Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Destruktive Phantasien / Neigung

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    26.03.2020
    Beiträge
    1
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Destruktive Phantasien / Neigung

    Liebe Community,
    ich benötige eure Hilfe.

    Ich selbst bin 30 Jahre alt und leide bereits seit 12 Jahren an einer Erektilen Dysfunktion. Nun ist meine Ehe dadurch in die Brüche gegangen.

    Seit dem ich meine Sexualität erforsche, bin ich mir meiner devoten Neigung bewusst. Ich habe Fantasien, der Sklave / Diener einer Frau zu sein. Es geht um völlige Unterwerfung/Selbstaufopferung, Erniedrigung, zu dienen wie z.B. für sie zu putzen und praktisch wie eine Art keusche Zofe für Sie da zu sein, während Sie einen gleichberechtigten Partner hat.
    Diese Fantasien waren immer da. Als ich mit 18 Jahren normalen Sex mit meiner Frau hatte, die sich nun von mir scheiden lassen will, konnte ich nur während dem Oralsex als Vorspiel und zur Hilfenahme des Kopfkinos dabei eine Erektion bekommen und konventionellen Sex mit ihr haben. Irgendwann funktionierte es nicht und ich geriet in einen Kreislauf aus Versagensangst und Druck. Seit dem war unser Sexleben immer beeinträchtigt.

    Ich empfinde bei körperlicher Nähe wie Küssen und Streicheln kaum Erregung ohne Machtgefälle. Stelle ich mir normalen Sex vor, tut sich bei mir nichts. Lediglich Oralsex oder Rimming interessieren mich zumindest etwas, da dabei das „Dienen“ etwas im Vordergrund steht. Aber selbst, wenn ich dies aktiv tue, regt sich von alleine nichts und ich muss mit der Hand nachhelfen. Ich kann ohne intensives Kopfkino, das mich die körperliche Begegnung mit einer Frau kaum genießen und wahrhaben lässt, keine Erektion bekommen. Allgemein bekomme ich kaum von alleine Erektion. Während dem Vorspiel mit meiner Frau bekam ich nie von alleine eine Erektion.

    Fakt ist aber, dass ich zu diesen BDSM-Fantasien seit dem ich 14 bin masturbiere. Mein erster Orgasmus geschah unter solchen Fantasien, noch bevor ich jemals mit BDSM in Berührung kam. Bereits in meiner Kindheit gefielen mir solche Dinge. Ich habe sehr viele Romane dazu gelesen und BDSM-Pornos (voller verbaler Erniedrigung, Fußerotik, Rimming) *geschaut. Sehr schnell und mit harten Griff masturbiert. Ich will nun davon wegkommen bzw. zumindest eine normale Sexualität haben, bei er ich nicht auf „dominante“ Frauen angewiesen bin.

    Hinzukommt, dass ich im letzten halben Jahr eine BDSM-Beziehung mit einer Frau geführt habe. Meine Frau gab mir die Erlaubnis. Wir sind in dieser Hinsicht sehr offen. Ich also mich in diese Welt sehr reinvertieft habe. Diese Frau sieht mich nicht als ihren gleichwertigen Partner, den hat sie bereits, sie sieht mich eher wie ein Spielzeug, da wir ein festes Machtgefälle haben. Ich genieße das sehr. Wir haben selbst keinen konventionellen Sex. Ich diene ich lediglich im Haushalt oder knie neben ihr, während Sie am Computer arbeitet.

    Ich habe nun Angst, dass umso mehr ich mich mit dem Thema beschäftige umso stärker sich das Thema in mir festsetzt und ich von normaler Sexualität immer weiter wegkomme und nie eine normale Beziehung führen kann. Ich will nicht nur das devote Spielzeug einer Frau sein, das putzt und sie bedient.

    Mir ist bewusst, dass ich von den Pornos wegkommen muss. Schaue seit Monaten kaum noch welche. Aber wie sieht es damit aus, es weiterhin real zu erleben?

    Ich habe 2018 bereits einen Monat weder masturbiert, noch Pornos geschaut. Nach dem Monat habe ich mit meiner Frau einen Versuch gestartet und es tat sich nichts. Keine Erregung, was mich sehr frustriert hat.
    Analog habe ich mir nun Tadalafil bestellt, von denen ich nun täglich 10 g einnehme. Um wenigstens mal wieder eine morgendliche Erektion zu haben. Die habe ich seit Jahren nicht mehr.

    Woher kommt das nur? Warum habe ich solche destruktiven Phantasien?
    Ich weiß, dass ich einen sehr dominanten Vater und eine sehr zurückhaltende, ihm untergestellte Mutter hatte, von der kaum Autorität ausging. Benahm ich mich daneben, drohte sie mir nur mit meinem Vater statt selbst etwas zu unternehmen. Dieser bestrafte dann bzw. ließ mich auch selbst die Strafen aussuchen (Computerverbot / Hausarrest). Könnte das damit zusammenhängen?

    Was würdet ihr mir raten, um „halbwegs“ normal zu werden? Sollte ich eine Therapie anfangen?

  2. #2
    Schreibkraft
    Registriert seit
    17.03.2012
    Beiträge
    120
    Danke
    20
    22 mal in 17 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hi, ja würde dir zu einer Kurzzeittherapie als Verhaltenstherapie raten.. Überweisung kriegst beim Hausarzt. Hilft dir ganz bestimmt. Viel Erfolg. Lg

  3. #3
    Roman Verfasser
    Registriert seit
    12.04.2019
    Beiträge
    1.432
    Danke
    740
    1.864 mal in 985 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hm.... alles, was mit Sexualität zu tun hat, geht, denke ich, sehr tief.
    Die Sexualität entwickelt sich nicht erst in der Pubertät, sondern die Grundlagen dazu, wie bestimmte emotionale Muster, die mit Erregung verknüpft werden, bilden sich schon seit der frühesten Kindheit.
    Um dahinter zu kommen, warum das Dienen und das Machtgefälle so eine große Rolle bei deiner Erregung spielen, ist wohl eine tiefere Analyse nötig.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine reine Verhaltenstherapie reicht.

    Was das "normal sein" angeht, so bist du sicherlich nicht "unnormal", denn du bzw. dein Gehirn wird einen nachvollziehbaren Grund dafür haben, warum es so funktioniert wie es funktioniert.
    Da wird es bestimmte Auslöser von außen gegeben haben, Begebenheiten und Gefühle, die du auf eine bestimmte Art verarbeitet hast, und weitere Mosaiksteinchen, die dazufügt wurden und letztendlich dazu geführt haben, dass du jetzt so bist wie du bist.
    Das eigentliche "Sexualorgan" ist ja das Gehirn, die elektrischen Impulse, die Erregungssteuerungen und Botenstoffweiterleitungen, die es ausgebildet hat.

    Sexuelle Erregung läßt sich kaum willentlich steuern, wie du ja selber weißt, es "passiert" mehr oder minder durch die Reizweiterleitungen, die das Gehirn im Laufe der Zeit ausgebildet und aufgebaut hat.
    Es ist möglich, durch Therapie das Gehirn auch zu verändern, aber das ist ein langer Prozess.

    Deine Vorliebe für BSDM und Erniedrigung wirst du wahrscheinlich nicht (so schnell) ablegen können, aber eins kannst du schon mal machen: mit den Pornos aufhören.
    Denn wie du sicherlich weißt, können sie süchtig machen, was dazu führt, dass man immer stärkere optische und physische Reize braucht, um eine Erregung aufzubauen und zum Orgasmus zu kommen.
    Durch den "Kick", den man sich durch immer stärkere Reize beim Porno konsumieren holt, wird das Belohnungssystem im Gehirn überreizt und aus dem Gleichgewicht gebracht, was unter anderem zu depressiven Verstimmungen und erektiler Dysfunktion führen kann.
    Um sich aufzumuntern, werden wieder Pornos konsumiert - ein Teufelskreis, wie er auch von anderen Süchten bekannt ist.

    Wenn du dich nur noch auf deine eigene Phantasien verlegst, kommst du mehr mit deinem Inneren, mit deinen Gefühlen in Kontakt, und schaffst es mit der Zeit, auch wieder mit leichteren Reizen klar zu kommen.
    Das kann aber wesentlich länger dauern als einen Monat - bedenke, wie lange du dein Gehirn auf Pornos "trainiert" hast.

    Ich würde an deiner Stelle einen Sexualtherapeuten aufsuchen, der sich nicht nur mit dem Funktionieren der Geschlechtsorgane, sondern auch mit Pornosucht und mit der Psychologe der Sexualität auskennt.
    Auch wenn du deine Neigung wahrscheinlich nicht ganz ablegen kannst, schaffst du es vielleicht mit der Zeit, sie so in eine Beziehung zu einer Frau zu integrieren, dass es für beide okay ist.

    Was ich sehr schade und irgendwie auch demütigend für eine Frau finde, ist, dass du bei "konventionellem Sex" von Anfang an dein Kopfkino bemüht hast, um überhaupt Sex mit ihr haben zu können.
    Das bedeutet nämlich, dass du gar nicht mit dieser Frau Sex hast, nicht bei ihr bist, dich nicht auf sie einlässt, keine gemeinsame Sexualität mit ihr hast, sondern eine Art Selbstbefriedigung zu zweit betreibst.
    Du bist mit ihr zusammen, aber im Kopf meilenweit von ihr entfernt, und stellst dir etwas vor, was mit ihr und dem Augenblick, den ihr gemeinsam erlebt, nicht viel zu tun hat.
    Ich weiß, dass das für viele Menschen wohl normal ist und nicht als problematisch empfunden wird, solange dabei jeder (körperlich) auf seine Kosten kommt.
    Ich persönlich aber finde das schlimm, denn ich will auch "Nahrung für die Seele" und Verbindung beim Sex.
    Wenn ich Sex mit einem Mann habe, dann will ich auch, dass er mich meint und nicht irgendwelche anderen Bilder im Kopf hat und gar nicht bei mir ist. Das würde mich sehr kränken, und ich wüßte dann auch nicht, warum ich überhaupt Sex mit ihm haben sollte.
    Aber da bin ich vielleicht auch ziemlich eigen.
    Man kann da ja sehr unterschiedlich empfinden.

  4. #4
    Verleger Avatar von LukeHB
    Registriert seit
    10.04.2014
    Ort
    HB
    Beiträge
    5.090
    Danke
    1.434
    3.078 mal in 1.938 Beiträgen bedankt

    Standard

    Warum möchtest Du eine Beziehung, hast sogar geheiratet?
    Orthographie, Grammatik und Interpunktion sind keine Spielwiese für Individualisten!

    "Warum passieren mir immer Sachen, die sonst nur dämlichen Menschen passieren?" (Homer J. Simpson)

Ähnliche Themen

  1. neigung zum fremdgehen
    Von Basteln im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 20
    Letzter Beitrag: 18.06.2018, 14:42
  2. Destruktive Beziehung
    Von SaPaNi im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 32
    Letzter Beitrag: 27.05.2017, 22:00
  3. Neigung unsicher
    Von andymd im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 29
    Letzter Beitrag: 28.01.2017, 12:48
  4. Gesucht! - Gründe für Ablehnung/destruktive Kritik
    Von Lemming im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 31.05.2015, 23:24
  5. Destruktive Gedanken
    Von delaving im Forum Ängste
    Antworten: 47
    Letzter Beitrag: 24.05.2013, 06:52

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •