirst du sicherlich viele öffentliche Orte/Verantstaltungen/Vereine/etc. finden, wo du dich einbringen kannst. Dazu führe ich ein Beispiel an. Wenn du zum Beispiel interessiert bist an Animes/Mangas oder sonst etwas, dann suchst du dir einen Ort, wo genau diese Veranstaltungen über Animes/Mangas stattfinden und dort findest du dann auch nette Menschen, nicht alle sind nett, ist schon klar, aber viele, die dich respektieren werden und aufnehmen werden. Ich persönlich halte mich oft in solchen Umgebungen meiner Interessen auf und ich muss sagen, es gab eigentlich nie einen Fall, wo wir andere nicht respektierten oder wo wir den Anderen nicht wahrgenommen haben. Des Weiteren willst du im Mittelpunkt des Geschehens sein, aber wieso? Beziehungsweise was bedeutet für dich im Mittelpunkt stehen? Es gibt doch gar keine "Hirarchie" in einem sozialen Umfeld. Niemand ist mehr wert oder weniger wert. Wenn du aber in ein solches soziales Umfeld geraten bist, dann ist das nicht das richtige Umfeld. Ich finde es auch schlimm, dass es so viele Menschen gibt, die so arrogant sind und egoistisch, sodass sie nur auf sich achten und nicht auf die Wirkung, die sie erheben im Umfeld selbst. Befreie dich von solchen Umfeldern und such dir wirklich richtige Freunde. Auch online kann man Freunde finden, dass geht im heutigen Zeitalter. Manche mögen dies nicht, da doch die Anonymität vorhanden ist, aber so hab ich auch nette Menschen kennengelernt und auch in der Realität später getroffen mit denen ich mich verstanden habe. So viele schlechte Menschen wie du in der Virtualität findest, so viele existieren auch in der Realität, dies muss so sein, da es die gleichen Menschen sind Auch die Angst vor der Umwelt ist begründet. Die Angst sich nicht integrieren zu können beziehungsweise abgestoßen zu werden. Und jetzt meine persönliche Dafürhaltung, verstelle dich niemals in der Umgebung der anderen. Wenn du dies tun musst, dann vergiss diese Leute, diese Leute wissen es nicht besser, sei du selbst. Schaue nicht, was die anderen denken oder was die anderen sind, sondern schau, was du bist. Wie erkennst du, wer du bist? Indem du wie du sagst, in dir schaust. Schaue dein Leben an, schaue, was du erreicht hast, was du nicht erreicht hast, schau, was deine Stärken sind, was deine Schwächen sind und beziehe deine Persönlichkeit mitein, dann weißt du zumindest, wer du schon einmal nicht sein kannst. Wer du bist, erkennst du nur durch die Umwelt und ein stückweit durch sich selbst. Aber um zu erkennen, wer man ist, benötigt man das passende soziale Umfeld. Ich hoffe ich konnte dir diesbezüglich ein wenig helfen. Vor allem freut es mich, zu wissen, dass es dir etwas geholfen hat.
    Mfg Enthusiast

  5. #13
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    Hallo

    Ich denke ich wende mich an den nächsten spital, denn die psychotherapeuten dort müssen doch sicher von der krankenkasse bezahlt werden und keine heilpraktiker sein. Falls ich dort niemanden finde, wende ich mich an google. Und natürlich informiere ich mich bei der krankenkasse. Danke für deine erklärungen, jetzt habe ich einen guten überblick über die sache.

    Ich glaube nicht, dass es in erster linie an meinem umfeld liegt, dass ich nie richtig akzeptiert wurde, es liegt an mir. Ich war schon immer sehr schüchtern und habe kaum geredet, aus angst. Auch wenn ich es eigentlich wollte. Das kam einfach so, ich kenne die ursache nicht. Ich brauchte imer sehr wirklich sehr lange bis ich mich öffnen konnte, die menschen haben das nicht mitgemacht und mich lieber links liegen gelassen und gemobbt. Das war auch in umgebungen (hobbys) vor, die meinen interessen sehr entsprechen. Ich bin zur zeit daran neue hobbys zu suchen

    Von menschen im internet kennenlernen halte ich normalerweise nicht so viel, da diese menschen meistens weit weg wohnen.

    Ow das mit dem "mich als mittelpunkt sehen" hast du ganz falsch verstanden bzw ich habe es komisch beschrieben. Ich meine damit, dass ich mich in meinem körper wiederfinde und daraus handle, nicht wie -ähnlich wie bei der dp- von meinem körper abgetrennt.
    Diese hirarchie erstellt mein unterbewusstsein von selbst, sie klaut mir mein selbstbewusstsein. Ich würde sie gerne loswerden, aber ich weiss nicht wie.

    Deine theorie, sich selbst zu erkennen, macht in meinen augen sehr viel sinn. Natürlich gibt es immer mehrere wege. Ich werde noch etwas zeit brauchen um das passende soziale umfeld zu finden. Danke

  6. #14
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    Warst du mal von einer dp/dr betroffen? Bist du da bald zum arzt? Wie bist du sie los geworden?

  7. #15
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    Hallo Noralee,
    wenn du mir schreibst, dass du nie richtig akzeptiert wurdest und schüchtern bist und du dennoch von den Menschen in deiner Umgebung gemobbt wirst beziehungsweise links liegen gelassen wirst, dann denke ich schon, dass es an der Umgebung liegt. Mich persönlich ärgert soetwas. Aber du hast recht, es gibt viele Menschen, die nach negativen Seiten suchen und diese versuchen zu finden und wenn diese vorliegen, dann wird man schnell als Opfer gesehen. Teilweise ist das einfach die eigene Individualität, dass man sich nicht direkt öffnen kann oder schüchtern ist. Ich würde aber nicht sagen, dass es dann an dir liegt. Weißt du, die Menschen bezeichnen sich immer als intelligent, doch mutieren teilweise zu Primaten, wenn es um soziale Beziehungen geht. Ich kenne viele die schüchtern sind und ich sehe das absolut nicht negativ. Wenn man nie akzeptiert wird, dann neigt man dazu, sich die Schuld zu geben, dies ist bei dir der Fall oder? Doch willst du deine Individualität wirklich aufgeben, nur um bei deinem jetzigen Umfeld zu punkten? Der Preis ist viel zu hoch und dies lohnt sich auch nicht. Ich bin der Meinung es liegt wirklich an deinem Umfeld. Weil ich kenne viele Umfelder und habe schon fast alles miterlebt. In den meisten Umfeldern ist es tatsächlich so, dass der Schwächste, die Schwächste rausgesucht werden und diese nur ausgenutzt werden. Doch ich kenne auch wenige Umfelder, wo dies anders ist, wo alle praktisch gleichberechtigt miteinbezogen werden und wo der Zustand nicht in Wallung gerät, sondern immer eine sehr ruhige Atmosphäre herrscht. Komischerweise ist mir dabei aufgefallen, dass die Umfelder, die besser klappen, kleiner sind, also die Gruppengröße beschränkt sich auf nur ein paar Menschen. Dort, wo es eher weniger klappt, sind die Gruppen/Umfelder, die groß sind und wo dementsprechend viele Persönlichkeiten aufeinandertreffen. Anscheinend sind Menschen nicht in der Lage, manche Eigenschaften zu akzeptieren wie sie sind. Wir kennen dies doch alle. Es gibt Eigenschaften an einem Menschen, welche wir nicht mögen aber es existieren genauso viele Eigenschaften, die wir positiv wahrnehmen. Menschen, die über diese negativen Eigenschaften hinwegsehen können in einem bestimmten Grade, besitzen zum Glück noch eine Sozialkompetenz. Ich gebe dir den Tipp, verstelle dich nicht, sei wirklich so wie du bist. Sei schüchtern, sei alles was du bist. Ich verstehe auch den Zusammenhang nicht zwischen Schüchternheit und mobben bzw. bullying. Wieso mobben dich manche Menschen aus deinem Umfeld, weil du schüchtern bist? Kannst du mir das näher beschreiben? Ich finde das erschreckend. Des Weiteren wenn du dir neue Hobbys suchst, so suche dir welche, welcher deiner Leidenschaft entsprechen und dir ein Teil deiner Identität geben.
    Des Weiteren kann man von Bekanntschaften im Internet viel halten oder wenig halten. Die meisten Menschen wohnen weit weg, dass stimmt, aber manche Menschen mögen einfach dieses etwas befremdliche, da es doch teilweise neugierig macht, etc. Aber naja, dass ist wohl individuelles empfinden und das musst du für dich selbst entscheiden.
    Oh, ok, Entschuldigung, wenn ich das falsch verstanden habe. Das du aus deinem Körper handeln kannst und nicht derealisiert bist in diesen Moment ist ein gutes Anzeichen, da es doch zeigt, dass du dich daraus befreien kannst. Wenn man einmal komplett versunken ist in der surrealen Welt, so ist es sehr schwierig wieder herauszutreten. Es gibt viele Fälle, wo sie es nicht mehr schaffen, es gibt aber auch natürlich Fälle, wo sie es schaffen. Ich kenne auch privat ein paar Menschen, welche derealisiert sind und kenne somit zum Teil die diversen Stadien und muss sagen, dass es doch eine sehr individuelle Störung ist. Des Weiteren, wenn diese Hirarchie von deinem Unterbewusstsein geschaffen wird und dein Selbstwertgefühl nimmt, so ist das Unterbewusstsein nicht zwingend verantwortlich für diesen Effekt. Das Unterbewusstsein vermittelt eigentlich nur Informationen zwischen dem Bewusstsein und dem psychischen Zustand, welcher unbewusste Regungen, Gefühle, etc. darstellt. Dein Unterbewusstsein mag verantwortlich sein, dass du das Gefühl hast, dass du andere brauchst und das du dich nach einem sozialen Umfeld sehnst, welches dich akzeptiert. Das Selbstwertgefühl wird aber durch das Bewusstsein erzeugt, so meine Vermutung. Wenn wir dann in einer emotionalen Wallung geraten und uns unsicher werden und wir durch unsere Wahrnehmungen denken, dass ich wieder abgegrenzt werde, so gerät das Selbstwertgefühl ebenso in Wallung. Ich stelle mir das immer gerne so vor. Das Selbstwertgefühl wird für mich aufgespannt wie ein Gummiband. Auf der einen Spannungsseite existieren alle positiven Wahrnehmungen/Emotionen. Auf der anderen Spannungsseite existieren alle negativen Wahrnehmungen/Emotionen. Unser Bewusstsein besitzt nun innerhalb dieses Modells, die Funktion, dies zu überprüfen und zu evaluieren. Wenn wir uns jetzt vorstellen, dass die negative Seite an Bedeutung gewinnt, so erschlafft der Spannungszustand auf der positiven Seite und das Selbstwertgefühl wandelt sich in Unischerheit um und dann entstehen solche Gedanken, so zumindest meine Vermutung. Also glaube ich, dass man dies wieder ausgleichen muss. In deinem Fall bedeutet dies, dass du dein Selbstwertgefühl nur dann gesund aufbauen kannst, wenn du verinnerlichst, dass du eine Bedeutung und einen Sinn in dir trägst und eine Umgebung findest, die dich damit bestätigt.

    Nein, ich war noch nicht von einer Dp/Dr betroffen, deshalb kann ich dir nicht sagen, ob ich sofort zum Arzt gegangen wäre. Aber wie gesagt, je früher man sich Hilfe organisiert, desto besser. Psychische Störungen werden immer Schwerfälliger und für den Therapeuten wird es auch immer schwieriger die Zusammenhänge richtig herauszufiltern, da psychische Störungen sich ständig entwickeln und verändern. Aber ich kenne welche die sich daraus befreit haben und zwar hab ich beispielsweise einer Person den selben Rat gegeben, ich hab ihr gesagt, sie soll sich eine andere Umgebung suchen. Ich kannte ihre Hobbys natürlich und hab ihr bei der Suche geholfen, schließlich haben wir eine kleine Gruppe gefunden, die auch das gleiche Hobby hatten und wir haben uns diese Menschen dort genaustens angeschaut. Auf den ersten Blick waren sie in Ordnung und sie konnte sich dort integrieren, da die Menschen dort, doch sehr aufgeschlossen waren und tolerant waren gegenüber einige Eigenschaften, was ich sehr positiv finde. Nach einer Zeit war dieses Hobby ein wirklicher Teil ihres Lebens und sie konnte wenigstens dort "Ich" sein und somit sind auch die Anfälle weniger geworden und irgendwann sind sie so gering geworden, dass sie nun fast ohne lebt. Denn dadurch wurde ihr Denken angeregt, also ihre Vorstellungen haben sich verändert, etc. und zwar positiv verändert. Hoffe ich konnte dir ein wenig helfen

    Mfg Enthusiast
    Geändert von Enthusiast (08.08.2014 um 15:41 Uhr)

  8. #16
    silbo
    Gast

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    Zitat Zitat von Enthusiast Beitrag anzeigen
    Wobei man Schizophrenie und Psychosen strikt trennen musst, da sie nicht gleich sind. Eine Psychose ist immerhin eine schwere psychische Störung, die weitgehend in den Realitätsverlust eindringt. Die muss man deshalb trennen, da Psychosen viel umfassender sind als lediglich Schizophrenie. Des Weiteren ist es auch oftmals schwer, solche psychische Störungen genügend zu differenzieren, da sie verschiedene Ursachen haben können und verschiedene Symptome, die sich teilweise überschneiden. Also grundlegend sind die Gründe für Psychosen sehr breit gefächert und sind nicht sehr genau. Sogar die professionellen Forscher sind sich da nicht einig. Vor allem kann eine Psychose nicht nur verursacht werden durch psychisch belastbare Situationen, sondern auch durch biologische Erkrankungen. Also man kann nicht wirklich sagen, was die wirkliche Ursache ist, manche sagen, es wären die biologischen, pathologischen Faktoren und die anderen sagen, es wären die psychischen Verhältnisse. Aber die meisten trennen die psychische Psychose in 3 Kategorien ein:
    Schizophrenie wie du angeschnitten hast, affektive Psychose (bsp. Depressionen), und beide können sich noch mischen.
    Aber dein Gedanke ist recht interessant ob die Derealisation eine abgeschwächte Form der Psychose ist. Ich denke, nicht ganz. Ich denke, dass sich Derealisation schon grundlegend unterscheidet von der Psychose. Weil die Derealisation in ihrer Ursprungsform nicht übereinstimmt mit den Eigenschaften der Psychose. Eine Derealisation ruft grundsätzlich erstmal keine Depressionen auf und schizophren wird man dadurch eigentlich auch nicht. Die Fälle gibt es sicherlich, aber weniger und dann denke ich, dass es gekoppelte Störungen sind, also sozusagen eine
    Bin da kein Fachmann, aber ich vermute wenn eine Psychose länger dauert wird die Diagnose geändert in Schizophrenie
    So viel anders sind die Symptome ja auch nicht, die akutphase einer Schizophrenie, oder die Positivsymptome sind ja fast deckungsgleich mit einer Psychose. Klar ist davon abzugrenzen, dass Psychosen auch durch Drogen, organischen Ursachen entstehen können. Aber darauf wollte ich gar nicht kommen.
    Es gibt verschiedene Erklärungsversuche zu klären, woher Psychosen oder Schizophrenie herkommen. Beispielsweise Diathese-Stress-Modell.
    Die übrigens sowohl für Schizophrenie als auch Psychose verwendet wird.
    Als diagnostizierter psychisch Kranker (von drogeninduzierter Psychose, paranoider Schizophrenie bis jetzt schizoaffektiv) ist halt die Frage essentiell wichtig welche Faktoren einen "Schub" auslösen. Letztendlich egal, als welches man "die Krankheit" bezeichnet.
    Die Frage ob Derealisation etwas mit einer Psychose gemein hat, kann ich schwer beurteilen. Aber zumindestens die Einordnung in die Ich-Störungen lässt zumindestens die Anwendungen möglicher Erklärungen für Psychosen (die ja auch eine Form von Derealisation beinhalten) aus meiner Sicht zu.

    Zitat Zitat von Noralee Beitrag anzeigen
    Eure diskussion über schizophrenie, double bind und derealisation finde ich sehr spannend. Ich habe mich über die double bind theorie informiert und finde sie macht sehr viel sinn. Meine mutter kann ich in vielem wiedererkennen, aber ich habe gelernt, damit umzugehen.
    Ich persönlich habe dieses Modell eigentlich nicht auf meine Eltern angewendet und auch nicht auf meine Kindheit. Sondern eher auf paradoxe Wahrnehmungen oder Empfindungen in der Zeit vor meiner ersten Psychose. So ein "Gefühl" der Ablehnung, obwohl äußerlich das meiste ok war, und das betreffend auf fast alle Menschen meiner Umgebung damals. Es war halt dadurch ein Paradoxon in meinem Ich entstanden, die ich nicht (in der Realität) auflösen konnte, da ich dachte eines davon muss wahr sein, das andere falsch.

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